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Kino Kritik

Kritik: Star Wars: Episode IX – The Rise of Skywalker (2019)

The Rise of Skywalker – der Abschluss der dritten Trilogie und erst einmal der Saga um Luke Skywalker und seinen Papa.

Nachdem der achte Teil ein gemischtes Erlebnis war, war ich gespannt, wie Abrams die Reihe abschließt. Nicht vergessen darf man dabei die unterirdische Frauenfeindlichkeit und der überbordende Rassismus, der dem siebten und insbesondere dem achten Teil entgegengeworfen wurde. Das war Social Media vom Schlimmsten, ungebremst durch Youtube, Twitter, Facebook und Co.

Also war die Aufgabe von Abrams nicht nur, den Film zu drehen, sondern auch, die Schauspieler:innen zu schützen und dabei nicht vor der Masse einzuknicken. Dass ein Filmemacher bei einem Unterhaltungsfilm überhaupt an sowas denken muss.

Insofern war es z.B. schwer einzuschätzen, ob z.B. die Rolle von Kelly Marie Tran von vornherein so schwach angelegt war, nach ihrem Auftreten im achten Teil oder ob das ein Zugeständnis an die Idioten war.

Zum Film (Spoiler): der Anfangstext verrät uns, dass in der Zwischenzeit viel passiert ist und dann steigen wir in die Handlung ein: Kylo Ren findet den Imperator, der eine riesige Flotte aufgebaut hat, um die Welt zu vernichten. Rey trainiert fleißig Jedi und bricht ihre Ausbildung früher ab, um die Rebellion zu unterstützen. Sie wird von der dunklen Seite versucht, kann widerstehen, rettet Kylo Ren, der jetzt Ben heißt und dafür stirbt.

Im Endeffekt ist es „Return of the Jedi“ noch einmal mit anderen Figuren.

Aber das ist ok. Der Film bringt alles gut rüber, die Geschichte wird schnörkellos erzählt und endlich hat Daisy Ridley eine halbwegs adäquate Rolle und Zeit, uns diese nahezubringen. Das war im achten Teil ja schlimm.

Es ist auch hier nicht alles Gold, was glänzt, es gibt einige Dinge, die mehr oder weniger stören: die Auftritte von Luke, Leia, Han Solo – das muss alles nicht sein. Immer, wenn man nicht mehr weiß, wie man aus der Geschichte rauskommen soll, kommt ein Jedi ex Machina. Das ist nicht gut, denn innere Logik kann man bei dem Film u.a. dadurch vergessen. Und warum wird Lando Calrissian wiederbelebt? Das soll sicherlich Fanservice sein, raubt dem Film aber so viele Entwicklungsmöglichkeiten.

Dann die Rollen Poe und Finn. Die sind nur dazu da, zu nerven und Rey zu bevormunden. Warum genau musste Finn auch auf den Todesstern surfen? Um im Weg zu stehen? Rey ist im Film die Über-Jedi und wirklich gut, aber allein irgendwohin lassen – da sei sonstwas davor. Ist eine Frau, muss beschützt werden. Unironisch. Und was ist jetzt mit Rey und Finn? Ist deren abruptes „Beziehungsende“ ein Zugeständnis an irgendwelche Rassisten? Oder wussten die Drehbuchschreiber einfach nicht, was sie mit der Rolle anfangen sollten?

Warum muss C3PO dauernd erniedrigt werden? Das ist Lucas-Pippi-Kacka-Humor.

Und noch mal innere Logik: der gesamte Endkampf – da reicht es nicht, das Gehirn auszuschalten, da muss man gezielt nicht nachdenken.

Oder das mit dem Todesstern und dem Dolch.

Dennoch: der Film hat was. Es gibt viele gute Szenen, Poe und Zorii Bliss z.B. In kurzer Zeit erfährt man da so viel. Rey und Kylo Ren. Kylo Ren. Babu Frik.

Insgesamt ist der Film wirklich gut geworden, leider zieht sich durch alle drei Nachfolgefilme die Idee, dauernd die alten Star-Wars-Figuren auftreten zu lassen. Und das geht schief. Für den ersten Teil war das ok, die nachfolgenden Filme hätte einfach die Geschichte für sich selbst stellen sollen und ihre Figuren ausnutzen.

Schade drum, denn gerade über Rey könnten noch mehrere Filme gedreht werden. Wie sie beim Training wütend wird – das war besser und überzeugender als die ganze Theatralik um die Bösewerdung von Darth Vader. Abrams ist halt auch ein guter Regisseur.

Fazit: guter Abschluss, Wehmut darüber, was der Film hätte sein können.

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Kritik: Kiss Kiss Bang Bang (2005)

Kiss Kiss Bang Bang mit Robert Downey Jr., Michelle Monaghan und Val Kilmer, Regie Shane Black.

Das große Comeback von Robert Downey Jr.

Ich kann mich nicht erinnern. Die Rezensionen sind gut, ich hab den Film nicht negativ in Erinnerung – wird wohl gut gewesen sein.

Fazit: leider keine Ahnung.

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Kritik: Gake no ue no Ponyo (2008)

Gake no ue no Ponyo (dt. Ponyo – Das große Abenteuer am Meer) ist ein Anime aus dem Hause Ghibli, nachdem wir Porco Rosso abgebrochen hatten, waren wir gespannt.

Ponyo ist eine Goldfischin, die ihrem Vater entkommt und dabei unglücklicherweise in einem Glas festhängt. Sie wird vom fünfjährigen Sosuke gerettet, der das Glas zerschlägt und sich dabei schneidet. Ponyo leckt das Blut ab und möchte von da an Mensch werden.

Das gelingt nur, wenn sie einen Menschen findet, dessen Herz sie erobert (Sosuke). Dieser lebt mit seiner Mutter allein auf einem Berg, der Vater ist auf See und bleibt auch über den Zaubersturm dort, der alles unter Wasser setzt.

Auch das Altersheim, das plötzlich unter einer Qualle steht, weil die Wassergöttin (und Ponyos Mutter) mit Sosukes Mutter reden will. Ach ja, der Zaubersturm, die Annäherung des Monds – das alles wird durch die Magie Ponyos erzeugt, die sie verliert, wenn sie zum Mensch wird.

Dennoch Happy End.

Ein seltsamer Film. Wir erfahren weder, was die Motivation von Ponyos Vater ist, noch, was er zusammenbraut, wir erfahren nicht, ob und warum er Ponyo gefangenhält und was die Wassergöttin damit zu tun hat.

Weiterhin hat der Film kaum eine Handlung, sondern ist eine Abfolge schöner Bilder und Sequenzen. Die sind wirklich schön, lustig, lebenslustig und von großer Fantasie. Vor allem Sosuke ist ein nicht nerviges Kind und Ponyo total niedlich.

Wenn man sich drauf einlässt, bekommt man einen schönen, unterhaltsamen Film ohne richtige Handlung sondern mit viel Gefühl zu sehen.

Fazit: unterhaltsames Anime, das auf schöne Bilder und Sequenzen baut.

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Kritik: Shazam! (2019)

Shazam – einer der mir unbekannten DC-Superhelden. Eigentlich heißt er Captain Marvel, darf aber aus rechtlichen Gründen nicht mehr so genannt werden.

Zugegeben, erst wollte ich mir den Film nicht ansehen und habe das nur wegen des Regisseurs David F. Sandberg getan, der wunderbare Kurzhorrorfilme dreht (u.a. Lights Out (Vorsicht: sehr, sehr gruslig), dessen Langfilm er auch schon realisieren durfte) und einen genialen Youtube-Channel unterhält. Unbedingt ansehen, wenn man an Filminszenierung interessiert ist.

Zum Film: wir folgen Billy Batson, der seine Mutter sucht, bei einer sehr netten Pflegefamilie unterkommt und von Djimon Hounsou, den ich nicht erkannt habe, in den Superhelden Shazam! verwandelt wird, der sich mit dem Ausruf „Shazam!“ hin- und wieder zurückverwandeln kann.

Das, und seine neuen Fähigkeiten muss Billy aber allein herausfinden bzw. mit seinem neuen Bruder Freddy, einer riesigen Nervensäge. Der Rest der neuen Familie wird nur angedeutet und spielt eine untergeordnete Rolle. Die obligatorischen Bullys an der Schule fehlen auch nicht.

Während Shazam seine Fähigkeiten kennenlernt – das ist wirklich lustig dargestellt – ist Dr. Sivana, sein Gegenspieler, auf der Suche nach ihm, um ihn zu besiegen und seine Macht zu übernehmen.

Übergeordnetes Thema ist Familie und die Suche nach einer solchen, am Ende muss Billy einsehen, dass seine Suche nach seiner Mutter unnötig war und er schon eine Familie hat.

Der Film ist mal gut, mal nicht so gut. Wenn er Fahrt aufnimmt und wir die Fähigkeiten von Billy kennenlernen, wenn er dort sehr trocken kommentiert, was passiert, dann ist der Film wirklich gut. Auch die Liebesbeziehung zu seiner neuen Schwester, die ich auf jeden Fall erwartet hatte, blieb glücklicherweise aus.

Leider hängt der Film zum einen in der Mitte ziemlich durch, da passiert zwar viel auf der Leinwand, aber die Konflikte wirken aufgesetzt, um halt Konflikte zu haben. Das ist dann 08/15-Klischeehandbuch durchgespielt und dementsprechend uninteressant. Und zum Ende hin zieht sich der Endkampf ewig. Da muss alles noch mal rein und nochmal und dann nochmal für alle, die es dreimal erklärt haben müssen.

Außerdem ist mir nicht ganz klar, welche Zielgruppe der Film hat. Für Kinder ist er in vielen Szenen zu hart und zu gruslig, für ältere Leute ist er deutlich zu albern und zu einfach in der Inszenierung der Aussage.

So habe ich mich über große Strecken amüsiert, dann wieder auf die Uhr geguckt, dann ging es wieder und zum Ende hin war es nicht so toll.

Eigentlich schade, denn mit etwas mehr Fokussierung und Schnitten wäre das ein sehr guter Film geworden.

Die Darsteller:innen sind alle gut, eine gute weibliche Rolle fehlt leider.

Fazit: ordentliche Unterhaltung mit Luft nach oben.

Für Leute ab 18 (wirklich, wartet so lang), beim Ansehen Licht aus, Ton laut und Vollbild:

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Kritik: Pengin haiwei (2018)

Pengin haiwei (dt. Penguin Highway) ist ein Anime nach einem Roman und dann Manga, das die Geschichte von Aoyama und One-San erzählt.

Aoyama ist in One-San verliebt, er ist erst in der 4. Klasse, One-San schon erwachsen. Dennoch vertreibt sie sich gerne die Zeit mit Aoyama, redet mit ihm und spielt Schach mit ihm. Aoyama gibt sich trotz seines Alters extrem erwachsen und versucht, ein nüchterner Wissenschaftler zu sein.

Als plötzlich Pinguine im Ort auftauchen, untersucht er das Phänomen mit seinem Freund Uchida. One-San kann Coladosen in Pinguine verwandeln und auf einer Wiese taucht eine Wasserkugel auf, die auch untersucht werden soll, diesmal zu dritt zusammen mit Hamamoto.

Aoyama muss herausfinden, wie One-San, die Wasserkugel (das Meer), die Pinguine und die Jabberwockys zusammenhängen und dabei wird der Film immer dramatischer, bis zum nicht ganz so Happy- aber konsequenten End.

Es ist ein seltsamer Film. Einerseits die sehr unterkühlte Erzählung von Aoyama, der uns aus dem Off begleitet, sehr erwachsen, andererseits die Fantasie, die hinter der Geschichte steht und die bizarre Situation, die auch nicht wirklich aufgelöst wird. Dazu sehr unangenehme, aber wohl bei Anime nicht fehlen dürfende Abschweifungen zu Brüsten und Oberweiten, die für die Handlung unwichtig sind und nicht wieder aufgegriffen werden.

Am Anfang waren wir unsicher, ob wir den Film zu Ende sehen sollten, zu klischeehaft ging er los mit Brüsten, Schulmobbing, semierwachsenen Reden, aber irgendwie fasziniert er einen doch und dann will man wissen, worum es geht und wie die Auflösung ist.

Fazit: sehr interessanter Film, leichte Schwächen in der B-Note, trotzdem sehr sehenswert.

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Gesamtwerk: Harry Potter

Sieben Bände, acht Filme und ein Riesenhype bis zum Schluss – das muss man erst einmal schaffen. Da ist J.K. Rowling ein großer Wurf gelungen und trotzdem mir die Reihe am Ende nichts mehr gab, ist anzuerkennen, dass Rowling nicht siebenmal dasselbe Buch geschrieben hat, sondern eine Vision der Geschichte umgesetzt hat, die das Universum stetig erweiterte und immer neue Aspekte gefunden hat.

Die ersten Bücher zeichnen sich durch eine unbändige Fantasie aus, die mit einer wunderbaren Leichtigkeit erzählt werden. Da wird mit einer bewundernswerten Selbstverständlichkeit ein komplett neues, schlüssiges Universum geschaffen, dessen Geschichten bestimmt nicht auserzählt sind.

Die Hintergrundgeschichte um Harry und Voldemort ist groß genug angelegt, um sieben Bände durchzuhalten. Hogwarts entsteht beim Lesen vor unseren Augen und alle Figuren sind gut genug erzählt, um sie kennenzulernen und mit ihnen mitzufiebern.

Die ersten vier Bände kann ich immer wieder lesen, insbesondere Band vier ist ein erzählerischer Höhepunkt, was Spannung, Geschichte, Verwicklungen und durchgehaltene innere Logik angeht.

Und die Ideen: Zeitumkehrer, Eulen, Pensieve, Muggles, Quidditch, …

Leider interessiert Rowling ab Band fünf die dunkle Seite ihrer Geschichte und die Erweiterungen, die sie dort vornimmt, insbesondere, was Dumbledore, Snape und Harrys Eltern angeht, sind echt nicht mein Ding. Sie verkompliziert die Geschichte und kann die Einzelteile nicht mehr schlüssig zusammenhalten. Gleichzeitig verengt sie so den Erzählrahmen, die Größe des geschaffenen Universums nimmt unnötigerweise ab. Was ist mit den Riesen, Drachen, anderen Schulen? Dazu kommt, dass Harry, Ron und Hermione dauernd gegeneinander arbeiten müssen, was in den ersten Bänden noch charmant ist, nervt in den letzten Bänden nur noch, insbesondere im Angesicht der Bedrohung durch Voldemort.

Apropos Figuren, hab ich oben noch gelobt, sind bestimmte Muster aber auch nervig. So gelingen Rowling keine guten Frauenfiguren. Insbesondere Hermione, die einzig kompetente Kinderfigur, wirdd dauernd als Streberin dargestellt, was negativ geschildert wird. Während die Jungen tun können, was sie wollen, und Hermione ihnen den Rücken freihält, wird sie von beiden genauso zuverlässig ignoriert. Für die Handlung ist sie oft nur als Auslöserin von Aktionen da, nicht als aktive Rolle. Das ist schade.

Dann werden zwar bis Band 4 neue Figuren eingeführt, diese jedoch wieder zurückgefahren und hauptsächlich in Klischees belassen. Ginny z.B. ist so gut, aber siehe Hermione. Einzig die Zwillinge sind noch interessant.

Apropos Klischee: die größte Enttäuschung ist tatsächlich das stockkonservative Happy-End. Wie kann jemand mit solch einer Fantasie so ein Nummer-Sicher-Ende wählen?

Leider hat das dazu geführt, dass ich andere Bücher aus dem Universum nicht lesen werde, denn ich vermute, J.K. Rowling hat ihren erzählerischen Höhepunkt hinter sich und ich will mich da vor weiteren Enttäuschungen schützen.

Ich hab auch Probleme mit der Darstellung von Hogwarts als Schule mit vier Häusern, die gegeneinander ausgespielt werden, wo Bullying geduldet wird und wo die Begünstigung von Harry Potter und die Demütigung anderer Schüler:innen, insbesondere von Slytherin, durch den Schulleiter anormale Züge annimmt. Das liest sich zwar nett hin und im Buch fiebere ich mit, aber tiefer drüber nachdenken sollte man nicht,

Die Filme setzen die Bücher adäquat um. Es gibt stärkere und schlechtere Umsetzungen, insgesamt ist das aber in Ordnung, denn die Medien unterscheiden sich in Länge und damit in der zu zeigenden Komplexität grundlegend.

Es wäre interessant, eine Harry-Potter-Fernsehserie zu sehen: eine Staffel – ein Buch. Aber das werde ich wohl leider nicht erleben. Evtl. auch animiert, um das Problem mit alternden Darsteller:innen zu umgehen.

Insgesamt hat mich die Serie gut unterhalten, die letzten Bücher waren zwar nichts für mich, aber dennoch sind die Bücher eine Riesenbereicherung des Fantasygenres und insbesondere Band 4 lese ich immer wieder gern.

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Bücher Kino Kritik

Kritik: Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 1 (2010) und Part 2 (2011)

Harry Potter and the Deathly Hallows (Harry Potter und die Heiligtümer des Todes) wurde in zwei Filme aufgeteilt: Film 1 und Film 2.

Ganz schlimm. Das einzige Buch der Reihe, das ich nur einmal gelesen habe und das auch nicht wieder tun werde. Die Horcrux-Geschichte war schon im Halbblutprinz zu kompliziert angelegt, wird hier aber um die Deathly Hallows erweitert. Das stemmt Rowling erzählerisch einfach nicht mehr. Die Geschichte ist viel zu lang, überkomplex und zu trostlos. Sicher will Rowling so ein Gefühl beschreiben, aber das ist nur noch traurig und das Verhalten unserer drei Hauptfiguren nur noch in Ansätzen nachvollziehbar.

Dazu kommen noch Entscheidungen… Was ist mit dem unwürdigen Ende von Snape? Und das Ende – wie sehr muss man in Klischees baden, um so was zu schreiben?

Wenn ich dran denke, mit welchem Einfallsreichtum Rowling begonnen hat und wie stark das doch abfällt, ist das einfach sehr enttäuschend.

Die Filme setzen das Buch gut um, mir hätte einer gereicht, da insbesondere inhaltlich nicht so viel zu erzählen ist. Aber im Endeffekt war das eine Entscheidung für sehr, sehr viel Geld.

Fazit: weder Buch noch Filme sind was für mich.

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Kritik: Harry Potter and the Half-Blood Prince (2009)

Harry Potter and the Half-Blood Prince (Harry Potter und der Halbblutprinz), der sechste Teil, bei dem sich Rowling leider komplett verzettelt und bei dem die erzählerischen Fähigkeiten der Autorin an ihre Grenzen geführt werden.

Die Magie ist auserzählt, Rowling legt den Fokus auf die Geschichte um Voldemort und seinen Aufstieg sowie die Vorbereitungen, ihn zu besiegen. Das kann sie nicht. Die Idee mit den Horcruxes ist ok, aber deutlich zu kompliziert angelegt und erzählt. Sie versucht, die Figur Snapes interessanter zu machen und schafft eigentlich nur mehr Klischees um die Figur. Er verliert leider wieder nach guten Ansätzen in den Bänden 4 und 5. Dumbledore wird immer unverständlicher und verschlossener und insgesamt ist das einfach nur noch anstrengend.

Dazu Harry, der immer eigensinniger wird, das Buch des Halbblutprinzen hilft immerhin mal beim Lernen.

Der Film kondensiert das Ganze noch, er lässt fast alle Magie weg und konzentriert sich auf die Geschichte. An sich eine gute Idee, leider bleibt damit ein unangenehm dunkler Film übrig, der wenig Ausweg für Staunen oder Freuen lässt.

Damit sind weder Buch noch Film was für mich und ich hoffte noch darauf, dass der siebte Teil wieder zu alter Form findet.

Fazit: erzählerisch schwach, inhaltlich ok.

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Kritik: Harry Potter and the Order of the Phoenix (2007)

Harry Potter and the Order of the Phoenix (Harry Potter und der Orden des Phönix), der fünfte Teil der Reihe und der Teil, bei dem mich Rowling im letzten Drittel des Buchs verlor.

Dabei ist die Geschichte am Anfang gut: Voldemort ist wieder da und das Zauberministerium will das vertuschen, erklärt alle zu Lügnern und ersetzt Dumbledore durch die bürokratische, hartherzige und folternde Schulleiterin Umbridge. Diese versucht, Harry das Leben schwer zu machen und die Kontrolle über Hogwarts zu gewinnen. Was nicht gut läuft.

Das ist gut und flüssig erzählt, auch der Aufbau des Widerstands gegen Umbridge und Voldemort – gut gelungen. Aber dann wird das zu viel, wieder einmal wird die Geschichte von Harrys Eltern erweitert und neu gedeutet, wieder einmal weiß Dumbledore alles, sagt aber keinem etwas, erst recht Harry nicht, und irgendwie summiert sich das alles und ist zu viel. Ich kann den Finger nicht drauf legen, aber das sprach mich plötzlich nicht mehr an, mitten im Buch.

Auch der Bruch mit Cho aus nichtigen Gründen, wahrscheinlich, um die Hauptfiguren beieinander zu halten, ist schlecht, denn so wurde die Chance vertan, offensichtliche Figurenkonstellationen aus dem Klischee „beste Freunde müssen heiraten“ zu befreien.

Damit hat der Film natürlich auch ein Problem, zusätzlich dazu sind auch hier wieder Auslassungen und Zufügungen enthalten, die wirklich fehlen oder unnötig sind. So erzählt der Film die Geschichte ein wenig anders und verändert dabei die Stellen, die mir im Buch gut gefallen haben.

Im Film ist der Bruch mit Cho sogar noch schlechter umgesetzt als im Buch.

Was in Buch und Film positiv bleibt, ist Snape, hier darf er tatsächlich einmal zeigen, was es bedeutet, erwachsen zu sein und Verantwortung zu übernehmen.

Gut besetzt hinten heraus Helena Bonham Carter als Bellatrix Estrange, leider wird der Tod Sirius Blacks auch verändert, um billig die Figur Estrange zu verbösen. Das sind so die Kleinigkeiten, die einfach stören.

Insgesamt ist der Film der Geschichte angemessen düster und einfacher erzählt, was schade ist, denn das Staunen, die Magie – die fehlen (auch schon im Buch).

Fazit: Buch ab dem letzten Drittel, Film insgesamt sprechen mich nicht mehr an.

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Kritik: Harry Potter and the Goblet of Fire (2005)

Harry Potter and the Goblet of Fire (Harry Potter und der Feuerkelch) ist für mich der Höhepunkt der Buchreihe, der beste Band, den Rowling geschrieben hat.

Sie führt die Geschichte mit einer bewundernswerten Leichtigkeit von einer Vorahnung über Vodemort über das Quidditch-Turnier und das trimagische Turnier zur ersten direkten Begegnung von Harry und Voldemort. Das ist ganz, ganz große Kunst. Die vielfältigen Verästelungen der Geschichte, die alle berücksichtigt und aufgedröselt werden, die auch alle wichtig sind für die Geschichte und die wirklich nicht vorhersehbaren Twists sind immer wieder ein Lesevergnügen. Und natürlich der Auftritt von Voldemort sowie die Darstellung der ganzen Organisation dahinter – brillant.

Natürlich kann ein Film das nicht vollständig abbilden, dafür ist das einfach zu komplex. Aber die Kürzungen und Erweiterungen, die im Film gemacht wurden, gehen für mich komplett am Buch vorbei. Am trimagischen Turnier sind für mich weniger die eigentlichen Herausforderungen interessant als die Vorbereitungen der verschiedenen Champions, die Frage, ob und wie man sich hilft, oder das Zerwürfnis von Ron und Harry (bei dem leider wieder einmal deutlich wird, wie nebensächlich eigentlich Hermiones Figur ist, sie ist halt dafür da, bestimmte Sachen anzustoßen, nicht mitzuwirken). Das wird im Film glattgezogen, es werden halt viele Drachen gezeigt und eine Zusatzszene erfunden, dafür werden essenzielle Bestandteile geändert, z.B. dass Harry zu faul ist, Hinweise zu berücksichtigen oder sich vorzubereiten.

Plötzlich lebt das Labyrinth, statt dass dort Fabelwesen warten. Warum? Es macht den Film nicht besser.

So gesehen konnte ich den Film nicht genießen und ihm auch nicht wirklich etwas abgewinnen, da die Änderungen zu weit vom Buch weg sind, das ich einfach im Hinterkopf hatte. Es geht so viel Hintergrund verloren…

Dennoch sind bestimmte Szenen gut gelungen und Brendan Gleeson sowie Ralph Fiennes sind wieder einmal genial besetzt. Insbesondere bei Ralph Fiennes wäre es mir lieber gewesen, wenn man auf das Schlangengesicht verzichtet hätte. Der ist auch so extrem furchteinflößend.

Es kann sein, dass der Film für sich gut ist, ich bin einfach zu enttäuscht von der Umsetzung des Buches, um das objektiv zu beurteilen.

Fazit: nichts für mich, da zu weit weg vom Buch.