Kritik: You Only Live Twice

You Only Live Twice (dt. James Bond 007 – Man lebt nur zweimal) ist der fünfte James-Bond-Film (Metakritik zur Bond-Reihe).

Es ist ein solider Beitrag zur Reihe mit einem Drehbuch von Roald Dahl – da hat er wohl nicht viel Material zum Arbeiten gehabt – und einem guten Titellied.

Raketen werden im Weltall gestohlen, die USA verdächtigen die Russen und vice versa, Großbritannien bietet sich an, das Rätsel zu lösen. Bond stirbt und ersteht wieder auf, hat seine drei Frauen im Film und reist diesmal nach Japan.

Bösewicht ist Blofeld und auch im Deutschen heißt Spectre jetzt Spectre.

Wie gesagt, es ist ein solider Bond, Japan ist exotisch genug dargestellt, die Rolle der Frauen wird als untergeordnet thematisiert, die Geschichte ist konfus aber ok und die Weltraumszenen sind heute nicht mehr toll, als Kind fand ich sie beeindruckend.

Am Ende gibt es eine große Abschlussschlacht im Krater, die unlogisch aber gut anzusehen ist.

Es wird vieles verwurstet, japanische Kultur zum Beispiel. Erstmals wird auf Humor bei Q gesetzt, was nicht wirklich gelungen ist. Karin Dor spielt mit und hat die unlogischste Rolle im Film ergattert – sie soll Bond töten, erliegt ihm dann, wiell ihn trotzdem töten und ist dann tot.

In Erinnerung bleiben Tiger Tanaka sowie Donald Pleasence als Blofeld, Little Nellie, Tod durch Gift-in-Mund-tröpfeln, der Krater und die Grundidee, Raketen im Weltraum zu stehlen.

Der erste Film, bei dem Connery davon redete, nie wieder Bond zu spielen (er hat sich dann durch Geld für diesen Film und noch 2x überreden lassen).

Fazit: solider Bond.

Kritik: Thunderball

Thunderball (dt. James Bond 007 – Goldfinger) ist der vierte James-Bond-Film (Metakritik zur Bond-Reihe).

Puh, der Film ist die erste Graupe der Serie. Er fängt schon in der Eingangssequenz im französischen Schloss recht mau an, dann gibt es aber den Raketenrucksack und gute Szenen im Sanatorium.

Dabei ist die Geschichte um den ausgetauschten Piloten und den Diebstahl der Atomraketen durchaus interessant und einfallsreich. Aber das ist es dann auch schon. Irgendwie ist der Film sehr lustlos. Die Actionszenen sind furchtbar, insbesondere die Flugszenen und die Unterwasserszenen sind zusätzlich verwirrend und viel zu lang. Viel zu lang. Viel. Zu. Lang.

Außerdem ist die Motivation der einzelnen Figuren unklar bis maximal verwirrend. Die Gadgets sind mau.

Das Titellied ist brillant und der Film hat tatsächlich einen Oscar für die Spezialeffekte gewonnen – was ich mir nicht wirklich erklären kann, wahrscheinlich für den Raketenrucksack, das Auto und die Unterwassergefährte, also die praktischen Effekte, die Flugszenen können es nicht gewesen sein.

Spectre steht wieder hinter den Bösen, im Deutschen mal wieder „Phantom“.

Es gibt eine Neuauflage des Films mit Sean Connery – Sag niemals Nie, den ich nicht im Rahmen der Reihe besprechen werde, weil er strenggenommen nicht zum Kanon gehört, sondern durch Rechtsstreitigkeiten ins Leben gerufen wurde. Spoiler: der war auch nicht gut.

Dafür ist der Film lange Zeit der erfolgreichste Film der Bondserie gewesen, und auch lange der erfolgreichste Film ever.

Fazit: kein guter Film, laaaangweilig.

Kritik: Goldfinger

Goldfinger (dt. James Bond 007 – Goldfinger) ist der dritte James-Bond-Film (Metakritik zur Bond-Reihe).

Goldfinger ist der Bond.

Es ist wie mit Careless Whisper von George Michael – schon sehr früh ist der Höhepunkt erreicht, besser wird es nicht mehr. Man kann versuchen, heranzukommen, aber man wird Goldfinger nie erreichen. Dass die nachfolgenden Filme teilweise solche Graupen werden, wäre allerdings auch nicht nötig gewesen.

Bei Goldfinger stimmt alles. Allen voran Gerd Fröbe als Auric Goldfinger(!). Ein exzellenter Schauspieler, dem man abnimmt, dass er blitzschnell von gut gelaunt auf bösartig umschalten kann. Und der keine Skrupel hat. Und nicht zu Spectre gehört.

Unterstützt von Oddjob mit dem tödlichen Hut. Dessen Finalkampf beeindruckend ist.

Die geniale Namensgebung aller Figuren.

Und der Schweizer(?) Oma mit dem Maschinengewehr.

Lateinamerika, Miami, Schweiz, Fort Knox.

Jill Masterson, die Bond verfällt und dafür mit Gold überzogen sterben muss, Tilly Masterson, die Bond nicht verfällt und dafür von Oddjob mit seinem Hut getötet wird. Pussy Galore, die Bond verfällt und erstaunlicherweise überlebt.

Der Aston Martin DB 5 mit seinem Aussehen, dem kugelsicheren Schott, Drehkennzeichen, Schleudersitz, die Reifenzerstörer, …

„Laser“, auch wenn sie nicht an Delphinen befestigt sind.

Das Titellied.

Der Plan. Goldschmuggel mit Autoteilen, radioaktive Verseuchung von Fort Knox, um den Goldpreis in die Höhe zu treiben, dafür die Tötung aller Soldaten mit Giftgas aus Flugzeugen – darauf muss man erst einmal kommen.

Apropos: ich kenne sehr, sehr wenige Filme, die solche eine abstruse Geschichte erzählen, die vorn und hinten nicht nur unglaubwürdig ist, sondern auch nicht funktioniert. Die innerhalb des Films offensichtliche Fehler anhäufen, die kaum zu übersehen sind, allen voran die Auto-Verfolgung in der Schweiz, bei der nichts zusammenpasst. Oder die ohnmächtig werdenden Soldaten. Oder die Behauptung, dass man stirbt, wenn man von Gold überzogen wird. Filme, die als Auflösung bieten, dass einmal Sex mit Bond so beglückend für eine Frau ist, dass sie allen beruflichen Stolz und Ehrgeiz aufgibt und alles über Bord wirft, worauf sie sich jahrelang vorbereitet hat.

Wie gesagt: ich kenne wenige Filme, die das durchziehen und funktionieren. Genau das tut Goldfinger: trotz der ganz offensichtlichen Schwächen ist es ein genialer Film.

Erwarten Sie, dass ich rede?
Nein, Mr. Bond – ich erwarte, dass Sie sterben!

Fazit: bester Bond. Wahrer Bond. Essenz der Bondfilme. Bond der Bonds.

Kritik: From Russia with Love

From Russia with Love (dt. James Bond 007 – Liebesgrüße aus Moskau) ist der zweite James-Bond-Film (Metakritik zur Bond-Reihe).

Er greift die Stärken des ersten Films auf und erweitert den Bond-Kosmos um bessere Bösewichter, ein Titellied und die ersten richtigen Gadgets – der Agentenkoffer oder die Schuhe von Lotte Lenya.

Die Geschichte ist herrlich überkomplex mit dem Plan von Spectre (hier im Deutschen „Phantom“), sich für den Tod von Dr. No mit Hilfe einer russischen Agentin und einer Dechiffriermaschine zu rächen. Die Masterminds dahinter sind Blofeld als Kopf von Spectre (Nr. 1), Nr. 3 Rosa Klebb (Lotte Lenya) und Nr. 5, der tschechische Großmeister Kronsteen. Grandios. Insbesondere Lotte Lenya hat nur wenige Szenen, diese aber so überzeugend, dass sie länger in Erinnerung bleiben als die Bösewichter der meisten anderen Bondfilme.

Gegner ist zwar Spectre, aber indirekt Russland und der Ostblock – gute Idee.

Weltflair wird hier diesmal in Istanbul und Belgrad hergestellt. Dazu ein „Zigeunerlager“, in dem Frauen um einen Mann kämofen und sich dann Bond anbieten müssen – fragt nicht, das ist schlimm anzusehen. Hier werden männliche Machtfantasien noch direkt bedient.

Es gibt mehrere Showdowns, Verfolgungen im Orient-Express, per Hubschrauber oder im Boot – das passt alles nicht zusammen, macht aber unglaublich viel Spaß.

Der Film ist gradlinig erzählt, ohne große Schnörkel, dafür mit guten bis sehr guten schauspielerischen Leistungen. Übrigens wurden in den ersten Filmen fast alle Bond-girls nachträglich synchronisiert.

Fazit: einer der besten Bonds.

Kritik: Dr. No

Dr. No (dt. James Bond – 007 jagt Dr. No) ist der erste James-Bond-Film (Metakritik zur Bond-Reihe).

Wir erleben Sean Connery als Bond, der zunächst den Tod eines anderen Agenten auf Jamaika untersuchen soll und dabei eine große Verschwörung rund um den titelgebenden Dr. No aufdeckt, der auf einer redioaktiven Insel mit feuerspuckendem Vulkan lebt.

Bond nimmt den Auftrag an, weil es sein Beruf ist und erledigt den Auftrag professionell, unemotional. Warum ich das so betone – weil es gut ist.

Dieser Film ist quasi die Essenz eines Bondfilms: Connery, böser Bösewicht, exotische Gegend und dazu drei Frauen, die mehr oder weniger freudig mit ihm Sex haben müssen. Es fehlen nur noch Details: Titellied, Gadgets, Auto.

M, Q (die Figur, noch ein anderer Schauspieler), Moneypenny und Felix Leiter werden eingeführt.

Dr. No, die Verkörperung eines Bond-Bösewichts: gebildet, reserviert, besitzt in aller Abgeschiedenheit eine Bösewicht-Festung auf einer radioaktiven Insel (Crab Key) mit Meeresblick und einem Labor mit Nuklearreaktor, in dem man Bond schön umbringen kann, der das natürlich dreht und Dr. No umbringt.

Ein Plan, Raketen mit Hilfe der Energie aus dem Kernreaktor umzuleiten!

Und das alles im Namen der Geheimorganisation Spectre (einmal erklärt: „SPecial Executive for Counter-intelligence, Terrorism, Revenge, and Extortion“, in diesem Film auf Deutsch GOFTER „GeheimOrganisation Für Terrorismus, Erpressung und Rache“), die uns noch einige Filme lang verfolgt, bis sie endlich aufgegeben wird, im Deutschen mit verschiedenen Namen belegt.

Der abergläubische, dumme Einheimische, der sich vor Drachen fürchtet aber das Herz am rechten Fleck hat.

Verschiedene, komplizierte Versuche, Bond umzubringen. Die Tarantel oder die Zwischenfrau.

Ja, die Zwischenfrau, die mit Bond Sex haben darf aber daraufhin obsolet wird und sterben muss. Im Allgemeinen: an Frauen, die mit Bond während des Films Sex hatten, sollte man nicht sein Herz hängen.

Und Ursula Andress, die im Bikini aus dem Wasser steigt, was zu einer der ikonischsten Szenen der Bondgeschichte zählt, in der Reihe selbst referenziert durch Halle Berry und Daniel Craig und in zahlreichen anderen Filmen verwurstet. Die nicht sehr schlau ist, aber das reicht für Bond völlig aus, um am Ende die Rettung fahren zu lassen, und sich erst mal der Frau hinzugeben.

Es gibt noch kein Titellied, das sollte erst mit dem zweiten Teil etabliert werden.

Der Film ist solide erzählt, hat seine Stärken und Schwächen, für den Beginn einer Filmreihe aber ein starker Beitrag.

Fazit: guter Bond.

Metakritik: James Bond

Bevor die Kritiken aller Bondfilme folgen, erst allgemeine Vorbemerkungen, um mich nicht zu oft bei den einzelnen Filmen zu wiederholen.

Wer ist der einzige wahre Bond?

Sean Connery

Ich vermute, das hängt davon ab, mit welchem Bond man sozialisiert wurde. Wer zuerst Roger Moore gesehen hat, für den wird es Roger Moore sein, gleiches mit Dalton, Brosnan oder Craig. Wer George Lazenby für den wahren Bond hält, hat keinen Geschmack und keine Ahnung und sollte bei Wasser und Brot die Fast-and-Furious-Reihe bis an sein Lebensende anschauen müssen.

Ein Bond

Nachdem das geklärt ist: was macht einen Bond aus? Weltgewandtheit, Härte, Pflichtbewusstsein und eine gewisse Eleganz. Dazu ein guter Bösewicht mit einem weltumspannenden, extrem komplizierten Plan, Bond girls und aussichtslose Situationen aus denen Bond gerade so entkommen kann. Jetzt noch Bauten, Autos, Gadgets, unrealistische Actionsszenen, Oneliner und ein gesunder britischer Humor. Nicht zu vergessen: Vorspann mit Bondmusik, Titellied und Pistolenlaufsequenz.

Weltgewandtheit: Bond kennt sich in der Welt aus, besucht exotische Gegenden ohne dort fremd zu sein. Insbesondere in meiner Kindheit waren Bondfilme das Fenster zur großen, weiten Welt. Bond kennt sich mit Diamanten aus, mit Getränken, weltübergreifenden Unternehmungen – you name it. Dazu gehört allerdings auch ein sehr westlicher Blick auf die restliche Welt, der sich sehr oft in unverhohlenem Rassismus äußert. Nicht nur bei Connery, insbesondere bei den „lustigen“ Moore-Filmen ist das oft über das erträgliche Maß hinaus vorhanden.

Härte: Bond hat Handkantenschläge, prügelt sich, trinkt und bleibt Herr der Lage. Das führt dazu, dass Probleme eher handgreiflich gelöst werden, je nach Bond mehr oder weniger realistisch. OK, „realistisch“.

Pflichtbewusstsein: Bond ist ein britischer Agent mit absoluter Loyalität zu Großbritannien und seinem Beruf. Er darf dort alles machen, was er will: Frauen verführen, trinken, prügeln, Leute umbringen. Er hat seinen Traumjob gefunden. Dazu gehört aber auch, dass er nicht wegen einer Frau oder RÜckenproblemen oder Gewissen oder was weiß ich seinen Beruf in Frage stellt – ich schaue auf Euch, Lazenby oder Craig.

Eleganz: wie gesagt, Bond kann sich auf jedem Parkett bewegen: auch in Casinos. Ein Smoking steht ihm und er kann ihn tragen. Dabei darf durchscheinen, dass er auch härter kann. Anders gesagt: Connery hat diese Mischung, Craig fehlt sie zum großen Teil. Brosnan hat sie auch, aber dessen Filme sind so abgrundtief schlecht…

Bösewicht: ja, daran hängt viel. Die meisten Bösen sind auch durchaus gut getroffen, mit etwas Irritation nach dem Ende des kalten Kriegs. Zum Glück wurde Spectre als allmächtige Organisation recht schnell begraben, aber wenn einem nichts mehr einfällt… Wichtig auch: solange der Eiserne Vorhang vorhanden war, wurde er auch genutzt. Und Russen und Ostdeutsche sind einfach die besten Gegner.

Komplizierte Pläne: Over-the-Top ist am besten. Plausibilität ist nicht so wichtig, wie einfache Grundidee und komplizierte Ausführung. Aber lasst mich den Plan wenigstens verstehen. Und die Idee sollte nicht nur blöd sein.

Bond girls: ja, die gehören dazu. Wie leider auch Sexismus. Warum Connery die Frauen hauen musste und warum sie ihn trotzdem unglaublich liebten – wer weiß. Man kann Frauen auch mit Bond Sex haben lassen, ohne dass das creepy oder herabwürdigend ist, siehe Brosnan oder Craig in manchen Filmen. Dennoch sollte nicht verschwiegen werden, dass Bondgirl oft nur „Sexpuppe mit Dekowert“ bedeutet und dass das einer der größten Kritikpunkte an der Reihe ist. Ja, ich weiß, damals waren andere Zeiten aber die Zeiten waren damals halt auch schon Scheiße. Siehe Rassismus.

Muss man sich jetzt entschuldigen, wenn man trotzdem Bond-Filme mag?

Meiner Meinung nach nicht, man sollte aber auch nicht versuchen, miese Behandlung von Frauen oder Rassismus mit Traditionen zu entschuldigen, sondern diese anerkennen und bei Bedarf auch einsehen, dass sie auch damals schon falsch waren.

Aussichtslose Situationen: die dürfen nicht nur aussichtslos sein, sondern der Bösewicht muss Bond dann auch alleine lassen, damit er sich befreien kann. Sehr wichtig.

Bauten: legendär. Ein Bösewicht hat auch einen exzentrischen Lebensstil, wozu sollte er sonst Bösewicht sein? Und einen Hai. Oder Piranhas mit einem Ins-Piranha-Becken-Absenkmechanismus. Das muss alles futuristisch aussehen, wie man sich gerade die Zukunft vorstellt.

Autos: legendär. Aston Martin. Der aus Goldfinger.

Gadgets: legendär, leider zu Tode ironisiert und veralbert durch Moore und Brosnan, jetzt eigentlich nicht mehr nötig. Schade.

Unrealistische Actionsszenen: Ja, das ist ein zweischneidiges Schwert. Zum einen will ich, dass Bond allem entkommen kann, was auf ihn geworfen wird. Da bin ich bereit, über vieles hinwegzusehen. Aber wenn es zu viel wird, leidet der ganze Film darunter. Insbesondere, wenn Maschinengewehrsalven entweder nicht treffen oder durch einen gehobenen Arm umgelenkt werden können, aber jeder Pistolenschuss tödlich ist, geht mir das auf den Sack. Dazu blitzende Einschüsse: bis zu den 80ern ok, danach sollte das nicht mehr vorkommen. Alles eine Frage der Zeit und des Augenmaßes.

Oneliner: ja, auch die sind wichtig. Bei den guten Bonds gut, sarkastisch und humorvoll. Bei den schlechten: schlecht. Siehe Humor.

Britischer Humor: ist trocken und schwarz. Nicht Roger Moore. Nicht der blöde texanische Sheriff. Nicht Brosnans Fahrt durch Moskau. Aaaargh.

Vorspann: nackte Frauen lassen Dinge rumfliegen und fliegen selbst rum. In unterschiedlichen Ausführungen. Fand ich als Kind beeindruckend, jetzt nervig. Gut, dass es da ein Update in neuerer Zeit gab, aber unsägliche Vorspänne – das Element hat sich am längsten gehalten.

Bond-Theme: legendär. Gut. Unerreicht (außer durch Pink-Panther- und Peter-Gunn-Theme).

Titellied: legendär. Mit sehr schwachen Beiträgen in neuerer Zeit.

Pistolenlaufsequenz: legendär.

Der Name

Bond, James Bond. Ein Geheimagent(!), der seinen Namen jeder und jedem verrät, der nicht bei drei auf dem Baum ist. Der so geheim ist, dass jeder Gegner ihn mit „Ah, James Bond, Geheimdienst Ihrer Majestät, Ihr Ruf eilt ihnen voraus“ begrüßt.

Der Name, der vom Ornithologen James Bond genommen wurde, dessen Werke Ian Fleming als begeisterter Vogelbeobachter kannte.

Einfluss

Legendär. Der Einfluss der Bondfilme ist kaum hoch genug einzuschätzen. Nahezu jede kann die oben angesprochenen Punkte ansehen und hat mindestens 4-5 Assoziationen. Wahrscheinlich summt man das Bond-Theme oder ein Bondlied seiner Wahl. Im Zweifelsfall Goldfinger oder Skyfall.

Heerscharen von Filmen haben sich aufgemacht, Bond nachzueifern. Meist umsonst. Aber die Bondformel hat auch die Entwicklung der Filme stark eingeschränkt, da auf fi,mische oder gesellschaftliche Entwicklungen kaum reagiert wurde. Frauen sind halt nicht nur Bimbos. Und man muss Frauen nicht hauen. Schwarze Menschen sind Menschen. Und Humor sollte lustig sein, nicht albern.

Das führte oft dazu, dass die Speerspitze des Agenten- und Actionfilms oft genug von anderen Filmen überholt und abgehängt wurde, so z.B. von den Bourne-Filmen.

Diese Entwicklungen werden leider nur sehr zögerlich umgesetzt, gerade an Spectre und dem derzeitigen Bond zu sehen (den ich noch nicht gesehen habe). Unabhängig von deren Qualität, Craig sollte keinen Bond mehr machen, hier ist eine Veränderung angesagt: Idris Elba oder eine Bond. Zeit wird es, aber da sind sehr, sehr rückschrittliche Menschen am Werk. So sehr, dass es Daniel Craig – dem hoch anzurechnen ist, dass er ein sehr normaler Mensch mit normalen Wertvorstellungen ist – schon länger reicht, Bond zu spielen.

Natürlich gibt es auch Parodien, gab es schon von den Büchern, hier wäre ein gutes Beispiel OSS 117. Der übrigens die Essenz eines Bondfilms sehr gut einfängt (die Bücher hab ich nicht gelesen). Apropos:

Bücher

Bond wurde von Ian Fleming als Buchfigur erfunden. Die Bücher habe ich gelesen und sie sind nicht besonders gut. Eher schlecht erzählter Schund, da sieht man, dass eine Verfilmung mehr aus einem Stoff herausholen kann, wenn man es kann.

Andererseits, wenn man ehrlich ist – die Filme sind storytechnisch auch eher Schund.

Fazit

Soviel der Vorrede, es gibt noch viel mehr zu erzählen und zu theoretisieren, das muss dann in den Einzelrezensionen erfolgen…

Kritik: Les rivières pourpres 2 – Les anges de l’apocalypse

Les rivières pourpres 2 – Les anges de l’apocalypse (dt. Die purpurnen Flüsse 2 – Die Engel der Apokalypse) ist die lose Fortsetzung von Les rivières pourpres.

Jean Reno spielt wieder mit, Vincent Cassel hatte besseres zu tun, so wie Regisseur Mathieu Kassovitz.

Fragt nicht nach der Geschichte, irgendwas mit Aposteln, Nazis und Jesus, der im Krankenhaus ist. Obernazi ist Christopher Lee mit interessantem Deutsch und grandiosem Overacting und mehr weiß ich auch nicht mehr, außer, dass der Film fassungslos macht ob seiner Dreistigkeit, eine komplett bescheuerte Geschichte recht gut zu erzählen. Wir kamen mit einem Lächeln aus dem Film, weil wir gut unterhalten wurden und darüber und den Rest des Films sehr ungläubig waren. Reicht aber, den einmal gesehen zu haben.

Wo ist Jesus?
Jesus ist im Krankenhaus!

Fazit: wirre Fortsetzung eines guten Films, kurz vor Trash.

Kritik: Les rivières pourpres

Les rivières pourpres (dt. Die purpurnen Flüsse) ist, man muss es so sagen, eine Räuberpistole um die Ermittler Jean Reno und Vincent Cassel, die einen Mord in einer, wie sich herausstellt, Nazi-Übermenschen-Universität in den Bergen aufklären müssen.

Dabei ist „Räuberpistole“ nicht despektierlich gemeint, sondern anerkennend über die Wendungen, die die Geschichte schlägt, die unverhohlenen Plotlöcher und die unglaubliche Auflösung. Die Geschichte basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jean-Christophe Grangé, der die Geschichte etwas ausführlicher und schlüssiger erzählt. Die wichtigsten Punkte wurden aber übernommen und von Regisseur Mathieu Kassovitz genial umgesetzt. Was hier an optischen und inszenatorischen Ideen umgesetzt wird, reicht sonst für drei bis vier andere Filme.

In Erinnerung geblieben ist mir z.B. die Eröffnungssequenz mit dem Kameraschwenk über die Leiche oder der Kampf von Vincent Cassel gegen die Nazis. Und natürlich die Ausstattung, Bauten und Räume.

Es gibt einen eher mäßigen Nachfolger und eine mir unbekannte Fernsehserie.

Fazit: sehr guter Film aus dem guten französischen Action-/Krimikino.

Kritik: Traffic

Traffic erzählt drei Geschichten des Kampfes gegen den Drogenkrieg, dessen Auswirkungen und dessen Aussichtslosigkeit, solange man nur die Auswirkungen, nicht die Ursachen bekämpft.

Alle drei Geschichten sind auf ihre Weise roh und brutal, mir ist vor allem die Handlung im Michael Douglas als Richter und neuer DEA-Chef in Erinnerung geblieben. Hier insbesondere seine Frage, ob jemand eine Idee habe, was man im Drogenkampf anders machen könnte, die mit Schweigen beantwortet wird. Und sein aussichtsloser Kampf um seine abhängige Tochter. Hier werden schwere Geschütze und hohe Aussichtslosigkeit aufgefahren.

Auch die anderen Geschichten um (Neu-)Drogenbaronin Catherine Zeta-Jones und General Salazar sind beeindruckend.

Der Film ist sehr gut gedreht, schauspielerisch gibt es nichts zu bemängeln, es stimmt alles.

Trotzdem habe ich den Film nur einmal gesehen und werde ihn auch nicht wieder ansehen: er ging mir nah. Die Aussichtslosigkeit, Brutalität und das Unvermögen, Ursachen zu bekämpfen schildern auch den heutigen Kampf gegen Drogen sehr gut wieder. Das ist sehr, sehr unangenehm anzusehen.

Fazit: sehr guter Film über den Kampf gegen Drogenkriminalität – ernst, nüchtern, brutal.

Kritik: Miss Congeniality

Miss Congeniality (dt. Miss Undercover) ist Film so aus der Mitte der Karriere von Sandra Bullock, ein netter, freundlicher Wohlfühlfilm mit vielen Stars, die mit Freude an Albernheiten und harmlosen Gags spielen.

Das macht den Film zu einem Film, den man gerne immer wieder sieht: man kommt schnell rein, alles ist herzlich, es gibt viele kleine Happy-Ends und eh wir uns versehen sind die Bösen gefasst, die Guten sind gut und (Wermutstropfen) Sandra Bullock ist fraulich genug, um Frau zu sein.

Zugegeben, die Geschichte ist eine Standard-Fish-out-of-Water-Angelegenheit, aber gut erzählt: Sandra Bullock ist eine toughe FBI-Agentin, die einen Schönheitswettbewerb unterwandern muss, um die Bösen zu fangen. Natürlich kann sie anfangs nicht laufen, ist tolpatschig aber Herz am rechten Fleck, yada, yada, yada, hab ich oben schon erzählt.

Wie gesagt, der Film macht Spaß, ist nett und gut gealtert, ein Film, den man gern alle paar Jahre mal wieder sieht.

Fazit: Wohlfühlkomödie für einen netten Abend.