Da ist Rot

Der Klassiker des Strausberger Platzes: bei Rot rechts abbiegen. Man sieht es nicht, daher glaubt mir, da ist Rot, wenn der Transporter(!) abbiegt. Schon eine Weile. Er bremst auch noch pro forma ab, dann ist es ihm aber auch egal.

Daher: am Strausberger Platz als Rad nicht einfach losfahren, sondern erst gucken, ob die Leute auch halten. Übrigens hatte der Mercedes hinten auch lange gezögert, ob er nach uns nicht noch fahren sollte. Hat er aber dann gelassen.

Kurzer Zwischenruf: Rassismus in Deutschland

In Dresden explodieren zwei selbstgebastelte Sprengsätze, einer davon vor einer Moschee.

Der deutsche Innenminister ruft die Muslime auf, sich von extremen Strömungen in ihrer Religion zu distanzieren.

Die Tagesschau berichtet nicht als erstes über die Anschläge, es gibt keinen Brennpunkt.

Was muss denn noch passieren?

Um die taz zu zitieren:

Es ist normal geworden, dass die Nazis den vermeintlichen Volkszorn auf die Straße tragen. Es ist auch normal, dass Politiker die Beteiligung der Rechtsextremen kleinreden und die Schuld für Auseinandersetzungen stattdessen auf andere, in der Regel Schwächere schieben.

Mich wird dann auch nicht überraschen, dass herauskommt, dass die Nazis, die das waren, vom Verfassungsschutz geleitet wurden.

Lebensgefährlich

Mal was richtig gefährliches in der Reinhardtstraße: ein LKW, dem es völlig egal ist, dass da ein Radfahrer ist. Oder dass er hinten gleich wieder halten muss.

Vielleicht hat ihn gestört, dass er mich seit der Kaiserin-Augusta-Allee nicht abhängen konnte? Wie dem auch sei, das war mit Abstand das Gefährlichste seit langem, das ist ein richtig großer LKW, der mit 40-50 da langbrettert. Schwein gehabt (und gute Bremsen und die Voraussicht, dass da ein Idiot kommt). Da geht einem so richtig die Muffe.

Noch eine Vollbremsung in der Fahrradstraße

Und noch einer von letzter Woche, erst mal das Video wirken lassen:

Es ist ein bißchen schade, durch die Verzerrung der Kamera sieht man nicht, wie eng das alles ist. Info: Fahrradstraße.

Der Transporterfahrer überholt die Radfahrerin, warum auch immer, denn nachdem ich eine Vollbremsung machen muss hat er genügend Zeit, a) nach rechts (von ihm aus) auszuweichen und die Radfahrerin komplett abzudrängen und mit b) zu erklären, dass er alles richtig gemacht hat und ich der Idiot bin.

Andererseits macht die Webseite von Kurier Jahnke auch nicht so den professionellen Eindruck, da braucht der Fahrer auch nicht professionell sein.

Prügel angeboten bekommen

Mal so ein Einblick in die Seltsamkeiten, die ich täglich so erlebe. Erst mal das Video:

Für diese Situation hat mir der Autofahrer Prügel angeboten.

Was ist passiert: Er fährt auf der Fahrradstraße(!) mittig rum, ich sehe, dass ich nicht vorbeikomme, mache eine Vollbremsung, um nicht umgefahren zu werden, freue mich, dass er mich irgendwann sieht (hat wahrscheinlich gerade nicht nach vorn geschaut) und schreie “Mann”.

Er bremst, kommt aus dem Auto raus und bietet mir Prügel an. Ich nehme das Angebot nicht an, weil ich eigentlich nur weiterfahren will.

Was ist mit den Leuten los?

10 Sekunden Warten?

Ist es zu viel verlangt, dass ich mal 10 Sekunden warte?

Das ist die Frage des Autofahrers, ihm kommt a) nicht in den Sinn, dass das auch für ihn gelten könnte, wie auch, er fährt ja ein Auto. b) Dehnt er natürlich die Zeit besonders aus, wartet extra und fährt dann extra weit nach links, damit ich ja nicht vorbeikomme. Denn ich habe ja gewagt, ihn anzusprechen mit den Worten “So habe ich mir das vorgestellt, genau so.” Offensichtlich eine tödliche Beleidigung.

Hintergrundinfo: er war heute der dritte Autofahrer mit genau demselben Manöver und das ist eine Fahrradstraße.

Ja, ich bleibe bei meiner Meinung, dass das ein verblödeter, asozialer Idiot ist, der keine Verantwortung für ein Auto, insbesondere so ein großes haben sollte. Außerdem bestätigt das meine Überzeugung, dass alle Fahrer solcher Autos genau solche Idioten sind. Außerdem wird er seinem Kind einen Fahrradhelm aufsetzen, weil der Straßenverkehr so gefährlich ist, ohne die Ironie zu erkennen.

Hab ich ihm natürlich nicht so ausführlich erzählt, hätte ihn auch nicht interessiert, denn er hatte ja Recht[tm].

Vergiss nie, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt

Das Bildblog hat mir heute in den 6vor9-Nachrichten einen Eintrag von Sascha Pallenberg verlinkt. Der Eintrag ist ein sehr persönlicher Rant gegen Adblock Plus, inhaltlich kann ich wenig dazu sagen, vom Stil her schon sehr seltsam geschrieben.

Und beim Namen “Sascha Pallenberg” war doch was gewesen, kurz gegoogelt – stimmt, er hatte Frau Dingens von Twitter vertrieben (verkürzte, dramatische Darstellung). Nun hatte ich die Details nicht mehr im Kopf, und von der ganzen Fehde nur den Ausgang mitbekommen, also kurz gegoogelt, das Ganze war wohl sehr unerfreulich von allen Seiten.

Aber ich bin darüber auf einen interessanten Text des Gedankenreiters gestoßen: Vergiss nie, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt. Das ist eine sehr interessante Analyse der Situation mit dem Hinweis darauf, auch mal deeskalierend einzuwirken, nicht alles gewinnen zu wollen, sondern auch mal einfach diskutieren zu können. Fand ich sehr entspannend zu lesen.

[…] Heute, im Jahr 2014, ist das anders. Heute schlichten wir keinen Streit mehr, sondern gießen noch Öl ins Feuer, holen uns Popcorn dazu und genießen das, was kommt. Und wenn das nicht reicht, dann holen wir uns noch andere dazu, die ebenfalls Öl ins Feuer gießen.

[…]

Wie weit darf das „foppen“ denn gehen? Warum habe ich überhaupt das Bedürfnis, jemanden anderen zu foppen? So, wie @sascha_p es beschreibt, habe ich das Gefühl, @FrDingens nervt ihn und er will ihr eine Lektion erteilen. Etwas, das heutzutage viele zu motivieren scheint. Anderen eine Lektion zu erteilen. Sie zu belehren. Sie vorzuführen, um zu zeigen, wie schlecht sie sind.

Mit welchem Ziel eigentlich? […]

Der Artikel enthält interessante Gedanken, ja, ich deeskaliere auch ungern, evtl. muss man halt auch mal zurückfahren, selbst wenn man Recht hat. Insbesondere im Straßenverkehr ist das schwierig, insbesondere, wenn die eigene Gesundheit bedroht wird, aber oft möglich. Mal sehen. Wenn das der “Gegner” nicht dauernd als Schwäche und Eingeständnis einer eigenen Schuld interpretieren würde…

BTW, in den Kommentaren meldet sich auch Sascha Pallenberg zu Wort und macht einen unangenehmen Eindruck: Ich habe recht, alle anderen sind doof, ich kann zwar wenig Argumente dafür finden, die auch noch mies sind, aber habe trotzdem recht.

Wollen wir hoffen, dass er diesen Eintrag nicht findet…

(Quelle: Gedankenreiter, via bildblog)

PS: eigentlich wollte ich schreiben, “Wollen wir hoffen, dass er diesen Eintrag nicht findet, der alte Wichser…”, als “humorvolle” Anspielung auf seinen fapping-Tweet, aber genau das wäre eine unangenehm persönliche Eskalation gewesen, die sich leicht vermeiden lässt. Darum geht es im Artikel des Gedankenreiters. Glaube ich.

Kritik: Suicide Squad

2016-09-13_Suicide-SquadSuicide Squad ist eine Comicverfilmung im DC-Universum, von dem ich offensichtlich sehr wenig Ahnung habe. Angesiedelt in Gotham und Umgebung, mit Batman, Flash etc. ist die Suicide Squad eine Einheit von Bösewichten, die für die US-Regierung das richtig Böse besiegen sollen. Wobei das Böse im Film eigentlich auch erst durch die US-Regierung böse wird. Geschenkt.

Die Trailer haben mich darin bestärkt, den Film nicht zu sehen, erst die Kritiken, die von einem eigentlich guten Film berichteten, veranlassten mich, ins Kino zu gehen. 3D. Teuer.

Der Film hat mich überrascht. Einerseits wurde ich sehr gut unterhalten, andererseits gab es viele äußerst nervende Elemente im Film, die das Vergnügen schmälerten.

Die Einführung der Protagonisten ist ein Beispiel für diesen Zwiespalt: die Musik fängt an und ich bin genervt. uralte Lieder, die schon tausendmal verwurstet wurden und völlig plakativ auf die Eigenschaften der Leute hinwiesen (Sympathy for the Devil? Ernsthaft?). Dann aber coole, schnelle Einführungen, in denen man die Leute tatsächlich kennenlernte, ein wenig Humor, ein wenig Action. Sehr gelungen. Zwischendurch alte Musik (Buh) und neue Musik (yeah), als ob zwei verschiedene Leute dran gesessen hätten und sich nicht auf einen Stil einigen konnten.

Dann wieder der Knast mit einem fiesen Wächter, dessen Geschichte überhaupt nicht wieder aufgenommen wurde, wie so vieles im Film, was danach aussah, als ob eine größere Story erzählt werden sollte und dann zusammengeschnitten wurde. Was aber nicht schlecht war, denn der Film war nicht zu lang aber auch nicht zu kurz.

Zwischendurch erreichte der Film ein erstaunliches Niveau, z.B. in der Szene, als Deadshot im Kampf zeigt, warum er geholt wurde. Will Smith in einer wirklich guten Rolle. Oder die Figur Harley Quinn, unglaublich gut von Margot Robbie verkörpert. Leider ohne gute Entwicklung – da wurde viel Potential verschenkt.

Daneben aber andere Figuren, die nur Kanonenfutter waren, aber auf eine sehr unangenehme, menschenverachtende Art. Und keinerlei Konsequenz der Bösen gegenüber, dafür unnötige Happy-Ends. Alles irgendwie halbgar, nicht zu Ende erzählt, trotzdem aber gut. Eine seltsame Mischung.

Gut war, dass die Rolle des Joker runtergefahren wurde, das wäre richtig nervig geworden. Da ließen die Vorankündigungen Schlimmes erwarten. Und die Konzentration auf nur einen Teil der Squad war auch ok, die anderen lernen wir sicher später noch kennen. Wenngleich die Motivation der Squad, plötzlich gut zu sein, sich überhaupt nicht erschloss.

Die Effekte waren gut, 3D war auch ok, nur das Schlängeln der Enchantress – was war denn das? Und der offensichtliche Sexismus hielt sich m.E. auch in Grenzen, aber da sollten evtl. eher Frauen drüber urteilen.

Fazit: erstaunlich guter Film, der sehr unausgeglichen war mit schrecklicher alter und guter neuer Musik.

200 Menschen über einen Punkt bringen

Wie lange brauchen 200 Menschen, um einen Startpunkt zu passieren, wenn sie in Autos, Bussen, Straßenbahnen, auf Fahrrädern oder zu Fuß unterwegs sind?

Ich hätte nicht gedacht, das Busse so gut abschneiden. Und dass Fußgänger doch so viel schneller als Radfahrer sind.

Interessant auf jeden Fall der unterschiedliche Platzbedarf, der auch auf den Straßen genau so zu erleben ist.

(via: it started with a fight)