Kritik: Goldfinger

Goldfinger (dt. James Bond 007 – Goldfinger) ist der dritte James-Bond-Film (Metakritik zur Bond-Reihe).

Goldfinger ist der Bond.

Es ist wie mit Careless Whisper von George Michael – schon sehr früh ist der Höhepunkt erreicht, besser wird es nicht mehr. Man kann versuchen, heranzukommen, aber man wird Goldfinger nie erreichen. Dass die nachfolgenden Filme teilweise solche Graupen werden, wäre allerdings auch nicht nötig gewesen.

Bei Goldfinger stimmt alles. Allen voran Gerd Fröbe als Auric Goldfinger(!). Ein exzellenter Schauspieler, dem man abnimmt, dass er blitzschnell von gut gelaunt auf bösartig umschalten kann. Und der keine Skrupel hat. Und nicht zu Spectre gehört.

Unterstützt von Oddjob mit dem tödlichen Hut. Dessen Finalkampf beeindruckend ist.

Die geniale Namensgebung aller Figuren.

Und der Schweizer(?) Oma mit dem Maschinengewehr.

Lateinamerika, Miami, Schweiz, Fort Knox.

Jill Masterson, die Bond verfällt und dafür mit Gold überzogen sterben muss, Tilly Masterson, die Bond nicht verfällt und dafür von Oddjob mit seinem Hut getötet wird. Pussy Galore, die Bond verfällt und erstaunlicherweise überlebt.

Der Aston Martin DB 5 mit seinem Aussehen, dem kugelsicheren Schott, Drehkennzeichen, Schleudersitz, die Reifenzerstörer, …

„Laser“, auch wenn sie nicht an Delphinen befestigt sind.

Das Titellied.

Der Plan. Goldschmuggel mit Autoteilen, radioaktive Verseuchung von Fort Knox, um den Goldpreis in die Höhe zu treiben, dafür die Tötung aller Soldaten mit Giftgas aus Flugzeugen – darauf muss man erst einmal kommen.

Apropos: ich kenne sehr, sehr wenige Filme, die solche eine abstruse Geschichte erzählen, die vorn und hinten nicht nur unglaubwürdig ist, sondern auch nicht funktioniert. Die innerhalb des Films offensichtliche Fehler anhäufen, die kaum zu übersehen sind, allen voran die Auto-Verfolgung in der Schweiz, bei der nichts zusammenpasst. Oder die ohnmächtig werdenden Soldaten. Oder die Behauptung, dass man stirbt, wenn man von Gold überzogen wird. Filme, die als Auflösung bieten, dass einmal Sex mit Bond so beglückend für eine Frau ist, dass sie allen beruflichen Stolz und Ehrgeiz aufgibt und alles über Bord wirft, worauf sie sich jahrelang vorbereitet hat.

Wie gesagt: ich kenne wenige Filme, die das durchziehen und funktionieren. Genau das tut Goldfinger: trotz der ganz offensichtlichen Schwächen ist es ein genialer Film.

Erwarten Sie, dass ich rede?
Nein, Mr. Bond – ich erwarte, dass Sie sterben!

Fazit: bester Bond. Wahrer Bond. Essenz der Bondfilme. Bond der Bonds.

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