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Kino Kritik

Kritik: The Legend of Zorro (2005)

Die Legende von Zorro – der Nachfolger von der Maske von Zorro, dem durchaus guten (etwas zu langen) Zorro-Film mit Antonio Banderas und Catherine Zeta-Jones in der gleichen Besetzung.

Der erste Film war leicht, locker, fluffig. Der Nachfolger ist überschwer beladen mit Drehbuchideen, die was-auch-immer sein sollen: gut? Tiefsinnig? Toll?

Irgendwas mit einer Verschwörung rund um die Wahlentscheidung, ob Kalifornien den USA beitreten soll oder nicht.

Zorro ist ein Loser, der seiner Frau versprochen hat, aufzuhören, Zorro zu sein (warum?). Er hört nicht auf, also lässt sich seine Frau Elena scheiden. Dann ist sie mit dem Bösewicht zusammen. Zorros Sohn verachtet ihn, weil er nicht weiß, dass er Zorro ist. Elena ist Agentin und hat alles nur gespielt – Happy End.

Ich meine: es ist Zorro. Warum muss Zorro der Loser sein? Warum nicht einfach nur Zorro? So wie Sancho?

Den Autoren fiel leider nur ein, einen traurigen, deprimierten Zorro zu zeigen, wahrscheinlich, weil der erste Teil zu lustig war. Alles ist schwer, behäbig, träge. Dem entgegen stehen durchaus gute Actionszenen, die dann aber auch nicht passen.

Und was ist mit Elena los? Im ersten Film noch eine richtige Rolle, hier nur noch ganz schwach für die Handlung vorhanden.

Der Film passt vorne und hinten nicht und ein leichter, seichter Plot wäre hier die deutlich bessere Wahl gewesen.

Fazit: leider keine gute Fortsetzung.

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Kritik: Natsume’s Book of Friends the Movie: Tied to the Temporal World (2018)

Ja, ich kann auch nichts für den Titel, aber laut IMDB und Wikipedia ist er der deutsche Titel, japanisch heißt der Film Gekijōban Natsume Yūjin-Chō: Utsusemi ni Musubu oder 劇場版 夏目友人帳 ~うつせみに結ぶ~ aber das hilft uns nicht-japanisch-Sprechern ja auch nicht weiter.

Wir haben ein Anime vor uns mit Natsume in der Hauptrolle, der von seiner Großmutter ein Buch mit den Namen von Yokai (Geister, Dämonen, Fabelwesen, so in der Art) geerbt hat, diese sehen kann und diesen nun auf ihr Bitten hin ihre Namen zurückgibt.

Im Film lernt er eine Jugendbekanntschaft seiner Großmutter kennen, bei der ein Yokai wohnt, der die Gestalt ihres verstorbenen Sohnes angenommen hat, um ihr die Trauer zu ersparen. Das Problem: wenn er sich aus ihrem Leben zurückziehen würde, würde sie ihn vergessen und das wäre traurig für alle.

Typische Lose-Lose-Situation eines guten japanischen Anime und wir erleben mit, ob und wie Natsume das Problem lösen kann.

Comic Relief ist seine verfressene Katze (auch ein Yokai) Madara (Nekosei, Nyanko-sensei), die sich durch einen Samen in drei niedliche, verfressene, kleine Katzen verwandelt und wieder zusammengesetzt werden muss.

Der Film ist schon ein sehr guter Film. Eher ruhig erzählt mit Actionspitzen, wenn die Yokai oder Exorzisten kommen (aber nur ganz kurz). Wir lernen eine schöne Welt und ein gut durchdachtes Universum kennen, anfänglich böse Dämonen sind doch nicht so wild und Natsume versucht, eine gute Lösung zu finden.

Man merkt deutlich, dass der Film ein größeres Universum zusammenfassen muss, das durch eine Manga- und Anime-Serie aufgebaut wurde, die wir noch nicht kannten. Trotzdem konnten wir gut folgen, ob der Film für Kenner:innen der Geschichten was ist – kann ich nicht einschätzen.

Fazit: sehr schönes, durchdachtes und nachdenkliches Anime, das trotzdem leicht und fröhlich erzählt wird.

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Kritik: Escape Plan: The Extractors (2019)

Wie viel Leid hätte verhindert werden können, wenn ich schon vor der Bestellung von Escape Plan: The Extractors daran gedacht hätte, mir zu Filmen, die ich sehen will, auch das Produktionsjahr zu notieren. Dann hätte ich Escape Plan (2013) gekauft und der wäre sicher gut gewesen.

So blieb ich beim Nachfolger hängen und jetzt werd ich mir den ersten Teil sicher nicht ansehen.

Der Bösewicht entführt eine chinesische Millionärserbin, um Silvester Stallone zu sich ins böseste Gefängnis der Welt zu locken, und umzubringen. Das geht schief und am Ende ist er selbst tot.

Am Anfang steht eine ordentliche Einführungsklopperei von ca. 1 Minute. Dann 70 Minuten größter, langweiligster Schwachsinn und dann die Ausgangsklopperei von 1 Minute.

Es ist so schlecht. Die Langeweile. Die Ödheit der Geschichte. Die Größe der Logiklöcher. Die Unprofessionalität aller Beteiligten.

Bei diesem Film passt nichts. Wirklich nichts.

Fun Fact aus der IMDB:

The opening production company logos last 90 seconds. The end credits last 8 minutes and 45 seconds. Thus, 11.7% of this film is just production information. If this is not a record, it must be close.

Fazit: großen, großen Bogen drum, ganz, ganz schlechter Film.

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Kritik: Fast & Furious Presents: Hobbs & Shaw (2019)

Man muss den Produzenten ja lassen, wenn sie merken, dass bei der Furious-Reihe was gut läuft, dann merken sie es. Hobbs (Dwayne Johnson) und Shaw (Jason Statham) sind nun mal mit Abstand die besten Figuren und ihre Prügelei in Fast 8 ist eine der besten Actionszenen der Reihe.

Jetzt haben sie also ihr eigenes Spin-Off: Fast & Furious Presents: Hobbs & Shaw. Ganz reihetypisch ist die Handlung egal. Irgendwas um Supermenschen, die erstellt werden können und damit auch Supersoldaten.

Prototyp und bester Kämpfer, Soldat und Cool-Ausseher ist Brixton – Idris Elba. Der zunächst einmal Hattie (Vanessa Kirby), Shaws Schwester, bestiehlt und sie als böse Drahtzieherin hinstellt.

Auftritt Hobbs & Shaw, die erst mal Böse verprügeln, dann sich, dann Hattie, dann wieder sich, bis sie versuchen, Brixton zu entkommen.

Bis hier Action vom Feinsten und mal ehrlich: The Rock, Jason Statham, Idris Elba, Vanessa Kirby – wie soll das noch besser werden? Alle vier in Hochform, auch Statham hat den Durchänger seiner Zwischenfilme überwunden. Sogar die übertriebenen Effekte vor allem um das Motorrad haben mich überzeugt.

Jetzt geht es exotischer weiter, erst Russland, dann Samoa. Hier wird es leider ein wenig schwächer, die Effekte können mit der Größe nicht mehr mithalten und das Familienthema wird mit dem Holzhammer inszeniert.

Das Actionfinale mit Hubschrauber und Autokette muss man gesehen haben, um es zu glauben. Ich fand es eher albern, hat mich aber nicht zu sehr aus dem Film gerissen.

Dazwischen holt der Film gut-alberne Sachen raus, da kann man nur noch mit dem Kopf schütteln ob der Dreistigkeit: die Auftritte von Helen Mirren, Eliana Sua, Kevin Hart und Ryan Reynolds. Das ist das Albernheitsniveau, das dem Film sichtlich guttut.

Insgesamt ist der Film grandios. Ich hab nichts erwartet, vor allem nach den Graupen davor, aber der Film ballert einfach alles weg, was sich ihm in den Weg stellt. Schade, dass in Russland und Samoa so sehr auf Größe der Action statt auf Klasse geachtet wird, aber das steckt der Film weg.

Und ich wiederhole mich gern: The Rock, Jason Statham, Idris Elba, Vanessa Kirby!

In albernen Nebenrollen: Helen Mirren, Eliana Sua, Kevin Hart und Ryan Reynolds!

Gleich auf die Liste der besten Actionfilme trotz leichter Abzüge in der B-Note.

Fazit: so soll Actionunterhaltung sein.

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Kino Kritik

Kritik: Fast & Furious 6 (2013)

Fast & Furious 6 – der bisher letzte reguläre Teil der Reihe, den ich noch nicht besprochen habe, wen es interessiert, hier meine Meinung zu 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8.

Nach dem ordentlichen Fast Five wird es hier wieder richtig schlecht und das, obwohl The Rock mitspielt. An ihm liegt es weniger als vielmehr an der „Rückbesinnung“ auf Familie, Familie, Familie.

Hobbs soll Shaw festnehmen und sichert sich Doms Hilfe zu, weil er weiß, dass Letty noch lebt. Dann kommt irgendeine unsinnige Geschichte ums goldene Ei, nicht weiter erwähnenswert. Letty hat Amnesie, erinnert sich irgendwann an die Familie. Ganz schwach.

Aber das ist auch egal, wen interessiert die Geschichte: Autorennen, Action.

Hier versagt der Film leider, weil er noch größer, noch spektakulärer werden will und nur noch menschenverachtend und doof ist.

Da ist der Zwischenhöhepunkt: Verfolgungsjagd mit einem Panzer auf einer Autobahn. Abgesehen von wirklich dummem Umgang mit Physik: hier werden einfach mal Menschen im Dutzend übergemangelt, ohne dass das einer Erwähnung wert wäre. Man muss es sehen, um es zu glauben. Da hat mich der Film sowas von verloren.

Und dann der Endkampf in einer startenden Antonow, die wohl ein Rollfeld von 10-20 km hat, solange dauert das alles. Argh, das ist nur doof.

Ich hab mich ab Mitte des Films nur noch geärgert.

Fazit: spannungsarm, übertrieben, nicht mal mit Ironie zu ertragen.

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Kino Kritik

Kritik: The Fast and the Furious: Tokyo Drift (2006)

The Fast and the Furious: Tokyo Drift – diesmal sind sowohl Vin Diesel als auch Paul Walker nicht dabei und die Reihe wird in Tokio fortgeführt.

Diesmal geht es ums Driften in Tokio und wir begleiten einen jungen Mann mit viel Testosteron dahin, der einfach ein Kleinkrimineller ist, dem man nicht begegnen möchte – kein Charisma, kein Charme, kein Können. Warum ich mit dem mitfiebern soll – keine Ahnung, hab ich auch nicht getan.

Wie dem auch sei, er kommt nach Tokio, dort in die Driftszene (Autos, Frauen, … wie gehabt). Er lernt das Driften, kommt in einen Komplott um seinen Freund, gewinnt das große Endrennen und dann ist der Film Schluss und ich hätte nicht gedacht, dass ein Film noch schlechter als der zweite Teil sein kann.

Problemlos machbar. Uncharismatische Schauspieler, keine Frauenrollen, manche gute Driftszenen aber meist ganz schlechte Driftszenen, kein Gespür für Inszenierung von Action – hier stimmt gar nichts.

Fazit: gar nicht erst erwägen – großer, großer Bogen.

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Kino Kritik

Kritik: 2 Fast 2 Furious (2003)

2 Fast 2 Furious – der zweite Teil der Reihe, bei der ich dachte, damit den Tiefpunkt und das Ende der Reihe gesehen zu haben.

Vin Diesel(!) wird aus dem Universum entfernt, den Film soll Paul Walker tragen mit einer Geschichte im Tuninguniversum, diesmal mit Eva Mendes als Partnerin (die ihn dann mit meilenweiter Ansage verrät) und dem restlichen Drumrum: Autos, Frauen, Ärsche, Titten.

Interessanteste Figur ist Suki, dargestellt von Devon Aoki, die zwar nicht schauspielern, aber wenigstens interessant gucken kann.

Es ist einfach ein unterirdisch schlechter Film, bei dem Geschichte, Schauspiel, Tricks, Stunts nicht stimmen und man froh ist, wenn alles vorbei ist. Ja, es ist eine berechtigte Frage, warum ich mir alle weiteren Teile angesehen habe – ich kann es auch nicht kohärent beantworten.

Damit ist auch schon alles gesagt.

Fazit: großen Bogen drum machen.

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Kino Kritik

Kritik: The Fast and the Furious (2001)

Wer hätte gedacht, dass mit dem guten aber nicht überragenden The Fast and the Furious eine riesige Filmreihe inclusive Spin-Offs ins Leben gerufen wird?

Dominic Turetto (Dom, Vin Diesel) ist Anführer einer Räuberbande, die mit Autos alles mögliche macht: stehlen, schmuggeln, illegale Autorennen. Sie sollen von Polizist Brian (Paul Walker) unterwandert und ausgehoben werden.

Der findet jedoch langfristig Gefallen an dem Leben, den Leuten, den Frauen und Dom. Er findet eine neue Familie (Familie, das ist hier das Motiv, das sich durch die Filme zieht und das ist wörtlich zu nehmen. Familie, Familie, Familie, immer und immer wieder), bei der er langfristig bleiben möchte.

Also lässt er Dom entkommen, nachdem im Film Überfälle durchgeführt werden, schiefgehen, illegale Autorennen gefahren werden und Frauenhintern und Frauenbrüste die Szene dominieren.

Ja, wir sind hier im tiefen Tal des Auto-Tunings, das noch männerdominiert ist. Michelle Rodriquez darf mal wieder die Machofrau übernehmen.

Der Film ist ordentlich inszeniert, die Rennen sind ordentlich, die Tricks sind ordentlich und alles geht schnell voran. Langeweile kommt nicht auf, die Geschichte ist unterkomplex, die Figuren sympathisch, alles mit der sehr groben Kelle.

Kein Meisterwerk der Filmgeschichte aber:

Fazit: ordentliche Autoaction mit wenig Niveau aber durchaus sympathisch.

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Computerspiele Kritik

Spielkritik: Shadow of the Tomb Raider (2018)

Shadow of the Tomb Raider, der zwölfte Teil der Reihe, der dritte des Reboots. Die Vorgänger, Tomb Raider und Rise of the Tomb Raider, hatten mit ja gut gefallen, mit der Kritik, dass das Raiden von Tombs etwas umfangreicher sein könnte, insbesondere im zweiten Teil war da schon eine deutliche Verbesserung zu spüren.

Im dritten Teil (und hoffentlich letzten, in dem wir die strunzlangweilige Originstory um die verlorene Familie und Laras Vaterkomplex durchspielen müssen), verursachen wir in der Anfangssequenz den Weltuntergang, den wir im Lauf des Spiels verhindern müssen. Aufhänger ist mayanische Mystik um die Stadt Paititi, wir lernen viel über den religiösen Hintergrund, während wir Trinity bekämpfen und den Weltuntergang abwenden wollen.

Das Spiel ist visuell und akustisch extrem beeindruckend. Was da aufgefahren wird, erstmals hab ich wirklich angehalten und die Welt angesehen. Gerade in hektischen Sequenzen geht unter, wie viele Details und wie viel Tiefe die Spielwelt hat. Das ist teilweise einfach wunderschön anzusehen.

Die Jaguare: wenn die angreifen, das grollt und brüllt und sieht sooo gut aus…

Überhaupt: die Töne. Es raschelt, grunzt, schreit, grummelt, zischt an allen Ecken und Enden, genau im Raum lokalisierbar – beeindruckend.

Sehr gut gelungen ist (wieder einmal) die Vertonung von Lara, hier gilt Camilla Luddington großer Dank, aber auch die Mimik und Laras Bewegungen sind sehr, sehr gut gelungen. Wenn sie mitten im Spiel mal kurz zur Kampfmaschine wird, dann sieht man das bereits am Gesichtsausdruck. Und weiß, da will man jetzt nicht der Gegner sein.

Auch der Humor zieht, wenn er denn mal eingesetzt wird. Leider viel zu wenig.

Gut gelungen ist auch, dass man sich grundlegende Waffen nicht erst spät im Spiel erspielen muss, man kann ziemlich gleich mit Pfeil und Bogen losziehen, das Maschinengewehr hab ich nur in unübersichtlichen Massenkämpfen eingesetzt, Pistole und Pumpgun sind für mich nicht nötig gewesen.

Die Geschichte ist in Ordnung, für mich hätte die ganzen Anspielungen auf ihre Eltern nicht sein müssen, aber sie nehmen genügend wenig Raum im Spiel ein.

Die Kontrolle über Lara ist noch mal besser geworden, lediglich bei Sprüngen und „direkt vor etwas stellen“ ist das manchmal ungenau. Außer in den Actionsequenzen, wenn die Kamera vom Spiel übernommen wird und damit die Steuerung anders ist als im Rest des Spiels. Da bin ich doch sehr häufig neben das Ziel gesprungen. Das ist sehr ärgerlich.

Apropos ärgerlich: hat sich irgendjemand tatsächlich ausgedehnte Unterwasserpassagen mit Luftmangel und nichtsterblichen Gegnern gewünscht? War das nicht schön, dass es das in den Vorgängerspielen nicht gab?

Und die elendiglichen Cut-Scenes. Es gibt sie noch und sie bringen nicht so viel, wie die Entwickler gerne hätten.

Und die Verlangsamung der Bewegung. Das bleibt mir bei 45 Stunden Spielzeit in Erinnerung, obwohl es wahrscheinlich nur 3 Minuten ausgemacht hat. Es ist soooooo nervig.

Die Übersichtskarte finde ich nicht mehr übersichtlich, da war die von Teil 1 am besten bisher.

Ach ja, das Raiden von Tombs ist etwas ausgebaut worden, aber nicht wirklich schwierig. Hier hätte durchaus mehr sein können, dafür muss ich nicht unbedingt als One-Woman-Desaster-Area Horden von Leuten umbringen.

Obwohl: die Szene in der Raffinerie – die ist schon sehr, sehr cool.

Und ein letzter Kritikpunkt: das ganze Aufleveln war im ersten Teil noch ok, im zweiten schon etwas kompliziert und ist in diesem Teil sowas von übertrieben. Mit verschiedenen Pfaden und Kosten und was weiß ich. Ich will mit Lara spielen und mir nicht Gedanken drüber machen, ob ich zwei oder drei Pfeile gleichzeitig abfeuern kann und welche Kräuter ich sammeln muss und, und, und…

Denn dazu bin ich sowieso nicht gekommen. War es im zweiten Teil noch einfach, sich an Leute anzuschleichen und sie ruhig zu ermorden, sind die hier sofort auf der Hut, da brauche ich dann die meisten Fähigkeiten nicht mehr. Dazu ist das Kaufen und Verkaufen ausgebaut worden – wem macht denn so etwas Spaß?

Dennoch: das Spiel ist toll. Ich fürchte zwar, dass in einem Nachfolger die Kritikpunkte noch mehr ausgearbeitet werden, weil Spieleredakteure und -rezensenten (ja, Männer) sowas mögen und keine Casual Gamer sind, aber ich werd es mir trotzdem holen.

Fazit: sehr, sehr gutes, wunderschönes Spiel mit kleinen Unannehmlichkeiten.

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Kino Kritik

Kritik: Star Wars: Episode IX – The Rise of Skywalker (2019)

The Rise of Skywalker – der Abschluss der dritten Trilogie und erst einmal der Saga um Luke Skywalker und seinen Papa.

Nachdem der achte Teil ein gemischtes Erlebnis war, war ich gespannt, wie Abrams die Reihe abschließt. Nicht vergessen darf man dabei die unterirdische Frauenfeindlichkeit und der überbordende Rassismus, der dem siebten und insbesondere dem achten Teil entgegengeworfen wurde. Das war Social Media vom Schlimmsten, ungebremst durch Youtube, Twitter, Facebook und Co.

Also war die Aufgabe von Abrams nicht nur, den Film zu drehen, sondern auch, die Schauspieler:innen zu schützen und dabei nicht vor der Masse einzuknicken. Dass ein Filmemacher bei einem Unterhaltungsfilm überhaupt an sowas denken muss.

Insofern war es z.B. schwer einzuschätzen, ob z.B. die Rolle von Kelly Marie Tran von vornherein so schwach angelegt war, nach ihrem Auftreten im achten Teil oder ob das ein Zugeständnis an die Idioten war.

Zum Film (Spoiler): der Anfangstext verrät uns, dass in der Zwischenzeit viel passiert ist und dann steigen wir in die Handlung ein: Kylo Ren findet den Imperator, der eine riesige Flotte aufgebaut hat, um die Welt zu vernichten. Rey trainiert fleißig Jedi und bricht ihre Ausbildung früher ab, um die Rebellion zu unterstützen. Sie wird von der dunklen Seite versucht, kann widerstehen, rettet Kylo Ren, der jetzt Ben heißt und dafür stirbt.

Im Endeffekt ist es „Return of the Jedi“ noch einmal mit anderen Figuren.

Aber das ist ok. Der Film bringt alles gut rüber, die Geschichte wird schnörkellos erzählt und endlich hat Daisy Ridley eine halbwegs adäquate Rolle und Zeit, uns diese nahezubringen. Das war im achten Teil ja schlimm.

Es ist auch hier nicht alles Gold, was glänzt, es gibt einige Dinge, die mehr oder weniger stören: die Auftritte von Luke, Leia, Han Solo – das muss alles nicht sein. Immer, wenn man nicht mehr weiß, wie man aus der Geschichte rauskommen soll, kommt ein Jedi ex Machina. Das ist nicht gut, denn innere Logik kann man bei dem Film u.a. dadurch vergessen. Und warum wird Lando Calrissian wiederbelebt? Das soll sicherlich Fanservice sein, raubt dem Film aber so viele Entwicklungsmöglichkeiten.

Dann die Rollen Poe und Finn. Die sind nur dazu da, zu nerven und Rey zu bevormunden. Warum genau musste Finn auch auf den Todesstern surfen? Um im Weg zu stehen? Rey ist im Film die Über-Jedi und wirklich gut, aber allein irgendwohin lassen – da sei sonstwas davor. Ist eine Frau, muss beschützt werden. Unironisch. Und was ist jetzt mit Rey und Finn? Ist deren abruptes „Beziehungsende“ ein Zugeständnis an irgendwelche Rassisten? Oder wussten die Drehbuchschreiber einfach nicht, was sie mit der Rolle anfangen sollten?

Warum muss C3PO dauernd erniedrigt werden? Das ist Lucas-Pippi-Kacka-Humor.

Und noch mal innere Logik: der gesamte Endkampf – da reicht es nicht, das Gehirn auszuschalten, da muss man gezielt nicht nachdenken.

Oder das mit dem Todesstern und dem Dolch.

Dennoch: der Film hat was. Es gibt viele gute Szenen, Poe und Zorii Bliss z.B. In kurzer Zeit erfährt man da so viel. Rey und Kylo Ren. Kylo Ren. Babu Frik.

Insgesamt ist der Film wirklich gut geworden, leider zieht sich durch alle drei Nachfolgefilme die Idee, dauernd die alten Star-Wars-Figuren auftreten zu lassen. Und das geht schief. Für den ersten Teil war das ok, die nachfolgenden Filme hätte einfach die Geschichte für sich selbst stellen sollen und ihre Figuren ausnutzen.

Schade drum, denn gerade über Rey könnten noch mehrere Filme gedreht werden. Wie sie beim Training wütend wird – das war besser und überzeugender als die ganze Theatralik um die Bösewerdung von Darth Vader. Abrams ist halt auch ein guter Regisseur.

Fazit: guter Abschluss, Wehmut darüber, was der Film hätte sein können.