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Kino Kritik

Kritik: Boogie Nights (1997)

Boogie Nights – der Film über den Aufstieg und Fall des Pornostars John Holmes (im Film „Dirk Diggler“, gespielt von Mark Wahlberg), Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre.

Eine Parabel auf Hollywood, das Pornogeschäft und die ausklingenden 70er, gespickt mit herausragenden Darstellungen, den Flair der Zeit zielsicher einfangend, pointiert gezeichnet, punktgenau gefilmt. Regie Paul Thomas Anderson, zahllose Auszeichnungen und Nominierungen.

Ich hab festgestellt: das alles interessiert mich offensichtlich überhaupt nicht. Was für ein öder, langweiliger, uninteressanter Film.

Das muss dieses anspruchsvolle Autorenkino sein.

Nee, da habe ich sehnsüchtig auf das Ende (oder eine halbwegs interessante Handlung) gewartet und der Film geht zweieinhalb Stunden. Zwei und eine halbe Stunde! Argh.

Unsere Hauptheld:innen sind allesamt keine Leuchten und es ist alles einfach nur anstrengend. Ich wiederhole mich: Argh.

Fazit: nicht meins.

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Kritik: Bitch Slap (2009)

Guilty Pleasure – ich hab noch keine gute Übersetzung gefunden: „Heimliches Vergnügen“ trifft es nicht, „Schuldiges Vergnügen“ auch nicht.

Ein Film, den man sieht, obwohl man weiß, dass es kein guter Film ist, dass er sexistisch ist (obwohl die Männer durchweg schlecht wegkommen), dass er nur die niederen Instinkte anspricht.

So ein Film ist Bitch Slap.

Drei Frauen kommen in die Wüste, um einen Schatz zu suchen und dem gefährlichsten Killer der Welt zu entkommen. Dort treffen sie auf verschiedene Widersacher, die ganze Geschichte wird in Rückblenden erzählt und überleben tun den Spaß nur wenige.

Wichtigstes Merkmal der Frauen sind dicke Brüste, enge Klamotten und davon sehr wenig. Dafür viel Blut, Wasser, inklusive Wasserschlacht in der Wüste. Viel Gekloppe, dicke Wummen, Schwerter, Pistolen und durchweg eklige Männer.

Damit ist der Film auch eigentlich vollständig beschrieben, die Geschichte ist abgedreht, angenehm überzeichnet (ok, für mich), die Charaktere bekommen sogar Hintergrundgeschichten, er ist blutig, schnell und hart. Nicht gut, aber gut genug dafür, was er sein will.

Der Film war ein Riesenflop.

Aber was solls, es gibt so diese Filme…

Fazit: kein guter Film aber dennoch ein guter.

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Kritik: Children of Men (2006)

Children of Men – so ein Film, der extrem gute Kritiken bekommen hat, ewig vorgenommen, den zu sehen, im Kino hat es nicht geklappt und jetzt ist es auch schon 14 Jahre später.

Auf die Gefahr hin, dass ich mich in meiner Wortwahl wiederhole und jetzt jeden Film mit demselben Wort gut finde:

Wow!

Ich hätte nicht erwartet, so ein Brett geliefert zu bekommen. Was Alfonso Cuarón da hinzaubert – einfach nur beeindruckend.

Zunächst mal die Atmosphäre: eine dreckige, „faschistische“ Zukunft, in der Flüchtlinge unter widrigsten Bedingungen von der Grenze ferngehalten werden. Dann die Drehweise mit extrem langen Kamerafahrten, die den Figuren über lange Strecken folgen – das ist einfach extrem gut gedreht. Und dann die Idee, wichtige Teile der Handlung in den Hintergrund zu verlagern: die unmenschliche Behandlung der Flüchtlinge, den Krieg mit seinen Schrecken, Tot, Gewalt, Elend. Das ist einfach extrem gut und zieht einen stark in den Film hinein.

Aus irgendeinem Grund sind alle Menschen unfruchtbar geworden und das seit 18 Jahren. Theo (Clive Owen) bekommt die Gelegenheit, die erste schwangere Frau (Clare-Hope Ashitey) seit dieser Zeit vor allen möglichen Leuten, mit meist bösen Absichten, zu retten. Diese gehen über Leichen und es ist bis zum Ende unklar, wer das Ganze überleben wird. Die Hoffnung ist eine mystische Gruppe namens „Human Project“, von der niemand weiß, ob sie wirklich existieren und falls ja, ob sie „die Guten“ sind.

Der Film besticht durch die Drehweise. Dazu Clive Owen als Held, aber nicht Superheld, mit dem wir die ganze Reise durchleben und mit dem wir mitfiebern, ob und wie man aus der Situation entkommen kann. Der Rest des Casts ist ebenfalls exzellent: Michael Caine, Julianne Moore, Chiwetel Ejifor wären da zu nennen.

Der ganze Film kann auch als extreme (und brutale) Verfilmung der Weihnachtsgeschichte gelesen werden, mit dem Baby als Erlöser, dessen Vater nicht genannt wird und Clive Owen als Josef. Das wird in der vorletzten Sequenz sehr deutlich inszeniert, bis hin zu den Sachen, die die drei tragen.

Einziger (sehr kleiner) Kritikpunkt: in der ersten Hälfte des Films ist die Musik etwas zu aufdringlich und zu sehr um Emotionen bemüht, die von den Schauspieler:innen problemlos auch so transportiert werden.

Der Film ist ein ganz klarer Sehbefehl, so soll ein Film aussehen, ebenfalls auf die Liste der besten Actionfilme, im Gegensatz zu vielen dort auch mit einer klaren politischen Aussage.

Heutzutage ist der Film übrigens deutlich weniger eine Dystopie als 2006 mit den Flüchtlingslagern an den europäischen Grenzen oder in den USA. Insbesondere vor dem Hintergrund der dort stattfindenden, ungeahndeten Folter und Gewalt.

Fazit: auf jeden Fall ansehen, allerdings brutal in Bildern und Aussage.

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Kritik: Parasite (2019)

Parasite – ja, war bei den Oscars, hat tolle Bewertungen bekommen, aber: ein koreanischer Film, bei dem eine Famile langsam in das Haus einer anderen Familie einzieht wie der titelgebende Parasit (auch im Original: Gisaengchung) – das hört sich wie ein Film an, zu dem man in richtiger Stimmung sein muss, eher so eine Art anstrengendes Psychodrama.

Daher haben wir den Film erst jetzt nachgeholt – und er war anders als erwartet. Zum einen erzählt er eine abgefahrene, extrem unglaubwürdige Geschichte (Farce?) mit einer Selbstverständlichkeit, die bewundernswert und sehr interessant ist.

Zum anderen ist die Familie nach einer Dreiviertelstunde im Haus eingezogen – also bleiben noch anderthalb Stunden übrig – was sollte da noch kommen?

So einiges. Bong Joon Ho hat einige unglaublich gute Ideen in petto, die dem Film mehrfach einfach so andere Wendungen geben, das alles ist spannend, gut und, wenn nötig, auch sehr hart erzählt. Oft kann man gar nicht glauben, was man da sieht – beginnt schon beim Zeitlupen-Pinkler-mit-Wasser-überschütten.

Mehr wird von der Geschichte nicht verraten, denn sie ist wirklich gut, überraschend und unratbar. Wann hat man das schon mal.

Im Endeffekt ist die Geschichte, obwohl wie ein Märchen erzählt, sehr hart, manchmal brutal, und immer interessant und spannend.

Fazit: sehr, sehr guter Film, der seinen Hype rechtfertigt.

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Kritik: Serenity (2005)

Auf einer Games Convention (2004?) war eine Schlange an einer Vorführung von Serenity, einem Film nach einer Serie von Joss Whedon mit Nathan Fillion, das alles sagte mir gar nix, aber wenn man schon mal auf der Games Convention irgendwo reinkommt, nimmt man das auch mit.

Gezeigt wurde die Kampfszene von River (Summer Glau) in der Bar und die war wirklich gut, klar, dass ich mir den Film dazu ansehen würde.

Gesagt, getan, ohne Vorwissen um Firefly hab ich mir den Film angesehen und: ok, ich konnte der Handlung folgen (so komplex ist die auch nicht), was das aber genau bedeutet, wer die Figuren sind etc., das wurde nur angedeutet und so sah ich einen sehr guten Science-Fiction-Film mit interessanten Charakteren.

Im Endeffekt versucht der Film, das Geheimnis um River aufzuklären, dabei fliegen wir mit der Serenity auf Miranda, wo die Bevölkerung aufgrund einer experimentellen Droge gestorben ist, was vertuscht werden soll. Hin und zurück müssen Reaver bekämpft werden, was nicht alle überleben.

Nathan Fillion ist die ganze Zeit unser charismatischer Buddy.

Wie gesagt, der Film ist gut, die Geschichte ist etwas dünn, aber wohl der einzige Weg für Whedon, seine Geschichte von Firefly abzuschließen, man merkt deutlich, dass da ein riesiges Universum an Ideen in einen Film gepresst wurde.

Wenn man die Serie dazu gesehen hat (bevorzugt vorher) bekommt die Geschichte zusätzliche Tiefe und man hängt deutlich mehr an den Charakteren.

So kann ich den Film als Solofilm empfehlen oder bevorzugt in Kombination mit der Serie.

Fazit: sehr guter Film, leider nicht so brilliant wie die Serie.

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Kritik: Spider-Man 3 (2007)

Spider-Man 3 – was für eine Scheiße.

Offensichtlich ist Spider-Man jegliche Freude untersagt, der Sandman ist die Verkörperung von Langeweile und Venom ist so richtig doof. Mary Jane ist nur da.

Spider-Man 3 ist so schlecht, dass ich lange überlegte, ob ich mir Ash vs. Evil ansehen sollte aus Angst, dass Raimi sein Mojo verloren hat (hat er nicht).

Nein, dieser Film ist extrem langweilig, überhaupt nicht spannend und ich hab allen Charakteren durch die Bank weg den Tod gewünscht, nur damit der Film endet. Und er geht 2:20 Stunden!

Argh. Selten so enttäuscht aus dem Kino gegangen.

Fazit: laaaaaaaaaaaangweilig.

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Kritik: Spider-Man 2 (2004)

Spider-Man 2 – der Nachfolger des ordentlichen, wenngleich etwas zähen ersten Teils der Raimi-Trilogie.

Oh je, es wird zäher. Alle sind unglücklich: Spidey über sich selbst, Mary Jane, weil Peter ein Idiot ist, Harry, weil sein Vater tot ist und Doc Ock sowieso.

Und das wird ausführlichst erzählt. OK, ab und an etwas Action aber dann wieder endloses Traurigsein.

Boah.

Spidey – das ist Schnelligkeit, coole Sprüche, Welt retten.

Spider-Man 2 ist Existenzkrise aller Personen.

Fazit: nicht meins, ich hatte einen lustigen Actionfilm erwartet.

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Kritik: Spider-Man (2002)

Spider-Man von Sam Raimi. Mit Tobey Maguire, Kirsten Dunst, Willem Dafoe, James Franco. Musik Danny Elfman.

Was kann schiefgehen.

Na ja, so richtig nichts, aber die Nachwirkungen…

Originstory von Spiderman, als wenn das nötig wäre, aber sei es drum. Tobey Maguire wird gebissen, lernt seine Fähigkeiten, bringt seinen Onkel um und leidet dann den Rest des Films.

An sich wird das gut erzählt, am Anfang ist da auch noch Pep drin und jede Menge Humor. Aber je länger der Film dauert, desto schwerer wird er, weinerlicher, alles ist nur noch dramatisch, das Schlimmste, was passieren kann ist, sich in Kirsten Dunst zu verlieben. Das zieht sich wie Kaugummi und ist sowas von daneben.

Hallo! Friendly-neighborhood-Spider-Man! Der mit den coolen Sprüchen. Und der schnellen Erzählung. Wo biste?

Im Ernst und Pathos erstickt. Und „leider“ war der Film so erfolgreich, dass sich alle nachfolgenden Filme daran orientierten. Bis wir mal einen angemessenen Spidey bekommen haben, dem alles einfach Spaß macht – Jahrzehnte.

Dennoch: der Film ist ok. Es ist aber halt alles pathetisch und schlimm und überhaupt. Alles, was Freude macht, wird sofort bestraft. Wie in einem Horrorfilm ohne Horror und Spaß.

Fazit: guter Film, leider zu pathetisch und zu folgenreich.

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Kritik: The Incredibles (2004)

In einer Zeit, in der Superhelden nicht einfach nur super sein durften (und leider immer noch nicht großflächig dürfen), sondern entweder eine Originstory brauchten oder mit ihrem Dasein haderten, was extrem öde ist, kam mit The Incredibles ein Film heraus, in dem Superhelden mit ihrem Dasein haderten.

Trotz Pixar: meine Motivation war nicht besonders groß bei der Prämisse. Andererseits: Pixar.

Also ab ins Kino und: der Film ist sehr gut.

Das Dasein, mit dem gehadert wird, ist das Nichtstun, statt Superdinge zu erledigen und durch einen neuen Superschurken darf die Familie Incredible endlich wieder ihre Kräfte für das Gute nutzen.

Dabei wird nebenbei auf Familien- und Frauenklischees eingegangen, Capes werden verbannt und auch andere Filmklischees werden genüsslich zerlegt. Das alles mit großem Tempo und gut getimtem Witz.

Dennoch – und das ist Kritik auf hohem Niveau – ist die Grundgeschichte Standard und die Figuren können sich nicht wirklich aus ihren Klischees befreien, sondern kommentieren diese nur ironisch. Das ist immer noch lustig, aber Nummer Sicher.

Ansonsten ist nicht viel Negatives über den Film zu sagen, Pixar-Superheldengeschichte mit dem typischen Humor, den gewohnt guten Animationen, gelungenen Figuren und einer ordentlichen Geschichte.

Fazit: sehr guter Superhelden-Animationsfilm.

PS: die Kritik gilt noch für gestern. Habs nicht vergessen. Gar nicht.

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Kritik: Butcher Boys (2012)

Butcher Boys fängt durchaus interessant an – ein Mädchen bestellt in Spanisch etwas an einer Imbissbude und während das zubereitet wird, wird sie in ein Auto gezogen und ist weg.

Cut in ein Restaurant, in dem vier Leute irgendwas feiern, ein Mädel ist so extrem hip und cool, dass sie mit Leuten knutscht und Blow-Jobs verteilt und einen Dreier mitmachen würde (so wird erzählt) – hui, edgy.

Alle vier fahren dann in einem Auto weiter, das hippe Mädel legt sich mit zwei Typen an und zerkratzt deren Auto, sie werden verfolgt. Dabei fahren die anderen einen Hund von Gangstern tot und werden dafür von diesen umgebracht und in einen Kofferraum zersägt verpackt.

Währenddessen verfolgen weitere Gangster unsere vier und dann haben wir ausgeschaltet.

Vielleicht wird der Film ja noch aber alle Leute sind sowas von unsympathisch, insbesondere unsere extrem nervige Vierergruppe, es sieht aus, wie Video mit der Handkamera gedreht und alles ist einfach nur unangenehm, aber nicht in einer guten Weise.

Oh Deadline, was hast Du uns da für einen Schwachsinn empfohlen…

Mut zur Lücke – wir sind wohl nicht die Zielgruppe und das ist ja auch Lebenszeit…

Fazit: mehr als fünfzehn Minuten waren nicht drin.