Kritik: Robots

Robots ist ein Computeranimationsfilm von 2005, der seit Ewigkeiten als DVD bei uns liegt und geguckt werden wollte. Jetzt hat er es endlich geschafft.

Das erste das auffällt ist, dass die Animationen selbst 12 Jahre später noch unglaublich gut sind. Da ist nichts auszusetzen. Das zweite ist, dass der Film betont lustig ist und an anzüglichen Gags nicht spart. Das hätte ich so nicht erwartet. Und das dritte: die Geschichte ist komplett überraschungsfrei, einfach, Gut gegen Böse, Gut gewinnt, Mega-Happy-End. Wirklich Mega-Happy-End, nicht nur schödes Einfach-Happy-End.

Kann man mal machen aber evtl. hätte ein wenig mehr Zeit in die Geschichte investiert werden können. So konzentriert sich der Film auf seine sehr guten Figuren und deren Interaktion, kommt nie zur Ruhe, im Gegenteil – selten habe ich einen so schnellen Film gesehen. Und der Film nimmt alle Gags mit, inklusive einen Furzgag, der sich gewaschen hat.

Eine Rolle wird von Robin Williams gespielt, ich vermute mal, auch hier war wieder endlose Improvisation am Werk, merkt man.

Fazit: sehr guter Film mit einer etwas belanglosen Geschichte.

Kritik: A Girl Walks Home Alone at Night

A Girl Walks Home Alone at Night ist ein iranischer Schwarz-Weiß-Vampirfilm, der in einer kleinen verlassenen Stadt spielt und die Annäherung unserer Vampirin an einen jungen Mann zeigt.

In langsamen, gefühlvollen, epischen Einstellungen. Mit Betonung auf langsam.

Ich kann mit solchen Filmen nicht viel anfangen. Jede Einstellung dauert eine gefühlte Ewigkeit. Erzählstränge werden angefangen, ohne die der Film auch nicht schlechter wird. Es gibt sehr schöne Bilder und sehr gute Szenen, aber bis man dahinkommt. Eeeeeeeeeewigkeiten. Dabei ist die Geschichte an sich nicht schleccht.

Zwischendurch hab ich den Film in vierfacher Geschwindigkeit angesehen und die Leute haben sich nicht übertrieben schnell bewegt.

Fazit: schöne Geschichte, schöne Bilder, viel zu langsam erzählt.

Kritik: Mann beißt Hund

Jetzt mal zu einem Kracher: Mann beißt Hund aus dem Jahr 1992. Was für ein Film! Der belgische Originaltitel ist “C’est arrivé près de chez vous”, übersetzt “Es geschah in Ihrer Nähe”, was ein besserer Titel ist, denn “Mann beißt Hund” ist prägnant aber nicht wirklich erklärend, deutsche Verleihtitel…

Der Film erzählt die Geschichte eines Dokumentarfilms, der vom Team über den Serienmörder Ben gedreht wird. Wir erleben den Mann bei seiner täglichen Arbeit. Wir erlangen Einblick in seine Gedanken, seine Techniken, Vorbereitung etc.

Dabei ist Ben ein sehr einnehmender, oft sympathischer Charakter, der gerne philosophiert und das Team in seine Arbeit einbindet. Das führt zu zahlreichen absurden und bitterbösen, zynischen Szenen. Das ist ein Film, bei dem einem das Lachen tatsächlich oft im Hals steckenbleibt. Wenn eine Flöte eine Hauptrolle spielt. Oder Schwanzlängen verglichen werden. Oder wieder einer vom Team stirbt. Oder…

Das gefällt sicherlich nicht jedem und Obacht: der Film ist voll harter widerlicher Szenen, die im Kontext ok sind, aber dennoch sehr gewöhnungsbedürftig.

Fazit: eine bitterböse Mediensatire in schwarz-weiß. Unbedingt sehen.

Kritik: What Women Want

What Women Want” – “Was Frauen wollen”, wer weiß das schon? Zumindestens nicht Mel Gibson, der zu diesem Film noch nicht als das große Arschloch geoutet wurde, das er ist. Damals dachten alle noch, seine Machorollen wären das größte Problem.

Und darauf fußt der Film: Gibson spielt einen Macho, der natürlich nicht weiß, was Frauen so umtreibt und diese für eher unwürdig hält. Durch einen Zufall erlangt er die Fähigkeit, die Gedanken von Frauen zu hören und nutzt diese Fähigkeiten vielfältig: zum Guten, zum Sex und zum Schlechten. Dann einige Verwicklungen, yada, yada, yada, er wird zum guten Menschen, große Liebe, fertig.

Der Film ist unterhaltsam, gut erzählt. Die Geschichte ist nicht so originell, wie sie klingt und die Ausführung bleibt auf ausgetretenen Pfaden, der Macho wird geläutert, Friede, Freude, Eierkuchen. Das ist ok aber nicht mehr.

Heutzutage würde ich den Film nicht noch einmal ansehen – da hätte ich zu große Angst, dass der schlecht gealtert ist.

Fazit: gute, seichte Unterhaltung (damals), heute – keine Ahnung.

Kritik: Highlander: Endgame

Ja, das Kosmos war mal ein Kino. Und Filme haben dort mal 9 DM gekostet, was damals sehr viel Geld war. Fast 4,50 Euro. Schnüff.

Highlander: Endgame ist nicht der beste Film der Welt, das war nach den sehr mauen Fortsetzungen des wegweisenden Highlander auch nicht zu erwarten. Aber man muss die auch nicht unbedingt untertreffen. Kurze Abschweifung: Highlander ist echt schlecht gealtert, die Musik passt noch (ist ja auch Queen), aber Story, Schnitt und Christopher Lambert – ganz schlimm.

Der Film soll die Fernsehserie (einmal kurz reingeschaut – auch ganz schlimm) mit den Filmen verbinden. Das Ergebnis ist ein mauer Film, komplett überraschungsarm, komplett talentfrei, was die Schauspieler angeht. Viel mehr ist auch nicht zu sagen dazu.

Fazit: mies.

Kritik: Brother

OK, 2001 ist lang her. Die Erinnerung verblasst. Im Gegensatz zu Vertical Limit ist mir Brother von und mit Takeshi Kitano in Erinnerung geblieben. Als sehr brutaler, sehr direkter Film.

Der Film erzählt die Geschichte von einem Yakuza, der in die USA auswandern muss, dort stoisch und brutal seinen Weg geht, bis dieser nicht mehr weitergeht, weil er sich mit der Mafia anlegt. Die anders agieren als die Yakuza. Dabei werden Freundschaften geschlossen, Leute gemeuchelt, was das Zeug hält und Kitano geht unbeirrt seinen Weg, der in letztlich in den Tod führt.

Das alles ist schonungslos, brutal und nicht schön. Und daher durchaus beeindruckend.

Es war mein erster (und bisher einziger) Kitanofilm, und das war schon ein Brocken.

Fazit: Brutaler Film über einen starrköpfigen Yakuza – ok.

Kritik: Dead Again in Tombstone

Dead Again in Tombstone ist der gestern angekündigte Nachfolger zu Dead in Tombstone.

Wir können es kurzmachen: selten so einen schlechten Film gesehen.

War der erste Teil noch durchaus unterhaltsam wegen der Aufnahmen, der Schießereien, der Prügeleien, der Mäntel – so bleiben im zweiten Teil die Mäntel. Dafür kommen dazu: philosophische Abhandlungen, Nachdenken über Erlösung, nackte Brüste und eine Handlung, die so hanebüchen ist, dass einem die Worte fehlen.

Was die Drehbuchautoren bewegt hat, immer die falsche Handlung zu nehmen, immer die falschen Worte, immer das maximal Blödeste zu schreiben, was ein Charakter tun könnte – man weiß es nicht. Es ist so eine Art Trump-Film: immer, wenn man denkt, blöder geht es nicht, wird man eines Besseren belehrt.

Nicht mal Danny Trejo kann den Film verbessern. Ich frage mich bei aller Liebe zu Trejo sogar: warum hat er diesen Film gedreht und nicht darauf bestanden, dass es wenigstens ein schlechter Film wird?

Fazit: Nein. Nein. Nein! Ärger! NEIN!

Kritik: Dead in Tombstone

Dead in Tombstone mit dem wunderbaren Danny Trejo und dem immer mehr wie eine Wachpuppe aussehenden und dauernuschelnden Mickey Rourke ist ein Western um den Anführer einer Banditengang, die sich gegen ihn stellt, umbringt und der dann aus der Hölle zurückkommt, um die alten Kumpels umzubringen.

So weit so mehr oder weniger originell. Die Geschichte wird auch nicht komplizierter, der Film konzentriert sich auf wirklich coole Westernbilder mit wirklich coolen Zeitlupen von Stiefeln, Sporen, fliegenden Mänteln, laufenden Männern, kurz: visueller Fanservice vom Feinsten.

Leider können die Actionszenen da nicht ganz mithalten, insbesondere die zeitfüllenden Schießereien und Faustkämpfe sind eher schlecht gefilmt, im Making-Of sieht man noch, dass die eigentlich gut inszeniert sind. Wird leider im Film nicht eingefangen.

Und die Geschichte ist in ihrer Schlichtheit etwas zu schlicht. Insbesondere ist nicht klar, warum wer was tut, es ist einfach völlig wirr. Spannung kommt ebenfalls nicht auf. Niveau Boll in Sachen Geschichte und Schnitt.

Schauspielerisch geht der Film, in Ordnung, sehen wir einmal von Mickey Rourke ab. Es ist halt ein Film um Danny Trejo, da kann man nicht zu viel erwarten. Von Dina Meyers Rolle hätte ich mir etwas mehr erhofft – man kann nicht alles haben.

Insgesamt war der Film unterhaltsam, kein Meilenstein, nicht wirklich schlecht aber auch nicht gut. Mal sehen, wie der zweite Teil wird…

Fazit: meh.

Kritik: Warcraft

Warcraft (gerne auch mit dem hoffnungsfrohen Zusatz “The Beginning”) ist ein Fantasyfilm und basiert auf den Warcraft-Spielen.

Ich kenne die Spiele nur von Trailern, so dass ich nichts zur Spieltreue des Films sagen kann, laut Making-Ofs ist diese wohl sehr hoch – wer weiß…

Wir beginnen den Film mit den Orks, die von ihrer zerstörten Welt in die Menschenwelt einfallen, um diese zu erobern. Dabei haben wir Gelegenheit, uns an den Computerlook zu gewöhnen und uns von dem Gedanken zu verabschieden, einer sehr langen Cutszene beizuwohnen und den Controller zu übernehmen.

Hat bei mir nicht lang gedauert, da Figuren, Settings, Grafiken, Action und die Geschichte gut sind. Der Film fackelt auch nicht lang, sondern wirft uns in das Geschehen, das nicht originell, aber gut erzählt ist. Schnörkellos, ohne störende Verwicklungen, Zweifel, Liebesgeschichten etc.

Die Figuren agieren nachvollziehbar und meist cool. Das gilt für die Guten wie für die Bösen, für die Orks und für die Menschen. Allen voran Travis Fimmel (der anderen sicher von Vikings bekannt ist).

Was soll ich sagen: ich habe wenig erwartet und einen sehr guten Fantasyfilm bekommen. Das ist selten.

Fazit: sehr gute Fantasy ohne Schnörkel.