Alles wird schöner #dankhelm

Politikern fällt zu Radfahren nicht viel ein, außer, dass es unglaublich gefährlich ist. Und da die Fahrradlobby nicht existiert, kann sie auch nicht so viel zahlen wie z.B. die Autolobby. Also wird “Sicherheit” über Schuldzuweisung an die Radfahrer betrieben, statt in Verkehrssicherheit zu investieren.

Paradebeispiel: die Kampagne #dankhelm, die suggerieren soll, dass Radfahrer sicherer sind, wenn sie einen Helm tragen. Und wer das kritisiert, wird von Dorothee Bär persönlich angepöbelt.

So süß, dass drei unwesentliche Einzelpöbler meinen, sie könnten mit einem Shitlüftchen unsere Politik für mehr Verkehrssicherheit stoppen..

Wie so viele schrieben: wahrscheinlich glaubt sie wirklich, dass Fahrradhelme für mehr Verkehrssicherheit sorgen. Das kommt davon, wenn man über Dinge zu entscheiden hat, von denen man keine Ahnung hat.

Die Zeit hat schon gut darauf geantwortet, auch Twitter hat unter #dankhelm sehr schöne Argumente gefunden. Einfach mal in Ruhe durchlesen.

Erstaunliches von der Fahrradstraße

Ich fahre auf der Linienstraße, die als Fahrradstraße ausgewiesen ist, Richtung Oranienburger Straße.

Vor mir drei Radfahrer, einer überholt eine Frau, ein anderer fährt hinterher, allerdings nicht auf der rechten Fahrbahnseite, sondern links, dort, wo normalerweise der Gegenverkehr fährt. Er macht keine Anstalten, zu überholen.

Ich warte, bis ganz links eine Lücke ist, in der keine Autos parken und überhole dort, brabbele dabei vor mich hin, dass man auch weiter rechts fahren könnte. Erstaunlich, dass er das gehört hat, denn ich habe, entgegen meiner Gewohnheit, nicht laut gerufen oder so ;)

Jedenfalls stellt er mich an der nächsten Kreuzung zur Rede und erklärt mir, dass die Straßenverkehrsordnung vorsieht, dass man auf Fahrradstraßen auch links fahren darf.

Ich antworte, dass das sehr ungünstig für das Überholen ist und dass ich das ausdrücken wollte.

Er erklärt mir, dass die StVO das nun mal erlaubt.

Ich erkläre, dass ich ihn ja nicht angezeigt oder angebrüllt habe und nur vorbei wollte.

Er, nun völlig entrüstet, sagt mir, dass ich mich also über die StVO erhöhen würde und dass das… Und das habe ich nicht mehr gehört, weil die Ampel grün wurde und es mir egal war.

Das ganze Gespräch sehr zivilisiert im Plauderton.

Und wieder einmal habe ich keinerlei Schuldgefühle. ;)

Vorratsdatenspeicherung

Ein sehr schöner Text von Sascha Lobo über die Vorratsdatenspeicherung. Gleichzeitig auch mit einer sehr guten Wort-für-Wort-Analyse des unsäglichen Tweets von Herrn Gall.

Unbedingt lesen.

Ganz unter uns: Für mich ist die Vorratsdatenspeicherung eine rote Linie, gegen deren Überschreitung ich immer kämpfen werde.

[...]

Denn obwohl es sich lohnt, jedes einzelne Wort des unsäglichen Tweets zu analysieren, kann man Reinhold Galls fatale Haltung auch viel kürzer zusammenfassen: Sie ist in wirklich jedem Detail unwürdig für einen Innenminister in einer Demokratie.

(Quelle: Sascha Lobo, via Internet Law)

Kritik: San Andreas

2015-06-17_San-AndreasKurze Vorrede: das Cinestar hat neue Tickets, also eigentlich Kassenzettel. So wird der Besuch im Kino natürlich zu noch einem schöneren Erlebnis. Wer hat sich denn das ausgedacht. Und billiger ist es dadurch auch nicht geworden.

Zu San Andreas: endlich mal wieder ein Katastrophenfilm, der alles richtig macht. Nicht zu verkopft, nicht zu doof. Keine A-Schauspieler, aber eine sehr ordentliche B-Riege, die weder über- noch unterfordert wurde. Eine Geschichte, die ok ist und im Rahmen des Films keine allzugroßen Löcher aufweist. Ein Film, der Spaß macht.

Und, was ich hoffentlich nur noch selten erwähnen muss: mit Frauenfiguren, die eine Rolle hatten, nicht doof waren und den Film mittrugen. Aus meiner Sicht Bechdel-Test mehr als bestanden.

The Rock ist ein Berg, das sieht man in diesem Film sehr gut, weil man “normale” Menschen neben ihn stellt. Da ist so ein Flugzeug sehr schnell voll, wenn The Rock drinsitzt. Beeindruckend bis beängstigend. Leider hat mir ausgerechnet seine Rolle nicht so gut gefallen, weil sie zu selten auftrat, da wäre m.E. etwas mehr Zeit angemessen gewesen.

Dafür hätte man komplett auf den “Bösewicht” verzichten können, der nicht viel zum Film beigetragen hat und dessen man sich sehr nebenbei entledigte. Den hätte der FIlm nicht gebraucht.

Zu den Effekten: wenn es um Städte und Gebäude geht, ist das beeindruckend gut. Wechselt aber auch mit grottigen Animationen ab. Hier einfach mal auf das wirklich Gute konzentrieren und den Rest weglassen, wäre mein Wunsch.

Aber das ist Meckern auf hohem Popcorn-aber-nicht-ganz-blöd-Niveau.

Und, was mir vor allem am Schluss auffiel: bis kurz vor Ende hält sich der Film mit “Wir Amerikaner sind die besten” sehr zurück. Angenehm (außer halt am Schluss).

Fazit: sehr guter Katastrophenfilm ohne große Ausfälle.

Nasenhaare

wpid-nasenschere.jpgNasenhaare sind oft lästig und tun beim Rausreißen sehr weh. Das ist sicher auch nicht gut.

Also Nasenhaarschneider. Einen elektrischen (batteriebetrieben) ausprobiert, der war blöd. Hat nicht geschnitten und die Batterie war zu schwach.

Danach Schere probiert, grundsätzlich gut, aber zu spitz. Dann die Nasenhaarschere von Zwilling entdeckt, mit abgerundeter Spitze. Das ist bisher das Komfortabelste, man muss zwar immer noch aufpassen, sich nicht zu schneiden, aber das in-die-Nase-stechen nimmt ab.

Ein Beitrag aus der Reihe “Sachen, über die man selten redet, die aber mal angesprochen werden müssen”. Siehe auch Lippenherpes.

Prinzipien

Was beweist mehr Willensstärke: auf vier Bildern bestehen, weil man sich das als Raster für diesen Urlaub vorgenommen hat? Oder auf sechs zu erhöhen, weil die Bilder ausnehmend gut sind und selbst diese Auswahl wehtut?

Ist hier, wie z.B. so oft im Straßenverkehr das Prinzip wichtiger als die Praxis, da sonst alles wohlfeil würde? Oder ist es wichtiger, das Richtige zu tun, auch wenn es den geltenden Regeln widerspricht?

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Capo di Ponte

In Capo di Ponte wurden 1909 prähistorische Felsbilder (ich würde Ritzungen dazu sagen) gefunden, die “Felsbilder des Valcamonica”. Zunächst nur auf zwei Felsen, mittlerweile sind mehr als 100.000 Bilder von der Unesco als Weltkulturerbe anerkannt, es gibt wohl weit mehr als 200.000 Bilder. Die Felsbilder sind übrigens das erste Weltkulturerbe Italiens gewesen.

Eintritt wird nur bei einer Stätte verlangt, wir beschränkten uns aus Zeitgründen auf zwei andere Stätten, inkl. der zuerst gefundenen Steine. Es ist teilweise sehr schwierig, die Zeichnungen zu sehen bzw. nicht draufzutreten. Mich hat überrascht, dass auch Buchstaben eingeritzt wurden, keine Ahnung, aus welcher Zeit die stammen.

Insgesamt sehr interessant, wenn man mal in der Gegend ist, lohnt sich.

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Mailand

Der Mailänder Dom ist Klasse. Sonst ist die Stadt ziemlich räudig und der Verkehr schlimm, aber der Dom…

Er wird einen Spitzenplatz in unserer Liste der schicken Kathedralen einnehmen, in der Nähe von Reims oder Rouen. Also: Mailand muss man gesehen haben wegen des Doms. Evtl. auch wegen des Abendmahls, aber das haben wir nicht gesehen…

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Mautsysteme

Die Franzosen teilen ihre Autobahnen in Stücke ein, die man zu bezahlen hat, direkt auf der Autobahn. Das stört den Verkehrsfluss gewaltig, zu viele Leute dürfen da auch nicht unterwegs sein.

In Italien bezahlt man an der Ausfahrt, nachdem man bei der Einfahrt ein Ticket gezogen hat. Das ist nachvollziehbar und übersichtlich und stört etwas weniger.

Die Österreicher wollen eine Plakette bezahlt haben, das erledigt man einmal und fährt ohne Störung. Dafür zahlt man eine Pauschale, die sich lohnt, wenn man viel fährt und andersherum nicht.

Mein Favorit ist derzeit die österreichische Lösung.

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