Kritik: Tangled

Tangled (bei uns: Rapunzel – Neu verföhnt, was für ein schlimmer Titel), erzählt die Geschichte von Rapunzel – Moment – erzählt eine Geschichte, in der Rapunzel mitspielt, lange magische Haare hat, sich verliebt, erwachsen wird und die Hexe umbringt. So ganz grob gesagt.

Dabei wird viel gesungen. Nicht wirklich eingängig, so wie in Frozen, eher unmotiviert schlimm.

Aber sonst ist der Film gut, die Hauptheldin kann auch selbst was, der Hauptheld ist auch ok, die Sidekicks sind gut und wenn mal nicht gesungen wird oder die unglaublich kitschige Geschichte vorangetrieben wird, ist der Film richtig gut. Was den größten Teil des Films ausmacht. Der Kitsch wird meist sogar durchbrochen, aber halt nur meist.

Warum muss bei Disney eigentlich wieder das Gesinge rein? Es ist mir ein Rätsel.

Fazit: sehr lustiger Film mit Gesang und Kitsch.

Kritik: Big Hero 6

Big Hero 6 (bei uns: Baymax – Riesiges Robowabohu) ist ein Animationsfilm über einen Jungen, der den Tod seines Bruders verwinden muss und dies mit Hilfe des Roboters schafft, den sein Bruder als Arztroboter konstruiert hat.

Tja, viel mehr ist auch nicht zu sagen. Die Geschichte folgt Schema F, es gibt zwar einen bösen, aber der ist nur so halb böse, alles geht gut aus und zu keinem Zeitpunkt ist irgendjemand in echter Gefahr.

Aber der Film macht riesigen Spaß.

Der Roboter ist knuffig, das Timing der Gags stimmt, die Gags selbst sind gut, keine Gefahr = Entspannung, die Figuren sind liebenswert, die Seitenhiebe passen, das Erzähltempo ist angemessen – einfach ein stimmiger Film.

Fazit: schöner Film.

Politik zur Unzeit: E-Auto-Prämie

Es gibt Themen, da muss man mit etwas politischem Gespür abwarten, wann die Zeit dafür reif ist. Zum Beispiel eine Diskussion über den Renteneintritt anfangen, wenn gerade Altersarmut diskutiert wird – das ist unsensibel und falsch.

Oder eine Prämie für den Kauf von Elektroautos zu beschließen, mit 1,2 Milliarden (ja Milliarden) Euro, das ist blöd.

Ziel des Programmes sei es, auf dem Heimatmarkt zu zeigen, dass die Industrie die Elektro-Antriebsform beherrsche und diese “massenmarktfähig” mache, sagte Bundeswirtschaftminister Sigmar Gabriel. Das Auto werde in den kommenden Jahren neu erfunden und diese Entwicklung dürfe Deutschland – das bei klassischen Automobilen einen “uneinholbaren Vorsprung” auf dem Markt habe – nicht verpassen. “Was wir machen, ist aktive Industriepolitik”, sagte Gabriel.

Ja, der Autoindustrie wird das Geld hinten reingeschoben, weil sie es nicht schaffen, ein Elektroauto zu konstruieren, das angenommen wird oder halbwegs brauchbar ist. Gleichzeitig werden alle Augen zugedrückt, wenn dieselbe Autoindustrie Gesetze bricht und bescheißt, was das Zeug hält.

Diese Industrieförderung gibt es auch ausschließlich für die Autoindustrie, andere, florierende Industriezweige werden im besten Fall ignoriert, oft aber auch einfach abgewürgt. Weil es keine Autos sind.

Und diese Geschenke gibt es natürlich nur für Reiche, denn wer sollte sonst ein völlig überteuertes Auto kaufen, während Hartz-4-Empfängern der letzte Pfennig gestrichen wird oder Rentner bzw. zukünftige Rentner nicht wirklich wissen, wie sie nach der Arbeit über die Runden kommen sollen.

Das fällt auf und sorgt nicht für gute Stimmung. AfD lässt grüßen. Aber das ist der Politik offensichtlich egal, sie wird sich dann wieder beschweren, wenn bei der nächsten Wahl die Quittung kommt. Sie machen es den Rechten aber auch leicht.

Im Kanzleramt hatten am Dienstagabend nach Angaben aus Branchenkreisen die Vorstandschefs Harald Krüger (BMW), Dieter Zetsche (Daimler) und Matthias Müller (VW) mit Kanzlerin Angela Merkel und mehreren Ministern beraten.

Aha.

(Quelle: Tagesschau)

Filme in Listen

Filme zu kategorisieren und in Listen zu sammeln macht immer Spaß, also habe ich endlich auch damit angefangen (schlummert schon seit einem Jahr, die Idee). Die Idee: man möchte sich z.B. gruseln und weiß nicht, welchen Film man jetzt nehmen soll. Dann schaut man in die Liste der Gruselfilme und hat eine Auswahl.

Bis jetzt gibt es nur die Gruselfilme, so schnell geht das auch nicht. Dafür kann man sich sicher sein, dass ich keine Grütze in die Listen aufnehme.

Dabei habe ich auch gemerkt, dass es keine Seitennavigation auf der Seite gibt – werde ich mal ändern.

Kritik: The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay

Ich bin endlich dazu gekommen, The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay auf der PS3 zu spielen, ein etwas älteres Spiel (2004).

Es geht um die Vorgeschichte von Riddick, vor Pitch Black. Das Thema: aus Butcher Bay entkommen, einem Hochsicherheitsgefängnis. Vin Diesel selbst war am Spiel beteiligt und sorgte dafür, dass es keine übliche Filmumsetzung wurde, sondern ein wirklich gutes Spiel. Das fängt bei der Steuerung an, die ist einfach, merkbar und gut gelungen. Die Grafik ist auch ok, aus heutiger Sicht etwas veraltet, aber mein 2004er-Ich hätte sich einen Wolf gefreut. Die Geschichte ist simpel, aber ok und sehr gut umgesetzt, die Figuren sind mit hochwertigen Sprechern ausgestattet worden, auch der Soundtrack ist gelungen. Zu guter Letzt sind die Zwischenspeicherpunkte gut gesetzt, so dass sich der Frust über ein verlorenes Leben in Grenzen hält.

Es gibt natürlich kleine Kritikpunkte, die aber auf hohem Niveau angebracht werden müssen: die Levelgestaltung ist derart, dass man Nebenmissionen annehmen und unabsichtlich nicht beenden kann, weil man den falschen Abzweig gewählt hat. Das ist mir mehrmals passiert, das Speichersystem lässt einen aber nur in groben Sprüngen zurückspringen, nicht zu beliebigen Speicherpunkten. Und ich habe mehrfach gedacht, dass das Spiel zu Ende ist, es gibt drei bis vier spielerische Höhepunkte im Spiel.

Ansonsten gibt es wenig zu meckern.

Fazit: ein sehr gelungenes Spiel.

Kritik: Hardcore Henry

Hardcore Henry ist ein Film, der komplett aus Ego-Perspektive gedreht wurde. Nicht der erste, immerhin gab es schon z.B. FPS, aber der erste, der das durchaus überzeugend gemacht hat.

Spoilerwarnung voraus

Das klingt als Konzept anstrengend und ist es auch. Stellt Euch einen Ego-Shooter vor, auf Größe der Leinwand vergrößert mit deutlich hektischerer Kameraführung, Action und abgedrehten Ideen. Z.B.  dass das rechte Auge quer zum linken verdreht ist. Interessante Ideen, interessante Umsetzung.

Trotzdem hat das gut funktioniert, der Film spart nicht mit ruhigen Szenen zwischendurch, bei denen man sich von der Action erholen kann. Aber auch nicht zu viel, sonst würde es langweilig werden (und die Dünnheit der Story deutlich werden).

Apropos Story: Mann wacht auf, muss alles umbringen, was sich in seinen Weg stellt, um seine Frau zu finden und zu befreien. Hilfe bekommt er von einem mysteriösen Typen (Jimmy), bzw. von dessen Inkarnationen, alle gespielt von Sharlto Copley. Das ist schon beeindruckend und völlig überdreht.

Apropos überdreht: der Film steigert sich von Szene zu Szene. Das betrifft das Setting, die Gegner, Jimmy, die Tötungsarten. Da haben Drehbuchschreiber völlig freie Hand bekommen und unsere russischen Freunde haben das ohne Rücksicht auf Verluste umgesetzt. Denkt man am Anfang noch, der Film habe sein 18er-Rating durch Nacktheit verdient, wird man wenig später durch brutalste Tötungsszenen eines besseren belehrt. Ehrlich: so was habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Im Gesamtsetting ist es ok, wenn man einen brutalen Ego-Shooter vor Augen hat. Aber meine Fresse – der Film geht zur Sache. Vor allem zwei Kampfszenen zum Ende: einmal das Haus runter und dann der Endboss – meine Fresse.

Fazit: sehr guter Film, wenn man ihn in den Kontext eines wirklich brutalen Ego-Shooters setzt.

Kritik: Lupin III

Lupin III – der Meisterdieb ist die Realverfilmung des Animes (und Mangas) um Lupin III. Das Anime habe ich in Ausschnitten mit halbem Auge gesehen und fand es durchaus lustig und interessant, also war ich auf die Realverfilmung gespannt.

“Na ja” trifft es ganz gut. Es war nicht wirklich schlecht aber auch nicht wirklich gut. Manchmal wird der überdrehte Ton des Anime gefunden, oft nicht, oft ist der Film zu lang, es gibt wenig Diebstähle, viel Figureneinführung und Erzählen. Und es geht sehr durcheinander, eher im negativen Sinn.

Dabei sind die Figuren top besetzt, die Leute passen, können passabel spielen, einzelne Szenen sind gut, insgesamt passt es aber nicht.

Dabei ist der Film auch nicht so schlecht, dass man ihn nicht sehen könnte. Eher in Richtung “verpasste Chance” tendierend.

Fazit: so lala aber auch nicht verschwendet – ich müsste mal wieder in das Anime schauen.