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Kino Kritik

Kritik: Ready Player One (2018)

Ready Player One – der Film zum Buch. Von Steven Spielberg, dem Meister der 80er.

Die Handlung folgt der des Buchs: Parzival muss in drei Quests die Herrschaft über die OASIS erringen, gegen die anderen Player und IOI. Dazu springen wir erzählerisch zwischen OASIS (komplett CGI) und Erde (viel CGI) hin und her.

Das macht Spielberg routiniert und liefert ein Fest für die Augen ab. Der Film ist einfach wirklich gut gedreht, spannend, die Figuren sind gut besetzt, das Pacing stimmt.

Soweit so gut.

Aber.

Es wurde einfach so viel vom Buch geändert, das einfach wichtig war. Sozialkritik ist kaum noch da. Die Quests wurden geändert, um besser auszusehen, dadurch ist aber das Nerdtum fast vollständig verschwunden. Parzival und Art3mis treffen sich mitten im Film? Parzival muss erst motiviert werden, gegen IOI zu kämpfen? Und der Böse ist nicht wirklich böse, sondern eher komisch. Die ganze Welt ist sehr oberflächlich und zuckersüß, obwohl sie im Buch sehr gut und detailreich als Dystopie ausgearbeitet wurde.

Das sind ganz schlimme Filmklischees, die da rausgeholt wurden und den Film einfach schlechter machen. Im Endeffekt ist ein 80er-Standard-Dramatik-Film mit moderner Optik entstanden, ohne die 80er inhaltlich einzufangen.

Es ist schwer zu beschreiben: der Film ist toll, verfehlt aber das Thema in so vielen Bereichen. Ob das jetzt an Spielberg liegt, oder Cline selbst diese Änderungen eingebaut hat – ich weiß es nicht.

Dafür liefert einem der Film fast unendliche Referenzen an Popkultur, jedes Bild wimmelt nur davon.

Immerhin hat man die oft gesehene Situation, dass man ein Film sehen kann und danach das Buch lesen, ohne dass zu viel verraten wurde.

Fazit: sehr guter Film, leider oft knapp am Thema vorbei.

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Bücher Kritik

Buchkritik: Ready Player One (2011)

Ready Player One – der Debütroman von Ernest Cline, die buchgewordene Abfeierung der 80er-Jahre-Kultur, von FIlm über Musik bis zu Computerspielen.

2045 – Dystopie – Slums, die Erde ist nur für Reiche wirklich lebenswert, dafür gibt es OASIS, ein MMORPG und vortuelle Welt, in der man der Erde entfliehen kann und per Avatar am Leben teilnimmt. Natürlich werden die sozialen Probleme auch hier gespiegelt, Reiche haben es leichter, andererseits ist hier ein Aufstieg auch durch Arme möglich (wenngleich nicht wahrscheinlich).

Der Schöpfer der OASIS ist gestorben und lässt seine Nachfolge (OASIS und sein Geld) durch eine Easter-Egg-Jagd bestimmt, über drei Schlüssel, die in der OASIS versteckt sind und deren Hinweise jede:r lesen kann.

Unser Hauptheld Parzival, arm, Waise, lebt im Slum, wird das werden, seine Reise dorthin verfolgen wir im Buch, Hauptgegner sind zwar auch die anderen Jäger aber vor allem IOI – eine böse Organisation, die die Ideale der OASIS sofort verraten würde, angeführt vom wirklich bösen Nolan Sorrento. Hilfe bekommt er durch etliche andere Spieler und Art3mis, in die er sich verliebt (Happy End auf der Erde am Ende des Buchs inklusive.

Die Quests sind Hardcore-Nerdtum, das verständlich beschrieben, aber so richtig selten nachvollziehbar ist. Also die Begeisterung für vergangenes, das Auswendiglernen von Filmen etc. Irgendwann muss man da auch mal raus.

Na ja, nicht im Buch, das uns spannend und nachvollziehbar durch die Geschichte manövriert und dabei viel über die 80er beibringt. Das alles locker und meist leicht, insbesondere die Welten und die OASIS sind gut geschrieben – damit steht und fällt das Ganze.

Da Buch ist nicht zu unrecht Bestseller gewesen und sofort verfilmt worde – es ist wirklich gut. Hoffentlich ist damit auch die Glorifizierung der 80er abgeschlossen, denn, auch wenn das Buch genau meine Erfahrungswelt beschreibt, muss man sich, wie oben schon geschrieben, auch einmal davon lösen und neue Kulturen oder Gesellschaftsänderungen annehmen.

Fazit: sehr gutes Buch über die Kultur der 80er in gutem VR-Setting.

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Kino Kritik

Kritik: The Thing (2011)

The Thing, die dritte Verfilmung von Who goes there?, die die Vorgeschichte in der norwegischen Station zum Carpenter-Film erzählt. Das ist an sich recht geschickt gewählt, da so die bekannte Geschichte variiert werden kann und dennoch ein guter Bezug hergestellt wird.

Antarktis. Ein Raumschiff wird im Eis entdeckt, daneben der Insasse. Dieser wird geborgen und angebohrt. Er erwacht und bringt nach und nach alle Leute um, indem er sie assimiliert und dann nachbilden kann.

Es ist unklar, wer wem trauen kann und wie man das Alien unter Kontrolle bringt, es ist ebenso unklar, wer den FIlm überleben wird und wie schimm man stirbt.

Ja, das ist 1:1 der gleiche Film, mit zusätzlichen Raumschiffszenen und Mary Elizabeth Winstead als Kurt Russell. Sie macht ihre Sache sehr gut, wie auch die anderen Schauspieler. Lediglich der böse Unternehmer ist dann doch sehr übertrieben angelegt.

Aber das stört nicht, der Film ist eine sehr positive Überraschung. Das Setting wurde moderat angepasst, aber der enge, direkte Stil wurde beibehalten. Das Monster ist extrem gut und auch sehr unangenehm anzusehen – bis auf einige Szenen isst das sehr gut gelungen.

Die Raumschiffsachen hätten nicht sein müssen (und erinnerten unnötigerweise stark an Alien) und leider wurde auf den heißen Draht zur Aliendetektion verzichtet zugunsten von Zahnkronen. Das ist optisch einfach nicht so effektiv.

Dennoch ist der Film sehr gut gelungen, kann man sich bedenkenlos ansehen. Im Abspann noch ein, zwei Anspielungen auf den Carpenter, runde Sache.

Fazit: sehr gut allein und als Teil der The-Thing-Filme.

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Kino Kritik

Kritik: The Thing (1982)

The Thing von John Carpenter – einer der Klassiker des Horrorfilms. Er ist eine recht werksgetreue Interpretation des Buchs „Who goes there?“ von John W. Campbell Jr. aus dem Jahr 1938. Das Buch wurde schon 1951 als „The Thing from Another World“ verfilmt, das aber recht frei mit der Geschichte umging.

Antartis. Ein Hund wird von einem norwegischen Hubschrauber aus gejagt, der Hubschrauber explodiert und der verbleibende Norweger wird in vermeintlicher Selbstverteidigung von Amerikanern der amerikanischen Station erschossen.

Der Hund ist ein Außerirdischer, der sich in die verschiedenen Personen der amerikanischen Station verwandeln kann, sobald er sie assimiliert hat. Das müssen alle erst einmal herausfinden und dann mit der Situation umgehen lernen: jeder kann „das Böse“ sein, man sollte nicht zu zweit sein und will auch nicht zuständig sein, dass sich der Außerirdische über die Station hinaus fortbewegen kann.

Unser Hauptheld ist Kurt Russel, aber alle Figuren haben ihre Rolle zu spielen und arbeiten mehr oder weniger an einer Lösung mit. Irgendwann gibt es auch einen Test, ob jemand der Außerirdische ist: indem das Blut mit einem heißen Draht berührt wird. Das erzeugt noch einmal mehr Dramatik unter den Personen.

Der Film ist durch das enge Setting, die beschränkte Zahl der Personen und die nachvollziehbare Handlung und Handlungen der Personen sehr dicht und finster inszeniert. Man fühlt die Enge der Station, man riecht fühlt und fiebert mit.

Dazu trägt auch das Monsterdesign bei: praktisch umgesetzt und das gut. Wirkt heute immer noch nicht albern, lediglich etwas altbacken.

Wie bei vielen Carpenter-Filmen ist die Musik vom Meister selbst und unterstützt den Film optimal.

Der Film ist gut gealtert, gut inszeniert und kann auch heute noch empfohlen werden.

Fazit: sehr guter Monster-Horror in der Antarktis.

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Kino Kritik

Kritik: Urban Legends: Final Cut (2000)

Urban Legends: Final Cut (dt. Düstere Legenden 2 – Final Cut) – der unvermeidliche Nachfolger zu Urban Legend.

Die Geschichte ist dieselbe wie beim ersten Teil: Leute werden wie in Urban Legends umgebracht und wir müssen mit Amy (Jennifer Morrison) herausfinden, warum, wer und wie kommt man da raus?

Die Formel ist bewährt, die Geschichte wird an eine Filmhochschule verlegt, wieder wird mit Pranks gespielt, einem übermächtigen Killer und den üblichen Zutaten. Die Kills sind wieder ordentlich, der Film spannend und gut und dicht erzählt.

Dennoch: die Geschichte ist schwach, die Motivation des Killers auch nicht gut, die Legenden sind nicht so gut wie im ersten Teil zu erkennen und die Leute verhalten sich durch die Bank weg so unlogisch, dass zwischendurch auch unsere Hauptdarstellerin den Tod verdient hätte.

Der Film unterhält zwar dennoch sehr gut aber man merkt, dass da noch Luft nach oben ist, er macht deutlich weniger Eindruck als der erste Teil.

Auf der Plusseite Jennifer Morrison, eine sehr junge Eva Mendes (in keiner großen Rolle) und Loretta Divine.

Fazit: ordentliche Fortsetzung aber schon deutlich schwächer in der B-Note.

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Kino Kritik

Kritik: Urban Legend (1998)

In einer Zeit, in der noch niemand so richtig wusste, was eine „Urban Legend“ ist, übernahm es der Film Urban Legend (dt. Düstere Legenden), das Thema spannend und blutig aufzubereiten und der Welt darzubieten.

OK, etwas dramatisiert, aber die Bedeutung, die Urban Legends in den USA haben, hatten (und haben) sie in D. nicht, hier werden evtl. mal gruslige Geschichten am Lagerfeuer erzählt, in den USA ist das eine eigene Kunstform.

Der Film greift mehrere solcher Legenden auf und verbindet diese zu einer durchaus spannenden Geschichte um eine Studentin, in deren Umfeld die Leute wie Fliegen sterben und die herausbekommen muss, worum es geht und wie sie dem entkommt. Die Geschichte selbst ist vernachlässigbar, auch deren Auflösung, sie ist aber auch nicht albern.

Die Kills sind, ich deutete es schon an, durchaus roh und blutig geraten und der Film spielt gerne damit, was ein Prank ist und was Wirklichkeit. Es macht Spaß, da mitzuraten, man fiebert mit Alicia Witt mit und so vergehen die 100 Minuten schnell.

Fazit: guter, blutiger Studi-/Urban-Legend-Horror.

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Kino Kritik

Kritik: Coma (2019)

Coma (Кома) – ein russischer Science-Fiction-Film.

Viktor wacht in einer Welt auf, die gerade zu entstehen scheint und die nur aus Bruchstücken besteht, die schräg und schief zueinander stehen. Er liegt im Koma und befindet sich in der Komawelt, die aus den Erinnerungen aller komatösen Patienten zusammengesetzt ist.

Dort kann man auch endgültig sterben, wenn man von den Reapern (жнецы) erwischt wird, schwarzen Blasenwesen.

Er wird von einer Gruppe gerettet, die von ihm erwartet, dass er der Auserwählte ist, der sie in der Komawelt endgültig vor den Reapern retten wird.

Die Geschichte wird gegen Ende sogar aufgelöst, so dass wir erfahren, warum Viktor dort ist und was es mit all dem auf sich hat. Soll aber nicht verraten werden. Nur so viel: zwischendurch fühlt man sich doch eher an die Matrix erinnert, das geht jedoch zum Glück schnell vorbei, denn das wäre eine zu billige Auflösung. Insgesamt ist es aber eine ordentliche Geschichte, die sogar innere Logik besitzt – auch eine Seltenheit.

Viktor wird von Rinal Mukhametov gespielt, den wir schon von Attraction kennen, der Rest der Schauspieler:innen war neu, alle waren jedoch gut in ihren Rollen, die allesamt leider sehr klischeehaft sind (passt aber).

Highlight sind jedoch die Welten und der Sound. Es werden beeindruckende Bilder geboten in einer fantasievollen Welt, die ein wenig an Inception erinnnert, aber das greift viel zu kurz, weil hier nur Bruchstücke einer Welt gebraucht werden. Da macht es einfach Spaß, zuzusehen und in jedem Bild neue Details zu erkennen.

Insgesamt ist der Film damit eine runde Sache, eine ordiginelle Geschichte, visuell und akustisch sehr gut umgesetzt, in den anderen Bereichen sehr solide.

Fazit: sehr sehenswerte Science-Fiction.

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Kino Kritik

Kritik: Boogie Nights (1997)

Boogie Nights – der Film über den Aufstieg und Fall des Pornostars John Holmes (im Film „Dirk Diggler“, gespielt von Mark Wahlberg), Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre.

Eine Parabel auf Hollywood, das Pornogeschäft und die ausklingenden 70er, gespickt mit herausragenden Darstellungen, den Flair der Zeit zielsicher einfangend, pointiert gezeichnet, punktgenau gefilmt. Regie Paul Thomas Anderson, zahllose Auszeichnungen und Nominierungen.

Ich hab festgestellt: das alles interessiert mich offensichtlich überhaupt nicht. Was für ein öder, langweiliger, uninteressanter Film.

Das muss dieses anspruchsvolle Autorenkino sein.

Nee, da habe ich sehnsüchtig auf das Ende (oder eine halbwegs interessante Handlung) gewartet und der Film geht zweieinhalb Stunden. Zwei und eine halbe Stunde! Argh.

Unsere Hauptheld:innen sind allesamt keine Leuchten und es ist alles einfach nur anstrengend. Ich wiederhole mich: Argh.

Fazit: nicht meins.

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Kino Kritik

Kritik: Bitch Slap (2009)

Guilty Pleasure – ich hab noch keine gute Übersetzung gefunden: „Heimliches Vergnügen“ trifft es nicht, „Schuldiges Vergnügen“ auch nicht.

Ein Film, den man sieht, obwohl man weiß, dass es kein guter Film ist, dass er sexistisch ist (obwohl die Männer durchweg schlecht wegkommen), dass er nur die niederen Instinkte anspricht.

So ein Film ist Bitch Slap.

Drei Frauen kommen in die Wüste, um einen Schatz zu suchen und dem gefährlichsten Killer der Welt zu entkommen. Dort treffen sie auf verschiedene Widersacher, die ganze Geschichte wird in Rückblenden erzählt und überleben tun den Spaß nur wenige.

Wichtigstes Merkmal der Frauen sind dicke Brüste, enge Klamotten und davon sehr wenig. Dafür viel Blut, Wasser, inklusive Wasserschlacht in der Wüste. Viel Gekloppe, dicke Wummen, Schwerter, Pistolen und durchweg eklige Männer.

Damit ist der Film auch eigentlich vollständig beschrieben, die Geschichte ist abgedreht, angenehm überzeichnet (ok, für mich), die Charaktere bekommen sogar Hintergrundgeschichten, er ist blutig, schnell und hart. Nicht gut, aber gut genug dafür, was er sein will.

Der Film war ein Riesenflop.

Aber was solls, es gibt so diese Filme…

Fazit: kein guter Film aber dennoch ein guter.

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Computerspiele Kritik

Spielkritik: Turrican II – The Final Fight (1991)

Turrican II – das beste Spiel auf dem C64.

Was hab ich nach dem genialen ersten Teil diesem Spiel entgegengefiebert. Und gehofft, dass Manfred Trenz wenigstens die Qualität des Vorgängers erreicht, denn der war schon unerreichbar gut.

Von wegen „unerreichbar“ – Trenz hat das Unmögliche möglich gemacht und das beste Spiel geschaffen, das je auf der C64-Plattform lief. Im Endeffekt war es schon fast der Abgesang, denn hier war jedes Bit umgedreht, jedes Sprite ausgereizt, der SID auf Anschlag – beeindruckend.

Die Welten wieder einmal extrem groß, das Spiel etwas ausgefeilter, einige neue Waffen, größere Endgegner, die sich frei teils bewegen konnten – Spielspaß. Elf Level, einer davon ein Alien-Level und einer ein Side-Scroller!

Ein Side-Scroller ohne Vorankündigung, ich bin vor Freude fast umgefallen (unten im Video ab 57:30). Und alles butterweich in der Bewegung. Auf dem C64!

Apropos: bei 57:30 – damals gab es kein Abspeichern eines Spielstands oder Pausieren des Spiels. Da spielte man bis zum Tod der Figur oder dem Ende des Spiels – das war durchaus anstrengend (und ich wünsche es mir nicht zurück).

Die Musik – Hülsbeck war wieder beteiligt aber Markus Siebold, ein anderer Musikheld, war unser Musikheld in diesem Spiel.

Es gibt einfach nichts auszusetzen: gut angelegte 50 Mark, Spiel, Spielspaß, Musik – es stimmt einfach alles.

Schaut einfach mal beispielhaft bei 1:07:00 im Video, was Trenz (MT) da hingezaubert hat.

Fazit: bestes Spiel, das je auf den C64 geladen wurde.