Gute Frage

Aber manchmal möchte ich in die Köpfe dieser Menschen hineinschauen, möchte wissen, wie sich das anfühlt: immer nur Böses zu sehen, selbst dort, wo gar nichts Böses ist. Immer wütend zu werden, wenn anderen etwas gelingt. Immer alles sofort kaputtschlagen, zündeln wollen, und sich erst freuen, wenn es rundherum brennt.

Kurz zum Hintergrund: Im Bericht geht es um eine Klasse, die mit einem syrischen Kind ein syrisches Lied gesungen hat und wie FPÖ und Krone das kaputtzumachen versuchen.

(Quelle: Die Presse.com, via bildblog)

Kritik FFF: Terra Formars

2016-08-22_Terra-FormarsTerra Formars ist die Realverfilmung eines Manga, von dem es auch eine Fernsehserie gibt (alles Informationen, die ich erst nach dem Film gelernt habe). Und es ist ein Takashi-Miike-Film, also ein Muss für den geneigten Kinogourmet, immerhin hatten wir schon Sukiyaki Western Django von ihm gesehen, und der hatte uns ausnehmend gut gefallen.

Terra Formars ist ähnlich abgedreht, es geht um eine Gruppe Outlaws, die auf dem Mars schauen sollen, ob dessen Urbarmachung gelungen ist und die dabei verwendeten Kakerlaken töten sollen, damit Menschen den Mars besiedeln können.

Nur, dass sich die Kakerlaken weiterentwickelt haben, aufrecht gehen und Menschen töten. Die aber nicht richtige Menschen sind, sondern mit Käfer-DNA aufgepeppt wurden und somit Käferfähigkeiten entfalten können: Düsenantrieb, Schilde, Wespenstiche und so. Zwischendurch bekommen wir kurze Einblicke in die Hintergrundgeschichte der Menschen (Menschenkäfer? Käfermenschen?). Alles wird gesteuert von einem völlig überdrehten Wissenschaftler, der seine eigenen Pläne verfolgt.

Das Setting ist trashig bis sehr gut, die Erzählweise schwankt zwischen getragen ruhig, brutal und albern, dass es eine Freude ist. Nicht zu vergessen der Splatteranteil, der sehr hoch ist, wenngleich kein Blut, sondern weißer bis bunter Schleim fließt.

Einzig: der Film ist zu lang. Zwischendurch passiert minutenlang nichts oder die Dialoge ziehen sich wie Kaugummi, dann ist der Film wieder grandios, dann zieht es sich wieder. Ich schätze, eine Straffung um 25-30 Minuten und der Film wäre überrragend. So bleibt:

Fazit: gute Ansätze, leider zu lang.

Go hugo – eher nicht

hugo ist ein in Go geschriebener statischer Webseitengenerator, der als Template-Engine ebenfalls Go einsetzt.

Derzeit habe ich mit Jekyll Erfahrung, dort gefällt mir die Mächtigkeit der Templatesprache nicht, die einige Sachen sehr gut macht, etwas komplexere Berechnungen aber extrem erschwert.

Also ein Wochenende mit hugo, der Versuch, eine einfache Webseite mit statischen und dynamischen Inhalten aufzusetzen.

Inhalte und Layout waren mir klar, ich musste diese “bloß” umsetzen. Der Aufbau von Themes bei Hugo ist durchaus logisch, der Einsatz von “partials” für Templatefragmente ist einfach und überzeugend, die gute Strukturierung einer Webseite ist einfach möglich. Die Templatesprache ist ok, soweit ich das ausprobiert habe, die Variablen sind sinnvoll gesetzt.

Aber.

Die Dokumentation ist mies. Es werden beispielsweise alle Variablen mit ihren Inhalten aufgelistet. Wenn ich aber eine Map aller Sections habe (.Site.Sections), so müsste ich für deren Einsatz auch wissen, was genau gespeichert wird, welche Metadaten erfasst werden etc. Und genau das ist nicht beschrieben. Oder der Einsatz von Parametern bei “partials”: irgendwie kann man ein “dict” einsetzen, oder “Scratch”, aber wann, warum, wie?

Eine google-Suche zu den Problemen ergibt schnell Treffer (sehr viele Treffer), bei denen sehr häufig erwähnt wird, dass das eine häufig gestellte Frage ist. Und dass eine Dokumentation auch nicht alles leisten kann.

Ja, es ist mir bewusst, dass ich ein kostenloses Produkt einsetze und daher schraube ich meine Ansprüche auch zurück. Andererseits habe ich für die Startseite ca. 8 Stunden gebraucht, es funktioniert noch nicht alles und die anderen Seiten habe ich noch nicht begonnen. Einige Probleme mit der Programmierung haben 1-2 Stunden gebraucht, bis ich eine Lösung hatte, die dann einfach, aber nicht dokumentiert war.

Daher gehe ich wieder auf Jekyll mit seinen Unzulänglichkeiten zurück, einfach, weil Hugo den Anspruch der Einfachheit nicht erfüllt und meine Zeit auch etwas wert ist. Und die zugegeben erstaunliche Geschwindigkeit fällt bei meinen überschauberen Seitenmengen nicht so stark ins Gewicht, gerade bei einem statischen Webseitengenerator.

Fazit: gute Ansätze, für Anfänger zu flache Lernkurve, was die Programmierung angeht.

Apropos Tomb Raider

Nachdem wir gestern Mojin sahen und der ein sehr guter Tomb Raider gewesen wäre, dachte ich an den Trailer den ich letztens gesehen hatte. Ein Tomb-Raider-Trailer vom Feinsten, der nicht auf Laras Brüste starrt, oder eine Duschszene zeigt oder so was, sondern eine Bad-Ass-Lara, die was kann, Tombs raidet und wahrscheinlich auch Bären erpfeilt. Cool. Das würde ein guter Tomb-Raider-Film werden. Aber lass Studios ran und obige Szenen werden garantiert wieder eingebaut. Warum auch immer.

Kritik #FFF: Mojin – The Lost Legend

2016-08-20_MojinMojin – The Lost Legend, ein chinesischer 3D-Fantasy-Film, erzählt die Geschichte einer Gruppe von Grabräubern, der Mojin, die die Grabräuberei an den Nagel gehängt haben, nach New York gezogen sind und dort 20 Jahre auf der Straße lebten.

Das ändert sich, als sich die Chance bietet, ein traumatisches Erlebnis der Vergangenheit “aufzuarbeiten”, bzw. eine vermeintliche Schuld abzutragen. Also geht es zurück zur Grabräuberei im großen Stil.

So viel zu den ersten zehn Minuten.

Die Geschichte ist erstaunlich ok, dafür, dass es eine eher gängige Geschichte ist, aber sie wird mit viel Fantasie erzählt, in sehr schönen Bildern und mit gut eingesetzten 3D-Effekten, die tatsächlich gut wirken und den Film unterstützen. Dabei hilft, dass die Hauptdarsteller sympathisch sind, lediglich der lustige Sidekick nervt gewaltig und auch die Haupthelden haben ihre unangenehmen Seiten.

Aber das tritt gegenüber der Geschichte in den Hintergrund und man verfolgt den Film, der der erste Tomb-Raider-Film gerne gewesen wäre.

Fazit: Ansehen lohnt sich, insbesondere die 3D-Fassung.

Kritik FFF: Abattoir

2016-08-18_AbattoirAbattoir, der neue Film von Darren Lynn Bousman, dessen Saw 2/3 ich schon gesehen und als ok befunden hatte.

Es geht um eine Frau, deren Schwester mit Familie ermordet wird, danach wird das Mordzimmer entwendet und sie deckt eine Verschwörung(?) auf. Klingt jetzt verworrener als es ist, genauere Angaben würde zu sehr spoilern.

Der Film erzeugt eine sehr gute, schaurige Atmosphäre, während wir mit der Hauptdarstellering versuchen, die Geschichte um den Mord zu ergründen und dabei eine große Hintergrundgeschichte zu verstehen.

Die Geschichte wird bewusst nicht komplett aufgeklärt, ist auch nicht schlimm, wir wissen schon ungefähr worum es geht. Leider bleibt etwas zu viel im Ungefähren und die Handlungen der Hauptdarstellerin sind nicht immer nachvollziehbar.

Während der erste Teil des Films Figuren und Geschichte einführt, dabei sehr gut vorgeht und alles stimmig ist, driftet der zweite Teil des Films leider etwas ab, Atmosphäre ist genug da, aber in den letzten 10 Minuten leider keine Substanz mehr. Dadurch wird der ganze Film etwas entwertet, “schlecht am Ende” ist halt immer länger im Gedächtnis als “schlecht am Anfang”.

Die Schauspieler sind gut, der Freund der Hauptdarstellerin hat eine unangenehm tiefe Stimme. Das Setting ist genial, insbesondere die mehr oder weniger verlassene Stadt ist grandios. Dafür ist das Haus am Ende eher mittelmäßig.

Fazit: guter Film mit schwachem Ende.

Kritik FFF: Swiss Army Man

2016-08-18_Swiss-Army-ManDas Fantasy Filmfest läuft wieder, diesmal ist 30jähriges Jubiläum. Erstmalig bin ich beim Eröffnungsfilm: Swiss Army Man, ein Film, der einen zu der Frage veranlasst: “Was ist nur aus Harry Potter geworden?” Und die Antwort ist: “Eine furzende Leiche.”

Vor dem Film gab es Fotos der vergangenen 30 Festivals, kleine Gratulationseinspieler von Regisseuren und die obligatorische Ansprache der Festivalmacher. Das Kino war voll. So voll, dass wir nur vorn ganz links außen sitzen konnten – der Film war etwas verzerrt dadurch.

Zum Film selber: ein Mann ist gestrandet, findet eine Leiche, die sich als Schweizer Messer entpuppt: Jetski, Rasierklinge, Waffe, Feuerzeug, ich will jetzt nicht alles aufzählen, der Spoiler und des Platzes wegen. Wir verfolgen, wie sich zwischen den beiden eine Beziehung aufbaut im Kampf ums Entkommen aus dem Dschungel.

Dabei merkt man häufiger, dass vieles an der Situation inhaltlich nicht stimmt, aber die Inszenierung des Zusammenspiels der beiden ist so gelungen, dass man das abtun kann, bis es einem am Ende des Films wieder auffällt. Klingt jetzt kryptisch, aber Spoiler halt.

Der Film lebt von der Aberwitzigkeit der Situation und seiner Darsteller, beide (Paul Dano und Daniel Radcliffe) extrem gut. Wenn das rausgelassen wird, ist es entweder absurd lustig oder nur absurd, auf jeden Fall beeindruckend. Aber dann ist dazwischen viel Raum, Zeit, Abklingen. Und das hat mich gestört, es war mir einfach zu gestreckt.

Idee und Ausführung sind Klasse, wenn man den Film kürzen würde, so auf 30-45 Minuten, schätze ich. So war er mir zu lang und oft zu langatmig.

Fazit: Absurd mit genialen Szenen, mir leider zu lang.

Die Psychologie hinter Hass

Harald Lesch hat sich mit den Aussagen der AfD zum Klimawandel beschäftigt:

Erwartungsgemäß kommen daraufhin viele Hassmails, mit denen sich Lesch auf seine Art auseinandersetzt:

Die Idee, aufeinander zuzugehen ist ja grundsätzlich nicht schlecht. Bei mir bleibt die Frage offen: was tun mit Menschen, die sich nicht bewegen wollen? Die ein festzementiertes Weltbild haben und für die jegliche Annährung als Schwäche der anderen Position gilt? Die keine Argumente oder gar Fakten gelten lassen?

Schwierig.

(Videos aus dem Artikel der SZ, via bildblog)

Kritik: Ghostbusters

2016-08-10_GhostbustersGhostbusters, die Neuverfilmung des 80er-Jahre-Films, der damals Maßstäbe setzte und mich gut unterhalten hat. Aus heutiger Sicht ist der FIlm nicht gut gealtert, aber immer noch unterhaltsam, wenn man sich an das Behäbige und oft Peinliche der 80er wieder angepasst hat.

Jetzt also eine Neuverfilmung mit weiblichen Hauptdarstellerinnen. Ja, mit Frauen. Man muss leider kurz drauf eingehen, dass damit etliche Leute ein großes Problem haben, Frauenhass ist gerade wieder en vogue. Es ist unerheblich, dass das wahrscheinlich nur wenige Idioten sind, es sind genug und erschreckend viele, sie sind laut, aggressiv und äußerst präsent. Typische Bullies (Tyrannen, Maulhelden, Leute, die schikanieren), die es leider schaffen, die gesamte Diskussion und Diskussionsplattformen zu vergiften. Das geht so weit, dass Frauen die öffentliche Diskussion meiden, um nicht Ziel der Angriffe zu werden.

Und warum? Weil eine Geschichte aus den 80ern mit Frauen verfilmt wird. Muss man sich mal vorstellen.

Noch eine zweite Vorbemerkung: der Trailer zum Film war schlimm. So schlimm, dass ich mir nach dem Trailer überlegt habe, den Film überhaupt anzusehen. Wer hat den verbrochen?

Zum Glück sind wir trotzdem hingegangen und: wow. Was für ein Film.

Da stimmt einfach alles: Schauspieler, Story (ok, ist eine Neuverfilmung des ersten Teils), Effekte, Humor, Action – alles da, alles richtig eingesetzt, alles im richtigen Maß. Mal albern, mal lustig, mal cool, mal richtig cool. Ich hab wieder einmal peinlich laut gelacht. Und mit dem Finger auf die Leinwand gezeigt.

Als allround-Film ist das bisher der beste Film des Jahres: Pets und Central Intelligence waren witzig, Lights Out und Sinister gruslig, Star Trek war ok, Star Wars und Hardcore hatten Action, aber alles zusammen?

OK: Deadpool. Deadpool war auch extrem gut.

Also: ich hab zwei beste Allround-Filme (Action und Humor) des Jahres: Deadpool und Ghostbusters.

Der Film ist ab 12, drunter würde ich evtl. mal gucken, ob das geeignet ist, denn der Film ist überraschend ernst zwischendurch, was Action und Grusel angeht. Also im Rahmen von Ghostbusters. 12 ist ok.

Fazit: unbedingt ansehen.

Kritik: Lights Out

2016-08-09_Lights-OutLights Out ist der Langfilm zum Kurzfilm Lights Out, den ich schon einmal empfohlen habe.

Nun ist es so eine Sache: ein Kurzfilm ist kurz, für einen Langfilm muss man die Geschichte erweitern, den Grusel transportieren, darauf achten, dass ein kleiner Schock auch 80 Minuten hält. Das ist nicht einfach.

David F. Sandberg und Lotta Losten gelingt das zum Glück: sie schaffen es, die Prämisse des Kurzfilms aufzugreifen und eine Geschichte um einen Terrorgeist zu stricken, die spannend ist, nachvollziehbar und wirklich gruslig. Hut ab.

Einen großen Anteil tragen dazu die Schauspieler bei, die ihre Figuren extrem gut spielen, insbesondere das Kind ist nicht nervig! Wann ist das schon mal der Fall?

OK, das eine oder andere Mal fragt man sich dann schon, warum die Leute unbedingt zurück zum Geist oder sich trennen müssen. Insbesondere im Finale ist das schon übertrieben. Das schmälert den Film aber nur ein klein wenig.

Fazit: sehr guter, grusliger Film.

Noch mal zur Erinnerung der Kurzfilm (wirklich gruslig, nix für Leute unter 16, ehrlich):