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Kino Kritik

Kritik: The Wrath of Vajra (2013)

The Wrath of Vajra (chin. 金剛王:死亡救贖) ist ein chinesischer Martial-Arts-Film, bei dem die Japaner die Bösen sind, die Chinesen die Guten und die Japaner versuchen, China durch die Tempel des Hades zu unterjochen, in denen Kinder das Töten lernen.

Unser nicht wirklich sympathischer Hauptheld ist dort auch aufgewachsen und muss den Hades-Kult zerschlagen, Hauptgegner sind ein großer Böser, ein beweglicher Böser und der muskulöse Endgegner, der deutlich besser und stärker aussieht.

Aber die „17-Sekunden-tot“-Technik rettet den Tag. In einer „ich kann wieder töten“-Szene vom Feinsten.

Ach.

Alle Darsteller können nicht schauspielern. Die sind schlechter als JCVD in Bloodsport! Statt das durch Action zu kaschieren nimmt sich der Film Zeit, den Leuten beim nichtschauspielern zuzusehen. Da ist nichts. Weder Mimik, Gestik noch Intonation. Dazu ein grottenschlechter Text.

Die beste Rolle hat Nam Hyun-Joon als Crazy Monkey, der hat wirklich gute Bewegungen drauf. Zweitbeste Rolle Yanlin Dong, der gebückt rumläuft und „Aaaahhh“ macht. Sobald er reden darf, ist die Rolle dahin.

Irritierendste Rolle ist schwer zu vergeben, davon gab es einige. Ich nominiere den Glückskeksweisheiten von sich gebenden Mönch, der mitten im Film im Sitzen mit einem lauten Knacken stirbt.

Dicht gefolgt von einer Gruppe Amerikaner, die Teil der chinesischen Armee sind und nur englische Hauptsätze von sich geben können. „Rossi“

Es gibt genau eine Frau im Film, deren Rolle es ist, zu fotografieren, rumzulaufen und zu sterben. Gesamtzeit ca. 2 Minuten.

Apropos: mindestens 2 Minuten waren auch die Filmfirmen am Anfang des Films. Ich dachte ehrlich schon, das ist ein Metagag à la Monty Python.

Die Geschichte ist einfach blöd. Das ist in einem Martial-Arts-Film in Ordnung, wenn die Kämpfe ok sind und die Zeit dazwischen nicht zu lang.

Zum zweiten Punkt: wir haben den Film dann in doppelter Geschwindigkeit gesehen und nur zu den Actionszenen angehalten, trotzdem haben sich die Leute nicht zu schnell bewegt und alle Untertitel waren bequem lesbar.

Zu den Kämpfen: kämpfen konnten die Leute. Leider war das so schlecht und konfus gedreht, dass davon nicht viel zu sehen war. Bewegungsachsen, Orientierung des Zuschauers – das wird überwunden. Und der Endkampf: man muss das gesehen haben. Der ist mit unnötig vielen Zeitlupen gespickt und sah aus wie so ein Werbefilm für Dolby-Digital und High-Def-Filme. Fäuste, die in Zeitlupe Regentropfen zerschlagen. Männerkörper im Regen. Ironiefrei.

Übrigens regnete es nur für den Endkampf, davor und danach Sonne.

Nein, das ist kein guter Film. Für einen guten Trashfilm reicht es leider auch nicht, dafür ist der Film zu langatmig.

Fazit: großen Bogen drum machen.

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Computerspiele Kritik

Spielkritik: Doom 3 (2004)

Wie gestern schon geschrieben, sorgte der Erfolg von Quake dafür, dass Doom acht Jahre nicht fortgesetzt wurde. Pläne, Doom weiterzuführen, gab es jedoch schon die ganze Zeit und id sah die Möglichkeit, eine neue Engine mit einem neuen Doom zu promoten.

Dazu muss gesagt werden, dass id damals (heute weiß ich nicht) deutlich mehr Geld an Engines verdiente, insbesondere an der Quake-Engine, als an den Spielen selbst. U.a. um die Möglichkeiten zu zeigen und diese zu promoten wurden dann Referenzspiele wie Doom 3 erzeugt.

Außerdem muss man löblich erwähnen, dass id sehr lange auf plattformübergreifende Engines gesetzt hatte, insbesondere um Linux-Gaming hat sich id sehr verdient gemacht.

Vor diesem sehr positiven Hintergrund: Doom 3 ist ein Griff ins Klo.

Doom und Doom 2: Spiele ohne Geschichte, bei denen es darum geht, Horden von Dämonen zu metzeln und das in einer unglaublichen Geschwindigkeit mit einer vorgegebenen Anzahl von unveränderlichen Waffen, die einfach nur schießen.

Doom 3: ein sehr, sehr langsames Spiel mit viel Geschichte und ab und an gesetzten Spitzen von Dämonen mit Waffen, die man verbessern kann und die äußerst kompliziert einzusetezn sind, teilweise mit Aufladen durch Kills.

Man drückt auf eine Taste und mehrere Sekunden später setzt sich die Spielfigur in Gang und schleicht vor sich hin, dass man Tränen in den Augen bekommt. Keine Freudentränen.

Ja, das Spiel sieht grandios aus. Ja, die Atmosphäre ist gruslig. Ja, gegen Ende hin wird das Spiel besser. Ja, der Zeitgeist verlangt nach Spielen mit Story, Atmosphäre und Aufleveln. Ja, Half Life hat mit diesen Zutaten ein geiles Spiel gemacht (obwohl Gordon Freeman nie so langsam wird wie der Doom Guy hier). Ja, die Kritiker fanden das gut und kritisierten maximal die Reminiszenzen an die Original-Dooms(!)

Aber nein: das ist kein Doom. Das ist ein guter Horrorshooter mit Atmosphäre aber kein Doom.

Ich bau doch keine Ducati, die aussieht und sich fährt wie eine Goldwing und sag dann: tolle Ducati.

Und ja, alle anderen liegen hier falsch und ich hab Recht.

Ich hab da Spiel durchgespielt, teils aber nur aus Pflichtbewusstsein. Und das ist es doch nicht.

Was hab ich mich drauf gefreut…

Und wenn dann das Doom rauskommt, das ich haben will – hab ich eine PS 3! Argh. Wird besser, hab aufgerüstet aber noch nicht durchgespielt.

Ich könnte jetzt Detailkritik üben an den luftleeren Phasen, den unnötigen Schockeffekten, dem Leveldesign, der allgemein vorherrschenden Dunkelheit aber das würde am Thema vorbeigehen, denn für ein anderes Spiel sind das passable Elemente.

Aber Doom.

Fazit: nix für mich.

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Computerspiele Kritik

Spielkritik: Doom II (1994)

Klar gab es nach dem Erfolg von Doom einen zweiten Teil. Glücklicherweise nur ein Jahr nach dem ersten. Glücklicherweise wurde nichts neu erfunden, sondern der erste Teil verbessert.

Doom II.

Größer. Viel größer. Mehr Dämonen, darunter fiese Zeitgenossen wie der Arch-Vile, der Mancubus oder der Revenant. Eine neue Waffe: die Super-Shotgun (aus der Nähe ein Schuss für einen Demon).

Die Geschichte: die Dämonen sind auf die Erde gelangt, müssen getötet werden und dann geht es in die Hölle zum Endkampf.

Es gibt 30+2 Bonuslevel, die hintereinander durchgespielt werden, als Verbesserung zu Doom sind die Level gigantisch groß und extrem gut gebaut. Jeder Level hat seinen eigenen Charakter, überall bewegt sich was, und mit einer guten Strategie kann man viel erreichen.

Zwei neue Monster, Heavy Weapon Dude und Pain Elemental finde ich nicht so gut gelungen, aber das ist Beschweren auf hohem Niveau.

Die Freude, die Level zu erkunden, zu sehen, was sich Sandy Petersen und American McGee ausgedacht haben und die Freude, wenn man einen Level endlich geschafft hat…

Apropos Level geschafft, ich kann das Spiel nicht durchspielen, für den letzten Level, Icon of Sin, fehlt mir die spielerische Qualität. Selbst im God Mode ist das Ding nicht schaffbar. Ich hab mir ein paar Videos angesehen, wie es geht: es bleibt unschaffbar.

Macht aber nix, der Rest macht einfach nur Spaß. Keine Story, die man durchleiden muss, kein Waffenaufleveln, keine Ablenkung vom Ziel des Spiels: Spaß.

In Deutschland gab es wieder Indizierungsunfug, das war nicht anders zu erwarten.

„Leider“ erfand id software danach Quake, das mit einer neuen Engine und Quake Arena das Netzwerkspielen revolutionierte. Das bedeutete für Doom leider eine Pause von acht langen Jahren bis zum nächsten Spiel, lang insbesondere, weil ich mit Quake nie warm wurde.

Fazit: ein weiterer Meilenstein der Spielgeschichte, noch einen Tick besser als Doom.

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Computerspiele Kritik

Spielkritik: Doom (1993)

Doom.

Der Beginn der Ära der Computerspiele.

Das Computerspiel.

Genredefinierend. Unendliche 3D-Freiheit. Unglaublich schnell. Präzise Steuerung. Ausgefeilte Grafik.

Sowas hatte die Welt davor noch nicht gesehen. Ein 3D First Person Shooter, bei dem man sich in drei Dimensionen bewegen kann! Wände, die nicht in 90-Grad-Winkeln zueinander standen! Vorher gab es Wolfenstein 3D, dann kam Doom und blies die restlichen Spiele einfach weg. Unmengen von Spieler:innen saßen gebannt an Rechnern und lieferten sich Kämpfe mit Dämonen aus der Hölle.

id Software, John Carmack, John Romero, Sandy Petersen.

Die erste Episode wurde über Uninetzwerke als Shareware verteilt, die zwei weiteren Episoden mussten dann bezahlt werden. (Obwohl das Spiel in Raubkopien ohne Ende verteilt wurde (hab ich gehört), bekam id Software Unmengen von Geld für das Spiel. Unmengen.) Die Level-Dateien wurden mit der Dateiendung .wad (Where’s All The Data) abgespeichert, daher der Begriff des wad-Files, in dem ein Level mitsamt Grafiken gespeichert wurde. Ein weiterer Durchbruch kam mit dem Port auf Windows 95, der von Microsoft bezahlt wurde, um Windows 95 als Spieleplattform zu etablieren.

Doom machte bereits im ersten Wurf so gut wie alles richtig. Die Engine war unglaublich schnell und fast fehlerfrei programmiert. Die Level waren anspruchsvoll aber sehr spielbar. Die Steuerung war und ist extrem einfach und eingängig, nicht überfrachtet, nicht zu simpel. Die Grafik war bahnbrechend, die Musik angeblich auch gut (ich hatte für Doom noch keine Soundkarte). Das Spiel konnte langsam oder schnell gespielt werden, Speedruns sind auch heute noch problemlos möglich. Und es war möglich, eigene Level als wad-Files zu erstellen und mit anderen zu teilen.

Damit etablierte sich Doom nicht nur als gutes Spiel, es definierte auch 3D-FPS sehr früh in Punkto Spielmechanik, Waffen, Waffenauswahl, Interaktion etc. Die Automap-Funktion z.B. wurde bereits hier etabliert. Das Speichern und Laden war eine Frage von Sekundenbruchteilen auf der Hardware von 1993! Die Levelgestaltung enthielt geheime Räume und Easter-Eggs.

Natürlich war der Titel in Deutschland von 1994 bis 2011 indiziert, es ist so lächerlich, noch lächerlicher als die Farce um Evil Dead. Auch international wurde das Spiel zum Synonym für die Verrohung der Jugend durch Computerspiele und man weiß nicht, was man dazu sagen soll, wenn es nicht heute noch nachwirken würde, insbesondere in Person von CDU-Politikern und Innenministern.

BPjS damals: „Vom Wahnsinn erfaßt gehen Forscher und Testpersonen zum blutigen Angriff aufeinander über.“

Hatte ich schon lächerlich erwähnt?

Die Geschichte im Spiel ist schnell erzählt: auf Phobos und Deimos sind Tore zur Hölle entstanden, durch die Dämonen und anderes Zeug gekrochen kommt, das umgebracht gehört. Das wird uns auf drei Schriftseiten mitgeteilt, der Rest ist pures Geballer.

Erstaunlicherweise ist der Mangel an ausgefeilter Geschichte nicht schlimm, denn welche Zusatzmotivation würde mir eine weitere Geschichte bieten? Nicht viel, wie Doom 3 beweist (das auch noch andere Mängel aufweist). Carmack selbst (zu Recht):

Story in a game is like story in a porn movie; it’s expected to be there, but it’s not that important.

Die Figuren des Spiels sind ikonisch: Baron of Hell, Cyberdemon, Cacodemon, Imp, Lost Soul, Spectre, Spider, … Jede:r, der/die das Spiel gespielt hat, kennt die Typen und weiß exakt, wie man sie besiegt. Demon, zwei Schüsse mit der Shotgun aus der Nähe. Lost Soul einer, aber die Nerven behalten beim Ranfliegen.

Die Waffen des Spiels sind ikonisch: die Kettensäge. Die Shotgun. Der Raketenwerfer. Und natürlich die BFG 9000.

Was ist noch ikonisch? Cheat Codes. IDCLIP: durch Wände gehen. IDDQD: God Mode. IDKFA: Full Keys, Weapons And Ammo.

1997 wurde der Quellcode der Doom-Engine veröffentlicht, 1999 wurde er unter GPL gestellt. Das brachte Doom natürlich noch eine weitere, riesige Verbreitung, so dass es heutzutage kein Computersystem gibt, auf dem Doom nicht läuft. Inclusive Displays von Druckern. Der Quellcode soll übrigens sehr gut geschrieben sein, ich hab ihn mir noch nicht angesehen, ich kenne mich mit C nicht so gut aus, dass ich das einschätzen könnte.

Was gibt es noch zu erzählen? Die Entwickler haben einen seltsamen Sinn für „Humor“, in den ersten Versionen von E1M4 war ein Hakenkreuz versteckt, angeblich ganz unschuldig, immerhin wurde es in späteren Versionen entfernt.

Ach ja: ich war dabei. Während ich die erste Welle der Computerspiele auf Heimcomputern wie C64, Amiga, Atari etc. verpasst hatte bzw. spät dazugestoßen bin, war ich bei Doom von Anfang an dabei und konnte so die Entwicklung der FPS und der weiteren Computerspiele selbst miterleben. Das ist schon cool, bis man irgendwann abgehängt wird durch andere Sachen, aber das ist ok.

Damals waren Computer extrem teuer und ich war jung und brauchte das Geld. Daher hatte ich für Doom keine Soundkarte zur Verfügung und konnte das Sounddesign erst bei Doom 2 erleben. So habe ich erst im zweiten Teil gelernt, dass man die Gegner früher hört als sieht und dass Geheimtüren akustisch unterschiedlich reagieren. Hab es trotzdem durchgespielt. Bei mir lief als Hintergrund Metallica oder Motörhead.

Ich kann das Spiel heute noch durchspielen und bis auf wenige Ausnahmen kenne ich das Leveldesign, Geheimverstecke, Easter Eggs. Das geht aber jede:r Spieler:in mit dem ersten Spiel so.

Wenn man das Spiel heute ansieht, ist es potthässlich, geblieben sind aber Schnelligkeit und Spielbarkeit. Von daher lohnt sich ein Blick des Spielprinzips wegen, grundsätzlich hat id aber mit dem Doom-Reboot einen schöneren Nachfolger geschaffen, der die gleiche Schnelligkeit aufweist, sich leider aber in der Auflevelung der Waffen und sonstigem Nebengeraffel vertut. Aber das ist der Zeitgeist, gefällt genügend Leuten.

Fazit: Meilenstein der Spielegeschichte, bester FPS ever (bis Doom 2 kam), immer noch ein sehr, sehr gutes Spiel.

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Kino Kritik

Kritik: Hitman: Agent 47 (2015)

Die erste Hitman-Verfilmung sehe ich ja sehr gerne an, daher war ich auf die Neuverfilmung von 2015 gespannt.

Leider (wie bei vielen Spieleverfilmungn, so z.B. Doom), finden die Filmemacher den Plot der Spiele nicht gut genug und müssen sich was eigenes ausdenken, was komplett am Spiel vorbeigeht. Das ist dann auch meist nicht mehr gut.

So leider auch hier, ich wollte den Film mögen, aber der Film hat gesagt: „Lass mal“.

Fragt mich nach dem Plot. Wieder einmal will Agent 47 gegen seine Auftraggeber angehen, die haben einen unbesiegbaren Gegner geschaffen, der natürlich besiegt wird und eine andere Agentin spielt auch noch eine Rolle.

Es ist einfach nur wirr, ganz gut gedreht aber nicht gut geschnitten. Und das ist das Hauptmanko des Films, entweder ist er hektisch oder langatmig, dazwischen ist nicht viel. Der Plot ist viel zu kompliziert und gleichzeitig zu schlecht.

Die Darsteller:innen sind ganz ok, retten den Film leider aber nicht.

Wie gesagt, ich wollte den Film mögen, das ging aber nicht. Er war kein Totalausfall, aber auch kein guter FIlm.

Fazit: mäßiger Actionstreifen, trifft den Kern von Hitman aber überhaupt nicht.

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Kino Kritik

Kritik: Doom (2005)

Doom, der Film nach dem gleichnamigen Computerspiel, dessen Prämisse ein wenig geändert wurde.

Ein Wurmloch zum Mars hat sich in Nevada geöffnet, das durch den Ark begangen werden kann. Auf dem Mars werden die Leute von seltsamen Kreaturen angegriffen, die sich dann als mutierte Menschen herausstellen, die von einem Virus befallen wurden.

Der Kampf verlagert sich bis zur Erde, wo der Endkampf zwischen dem guten Karl-Heinz Urban und dem bösen Dwayne Johnson stattfindet. Irgendwo zwischendrin wird die BFG gefunden aber das rettet den Film leider auch nicht mehr.

Zunächst einmal: das Spiel spielt auf dem Mars (vorerst), auf dem ein Tor zur Hölle geöffnet wurde, aus dem Dämonen kommen, die alle getötet werden müssen.

Was ist falsch daran? Wo liegt der Vorteil, diesen zentralen Bestandteil gegen eine beliebige, blöde Virusgeschichte auszutauschen? Die erzählte Geschichte wird dadurch nicht besser.

Warum braucht unser Hauptheld eine persönliche Motivation mit Eltern und Schwester und Zeugs, um seinen Job zu machen? Macht den Film nicht besser.

Im Gegenteil. Wir brauchen Zeit, um die Geschichte zu erzählen, wertvolle Zeit, bei der keine Dämonen getötet werden.

Zum Positiven: die Kreaturen sind gelungen (bis auf The-Rock-Endstadium), vor allem, wenn sie kein CGI sind. Karl Urban ist immer gut und zwischendurch baut der Film durchaus Spannung auf. Einzelne Szenen sind gut, meist die, wo Monster dabei sind. Rosamund Pike spielt gut und ihre Rolle ist teilweise ok, wird leider zu oft im Stich gelassen, vor allem zum Ende hin.

Im zweiten Drittel kommt es zur FPS-Szene und hier sieht man, was der Film hätte werden können, wenn er gewollt hätte. Nicht umsonst ist diese Szene eigener Bestandteil der DVD.

Zum Ende hin schwächelt der Film noch einmal sehr stark, wenn Dwayne Johnson zum Bösen mutiert – das ist wirklich nicht gut und zieht sich ewig hin.

Auch hier: wozu The Rock zum Bösen machen? Macht den Film nicht besser.

Der Film ist nicht langweilig und teilweise interessant, aber als Verfilmung von Doom bleibt er leider hinter allen Erwartungen zurück, die vor allem Cast und Regisseur geschürt haben – das sind alles gute Leute.

Fazit: enttäuschend als Doom-Verfilmung, ordentlich mit mäßigem Ende ohne diesen Hintergrund.

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Kino Kritik

Kritik: Krull (1983)

Krull kam 1985 in die DDR-Kinos, ich war genau die Zielgruppe des Films und für 55 Pfennig hab ich mir den nicht nur einmal angesehen. Der beste Film der Welt. Damals.

Das unbeschreibliche Ungeheuer landet mit seiner schwarzen Festung und den Slayern auf einem Planeten und entführt dort die eben angetraute Frau des Prinzen, der dabei zum König wird.

Er muss sich auf die Suche machen nach der schwarzen Festung und mit viel Hilfe und der Überwindung zahlreicher Abenteuer schafft er das dann auch. Hilfe bekommt er durch einen alten Mann, Ergo, den Selbstverzauberer, eine Gruppe Wegelagerer, einen Zyklopen, den alten Zauberer, die Witwe im Netz und natürlich durch das Fünfklingenschwert, das leider nur kurz eingesetzt wird, dafür aber die emotionalste Abschiedsszene des Films bekommt.

Erst das Gute: das ist ein Film voller Abenteuer, die tatsächlich sehr unterschiedlich sind. Berge, Spinnennetze, Moor, fliegende Feuerpferde und die schwarze Festung. Dazu eine durchaus schnelle Inszenierung, die wenig verweilt, sondern viel zeigt. Und ein guter Cast, unser Hauptheld ist überaus sympathisch, die Wegelagerer rauh mit weichem Kern, der lustige Sidekick Ergo ist ok und der Zyklop tragisch.

Dazu eine sehr gute Musik von James Horner – bombastisch, staatstragend, voll, Trompeten, Streicher – alles drin.

Und die Optik des Films ist gut. Da wird noch auf Pferden geritten, das ist echt bodenständig, die Slayer sind böse aber gutaussehend und wenn sie sterben kommt was Glitschiges aus ihrem Kopf. Was hab ich mich gegruselt damals.

So verfolgen wir unsere Protagonisten, sie wachsen uns teilweise schon ans Herz und es kommen weniger durch, als man denken möchte.

Ach ja, die Spinne ist grandios. Die ist immer noch gut. Und der Titel. Wenn der nicht die 80er atmet…

Es gibt auch Kritik: der Film ist nicht an allen Stellen gut gealtert. Die praktischen Effekte sind immer noch toll, aber an etlichen Effekten hat der Zahn der Zeit schon sehr stark genagt. Insbesondere der Greenscreen ist deutlich zu sehen und der gesamte Endkampf ist unlogisch und nicht schön gedreht.

Frauen sind Auslöser von Aktionen und opfern sich auf – da ist der Film voll in den 80ern. Es ist ein Männerfilm.

Manche Szenen sind auch sehr lang. Ich fand es ok, aber z.B. die Flammenrosse werden eine Weile gefangen und dann eine Weile geritten. Das dauert halt.

Die meiste Szenen und Ideen sind jetzt nicht neu, Star Wars z.B. ist eine sehr offene Inspiration für den Film. Aber das ist ok.

Insgesamt hat mich der Film erstaunlich gut unterhalten, lediglich das Ende war anstrengend. Das hätte ich nicht gedacht, aber insbesondere die Slayer, die Optik und die Musik sind zeitlos gut.

Fazit: durchaus jetzt noch ansehnlicher Film mit einer klassischen Heldengeschichte.

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Kino Kritik

Kritik: Venom (2018)

Venom, eine weitere Marvel-Verfilmung. Der Charakter sieht echt gut aus, andererseits hab ich da leider einen Trailer für gesehen, der mir sagte: lass uns mal abwarten und das Ding in Ruhe zu Hause ansehen. Außerdem ist der Film ein Spin-Off von Spider-Man 3, der so strunzlangweilig und uninteressant war, dass ich die Neuverfilmungen erst einmal vermieden hatte. Zudem hat der Film eher schlechte Kritiken bekommen.

Mir hat er gefallen.

Eine Rakete stürzt ab, die einige Symbionten an Bord hatte, die ein skrupelloser Firmenchef (Riz Ahmed) mit Menschen verbinden will, um Supermenschen/symbionten zu schaffen. Dabei sterben einige Menschen und ein Symbiont, Venom, entkommt durch den bis dahin sehr dumm agierenden Eddie Brock (Tom Hardy).

Ernsthaft, unser Held ist ein Depp. Glücklicherweise behauptet der Film auch nichts anderes und insbesondere seine Freundin Anne (Michelle Williams) ist eine richtig gute Frauenrolle geworden.

Venom verbindet sich mit Eddie und beide versuchen, den Obersymbionten Riot, der am Anfang beim Absturz entkam, zu stoppen.

Etliche Prügeleien und Actionszenen später Happy-End.

Am Anfang braucht der Film lang, um Fahrt aufzunehmen. Dort passiert zwar auch schon viel, aber das ist eher aufgesetzt und auch irgendwie sehr sperrig inszeniert. Abgesehen davon, dass Eddie halt ein Depp ist.

Wenn Venom dann aber da ist, springt der Film auf albern-humorige Action um, die Sprüche werden besser und der Charakter „Eddie“ gewinnt an Leben und Sympathie.

Venom selbst ist interessant, großmäulig und cool anzusehen.

Wie gesagt, die Frauenrolle ist angenehm unabhängig von Eddie, der ihr Vertrauen missbraucht hat und dafür auch mal die Konsequenzen tragen muss.

Eine Sache, die mir missfallen hat und in vielen Filmen derzeit Standard ist: Menschen werden wie Gegenstände behandelt. Das ist sehr verächtlich. Es geht mir nicht um den Bodycount, sondern die Nebensächlichkeit, mit der Menschen getötet oder z.B. dafür gebraucht werden, andere Menschen zu verprügeln. Das ist nicht in Ordnung und leider ein zunehmender Trend.

Irgendwie reißt mich das aus den Filmen raus, denn ich will mit meinem Helden mitfiebern und im Optimalfall er/sie sein oder ihnen nacheifern. Das fällt mir bei solchen Szenen schwer, denn üblicherweise ist beiläufige Tötung für die Bösen reserviert.

Dennoch: der Film konnte gefallen und ich finde es ein wenig schade, dass ich ihn nicht im Kino gesehen habe.

Wenn ich jetzt noch wüsste, wer Cletus Kasady ist, könnte ich den Inhalt einer möglichen Fortsetzung erahnen…

Fazit: guter Film mit leichten Anlaufschwierigkeiten.

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Kino Kritik

Kritik: Flash Gordon (1980)

Endlich hab ich es geschafft, mir Flash Gordon anzusehen, danke Tele 5. An sich kannte ich den Film nur durch die Musik von Queen und Ausschnitte in Bonbonfarben. Ich war gespannt.

Imperator Ming (Max von Sydow!) will die Erde per Naturkatastrophen zerstören. New-York-Jets-Footballer Flash trifft im Flugzeug sein Love-Interest Dale, das Flugzeug stürzt im Gewächshaus von Dr. Zarkov ab. Der weiß, dass die Naturkatastrophen extraterrestrischer Natur sind und will dies mit einer Rakete untersuchen.

Sie fliegen hoch und werden gefangengenommen. Mehrere Attentate auf sich kann Flash (hauptsächlich durch Kraft und Sportlichkeit) vereiteln, er widersteht der Tochter des Imperators Aura (Ornella Muti), und führt sowohl Prinz Barin (Timothy Dalton) als auch Prinz Vultan (Brian Blessed) mit seinen Flugmännern gegen Ming, der Dale gegen ihren Willen heiraten will, aber am Ende rechtzeitig gestürzt wird. Alle Liebenden kriegen sich. Dazwischen viel Keilerei, Schießerei (auch mit „Lasern“), Folter und Intrigen.

Ok, die Geschichte ist nicht Gold (oder logisch) aber angemessen. Die Effekte sind alle so bonbonfarben wie die Ausschnitte, die man aus dem Film kennt. Er erlaubt sich sehr viel Fantasy, fantasievolle Figuren und ebensolche Sets. Dabei wird durchaus geklotzt, das ist zwar schlecht gealtert aber mit Nostalgie durch seinen Charme durchaus ansehbar.

Schauspielerisch ist Flash eher blond und stark, der Rest des Casts ist aber gut besetzt. Die Action dominiert den Film und er ist für einen 80er-Film durchaus schnell geschnitten: Langeweile kommt nicht auf. Und die Musik tut ihr übriges, dass es so bleibt.

Natürlich gibt es auch unrealistische Szenen: Ornella Muti(!) knabbert am Haupthelden rum, setzt sich auf ihn und will ihn ausziehen und verführen – er widersteht. WTF?

Sonst ist alles recht glaubwürdig.

Es ist schwer, ein konsistentes Fazit zu ziehen: Flash Gordon ist nicht wirklich gut gealtert aber erfrischend naiv und geradeaus. Es hat Spaß gemacht, den Film anzusehen, trotz und wegen seiner Unzulänglichkeiten.

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Kritik

Kabarett: Welke und Wischmeyer (2017)

2017 traten Oliver Welke und Dietmar Wischmeyer zur, nennen wir es Amigo-Tour, an, und wir waren in der Columbiahalle dabei.

Kurze Hallenkritik: Columbiahalle ist bestuhlt ok.

Welke und Wischmeyer sind sehr, sehr gut. Bandbreite von einfach so albern bis politisch. Schöne Geschichten, die erzählt werden.

Tja, viel mehr gibt es auch nicht zu sagen, es war ein sehr schöner Abend, bei dem man sich wünscht, dass es noch mehr davon geben wird.

Gern auch in näherer Zukunft.