Kritik: Schneeflöckchen

Schneeflöckchen – ein Tip der Deadline – deutscher Genrefilm.

Was für ein Film.

Eine düstere Zukunftsvision in Berlin, die Gesellschaft ist halb zusammengebrochen und wir folgen unseren Protagonisten Tan und Javid, dem Drehbuchschreiber des Films Arend, Eliana, Carson, Bolek und natürlich Schneeflöckchen, die einen beeindruckenden Auftritt hat, auf ihrer Reise zu- und umeinander. Dabei ist viel Gewalt im Spiel, berührende Momente, ekliger Body-Horror und dann alles auf einmal.

Es ist schwer zu beschreiben, aber der Film ist sehr, sehr gut. Eine Endzeitvision, hart erzählt, leichte schauspielerische Mängel, die aber nicht ins Gewicht fallen.

Die Beschreibung muss so vage bleiben, es gäbe so viel zu erzählen, aber dann müsste ich seitenweise schreiben und der Film wäre durchgespoilert.

Fazit: Unbedingt ansehen, ein richtig guter Film, wenn harte, blutige Action kein Problem ist.

Get checked items of a TreeView in JavaFX

JavaFX provides an easy way to implement Java GUIs. Unfortunately, some methods or concepts are missing.

I used a TreeView component with CheckBoxTreeItems. When evaluating the input I want to get all checked items from the TreeView, resp. its SelectionModel.

The standard method getSelectedItems just returns the selected items, when selecting means the last clicked (i.e. selected) element.

Thus I had to write my own code for traversing the tree and collecting all checked elements. This is not difficult, but a bit tiresome, as there are many methods missing that have to be implemented.

If you’re interested in the code, see

https://gitlab.com/ekleinod/edgeutils/blob/master/edgeutils/src/main/java/de/edgesoft/edgeutils/javafx/TreeViewUtils.java

for my implementation. As I state in the documentation, using Kotlin should provide means to extend the TreeView class itself, but this is future talk.

Kritik: King Arthur: Legend of the Sword

King Arthur: Legend of the Sword ist die Verfilmung der Artussage durch Guy Ritchie, eine ganz eigene interpretation.

Zwei Vorbemerkungen: eins: ich bin durch den Trailer auf den Film aufmerksam geworden und der Trailer sprach zu mir: “schau Dir diesen Film an”. Es gibt sie also, die Trailer, die gut sind und nicht zu lang oder zu geschwätzig.

Zwei: ich mag Guy Ritchies Filme insgesamt, seine Interpretation von Holmes aber finde ich als Film ok bis zu lang und zu verworren, jedoch der Figur nicht angemessen. Nun ist Holmes ja im Gegensatz zu Artus eine fiktive Person, da ist nicht so viel Spielraum bei der Verfilmung der zugehörigen Fakten. Mein Wissen über Artus speist sich aus den “Nebeln von Avalon” und “Excalibur”, ist also solide. Außerdem hab ich den Tisch der Tafelrunde schon persönlich in Winchester gesehen.

Nun “Legend of the Sword”, das sich tatsächlich auf Excalibur als Storyverhikel stützt und die Geschichte von Artus als Waise (böser Onkel) über Bordellbetreiber bis König von England (eigentlich Britannien, aber wir wollen mal nicht so sein) schildert.

Es ist ein faszinierender Film, er fängt extrem langsam an, dann gibt es die Ritchie-typische einminütige Charakterentwicklungszens von Waise bis Erwachsener und es ist einfach brillant. Bleibt die Frage, was in den restlichen anderthalb Stunden passieren soll.

Im Endeffekt eine typische “Typ will nicht König sein, wird es aber doch und ist gut drin, der Böse stirbt, Typ kriegt die Frau, Happy-End”-Geschichte ohne “Typ kriegt die Frau”, was sehr angenehm ist.

Dabei ist die Geschichte sehr charmant erzählt, Charlie Hunnan passt wie Faust aufs Auge, Humor gibt es auch, einmal sogar mit laut Lachen, die Schauspieler sind adäquat, die Effekte sind gut – es passt einfach alles.

Hervorzuheben sei noch die Musik – ich hab den Abspann wegen der Musik geguckt.

Fazit: Popcorn vom Feinsten.

Der Versuch, mich umzufahren.

Was das sollte, ich weiß es nicht.

Update 17.01.2019: Anzeige ist raus, mal sehen, was passiert.

Kritik: It Came From The Desert

It Came From The Desert ist ein leider sehr zahmer Fun-Trash-Monster-Film mit Riesenameisen basierend auf dem gleichnamigen Computerspiel von Cinemaware, das ich nie gespielt habe.

Wir begleiten zwei Helden, die ihre Prinzessin retten dürfen, die zwischendurch sogar mal kurz aus ihrer Rolle ausbrechen darf. Dabei bemüht sich der Film, die Klischees, die man erwartet und die auch aufgebaut werden, ein klein wenig zu dekonstruieren. Das ist selbstreferentiell, wie auch die vielen Film”anspielungen”, aber durchaus ok, wenn man sich drauf einlässt.

Leider mangelt es dem Film an Stringenz. Der Anfang ist gut, danach hängt die Handlung ein wenig und die Effekte werden immer schlechter. Die innere Logik auch, was schade ist.

Die Schauspieler sind gut, sie füllen ihre Rollen aus, die leider etwas zu klischeehaft ausfallen, das Rumjammern unseres zweiten Haupthelden nervt schon gewaltig.

Fazit: nicht gelangweilt, aber auch kein großer Wurf, evtl. besser zu einer Party genießen.

eclipse-Probleme beim Kompilieren von Tests

Ich hatte das Problem, das nach einem Update von eclipse meine Testklassen nicht mehr kompilierten, da die JUnit-5-Testklassen (per maven eingebunden)  nicht gefunden wurden.

Ich vermutete erst JUnit als Übeltäter, eine Kompilierung über maven funktionierte jedoch.

Stack Overflow ist mein Freund: in eclipse wurde ein neues Attribut eingeführt, das die Testklassen identifiziert, vorher ging das automatisch, wenn man sie in ein Verzeichnis “test” gelegt hat. Da die Klassen nun nicht mehr als Testklassen gekennzeichnet waren, wurden auch die JUnit-Klassen nicht geladen, da diese per maven im scope “test” definiert wurden.

Eigentlich logisch, wenn man es weiß.

Also in eclipse die Projekteigenschaften aufrufen, dort im Java Build Path in den Sources bei Contains Test Sources “Yes” durch Doppelklick einstellen.

Kompiliert immer noch nicht, aber ein Fehler weniger ist ein Fehler weniger…

Der Radweg

Heute wieder jemand, der mich darauf hinwies, dass da ein Radweg ist “Der Radweg”. Mit Zeigen auf denselben.

Habe ihm einen Blick in die StVO empfohlen, denke aber nicht, dass er da reinguckt.

Ansonsten ein Engüberholer in der Fahrradstraße, mehrere Engüberholer sonst, eine Wenderin an einer engen Stelle und ein Rechtsabbieger ohne zu gucken.

Üblicher Tag also.

Andreas Rebers – enttäuschendes Kabarett für Doofe

Vor drei oder vier Jahren hatten wir schon einmal Karten für Andreas Rebers, ich war leider erkältet und konnte nicht hin. Daher ging I allein und kam begeistert zurück: Rebers erfand eine eigene Religion – es muss fantastisch gewesen sein.

Jetzt bot sich die Gelegenheit wieder, ihn zu sehen, also nicht lange gezögert und zugegriffen.

Was für ein sexistischer, rückwärtsgewandter, menschenverachtender Dreck, der auf unterstem Niveau “Probleme” anprangerte und einfachste Lösungen bereithielt. Wir waren nicht nur über Rebers enttäuscht, sondern auch über das Publikum, das offensichtlich nur darauf wartete, schenkelklopfend unterhalten zu werden und immer “so isses” rufen zu können.

Wir hatten überlegt, ob wir zur Pause gehen, aber ich hatte irgendwie noch die Hoffnung, dass Rebers zur zweiten Hälfte oder am Ende des Programms herauskommt und allen den Spiegel vorhält, worüber sie jetzt gelacht haben. Das war ein Fehler. Er meinte das alles ernst.

Bevor ich zum Inhalt komme, bei dem ich sicher schon die Hälfte wieder vergessen habe: ich hab mir die Inhalte nicht ausgedacht. Was ich schreibe, hat Rebers so gesagt und auch so gemeint. Keine ironische Brechung, kein Spielen mit Charakteren.

Worum geht es? Rebers möchte der politischen Mitte wieder Mut machen, in dem er sie zum Misstrauen aufruft. Vertrauen ist schlecht, nur Misstrauen ist gut.

Ein Problem sind zum Beispiel die Frauen. Die waren schon für die Erbsünde verantwortlich (nochmal der Hinweis: das meint der Ernst!) Und jetzt wollen sie eine Quote. Da können wir auch Stotterer die Verkehrsnachrichten vorlesen lassen. Oder Autisten als Tatortkommissare einsetzen.

Und überhaupt Frauen. Er hat als Nachbarin eine alleinerziehende Frau im Haus, Vegetarierin und Radfahrerin. (Das war der Brüller überhaupt. Vegetarierin – Bruhaha. Und Radfahrerin – der Saal konnte sich vor Lachen kaum halten. So ein gemeines, mieses Lachen – Ihr kennt das sicher.) Was hat ihm die Frau getan? Nun: vor allem drei Dinge:

  1. sie fährt Rad mit Helm.
    Das ist so schlimm, dass sich Herr Rebers in seinem Diesel auf Radstreifen stellen will, damit der Terror gegen Autofahrer endlich aufhört. In Amsterdam tragen die Leute keinen Helm – also ist doch klar, dass die Frau bekloppt ist und kein Hirn hat.
  2. sie möchte gerne Frieden haben
    Das ist so blöd, da fehlen die Worte. Sie denkt doch tatsächlich, dass Deutschland mit Rüstungsexporten aufhören könnte. Oder sich für Frieden einsetzen. Und benutzt statt “Deutschland” doch tatsächlich “wir”.Da ist nicht Herr Rebers mit gemeint, die Rüstung, das sind die Firmen, da hat Deutschland und insbesondere Herr Rebers nichts mit zu tun.
  3. sie möchte gerne, dass ein Kabarettist Haltung zeigt
    Das ist das Schlimmste, was man sich vorstellen kann. Denn sie will damit den Faschismus einführen, “Haltung” ist etwas Militärisches, dass direkt mit “Führer” zu tun hat.Ergo: Haltung = FaschismusUnd außerdem, wenn Herr Rebers auf der Bühne sagt, dass er den Syrienkrieg nicht gut findet, dann wird das die Kriegsparteien nicht stören. Also braucht er es nicht zu sagen und die Frau ist blöd, weil sie das erwartet. Sie hat doch einen Kopf, der ist rund, damit man Sachen von mehreren Seiten betrachten kann (das hat schon Dieter Hildebrandt gesagt). Aber sie hat ja sowieso kein Hirn, das haben wir schon festgestellt, weil sie Radfahrerin ist.

(Hab ich schon erwähnt, dass ich mir das ehrlich nicht ausdenke?)

Diesel.
Herr Rebers besitzt einen und fand erstaunliche Schimpfworte gegen Dieselfahrverbote, die ja nichts bringen. Dabei hat er festgestellt, dass er den Rechtsstaat ablehnt, ja, dass der Rechtsstaat das größte Problem in Deutschland ist.

Gleichberechtigung:
Gleichberechtigung ist, wenn man “respektvoll die Ungleichheit anerkennt”. Das bedeutet: man sollte sich endlich wieder über dumme und behinderte Menschen lustig machen. Das war früher so schön, wenn der Dorftrottel beim Krippenspiel “Melchior” nicht sagen konnte und alle haben gelacht und dann hat er einen Schnaps gekriegt und das war gut. Und seine Schwester ist auch behindert und die hat auch einen Schnaps gekriegt und war immer lustig und das war gut.

Außerdem sollte man sich endlich wieder über dicke Kinder lustig machen wie früher. Die hat man ins Tor gestellt und 100 Bälle drauf geschossen, alle haben gelacht und das war gut.

Wo wir grad bei Kindern sind: Erziehung sollte verstärkt auf Prügel setzen. Den Kindern eine schallern, das ist richtig und gut. Und wenn es fremde Kinder sind, sollte man ihnen auflauern und sie zusammenschlagen (oder zusammenschlagen lassen).

Nicht ausgedacht, so gesagt und so gemeint.

Ach ja: die AfD.
Die ist schlimm, Nazis auch. Aber man muss auch mal unbequeme Wahrheiten aussprechen können. Und das war nicht erlaubt und deswegen gibt es die AfD. Und das ist ein ostdeutsches Problem, denn die AfD-Wähler heißen Ronny und Chantal und Maik und …

Religion – die Buddhisten machen es richtig, die Bibel auch, der Islam eigentlich auch. Aber Religion ist auch schlimm. Und dann wieder gut. Ehrlich – das mit der Religion ist mir komplett undurchschaubar geblieben.

Dann noch ein paar Zoten übers Fremdgehen, über Legastheniker, dann hatten wir es fast hinter uns.

Dann kam die Zugabe und plötzlich wurde es gut, ein Lied über einen Schlachter und industrielle Tierhaltung und ein Abschlussinstrumental. Da war zu erahnen, was der Abend hätte werden können – etwas hintergründig, etwas albern aber gut. Ich vermute, das ist vor der Vereinfachung der Gedanken geschrieben worde, als Herr Rebers noch das Nachdenken, Überlegen und “von mehreren Seiten betrachten” betrieben hatte.

So haben wir einen sehr schwer erträglichen Abend hinter uns gebracht.
Im Nachhinein hätte wir nach der Pause gehen sollen, denn es wurde noch  schlimmer, aber ich hatte noch Hoffnung und hinterher ist man schlauer.

Das Programm war voller übler Schimpfworte und das fand Rebers auch niveaulos und dazu steht er. Das hat mich nicht gestört, die Niveaulosigkeit war in den Gedanken, nicht in der Sprache.

Wenn das die Gedanken der “Mitte” sind, dann ist das erschreckend. Denn die sind flach. Da sind keine Argumente oder Ideen, das ist nur nach unten treten, “früher war alles besser” und “wir nehmen sowieso zu viel Rücksicht”. Das aber nicht irgendwie im Ansatz begründet, sondern einfach in den Raum gestellt. Da kann man auch nicht gegen oder für argumentieren, denn dafür bräuchte es Argumente.

Dem Publikum hat’s gereicht. Denn ihm wurde Absolution für die niedrigsten, gemeinsten Ideen gegeben, Probleme sind von anderen gemacht und “wir” können da sowieso nichts machen.

Dabei auch noch Dieter Hildebrandt zu erwähnen – schlimm. Der Hildebrandt, den ich noch kenne, der hätte das Programm in der Luft zerrissen. Aber der hatte ja auch noch Haltung, war also ein Faschist.

Was ist das mit alten Männern, bevorzugt weiß, die sich plötzlich verfolgt fühlen und in ihre kleine, enge, vermoderte Welt zurückwollen, in der alles noch einfach ist – Frauen in der Küche, Behinderte zur Belustigung da, Kinder zum Schlagen.