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Computerspiele Kritik

Spielkritik: Tomb Raider (2013)

Wo ich grad dabei bin: Tomb Raider, die Spieleserie, schwächelte nach drei bis vier grandiosen Spielen immer mehr. Mit neuen technischen Möglichkeiten konnten die Spiele nicht so richtig an das Erfolgskonzept anknüpfen, sowohl technisch als auch spielerisch wurden dabei Fehler gemacht, die nach und nach dafür sorgten, dass die Marke immer mehr an Bedeutung verlor. Und so wurde nach Underworld 2008 eine längere Pause eingelegt.

2013 kam dann der Reboot „Tomb Raider„, denn die Marke Tomb Raider zieht halt noch immer viele Erwartungen und Geld mit sich. Die Ankündigung war leicht misslungen, da die Trailer eine Vergewaltigung Laras andeuteten und nicht klar war, was das nun sollte: Auftakt einer gebrochenen Heldin? Grund für ihr Heldentum?

Die ganze Ankündigung war gamestypisch Auftakt für Beleidigungen und frauenfeindlichste Äußerungen von „Fans“ einer Spieleserie, in der eine Frau die Hauptrolle spielt. Es war unschön.

Abgesehen davon war der Trailer aber gelungen, Lara sah normal aus und der Trailer machte Neugier darauf, wie das Spiel werden würde und was die Szene nun genau bedeutet.

Das Spiel machte dann einiges viel richtiger als es der Trailer befürchten ließ. Wir begleiten Lara auf ihrem ersten Einsatz wider Willen, der durch Schiffbruch ausgelöst wird. Sie findet sich auf einer Insel wieder, auf der sie gegen die Natur und eine Vielzahl bewaffneter Gegner bestehen muss.

Genretypisch arbeitet sie sich story- und waffentechnisch nach oben, bis sie am Ende eine erste Version der Lara ist, die wir später kennen.

Zum Positiven: Lara ist normal. Das Spiel ist spannend, die Missionen schaffbar und auch für Gelegenheitsspieler geeignet. Die Vergewaltigung bleibt aus und die Trailerszene hat nicht die befürchtete Bedeutung. Es gibt mehrere beeindruckende Szenen, die das Staunen zurückbringen, insbesondere der Funkturm.

Zum Negativen: es werden keine Tombs geraidet, sondern wir haben eigentlich einen Action-Shooter mit Lara Croft. Daraus folgt: zu viel Schießen, zu viel Gewalt. Es gibt etliche Logiklöcher. Die Welt ist zu klein und nachträgliches Rumlaufen wird erschwert. Das Gameplay ist oft zu schwierig und oft zu einfach, etwas mehr Balance wäre besser.

Tja, wir haben ein Tomb-Raider-Spiel, das eigentlich keins ist, weil nur optionale Tombs ohne schwierige Rätsel. Trotzdem haben wir eine charismatische Lara Croft, die Entwicklungspotential bietet und ein Spiel, das wirklich fesselt. Und wir haben ein modernes Spiel mit aktuellen Auflevel-Möglichkeiten, Dinge, die mich mehr aus einem Spiel reißen als dass ich sie gut finde.

Und wir haben wieder einmal eine Origin-Story zu einer Figur, die keine nötig hat (und in den alten Spielen eine andere hatte).

Das alles hinterlässt dennoch einen überwiegend positiven Eindruck des Spiels, ich hab es gern gespielt, hoffe aber auf Fortsetzungen, die einiges davon verbessern. Ich hab sie noch nicht gespielt, aber apropos Fettnäpfchen: der Nachfolger „Rise of the Tomb Raider“ wurde zunächst exklusiv auf XBox veröffentlicht – WTF? Wie kann man nur… (völlig ironiefrei)

Fazit: gutes Spiel, etwas mehr Tomb Raider bitte.

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