Kritik: Aquaman

Aquaman ist der bisher gehypteste Film des DC-Comic-Universums (zumindestens mein Gefühl), also ein guter Grund, ihn sich vorurteilsfrei anzusehen. (Ergänzung: Wonder Woman ist auch DC, der war auch gut gehypt aber der bessere Film.)

Auch hier kenne ich das Ursprungscomic nicht, kann also keinen Vergleich zur Vorlage anstellen.

Der Film beginnt atmosphärisch mit dem Kennenlernen der Eltern Aquamans und gibt dabei vor, wie der Film nach mehr als zwei Stunden enden wird. Dann lernen wir Aquaman selbst kennen – nett, ein bisschen dumm, aber das Herz am rechten Fleck. Dann muss er die Welt retten – yada, yada, yada – Mega-Happy-End.

Vorausgeschickt: der Film hat mich gut unterhalten, die Lauflänge war kein Problem, visuell ist er beeindruckend, Schauspieler passen, Overacting passiert, aber Jason Momoa ist so knufflig und Amber Heard gibt eine sehr gute Figur als sein Gegenpart ab, die fast an der Trottligkeit von Aquaman verzweifelt, aber ihn dann doch liebt, dafür aber Asses kicken darf wie nix Gutes. Meistens.

Was gibt es zu kritisieren? Zu viel Getöse um nichts. Die Handlung ist sowas von vorhersehbar, da ist ein Schwarzeneggerfilm komplex dagegen. Spannung kommt überhaupt nicht auf, in keiner der zahlreichen Actionszenen. Dann wird zu viel rumgereist an/zu beeindruckenden Orten.

Außerdem ist unser Hauptheld gleichzeitig, Held, Trottel und lustiger Sidekick. Das ist wirklich lustig, lässt aber doch gewaltige Zweifel auf, ob so jemand tatsächlich ein mächtiger König/Held/Meister aller Welten sein sollte. Lieber nicht.

Und dann hat der Böse Recht. Die Menschen verseuchen die Ozeane und er würde das gerne ändern. Über die Mittel kann man streiten (Krieg hat sich da nicht bewährt), aber in der Sache liegt er schon ganz richtig. Das hätte man durchaus thematisieren können, hat Black Panther ja auch ein wenig hinbekommen. Übrigens sterben doch sehr viele Menschen/Kreaturen etc., aber das ist offensichtlich nicht ganz so wichtig wie eine gute Kusszene vor explodierenden Bomben (sieht wirklich gut aus).

Dass der Film trotzdem funktioniert, liegt an der guten Inszenierung, dem funktionierenden Buddyhumor und den sowas von sympathischen Schauspielerinnen/Schauspielern.

Ach ja: dieses Schauspieler-jünger-computern, können wir das sehr, sehr schnell wieder lassen? Das ist sowas von creepy.

Fazit: unterhaltsamer Film mit etlichen Abzügen in der B-Note.

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