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Das Taxi, der Transporter und der Münchener BMW

Die unheilige Dreifaltigkeit. Drei Deppen auf engstem Raum. Letzten Freitag.

Kurze Positionsangabe: ich komme mit dem Fahrrad von Westen auf der Bellevuestraße und will hinter dem Ritz-Carlton nach rechts auf die Ebertstraße einbiegen, um dort an der Kreuzung gleich wieder links auf die Leipziger Straße zu fahren (Karte)

Es ist Stau am Ritz-Carlton, da der 17. Juni für den Marathon gesperrt ist. Ein Taxi steht links neben den Rechtsabbiegern, hält dort die Leute auf, die nach Westen fahren wollen. Nichts geht vorwärts. Von links kommt auf der Ebertstraße (Hauptstraße) eine Radfahrerin. Sie kommt kaum durch, da ja das Taxi da steht. Sie fährt trotzdem, er fährt kurz an, touchiert sie fast und hält widerwillig doch an. Meckert dabei die Radfahrerin voll. Kann nach einer Weile abbiegen und will auf der Ebertstraße weiter nach Süden fahren. Ich stehe mittlerweile auf der Linksabbiegerspur und nutze die Gelegenheit zu einem Gespräch mit dem Mann.

Zusammenfassung: „Wenn Stau ist müssen alle stehen. Auch die Leute, die Vorfahrt haben. Da müssen die Radler schon mal halten. Was willst Du eigentlich? Du bist schon ein ganz Toller. Die Radfahrer denken ja… Außerdem müssen halt alle mal zurückstecken.“ Das ging so weiter, leider kaum verständlich, der konnte vor Stau nur noch nuscheln.

Er verabschiedete sich mit „Außerdem fährst Du falsch, Du musst geradeaus und da hinten links.“ Damit überrascht er mich.

Ampel grün, unsere Wege trennen sich, ein BMW, der hinter mit wartete, drängt sich mit Macht an mir vorbei, um dort auf den entgegenkommenden Verkehr zu warten. Ich glaube an einen Zufall, mache mir nichts draus, und warte vorne.

Mir entgegen kommt ein rechtsblinkender Transporter und ein Radfahrer auf dem Radweg. Ich denke: ‚der wird  nicht halten‘ und rufe „da kommt ein Fahrrad“. Ich behalte Recht, er wartet nicht. Zum Glück hat’s der Radfahrer gesehen und gewartet.

Jetzt ist frei, ich fahre los, wegen Verstopfung des Radwegs mit Leuten gleich auf der Fahrbahn, ich überbrücke also fünf Meter benutzungspflichtigen Radweg. Jetzt kommt der BMW ins Spiel, ein Münchener. Ihn hat irgendwas gestört, vielleicht mein Gespräch mit dem Taxi, wer weiß, er hat’s mir nicht gesagt? Jetzt nutzt er jedenfalls die Gelegenheit, mich ordentlich eng zu überholen. Dann sprintet er davon. Ans Ende der Schlange beim Bundesrat (alles noch auf dem Kartenabschnitt zu sehen).

Wenig überraschend hole ich ihn ein. Klopfe an der Scheibe. Laut. Frage, was das sollte. Ernte einen Mittelfinger. Frage, was sein Problem ist. Keine Antwort, keine Scheibe, die runtergeht, nichts. Will weiterfahren, da fährt der Depp in meine Richtung an. Zum Glück für mich ist ein Auto vor ihm, er kann mich also nicht umfahren. Ich schaue noch einmal zurück, jetzt ist er kranpfhaft bemüht, nach vorne zu gucken.

Da ich schon genug Zeit verplempert habe, mache ich mich weiter, was soll ich sonst auch machen, was nicht gleich Sachbeschädigung wäre. Tröste mich damit, dass ich den Alex erreiche, bevor der den Stau verlässt. Schwacher Trost.

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