Kasteel de Haar

Kasteel de Haar – kitschige Angeberburg im Wassergraben, es hat bei mir gewirkt. Hat mir wirklich gut gefallen, auch die Blumen überall, Backsteinromantik, drinnen fein ausgestaltet – Hach.

OK, die Glorifizierung des Kolonialismus war ein bisschen zu viel, auch der abgeschnittene Elefantenfuß oder das Krokodilbarometer.

Aber sonst – nur her mit dem Kitsch. Da passte dann auch das Rehrudel mit Flitzebambis gut rein. Hat sich gelohnt.

Ach ja, wenn man keinen Fernseher hat und in Holland beim ZDF Fußball-WM sehen will, merkt man, dass es noch Geoblocking gibt. Was ’ne Scheiße.

Utrecht

Utrecht, Oh Stadt des Nepps.

88 € für ein Hotelzimmer ohne Fenster und dann noch gesagt kriegen, dass das halt das billige ist, wegen des fehlenden Fensters.

Der Stadtführer sagte, es sei schwer, sich nicht in Dich zu verlieben – na ja, es ist uns gut gelungen.

Zugegeben, nach der ersten Enttäuschung und dem stundenlangen Rumirren durch die Stadt wegen der Bauarbeiten und den geschlossenen Sehenswürdigkeiten war es dann bei Guy sehr gut und die alte Gracht mit ihren Hipstern macht auch was her. Liebe ist es dennoch nicht…

Kinderdijk ist toll.

Rotterdam im Dies

Oh Rotterdam, Du diesige Stadt, die bei Wärme wenig Luft hereinlässt, wenn man sich nicht gerade am Hafenbecken befindet. Der Dies steht über Dir wie eine Glucke über ihren Küken und entlässt den Beobachter mit Blicken, die nicht in die Ferne, sondern in die Nähe schweifen.

Dafür gibt es tolles Eis, neppige Tapas-Bars und ein annehmbares Stadion mit einem wenig begeisterungsfähigen Publikum, das noch während der Show zur Ordnung gerufen werden muss, damit Privatgespräche eingestellt werden.

Die Radinfrastruktur ist besser hier, aber auch viele aufgemalte Linien und eng überholende Autos – da ist auch nicht alles Gold.

Sonst sehr schön.

Rotterdam

Oh Rotterdam, Blüte der Architektur, Stadt in der sich Architekten (und Architektinnen?) austoben können, wie sie wollen. Entsprechend sieht es aus, manches hübsch, manches nicht, manches evtl. auch funktional. Zu sehr will ich nicht meckern, denn der Grund für den architektonischen Neuanfang liegt daran, dass mit Dir eine Kapitulation im 2. Weltkrieg verhandelt wurde, die dann zu spät kam, die Bomber waren schon los und der Deutsche sagt sich dann: „wenn sie schon mal fliegen, dann werfen wir die Bomben auch ab.“

Dafür gibt es Wege für Fahrräder, Abstellplätze, sogar in der Tiefgarage war dafür Platz, beim runterfahren mit Felgenreinigung, beim Hochfahren mit einem kleinen Förderband, damit man nicht so schwer hochschieben muss.

So muss das.

Aber ach, auch die Auto- und Motorradposer sind in der Stadt.