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Ich bin wie ein Kinderschänder

außerdem könnte ich auch Drogen nehmen.

Denn ich spiele (trommelwirbel): Killerspiele! Tötungstrainingssoftware sogar!

Puh, jetzt ist es raus. Wer stellt mich auf eine Stufe mit Kriminellen? Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann:

Er [Herrmann] will die Absichtserklärungen, für Qualität bei Computerspielen zu sorgen, beim Wort nehmen: „Ich fordere die Computerspielbranche auf, den schönen Worten endlich Taten folgen zu lassen und auf Herstellung und Vertrieb von Killerspielen in Deutschland freiwillig zu verzichten. Killerspiele gehören bislang zu den intensiv beworbenen Hauptumsatzträgern der Branche. Mit derartiger Tötungstrainingssoftware, die zum Beispiel von der US-Army zur Vorbereitung von Soldaten auf Kampfeinsätze verwendet wird, dürfen in Deutschland keine Geschäfte mehr gemacht werden.“

Für Herrmann ist es wissenschaftlich klar erwiesen, dass der andauernde Konsum derartiger Spiele, in denen Gewalt und Brutalität anders als bei Filmen aktiv ausgeübt und gesteuert wird, die Gewaltbereitschaft fördert und die Fähigkeit, Mitleid zu empfinden, verkümmern lässt. „Damit sind derartige Spiele eine der Ursachen für die erschreckende Jugendgewalt und auch für Amokläufe, in den Szenen aus Killerspielen in die Realität übertragen werden.“ Mit großer Sorge sieht Innenminister Herrmann auch die Suchtgefahr, die von derartigen Spielen ausgeht. „Immer mehr Kinder und Jugendliche versinken täglich stundenlang in dieser virtuellen Gewaltwelt. Für Schule und Ausbildung haben sie keine Zeit mehr und drohen, so für unsere Gesellschaft verloren zu gehen. Leider habe viele Eltern überhaupt keine Vorstellungen davon, welchen dauerhaften Schaden ihre Kinder hier nehmen.“ Killerspiele widersprechen dem Wertekonsens unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft und gehören geächtet. In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand in Frage stellt.

Da frage ich mich schon: welche Drogen nimmt der Herr Innenminister selbst? Reicht da Alkohol aus?

Sachlich gefragt: Wo sind seine wissenschaftlichen Studien? Was hat das mit dem Amoklauf zu tun? Was will er noch verbieten?

Zu den Soldaten: das sind also auch alles potentielle Amokläufer?

Zu der Zielrichtung: klar, will er damit Wähler gewinnen, soviel leuchtet mir schon ein. Aber ist Bayern so vergreist, dass er sich um jüngere Wähler überhaupt keine Sorge machen muss? Die sind die Zukunft und der Nachwuchs. Die sollte man gewinnen, nicht kriminalisieren. Aber was gebe ich hier Wahlkampftips für die CSU?

Also: ruhig weiter so. Computerspiele töten Menschen. Sicher.

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Journalisten Politik

Amoklauf

Es gibt viel zu sagen und zu fragen, z.B., ob es nötig ist, einen Grund für die Tat zu finden oder ob man akzeptieren muss, dass man sowas nicht erklären kann. Oder warum es wichtig ist, ob eine Ankündigung gefälscht wurde. Oder ob Medien als vierte Macht ihre verfassungsmäßige(!) Aufgabe wahrnehmen sollten, die Reaktionen aller Beteiligten inklusive der Politiker zu hinterfragen. Und nach wirksamen Gegenmitteln zu fragen.

Aber besser ist es, Computerspiele und Internet für schuldig zu erklären, Handyvideos und geklaute Bilder auszustrahlen sowie Betroffenheitsjournalismus zu vollführen. Aber dann über „die anderen“ meckern. Oder sich wundern, dass kaum noch jemand Journalisten ernst nimmt.

Meine Stimmung zu diesem Thema kann man trefflich mit der Stimmung nach dem Lesen von Watchmen vergleichen: sehr leer.

Gut zusammengefasst auf eine andere Art hat das Hanno.

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Auto Fahrrad Kritik Politik Verkehr

Umweltprämie für’s Fahrrad

Umweltprämie jetzt!

Das Bundesamt für Wirtschaft findet das gar nicht lustig. Ich finde es sinnvoll.

(Quellen: vcd, taz)

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Journalisten Politik Sport

Weinreich vs. Zwanziger

Es ist soweit, Jens Weinreich muss um Geld bitten, da der DFB nicht nur viel Geld hat, sondern das auch nutzen möchte, um den Journalisten mundtot zu machen. Wenn sie schon nicht recht haben, dann soll er es sich halt nicht leisten können, Recht zu bekommen.

Also raus mit den Spenden.

Die Vorgeschichte (mit Links): DFB betreibt Verleumdung

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Journalisten Politik Überwachung

Der BND, dumm wie die Nacht

Ein Bericht über Inkompetenz und Ignoranz des BND im Stern. Interessante Stellen:

Dieser Staat steht mir nicht wie ein Feind, sondern wie ein Trottel gegenüber.

Nachdem die Bundestagsabgeordneten am Donnerstag im BND-Untersuchungsausschuss Ritzel gehört hatten, waren sie sich zumindest in einem Punkt einig: Dümmer als in seinem Fall kann sich ein Geheimdienst nicht anstellen.

Der Genosse Michael Hartmann, der in diesem Ausschuss immer verteidigt, was beim BND alles schief gelaufen ist, begnügte sich mit dem dürren Hinweis, Ritzel sei eben das „Opfer eines Irrtums“ geworden. Richtig sauer wurde Hartmann, als der Schriftsteller vor dem Ausschuss erklärte, die blinde Selbstverständlichkeit, mit der der BND Polizeiwissen abgreife, belege dessen Unfähigkeit zur eigenen Recherche. So ähnlich sei es am Ende auch im Überwachungsstaat DDR gelaufen, der vor lauter geheimdienstlicher Erfassung der Wirklichkeit diese gar nicht mehr wahrnehmen konnte. Hartmann schimpfte: „Es ist degoutant, das zu vergleichen.“

(Quelle: Stern, via Fefe)

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Musik Sport

Halbzeitshow Bruce Springsteen

boooooooooring!

Haben die Amis denn keinen aktuellen Musiker mehr, der dort auftreten kann? Das ist so ein alter-Leute-Rock.

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Journalisten Politik Schäuble Überwachung

Gute Nachrichten

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten: die Verfassungsbeschwerde gegen das BKA-Gesetz läuft. Mal sehen was rauskommt.

(Quelle: heise online)

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Journalisten Politik Schäuble Überwachung

Wenn es schon der FOCUS kritisch sieht…

lassen sich unsere Superminister Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, Bundesinnenminister Schäuble und Bundeswirtschaftsminister Michael Glos trotzdem nicht beirren. Da haben sich drei gefunden, die vom Internet unglaublich viel Ahnung haben. Und mit Seitensperrungen gegen Kinderpornographie vorgehen wollen. Sowas von inkompetent.

(Quelle: Focus)

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Journalisten

DFB betreibt Verleumdung

Der DFB hat sich da in was reingeritten, das ihm wahrscheinlich nicht schaden wird. Die DFB-Spitze versucht massiv, den Journalisten Jens Weinreich mundtot zu machen, zur Not mit Lüge und Verleumdung.

Knapp zusammengefasst: Jens Weinreich hat Dr. Zwanziger kritisiert, dem hat das nicht gefallen. Zwanziger scheiterte mit zwei Einklagen vor Berliner Gerichten und wollte Klage in Koblenz einreichen, weil er sich dort aufgrund seiner Verbindungen Vorteile erhoffte. Die Klage hat er nicht eingereicht, dafür hat der DFB eine Verleumdungsschrift verfasst und an Journalisten, Politiker etc. verschickt. Zeug für einen richtig großen Skandal.

Interessant wird sein, ob und wie andere Journalisten über den Fall berichten. Oder ob Politiker den Versuch machen, hinter die Kommunikationsblase zu sehen.

Zum ausführlichen Hintergrund bitte bei Jens Weinreich selbst lesen, dort sind genügend Links auf den ganzen Verlauf. Wer es unabhängiger mag: die Geschichte geht durch die Blogosphäre, z.B. bei Stefan Niggemeier.

Es gibt schon Stellungnahmen des Deutschen Journalistenverbandes und des Verbands deutscher Sportjournalisten sowie des Europäischen Journalistenverbands (EFJ). Gerade die Leute vom EFJ finden das überhaupt nicht lustig.

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Kritik Kultur Musik

Slipknot, Machine Head und Children of Bodom in der Arena

Endlich mal ein Konzert in der Arena, das letzte Mal war ich da bei 100 Jahre Rammstein. Ich hatte sie gut in Erinnerung – das trog, wie sich herausstellte: die Luft ist miserabel. Dafür war das Konzert gut.

Aber von Anfang an: wir fuhren dieses Mal mit dem Fahrrad, Parkplätze sind rar, wenn ein großes Konzert stattfindet (und nur zu solchen gehen wir :)). Angekommen erwartete uns eine recht große Menschenmenge vor dem Eingang, ging trotzdem schnell rein. Etwas seltsam war der Einlasser, der uns fragte, ob wir uns das wirklich gut überlegt haben, in so ein Konzert zu gehen. Wir waren etwas erstaunt, I redete mit ihm und erklärte ihm, dass wir schon mal auf Konzerten waren. Seine Antwort: „Na ja, die Rettungssanitäter müssen auch was zu tun haben.“ Willkommen in der Sesamstraße mit Bravo-Abo.

Drin waren noch nicht viele Leute da, wir konnten einen schönen Platz am Mischpult ergattern, ja, einen Weichei-Platz. Wir tanzen halt nicht so gern im Pit. War trotzdem gut. Der Security-Typ schaute sich Fotos auf seinem Handy an: neue Flamme und süßer Hund. Also sehr entspannt alles.

Nebenbei: im Raum für das Mischpult durften wichtige Leute und irgendwelche Gewinner eines Coca-Cola(?)-Wettbewerbs sitzen. Einziger uns (I) Bekannter: Evil Jared Hasselhoff von der Bloodhound-Gang, der im Laufe des Abends immer unsicherer auf den Beinen wurde. Großer Typ, sogar größer als ich. Beeindruckend. Später kam noch eine Frau. Auch beeindruckend. Fleischwurst, dabei esse ich gar keine Fleischwurst.

Den Anfang des Abends bildeten Children of Bodom, eine finnische Band, nie vorher gehört. War auch nicht unbedingt der Höhepunkt des Abends. Irgendwie gar nicht unsere Musik. Den Anfang jeden Liedes bildete ein albernes Intro auf dem Keyboard, kinderliedartig. Daran schloss sich eine Wand aus Trommel und Gitarren an, die es in sich hatte. Das war der Teil, der mich beeindruckte. Leider konnten Gesang und Gitarrensolos nicht mithalten, die waren sehr dünn. Auch die versprochenen Keyboard-vs.-Gitarre-Spielchen kamen nicht. Bleiben zwischendurch satte Liedteile, insgesamt nix Berauschendes, nach 40 Minuten vorbei. Schöner Spruch: „Put your fucking metal fingers in the fucking air“. Yeah.

Danach Machine Fucking Head. Und, liebe Besucher, man ruft nicht „Machine Head“ mit Betonung auf dem „a“. Das klingt Scheiße und ist falsch. Dann doch lieber mit einem schönen „fucking“ dazwischen, dann ist das auch rhythmisch. Machine Head waren extrem gut. Das ist Metal, wie er sein sollte: schnell laut, selten melodisch und wenn, dann sofort wieder laut. Und schnell. Haben mir viel besser gefallen als in Prag. Wahrscheinlich ist eine Halle für solche Konzerte besser, war bei I ja auch mit Metallica so. Das letzte Konzert in fucking Berlin war zu fucking lang her und da haben sie fucking Thrash Metal für die fucking Leute gespielt. Fazit: Ich wollte mir gleich „The Blackening“ zulegen, zum Glück haben wir es schon. Nach einer Stunde war der Saal vorbereitet und hatte gut was zu Hören bekommen. Und ich habe die Erkenntnis mitgenommen, dass man für Metal nicht zu alt oder zu dick ist. Der Bassist ist Klasse. Warten auf Slipknot.

Slipknot ließ sich etwas Zeit, erst nach einer halben Stunde war der Umbau beendet. Hat sich aber gelohnt, die Bühne wurde tatsächlich komplett umgestaltet. Da wir Slipknot vorher noch nicht gesehen hatten, waren wir natürlich gespannt. Inzwischen war die Halle auch voll, die Luft am Arsch, die Leute trotzdem gut drauf, Adrenalin in Massen, aber keine Aggression. So soll es sein.

Dann war es soweit. Neun Leute kommen auf die Bühne, maskiert, ein Schlagzeug in der Mitte, zwei weitere an den Rändern, nur Basstrommeln und Steeldrums, ein Keyboard, ein DJ, zwei Gitarristen, ein Bassist, ein Sänger. Und dann geht der Lärm los. Und hört nicht auf. Laut, schnell, gut. Da stimmt wirklich alles, Sänger singt gut, alles ist ausreichend laut, die Lieder gehen ineinander über und man wird mitgerissen von der Musik. Wer da nicht den Kopf wiegt, ist wirklich hoffnungslos verloren. Das war eines der besten Konzerte, die ich gehört habe, so eine Energie habe ich selten erlebt. Ein Beispiel auf Video (nicht live).

Es gibt natürlich auch Kritik: das Licht und das Ende. Das Licht war deutlich zu hell in Richtung Zuschauer, man will auch die Band sehen und nicht nur hören. Und es wirkte etwas albern, senkrechte Leuchtlaufleisten mit Glitzereffekt. Am Ende kamen dann noch sehr laut die Beatles. Was das sollte, außer die Leute möglichst effektiv zu vertreiben, bleibt Geheimnis der Macher.

Fazit: guter Abend, der sich von Band zu Band steigerte. War teuer, hat sich aber gelohnt. Nur etwas besser belüftet könnte die Arena sein.