Kritik: Fast and Furious

Fast & Furious ist der vierte Teil der Serie, nach zwei sehr schwachen Fortsetzungen wird wieder auf die Originalschauspieler gesetzt, die Serie hat wohl Potential, die Fehler der Fortsetzungen waren aber wohl zu offensichtlich.

Also können wir wieder Vin Diesel und Paul Walker beim Fahren zusehen, das ist oft gut, oft schlecht, die Qualität des Films schwankt sehr stark. Der Film fängt stark an, das muss man ihm lassen. Eine Actionszene zum Freuen. Danach wird die „Geschichte“ entwickelt, zum Glück kurz genug, um zu zeigen: Ja, wir wissen, dass es um Autos geht, aber sonst wäre der Film zu kurz. Alle folgenden Actionszenen sind mau, da ist sehr viel Computer dabei, und das auch sehr sichtbar. Aber das Ganze hat Charme, etwas Alkohol dürfte bei der Rezeption des Films wahrscheinlich auch nicht schaden.

Fazit: wie der erste Teil, teilweise gut, teilweise schlecht. Aber mit Vin Diesel.

Kritik: The Dark Knight

The Dark Knight, der lang erwartete, hochgelobte neue Batman-Film. Den großen Erwartungen folgen kleine Ernüchterungen, insgesamt jedoch ein sehr guter Film.

Die Geschichte ist, nun ja, einfach. Gut, Böse, irgendwas gewinnt zum Schluss. Kommt auch nicht drauf an, wenn der Böse der Joker ist und von Heath Ledger gespielt wird. Grandios. Anders lässt sich das nicht beschreiben.

Der Nachteil daran ist, dass alle anderen Figuren verblassen. Gar nicht mal wegen der Schauspieler (obwohl man über Aaron Eckhart streiten kann, ich fand ihn ok, I fehlbesetzt), sondern wegen des Drehbuchs, das sich ausschließlich auf den Joker und Action konzentriert. War das noch ein Pluspunkt des ersten Teils, dass Batman spielen durfte, ist hier schon wieder eine Reduzierung der Rolle eingetreten, die in der vorigen Batman-Quadrologie zu schlechten Filmen führte. Gleiches gilt für Michael Caine, Gary Oldman, Morgan Freeman, halt für alle anderen.

Zweiter Kritikpunkt: der Film ist zu lang. In der Mitte liegt eine große Durststrecke, die sich durch das komplette Entfernen der im-Tunnel-Szene vermeiden ließe. Ist die weg, ist der Film kürzer, komplett unsinnige Handlungen sind vermieden worden und:

Kritikpunkt drei fiele weg: das Motorrad. Das ist einfach mies. Wirklich.

Kritikpunkt vier betrifft das Kino: eine Pause in einem Film ist Scheiße.

Fazit: sehr guter Film, der durch kleine Änderungen noch besser werden könnte.

Kritik: Babylon A.D.

Babylon A.D. ist der neue Film von Mathieu Kassovitz, der uns schon die purpurnen Flüsse beschert hat, dazu noch etliche andere Filme, die ich nicht gesehen habe. Als Darsteller ist er (für mich) unsterblich als der Typ, der in fünften Element Bruce Willis vor seiner Haustür überfallen will.

Ein Franzose will also einen Science-Fiction-Film machen und hat Darsteller wie Vin Diesel, Michele Yeoh, Mélanie Thierry und etliche französische Stars in Kurzrollen wie Gerard Depardieu, Charlotte Rampling oder Lambert Wilson zur Verfügung. Es kommt ein beeindruckender Film heraus, Und das ist noch die „schlechte“ Fassung, denn Kassovitz hat sich wohl mit Fox über den Schnitt zerstritten. Das lässt auf eine lange DVD hoffen.

Die Geschichte ist (ohne Spoiler) schnell erzählt: Vin Diesel muss Mélanie Thierry aus Russland in die USA bringen, in einer sehr düsteren, dreckigen Zukunft. Diesel ist cool wie immer, Thierry seltsam, Yeoh darf zuschlagen, das Ganze mit etwas Gesellschaftskritik vermischt – fertig ist der Film. Sogar Jérôme Le Banner hat einen schönen Auftritt.

Trotz der Klischees unterhält der Streifen, denn er ist gekonnt gedreht. Warum können die Franzosen das in den letzten Jahren kontinuierlich und in D. gibt es nur Bully Herbig, der einen Film gut drehen kann? Traurig. Unsere tollsten Filme heißen schon „Die Entdeckung der Currywurst„. Sei’s drum, ab ins Kino oder auf die DVD warten.

Fazit: gut.

Kritik: Outlander (FFF)

Outlander war ein schöner, stimmiger Abschluss des Fantasy Filmfests.

Eine Mischung aus Mittelalterfilm, ein wenig Science Fiction und viel Monsterfilm, die erstaunlich gut funktioniert. Hauptdarsteller James Caviezel spielt den Ausländer, der in ein norwegisches Dorf kommt, ein Monster mitbringt, dieses töten will und mit Schwert und Schmiedehammer genauso gut umgehen kann, wie mit der Strahlenkanone.

OK, was Schwert und Schmiedehammer angeht: als Waffen gebraucht die Ron Perlman deutlich cooler, wenngleich ich etwas gebraucht habe, um ihn zu erkennen. Und, wie eine Besucherin am Ende kritisch feststellte: „Die Macher haben bestimmt noch nie eine Esse von innen gesehen.“

Der Rest der Besetzung passte sehr gut in die Rolle und schauspielerte passabel, allen voran John Hurt, aber auch eine nicht nervige Kinderrolle wurde untergebracht. Das Monster passte sich an und war gut und nicht so albern wie in anderen Filmen. Dafür war das Ende mit Aliens-Festhalte-Reminiszenz nicht ganz der Höhepunkt. Ging aber schnell vorbei, ein schlecht gerenderter Brandpfeil und gut war.

Fazit: sehenswerter Fantasyfilm mit allem.

Ich bin schuld und ausserdem verantwortungslos und meinungsschwach

so sagt es zumindestens Josef Schnelle in der Berliner Zeitung. Zugegeben, ich weiß nicht, wer Josef Schnelle ist, aber ich weiß, dass er mich nicht mag. Denn, so seine These, Blogger schreiben fast alle nur Müll, die Leute lesen das aber und daher leiden die Printmedien. Ehrlich, er verteidigt die Printmedien also solche, nicht einzelne Kritiker oder so. Eigenartig.

Einige kurze Zitate:

Tatsächlich gibt es immer mehr Blogs, die sich mit Kino beschäftigen. Jede Menge Fans, viel Begeisterung, aber auch Hass-Blogs, geschrieben wie von Fußballfans über die Gegnermannschaft.

Die professionelle Kritik setzt neue Trends und ästhetische Standards durch. Sie ist im besten Fall Avantgarde und entdeckt im Experiment von Heute den Mainstream von Morgen.

Aber auch bei uns baut sich im Netz eine Gegenwelt der Blogger auf, deren sprachliches und intellektuelles Unvermögen der „Spiegel“ jüngst aufspießte.

Freilich gibt es auch seriöse Angebote wie zum Beispiel das Internetmagazin „Titel“. Als prominenter Kolumnist schreibt dort Wolfram Schütte, […] würde jede deutsche Zeitung gern drucken. Warum wählt er das Netzversteck, in dem sich hauptsächlich Dilettanten und Abschreiber herumtreiben?

Ja, da hat einer was gegen das Netz. Und wer dann noch den Spiegel zitiert, der ist in der Gesellschaft von sehr alten, verbitterten Menschen.

Ich werde wohl mal ein wenig niveauvolle Printmedien sammeln, bei McDonalds, im Cinemaxx etc. und die dann Herrn Schnelle übergeben, wozu esse ich dort denn dauernd zu Mittag?

gefunden bei Basic Thinking
Andere Reaktionen z.B.: moviepilot, textundblog

Kritik: An Empress and the Warriors (FFF)

An Empress and the Warriors (Kwong saan mei yan) heißt laut IMDB übersetzt „The Kingdom and the Beauty“, also „Das Königreich und die Schöne“. Damit ist der FIlm fast schon in seinem gesamten Inhalt beschrieben, wir haben eine schöne Königin, die ihr Königreich und ihre Krieger beisammen halten muss.

Das tut sie eher ungern, weil ein zurückgetretener Zwölf-Monde-Krieger ihr die Schönheit des Lebens zeigt. Am Ende sind fast alle tot, es gibt sehr gut gestaltete Kämpfe und eine schöne Mischung aus aktionsgeladenen und ruhigen Szenen.

Beeindruckend war die Wandlung der Hauptdarstellerin, die als Königin hart und überzeugend wirkte, als Kriegerin kampfeslustig und in den ruhigen Szenen ganz anders, fröhlich, fast sinnlich daherkam. Die Krieger konnten wir nicht recht auseinanderhalten (bis auf die zwei Haupthelden), macht aber nix, darauf kommt es nicht an.

Es lohnt sich auch, den Film im Original zu hören, denn Chinesisch ist eine sehr fremde Sprache, hat mir aber von der Sprachmelodie in diesem Film ausnehmend gut gefallen.

Fazit: guter Film, Darsteller teilweise hölzern, dafür tolle Aufnahmen und toller Schnitt.

Kritik: The Warlords (FFF)

The Warlords (Tau ming chong) ist ein chinesischer Monumentalfilm über einen Kriegsherrn, der sich eine Armee aufbaut, Blutsbrüder gewinnt und auf der politischen Bühne versagt. So im Groben.

Der Film geht eigentlich gut los, die Akteure sind sympathisch (Jet Li von der ersten Reihe gesehen ist sehr groß) und metzeln munter drauf los. Hätte man es dabei belassen – großartig. Aber leider vertrauen die Macher nicht auf epische Schlachten, sondern es müssen zwei Zusatzstränge den Film am Leben erhalten: Blutsbrüderschaft (übrigens deutlich anders als bei Karl May) und eine Liebesgeschichte. Leider ist beides nicht nur unnötig, sondern dehnt den Film in die Länge, so dass sich nach und nach Langeweile einschleicht, die nur durch die großen Schlachten durchbrochen wird.

Aufgefahren wird übrigens viel: da wird kaum der Computer für Menschenmassen bemüht, da werden Chinesen genommen. Erstaunlich. Aber angenehm, weil der Film dadurch wesentlich realistischer daherkommt als andere Monumentalschinken.

Negativ muss man auch die Filmmusik erwähnen, nur die Piratenmelodie kopieren ist keine gute Idee. Vor allem nicht im China das 19. Jahrhunderts.

Das Thema der Blutsbrüderschaft erinnerte mich sehr stark an „Bullet in the Head“ (Die xue jie tou), einen der besten John-Woo-Filme, aus der Zeit, als John Woo noch gute Filme machte, bevor ihn Jean-Claude nach Hollywood brachte. Leider wird das Thema nur schlecht kopiert, nicht verbessert oder adäquat adaptiert.

Fazit: leider ein langer, epischer Film, der nicht zu fesseln vermag.

Kritik: My Name is Bruce (FFF)

My Name is Bruce ist ein Film über Bruce Campbell, den besten Schauspieler seiner Generation.

Leider ist er in diesem Film nicht in der glanzvollsten Phase seines Lebens und wird von einem Fan gekidnappt, um Guan-Di, dem Gott des Tofu den Garaus zu machen.

Wieder einmal ein skurriler Film, der weniger durch seine Geschichte besticht, als durch seine Gestalten. Die singenden Geschichtenerzähler von Goldlick, der mit Bruce-Zitaten um sich werfende Fan, die schwulen Waffenverkäufer, Guan-Di (Guan-You, Guan-Me, Guan-Di), die singende Geburtstagsüberraschung und natürlich Bruce Campbell in Höchstform.

Insgesamt ein gelungenes, selbstironisches Meisterwerk mit Monsterflair: eine Mischung aus JCVD und Jack Brooks.

Fazit: unbedingt anschauen.

Kritik: Jack Brooks (FFF)

Jack Brooks: Monster Slayer, ein vergnüglicher Monsterfilm, bei dem alles noch echt ist: Gummimonster, viel Flüssigkeit, blöde blonde Freundinnen und coole andere Frauen.

Mittendrin Jack Brooks, der ein Trauma überwinden muss und seinen Jähzorn unter Kontrolle bringen will. Wie es dazu kam und wie die endgültige Lösung des Problems aussieht, erzählt der Film. Dabei geht es nach einem fulminanten Anfang gemächlich und ruhig zur Sache, Figuren werden eingeführt, geschlagen und anschließend gefressen oder zu Zombies umgewandelt, so dass Jack alle Hände voll zu tun hat.

Es sind die vielen kleinen skurrilen Szenen, die den Film herausragend gut machen, allen voran Robert Englund, der gewohnt gut spielt. Aber auch z.B. David Fox als Howard hat zwei denkwürdige Auftritte.

Es sind die anderen Zuschauer, die den Film zum Albtraum machen, drei Leute mittleren Alters mit Niveaubrillen, die sonst die „guten“ Filme sehen und auch mal einen Monsterfilm sehen wollen. Die mit Bier, Erdnussflips, Erdnusschips, Nachos, Sauce und Gummibärchen bewaffnet ins Kino kommen und DIalogs führen wie „Kannft Du mal die Flipfs aufmachen, die schmecken so gut gemifft mit den Chipfs.“ „Echt, das schmeckt Dir?“… Dann im Film hält die Blase natürlich nicht, also aufs Klo und die ganzen Tüten müssen geräuschvoll geöffnet und verzehrt werden. Im Film wird dann herablassend über die Monster gelacht, wenn die Szenen etwas heftiger werden. Nach der Vorstellung lassen diese asozialen Arschlöcher natürlich allen Müll liegen, soll das Kino doch sauber machen.

Da wünscht man sich, Jack Brooks zu sein.

Fazit: langsamer, kurzweiliger Old-School-Monster-Slayer-Film.

Kritik: Like a Dragon (FFF)

Ryû ga gotoku: gekijô-ban, unser zweiter Takashi Miike, nicht ganz so gut wie Sukiyaki Western Django, aber immer noch sehr skurril.

Ich kann nicht behaupten, alle Handlungsstränge verstanden zu haben, oder dass ich allen folgen konnte. Irgendwie werden Geld gesucht, eine Bank überfallen, ein Japaner getötet, ein Koreaner mit Waffen ausgerüstet, Leute mit Baseballschlägern angegriffen, gerne auch mit gleichnamigen Bällen. Ein Masochist kommt vor, ein lustiges Liebespaar im Geldrausch, ein erdbebenerzeugender Hubschrauber und ein Wundertrank, der blaue Flammen verleiht.

Das alles ist in seinen besten Momenten sehr gut, oft aber auch mit Längen durchsetzt, bei denen man die Vorspultaste vergeblich sucht. Insgesamt überwiegen die positiven Seiten deutlich, der Western war aber stringenter.

Fazit: sehenswert mit kleinen Längen. Und abgefahren.