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Kritik: Prince of Persia: The Sands of Time

Jetzt ist er endlich verfilmt worden, der Prinz von Persien.

Der Prinz hat seinen Ursprung in einem Computerspiel gleichen Namens von 1989. Im Spiel galt es, die Prinzessin zu retten. Dafür hatte man eine Stunde Zeit, konnte aber nicht abspeichern (in der Wikipedia heißt es, man hätte ab Level 3 speichern können – das muss mir entgangen sein). Das Spiel war grafisch sehr simpel gehalten (um es nett auszudrücken), dafür aber sehr fesselnd und, aufgrund der Zeitvorgabe, spannend. Keine Ahnung, wie lange ich gebraucht habe, irgendwann hatte ich es jedenfalls durchgespielt. Die Nachfolgespiele habe ich dann nicht mehr gespielt, auch nicht „The Sands of Time“, auf dem der Film basiert. Ich kann also nichts zur Werktreue des Films beitragen.

Der Film beginnt mit der Geschichte des Prinzen, wird dann zum großen Abenteuer mit kleiner Romanze (zum Glück wirklich nur klein und nicht störend), das an die Mumie, den Scorpion-King oder Aladdin erinnert. Aladdin wegen des Affen, an den mich der Gesichtsausdruck von Jake Gyllenhall dauernd erinnert hat. Im sehr positiven Sinn, große Augen, verschmitztes Grinsen, ehrlich, einfach. So wie der ganze Film – da wird nicht zu viel versprochen, sondern eine einfache Handlung gut und nett erzählt, mit sympatischen Guten, bösen Bösen, fehlinformierten Guten und einem Mega-Happy-End. So sollte das sein.

Ein bisschen erinnert der Film auch an russische Märchen, bei denen der dumme Iwan (der dritte Sohn vom Ofen) die Prinzessin bekommt, wo seine schlaueren Brüder versagen. Aber, wie gesagt, im sehr positiven Sinn.

Fazit: ein guter, solider, unterhaltsamer Abenteuerfilm, den es sich zu sehen lohnt.

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Kritik: The Men Who Stare at Goats

The Men Who Stare at Goats (Männer, die auf Ziegen starren) ist ein Film mit einer interessanten Geschichte und guten Darstellern, allen voran George Clooney und Ewan McGregor, von dem ich nach dem Star-Wars-Debakel mal wieder einen guten Film sehen will. Gründe genug, sich den Film anzusehen.

Spoiler ahead.

Die Geschichte erzählt von einem Journalisten, der mit einem ehemaligen Angehörigen der PSI-Einheit der US-Army eine Mission erfüllen will. Und der während der Reise die Geschichte der Einheit erzählt bekommt. Inklusive des Höhepunkts und Niedergangs der Einheit, als es George Clooney gelingt, eine Ziege durch Anstarren zu töten. Die Einheit wurde von Jeff Bridges aufgebaut, der in seinen Filmen zunehmend bekifft auftreten muss.

Die Geschichte nimmt einige Wendungen, bleibt interessant, spart nicht mit aktuellen und vergangenen politischen Anspielungen und wird stringent, nachvollziehbar, ohne größere Durchhänger erzählt. Man merkt meinen Worten an: es war nett, hat mich aber selten wirklich gefesselt. Wie soll ich sagen: gut erzählt, ausgefeilte Geschichte, sehr gute Darsteller und doch zündet der Funke nur sehr selten. Und wenn, wird er durch die zurücknehmende, fast melancholische Erzählweise wieder gelöscht.

Trotzdem habe ich es nicht bedauert, den Film angesehen zu haben, einmal reicht jedoch. Etwas für einen lauen Sommerabend, wenn man in ruhiger, gelassener Stimmung ist und einen netten, schönen Film sehen will.

Fazit: guter Film, leider nicht herausragend.

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Kritik: Sherlock Holmes

Sherlock Holmes ist wieder einmal verfilmt worden, diesmal von Guy Ritchie, der, von Madonna befreit, wohl endlich wieder coole Filme in Angriff nimmt.

Ein Disclaimer voraus: ich bin großer Sherlock Holmes-Fan, besitze alle Geschichten in Deutsch und Englisch und habe sie mindestens drei- bis x-mal durchgelesen. Ich bin mit literarischen Neuinterpretationen bzw. Fortführungen vertraut, die mir durch die Bank nicht gefallen haben. Und ich bin mit diversen Verfilmungen vertraut, hier finde ich, historisch bedingt, Basil Rathbone eine sehr gute Besetzung, ohne dass mir die Filme besonders gefallen hätten.

Nachdem ich genügend Schlechtes über den Film gehört hatte, war es nun an der Zeit, sich selbst eine Meinung zu bilden. Wird ein dreckiger, schwitzender, anderer Holmes ok sein, wird Jude Law als Watson nicht lächerlich wirken und, viel schlimmer, wird die Geschichte banal oder unmöglich sein?

Die kurze Antwort ist ein: na ja, an sich eigentlich ganz ok, wenn ich ehrlich bin sogar sehr gut. Wenngleich auch total anders als erwartet. Und mit einem unverzeihlichen Sakrileg.

Von Anfang an: der Film hat mir einfach gefallen. Robert Downey Jr. scheint derzeit alles spielen zu können, seine ironische Art ist genau mein Ding. Damit ist die Chemie zwischen Hauptdarsteller und mir schon mal hergestellt. Holmes ist gut angelegt, greift Marotten auf, übertreibt hier und da, wird aber nicht, wie erwartet, lächerlich. Jude Law als Watson hat es da schwer, vor allem, da seine Rolle nicht ganz so treffend angelegt ist. Er ist von den beiden die radikalere Umdeutung, das kommt der Erzählung zugute, meiner Vorstellung von Watson nicht. Was nicht heißt, dass die Rolle schlecht oder schlecht besetzt wäre.

Das heißt, die Hauptdarsteller sind schon einmal in Ordnung, kommen wir zu den Nebenfiguren. Diese sind unauffällig, inklusive des Haupthelden, was ich verschmerzbar finde, da es um Holmes und Watson geht. Bis auf, und hier ist das Sakrileg, Irene Adler. Es ist klar, dass sich die Autoren auf die einzige halbwegs ordentliche Frauengestalt der Bücher stützen (ok, in Andeutungen waren noch andere gute Frauen drin, aber keine Film-verwertbaren). Es bleibt jedoch ein Sakrileg, Irene Adler zum plumpen Love-Interest umzudeuten und ihr dann noch solch eine niederschmetternd antiquierte Frauenrolle zu geben. Nein, auch wenn es in den Film passt, es passt nicht zum Holmes-Universum.

Andere Ideen zünden deutlich besser, der ganze Subplot um Watson und Mary oder die Hauptgeschichte, die erstaunlich gut aufgelöst wurde. Hut ab. Oder die Darstellung des leerlaufenden Watson. Manches ist nicht gelungen, so z.B. die Werft-Schlägerei oder der Story-Twist ganz am Schluss.

Fazit: mir hat’s gefallen, trotz deutlicher Abweichungen von meinen Vorstellungen.

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Kritik: Clash of the Titans

Clash of the Titans ist ein Remake des gleichnamigen Films aus dem Jahr 1981. Das Original war sicherlich kein Highlight, was Geschichte, Charakterentwicklung oder darstellerische Leistung angeht. Aber es hatte Trickeffekte von Ray Harryhausen und das alleine rechtfertigte schon den Besuch des Films. Der Film wurde glücklicherweise auch in DDR-Kinos gezeigt, so dass ich ihn als Kind mehrfach ansehen konnte und begeistert war. Das liegt jedoch so lange zurück, dass ich mich an Details nicht mehr wirklich erinnern kann.

Jetzt also eine Neuverfilmung des Stoffs, deren Trailer gut aussahen und der ich durchaus aufgeschlossen gegenüberstand. Mit Hilfe heutiger Tricktechnik sollte es möglich sein, eine Neuinterpretation abzuliefern und dabei halbwegs ordentliche Arbeit abzuliefern.

Ich hatte mich getäuscht.

Selten habe ich in letzter Zeit einen so schlechten Film gesehen wie den Titanenkampf und ich war in G.I. Joe. Die einzelnen Schwächen des Films detailliert aufzuzählen wäre eine langwierige Angelegenheit, da alle Bereiche betroffen waren: Hauptdarsteller, Geschichte, Inszenierung, Effekte, Bierernst, Laufzeit. Wie kann man solch einen Film völlig ernsthaft inszenieren. Das klappt nicht. Nicht umsonst haben die alten Filme alle einen lustigen Sidekick, der die Stimmung oder Geschichte auflockert, wenn es zu schlimm wird, jeder Sindbad-Film hat das, Krull, Herkules, auch neuere Filme wie Scorpion-King wissen um die Macht des lustigen Sidekicks. Vor allem kann man da einen richtigen Schauspieler nehmen, wenn es mit dem Hauptdarsteller nicht klappt.

Der hieß in diesem Film Perseus und wurde von Sam Worthington gespielt. Keine Ahnung, wer sich das ausgedacht hat, er war eine klassische Fehlbesetzung. Das liegt nicht nur daran, dass er nicht schauspielern kann (oder es in diesem Film nicht zeigt), sowas stört mich als Schwarzenegger-Fan nicht besonders. Nein, Perseus wird hier vom amerikanischen Soldaten gespielt und das passt nun mal nicht in eine griechische Geschichte, bei der alle anderen Figuren ordentlich gecastet sind. Sam Worthington hat beispielsweise bei Terminator Salvation mitgespielt und dort überzeugt. Nicht durch schauspielerische Glanzlichter, sondern weil er vom Type her zur Rolle gepasst hat.

Oder die Geschichte: was für ein penetrantes Rumreiten auf dem Fall der Götter. Holzhammer wäre eine zu subtile Umschreibung für das, was einem da zugemutet wird. Oder die Einführung netter Nebenfiguren, die dann mal so nebenbei sterben dürfen. Oder die Effekte, die teilweise überzeugen aber teilweise den Wunsch nach Harryhausen wecken.

Dabei hatte der Film durchaus seine Momente. Ab und an blitzte auf, was möglich gewesen wäre, hätte der Regisseur eine ordentliche Geschichte gehabt oder fähige Hauptdarsteller oder einen Sinn für Ironie. So war beispielsweise die Reminiszenz an die Eule des Originalfilms gelungen. Die Wahl der Darsteller außer Perseus und IO war hervorragend. Da waren Schauspieler darunter, hat man leider nicht gemerkt. Und so belief sich die Summe der gelungenen Szenen auf geschätzte eine bis anderthalb Minuten.

Fazit: Zeitverschwendung, weckt nur den Wunsch, das Original noch einmal anzusehen.

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Allgemein Kino Kritik

Raucher und Titanen

Raucher sind widerliche Luftverpester.

Und „Clash of the Titans“ ist ein richtig schlechter Film.

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Fantasy Filmfest Kino Kritik

Kritik: FFFN: Daybreakers

Der letzte Film für mich war Daybreakers, ein Vampirfilm.

Auch hier ein ausgelutschtes Genre, bei dem innovative Ansätze gefordert sind. Und einen solchen bietet der Film. Die Vampire haben die Gesellschaft übernommen, ihnen gehen bloß die Menschen aus. Und damit das Blut. Um eine normale Gesellschaft aufrechtzuerhalten braucht es Blutersatz. Oder wahlweise Menschen, derer wenige noch frei sind und sich wehren.

Eine interessante Geschichte, gut gedreht, gut dosierte Action, gut dosierte Blutfontänen, teilweise sehr schwarzer Humor – dieser Film macht alles richtig. Da stört auch das hölzerne Spiel von Ethan Hawke nicht, Willem Dafoe, Sam Neill und Claudia Karvan machen das wieder wett.

Fazit: guter, kurzweiliger, origineller Film. Anschauen.

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Fantasy Filmfest Kino Kritik

Kritik: FFFN: Heartless

Das Fest geht weiter mit Heartless, dem neuen Film von Philip Ridley, der uns schon Perlen gebracht hat, die ich nicht gesehen habe, daher konnte ich unvoreingenommen allerdings auch uninformiert an den Film gehen.

Es geht um einen Mann mit Muttermal, der Dämonen sieht, einen Pakt eingeht und unsinniges Zeug macht, bis das Ende eine mehr oder weniger schlüssige Auflösung des Ganzen bringt. Das klingt jetzt schlechter als es war, die einzige Kritik am Film ist die, dass er zu lang ist. Deutlich zu lang.

Ansonsten ist die Geschichte durchaus originell und wird originell erzählt, mit schönen Bildern, skurrilen Figuren, mit etlichen Längen zwischendrin und etlichen kurzen Schockmomenten sowie einer humorvollen Szene. Eine klare Einordnung in ein Genre ist dadurch nicht möglich, was aber auch nicht schlimm ist, denn mal etwas anderes ist auch nicht schlecht.

Die Hauptrolle spielt Jim Sturgess sehr gut, der Wechsel der Persönlichkeiten gelingt ihm beeindruckend. Die anderen Figuren fallen etwas ab, allerdings eher drehbuchbedingt, schauspielerisch ist nichts auszusetzen.

Fazit: zu lang, aber sonst ein gelungener Film.

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Fantasy Filmfest Kino Kritik

Kritik: FFFN: La Horde

Zweiter Film heute: La Horde, ein französischer Zombiefilm.

Die Story ist recht einfach: zwei rivalisierende Gruppen sitzen in einem Hochhaus fest, während rundherum Zombies aus dem Boden sprießen. Das ist nun nicht wirklich neu, Elemente davon kommen in „28 Days later“ vor, oder in jedem anderen Zombiefilm oder in Filmen, die mit rivalisierenden Gruppen arbeiten.

Umso erstaunlicher, dass die beiden Regisseure Dahan und Rocher es schaffen, einen interessanten, spannenden und teilweise überraschenden Film zu drehen. Beinhart, manchmal ernst, vereinzelt sogar moralisch. Getragen von sehr guten Schauspielern, die Storylücken überspielen können. Zwischendrin sogar sehr komisch.

Leider etwas getrübt durch den Popcornesser rechts neben mir. Zum Glück hielt das Popcorn nur ca. 30 Minuten durch. Die Nachos links neben mir ebenfalls, leider hatte der Kerl eine Tüte Gummibärchen für diesen Fall mitgebracht. Zum Glück konnte ich das Rascheln nicht so stark hören, da er dauernd mit seinem Freund geschwatzt hat.

Am Ende des Films haben die Analysten vor dem Kino gewartet, die Ungereimtheiten feststellten in der Art, wie die Zombies auf Kugeln reagierten. Manche starben schnell, manche hielten sich etwas. War aber erträglich, wenn man, wie ich, am Nachmittag erleben musste, wie die Abspann-Scherzreißer um sich griffen („Ich hol‘ jetzt meine Maske. Har, har, har.“).

Fazit (des Films): sehr guter Zombiefilm. Die Franzosen haben’s drauf.

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Fantasy Filmfest Kino Kritik

Kritik: FFFN: The Collector

Es ist wieder soweit, die Fantasy Filmfest Nights sind angebrochen. Erster Film für mich: The Collector.

Dieses Jahr bin ich völlig unvorbereitet gewesen, da ich keine Rezensionen der Filme gelesen habe und mich daher nur nach dem ausgegebenen Programm richten konnte. Also habe ich versucht, die Buzzwords zu überlesen und zu sehen, ob der Film interessant sein könnte.

Was soll ich sagen? Beim ersten Film ein Volltreffer. Heilige Scheiße, hat der mir gefallen. Bin leider zu spät gekommen, habe also das Intro verpasst, danach ging es aber gut weiter. Kurz zum Inhalt: ein Handwerker will einen Safe aufbrechen und kommt in die Lage, lauter schmerzhaften Fallen ausweichen zu müssen, die der Collector im Haus gelegt hat. Klingt an den Haaren herbeigezogen? Stimmt. Ist zum Glück egal, denn die Inszenierung lässt nicht zu, dass man über derlei Trivialitäten nachdenkt.

Vielmehr sollte man denken: „er wird doch nicht…“ Doch, er wird. Bis auf ganz wenige Ausnahmen wird er (spannungserhaltend nicht gespoilert). So hart wie dieser Film sollte beispielsweise Hostel werden. Nichts gegen Hostel, aber in den entscheidenden Szenen kam dann doch eher wenig.

Das ist so ein Film, bei dem ich hoffe, dass ihn meine Eltern nicht sehen, damit sie sich nicht Sorgen machen müssen. Hallo Ihr zwei. Hab‘ noch keine Mordgelüste (außer Autofahrern gegenüber, aber das ist was anderes).

Schauspielerisch gibt es wenige Rollen, die schauspielern müssen. Das wird ordentlich erledigt, kann man nicht meckern.

Fazit: unbedingt sehen, wenn man etwas Torture-Porn mit Saw gemischt verträgt.

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Allgemein Computer Kino

Birnen

Mit Birnen assoziiere ich Bienen, Gähnen und die Worte „Seim“ und „troff“. So wie in:

Er biss in die Birne und der Seim troff ihm von den Lippen.

Keine Ahnung, ob der Seim von der Bedeutung her richtig eingesetzt ist, ich denke schon, die Wikipedia sieht ihn eher als dicken Saft, hat aber keinen eigenen Artikel dafür.

„troff“ ist nicht nur das Präteritum von „triefen“, sondern auch das Gegenstück zu „tron“, dem Befehl mit dem man das Programmtracing bei der Basic-Ausführung auf dem C64/C128 eingeschaltet hat (mit „troff“ wieder aus).

Und schon sind wir beim Film von 1982, einem Meilenstein der Filmgeschichte, der heute eher konservativen Sehgewohnheiten genügt, aber trotzdem noch sehenswert ist. Zumindestens für ältere Menschen. Für jüngere und Nostalgiker wird der Film neu aufgelegt, als Tron Legacy. Mal sehen.