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Kino Kritik

Kritik: The Storm Riders (1998)

Wieder ein Hong-Kong-Film, an den kann ich mich aber erinnern 🙂

The Storm Riders (Fung wan: Hung ba tin ha, 風雲雄霸天下) ist ein Fantasyfilm, bei dem es um die große Liebe zwischen drei Männern und einer Frau geht, die teils Geschwister sind, zusammen aufgezogen und durch einen Orakelspruch vom bösen Herrscher zusammengeführt wurden.

Viele romantische und handfeste Verwicklungen später sind etliche Protagonisten tot, alle leiden und es ist einfach wunderschön anzusehen und mitzuleiden. Alle Beteiligten sind wunderschön. Die Landschaft ist wunderschön. Die Bilder sind wunderschön. Die Geschichte ist zuckersüß mit sehr bitteren Schicksalsschlägen.

Die Kämpfe sind angemessen: viel Fliegen, viel wehende Tücher, viel Vorwurf, viel Tragik, viel Sturm, Regen, sonstige Elemente.

Hach.

Man muss in romantisch-verzweifelter Stimmung sein, aber dann ist der Film großes Kino.

Fazit: wunderschöne, tragische, kampfbetonte Fantasy.

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Kino Kritik

Kritik: Full Alert (1997)

Da schienen grad Hong-Kong-Wochen im Arsenal gewesen zu sein. Full Alert (Go do gaai bei, 高度戒備) hat das Gleiche Problem wie Beast Cops – ich kann mich nicht mehr dran erinnern.

Es geht um einen Cop, der einen Bombenleger verhaftet hat, der von dessen Boss befreit werden soll. Viele Schießereien. Am Ende sind fast alle tot.

Auch dieser Film war bei den Hong-Kong-Awards für viel nominiert, hat aber nichts gewonnen, soweit ich sehen kann. Wird wohl ein guter Film sein.

Fazit: leider auch keine Erinnerung.

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Kino Kritik

Kritik: Beast Cops (1998)

Als Freund der deutschen Kinemathek schaut man sich doch gerne Sondervorstellungen besonderer Hong-Kong-Filme an, in diesem Fall Beast Cops (Ye shou xing jing, 野獸刑警).

Ein Cop (Tung) hat einen Freund (Fai), der Boss bei den Triaden ist. Er bekommt einen neuen Vorgesetzten (Cheung), der sich in Yoyo verliebt, die eigentlich mit Fai zusammen ist.

Ein Untergebener Fais, Push-Pin, will dessen Rolle einnehmen, währenddessen wird Tungs Beziehung zu seiner Geliebten schwierig.

Yoyo ist schwanger von Cheung, Fai wird von Push-Pin erschossen, dieser von den Untergebenen von Fai. Tung wird angeschossen. Ende.

Ich kann mich ehrlich gesagt, nicht mehr an den Film erinnern, weder, ob er gut oder schlecht war, noch, ob er ein Actionfilm oder ein Drama war.

Bei den Hong-Kong-Awards hat er fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt.

Fazit: kann mich leider nicht mehr erinnern, evtl. gut?

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Kritik: Extraction (2015)

Also: die Deadline hatte Extraction empfohlen. Da ich mir als Titel aber nur „Extraction“ aufgeschrieben hatte und nicht aufgepasst habe, kaufte ich Extraction.

Immerhin spielt Bruce Willis die Hauptrolle – was soll schiefgehen?

Na ja, die Hauptrollen spielen Kellan Lutz und Gina Carano, zwei kampferprobte Schauspieler:innen aber keine guten Schauspieler:innen. Bruce Willis hat hoffentlich viel Geld bekommen, er ziert das Cover und hat zwei oder drei Minuten auf der Leinwand. Die er mit Sitzen, Rumgucken und Murmeln verbringt.

Kann ja trotzdem gut werden. Und der Anfang ist ok, die Stimmung wird gesetzt: wir werden Gekloppe sehen bei den beiden Hauptrollen und einen schnellen Actionfilm. Leider war das nur der Anfang, dann schaltet der Film zurück und überlässt uns einer sehr, sehr dünnen Geschichte um einen Supercomputer, der vor den Terroristen gerettet werden muss durch zwei Rogue-CIA-Agenten, die in den USA arbeiten, obwohl das nicht erlaubt ist, stört aber niemanden. Klischee, Klischee, Klischee.

Ist aber auch egal, denn die Geschichte ist in solchen Filmen immer egal. Da dominiert die Action und das tut sie hier nicht. Ein sehr kurzer Kampf mit Bikern, dann lange nichts, dann ein noch kürzerer Kampf in einer Bar, Gina Carano darf dabei nur zusehen (WTF, wozu ist sie dann im Film?)

Dann haben wir beide nicht mitbekommen, warum unsere Hauptheldin gefangengenommen wurde, endlose Autoverfolgung mit niedriger Geschwindigkeit und quietschenden Reifen (auf Sand) durch die Stadt. Verfolgung auf menschenleeren Straßen mit zehn Meter Abstand, die Bösen haben es nicht gemerkt. Dann Endkampf, der noch kürzer war.

Wichtigstes Ergebnis des Films: Unser Hauptheld konnte endlich Menschen umbringen, wo er das zehn Jahre nicht gekonnt hat. Der Arme. Aber jetzt ist alles wieder gut.

Um es zusammenzufassen: WTF?

Der Film hat Kellan Lutz und Gina Carano, die beide wirklich kämpfen können und setzt sie für Schauspiel ein, was beide definitiv nicht können.

So ist der Film auch geworden.

Beide spielen die offiziell kompetentesten Agenten der CIA, die sich im Film komplett blöd anstellen.

Dazu die maue, komplett alle Klischees abhandelnde Inszenierung. Das dynamischste ist die Musik.

Fazit: kein guter Film, großen Bogen drum.

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Kritik: Army of Darkness (1992)

Army of Darkness ist der dritte Teil der Evil-Dead-Trilogie (und der erste der Trilogie, den ich gesehen hatte).

Ash ist in der Vergangenheit bei Rittern gelandet und im Gegensatz zum Ende des zweiten Teils wird ihm nicht zugejubelt, er wird gefangengenommen. Und einer Hexe zum Fraß vorgeworfen, die er durch die ihm von Sheila zugeworfene Kettensäge, die er in der Luft an seinen Armstumpf kettet, in der Mitte zerteilt.

Yo, damit ist der Film an sich gut beschrieben. Grusel ist hier zweitrangig, es geht um Slapstick im Evil-Dead-Universum mit genügend Dämonen, die aber eher trottlig als böse sind.

Das macht der Film aber wirklich gut. Wer auf extrem albernen Humor mit teilweise nicht gut gealterten Tricks steht, die jedoch eine unglaubliche Nostalgie versprühen, ist mit diesem Film gut aufgehoben.

Ash muss die titelgebende Armee der Finsternis besiegen, die er selbst erst durch das Necronomicon erweckt hat (Klaatu Barada Nikto), obwohl er nur in seine Zeit zurückwollte. Er besiegt sie dann auch widerwillig und reist zurück, leider in eine unwirtliche Zukunft.

Die Geschichte ist ok, es kommt wieder einmal nicht drauf an, sondern die vielen Szenen, die miteinander verbunden werden müssen.

Ash als überheblicher Kerl, der Frauen mit Pillow Talk rumkriegt, Beschwörungsformeln vergisst, wieder einmal gegen sich kämpft und trotz seiner Trotteligkeit den Tag rettet. Und wir erfahren, dass er eigentlich im S-Mart arbeitet.

Shop smart. Shop S-Mart.

Das Ganze ist wunderschön gedreht, die meisten Effekte sind praktisch, alles andere sieht mittlerweile antiquiert aus. Die drei Stooges werden wieder für mehrere Szenen als Vorbilder herangezogen. Und der Film liefert genügend Zitate, um eine vernünftige Unterhaltung zu führen, die meisten der Zitate kommen in Duke Nukem 3D vor.

Hail to the king, baby.

Good. Bad. I’m the guy with the gun.

Groovy.

Well hello Mister Fancypants.

Who wants some?

Come get some.

Der Film macht einfach Spaß, er will auch nicht mehr. Damit ist er zwar der lustigste und eingängigste Film der Reihe, hat sich aber von den harten Wurzeln weit, weit entfernt.

Fazit: alberner Fun-Horror im Mittelalter.

This… is my BOOMSTICK!

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Kino Kritik

Kritik: Evil Dead II (1987)

Zeitlich nicht direkt auf den ersten Teil folgend hat Sam Raimi einfach noch einmal den ersten Teil gedreht, deutlich den Humoranteil angehoben und das Ganze Evil Dead II genannt.

Zwar wird der erste Teil am Anfang nur zusammengefasst und dann fortgeführt. Im Endeffekt kommen aber nur neue Leute zur Hütte, die mit dem Bösen und dem teilbesessenen Ash kämpfen müssen. Ash überlebt und wird in die Vergangenheit versetzt. Storytechnisch bis auf das Ende jetzt der kleine Wurf.

Bruce Campbell als Ash ist die Konstante des Films, der Film ist immer noch gruslig, tendiert aber zu wohlwollendem Grusel mit sehr humorigem Einschlag. Das geht deutlich in Richtung Slapstick und ist teils gut, teils zu viel.

Bruce Campbell darf Overacten was das Zeug hält und sein Kampf mit sich und seiner Hand sowie Selbstgespräche mit seinem bösen Spiegelbild sind zwei der vielen Höhepunkte des Films.

Und natürlich die Kettensäge am Armstumpf sowie das doppelläufige Gewehr. Hach.

Insgesamt ist der Film deutlich besser gedreht als der erste Teil, etwas weniger hart und wie gesagt deutlich humoriger. Das muss man mögen, denn der Humor ist oft einfach nur albern. Mir gefällt es.

Fazit: Evil Dead II ist zu Recht ein Kultfilm, alle Liebhaber:innen des quatschigen Horrors können getrost einen Blick riskieren.

Groovy

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Kino Kritik

Kritik: The Evil Dead (1981)

Warum nicht mal ein Klassiker des Horrorfilms: The Evil Dead (Tanz der Teufel)?

An sich ist damit schon alles gesagt. Es ist „Tanz der Teufel“. Der Film. Der Film, der in D bis August 2016 beschlagnahmt war und bis Oktober 2016(!) auf dem Index stand und jetzt FSK 16 ist, was die Arbeit der BPjS (jetzt BPjM), nicht der FSK, recht gut zusammenfasst. Man muss sich den ganzen Unfug mal in der Wikipedia durchlesen („Im europäischen Ausland existieren verschiedene Freigaben für die ungeschnittene Fassung: Zum Beispiel in Frankreich ab 12 Jahren.“)

Zwei junge Pärchen verbringen die Nacht in einer Hütte, in der sich das Necronomicon befindet, das Buch, das das Böse beschwört. Natürlich nur, wenn man es liest. Was unsere Leute tun.

Ab jetzt terrorisiert das Böse unsere Helden, die sich dagegen wehren müssen und nach und nach besessen werden. Bis auf Ash (Bruce Campbell) sterben alle. Mehr oder weniger. Und Ash entkommt auch nur mehr oder weniger.

Einmal sei es gesagt: der Film ist richtig, richtig gruslig. Wer nur den zweiten oder dritten Teil kennt, die Horrorkomödien sind: hier ist zwar auch ab und an etwas rabenschwarzer Humor dabei, aber Sam Raimi meint es ernst in diesem Film.

Selten wurde das Böse so gruslig dargestellt wie in der Bodenkamera, der Vergewaltigungsszene durch besessene Bäume (nicht lustig), der verzerrten Kamera oder den besessenen Menschen. Dazu ist der Film hart, denn Gliedmaßen zählen hier nicht viel.

Das Blut trieft von der Leinwand.

Nicht umsonst hat der Film das Horrorgenre geprägt, es gibt unzählige Nachahmer, zwei Fortsetzungen und ein Remake sowie eine Fernsehserie. Sam Raimi und Bruce Campbell sind unter den Horrorfans zu Weltruhm gekommen.

Und das Ganze, obwohl der Film unter widrigsten Bedingungen gedreht wurde.

Es ist schwer für mich einzuschätzen, ob der Film heute noch überzeugt. Ich denke: ja, denn die Effekte sind handgemacht und nicht albern. Dennoch merkt man dem Film von Drehart, Filmmaterial, Sachen etc. das Entstehungsjahr 1981 natürlich an.

Allerdings: jede:r Freund:in des harten Horrors sollte diesen Film gesehen haben, denn er ist ein Meilenstein des Horrorfilms (und einer Art Zombiefilms) und m.E. auch gut gealtert.

Fazit: unbedingt sehenswerter Horror.

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Kino Kritik

Kritik: Banlieu 13 (2004)

Hach, die Franzosen… Wenn sie mal wollen, dann kommen Filmkracher heraus wie Banlieu 13 (dt., haltet Euch fest: „Ghettogangz – Die Hölle vor Paris“. Mit „z“!)

Unser eigentlich Guter Leïto (David Belle, Erfinder von Parcour) will für Ordnung in seinem (von einer Mauer umgebenen und von der Polzei aufgegebenen) Banlieu (Stadtteil) sorgen und die Kriminalität möglichst gering halten, indem er den Oberkriminellen Taha ausliefert.

Das geht wegen Korruption schief und Taha entführt Leïtos Schwester.

Eine Nuklearbombe wurde gestohlen und landet im Banlieu, deswegen muss der aufrechte Polizist Damien Tomaso (Cyril Raffaeli) Undercover versuchen, die Bombe herauszuschaffen, Taha besiegen, Schwester befreien.

Beide kommen zusammen und schaffen das mit mehreren Verwicklungen und intriganten Politikern.

An sich eine ordentliche Geschichte, die dazu dient, die einzelnen Kampf- und Parcourszenen aneinanderzubinden. Diese sind beeindruckend ausgeführt. Das ist allererste Sahne, kann man sich eigentlich stundenlang ansehen.

Dazu eine typisch französische Inszenierung: keine Angst vor schrägem Humor, trotzdem geerdet und ehrlich, Herz am rechten Fleck.

Mehr ist fast nicht zu sagen, jeder Actionfan sollte den Film gesehen haben, ist einfach ein sehr guter Film.

Fazit: sehr guter Actionfilm mit Parcour.

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Computerspiele Kritik

Spielkritik: Rise of the Tomb Raider (2015)

Da der Reboot durchaus erfolgreich war, kam die fällige Fortsetzung zwei Jahre später auf den Markt: Rise of the Tomb Raider. Leider nur ab PS 4, mangels einer solchen und eines fähigen Spielerechners konnte ich den Teil erst dieses Jahr nachholen.

Technisch wird wieder die Underworld-Engine verwendet – das garantiert schon mal wirklich gute Grafik und gute Steuerung (mit Einschränkungen beim Springen).

Wir begleiten Lara (wieder einmal) in ihrer Weiterentwicklung zur Lara, die wir eigentlich spielen wollen, ok, das ist grad das Ding der Entwickler – muss ich nicht gut finden als Idee. Ist aber, wie beim Reboot, ordentlich umgesetzt.

Lara selbst wurde im Gesicht verändert, sie sieht jetzt irgendwie puppenartiger aus. Wieder so eine Sache, auf die ich schwer den Finger legen kann, aber da musste ich mich eigentlich am längsten dran gewöhnen, irgendwas stimmt da für mich nicht.

Wir steigen ein mit dramatischen Szenen in Sibirien, wo wir uns durch eine Cut-Scene-Hölle spielen müssen. Ja, ich stehe spielbaren Cut-Scenes eher skeptisch gegenüber, insbesondere im Reboot war das viel zu viel und viel zu simpel. Das wird hier besser gelöst. Der Anfang lässt zwar Schlimmes vermuten, das war es aber schon fast, der Rest des Spiels verzichtet größtenteils auf diesen „Kniff“ – sehr angenehm.

Dann Rückblende, wir spielen uns nach Sibirien – ach nee, das ist schon in Filmen nicht meins, in Spielen erst recht nicht. Zwei Filme kenne ich, die das gut machen: Pulp Fiction und Memento, Spiele kenn ich gar nicht. Es ist ok, von vorn nach hinten zu spielen. Aber wie auch der Anfang: es wird einmal gemacht, dann wieder gelassen, ok.

Zurück in Sibirien sind wir erst einmal sehr langsam unterwegs, können uns nicht bewegen, Waffen kannste vergessen und ich dachte schon: uiuiui. Was auch immer Entwickler da treibt: nein. Macht das nicht. Realismus hin und her: ich bringe hier problemlos Bären um, erledige alleine mit Pfeil und Bogen eine russische Armee, kann stundenlang mit Kletterhaken kopfüber klettern, aber durch Schnee kann ich nur langsam stapfen?

Aber auch hier wieder: dauert zum Glück nur kurz und dann nimmt das Spiel endlich Fahrt auf. Also am Anfang drei Todsünden raushauen und dann besser werden – lasst das bitte nicht die Standardstrategie werden.

Wobei im Endkampf die letzte begangen wird, aber dazu später.

Jetzt arbeiten wir uns durch die Welt durch und die ist wunderschön. Wirklich. Manchmal einfach stehenbleiben und umsehen. Oder mit Dingen interagieren. Wir sind von freier Bewegung oder Untersuchung der Welt zwar noch weit entfernt aber schon deutlich freier als im Reboot. Es macht Spaß, einfach mal auf Bäume zu klettern und zu gucken.

Storytechnisch suchen wir ein Artefakt, das unsterblich macht, weil Laras Vater das auch gesucht hat. Ja, die Fixierung auf den Vater ist wie im Reboot vorhanden und bringt mir nix. Lara tut in diesem Teil alles nur, um ihrem (toten) Vater nachzueifern und das wird gerade hinten heraus sehr obsessiv und ist nicht gesund. Im Abspann lösen wir uns davon, aber bis dahin ist es ein langer Weg durch diverse Nachrichten, Dokumente und Gedanken. Und ja: beim ersten Spielen guck ich mir das alles an.

Für das Artefakt reisen wir durch Sibirien, dann ein Tal und später ein Kloster, die Orte sind alle sehr gut umgesetzt und oft positiv sehr offen gestaltet. Leider wird unsere Bewegung oft künstlich eingeschränkt, oft sehr fadenscheinig: so können wir bis zur Mitte des Spiels unser Messer zwar zum Ausweiden von Tieren benutzen, nicht aber zum Zerschneiden von Stricken.

Die Welt wird gerade ab dem Tal von Menschen bevölkert, mit denen wir nicht nur durch Pfeil und Bogen interagieren, sondern mit denen wir uns unterhalten und denen wir helfen können. Das ist eine angenehme Abwechslung und hier wurde eine sehr gute Mischung aus Text und Action gefunden.

Ebenfalls ist es sehr schön, dass der Abenteueraspekt etwas mehr hervorgehoben wurde, es ist mehr zu sehen, auszuprobieren, zu erforschen. Insbesondere die Anzahl und Qualität der Tombs ist erhöht worden. Dennoch: das ist noch weit entfernt von dem Tomb Raider, das ich spielen will, bei dem man nur Tombs raided und gut ist. Aber man muss sich halt auch an das aktuelle Spiel anpassen: der Schwerpunkt liegt hier anders und im Rahmen dessen wurde das gut umgesetzt.

Neben dem Tombs gibt es noch Herausforderungen und Missionen, die den linearen Spielablauf unterbrechen. Hat mir sehr gut gefallen, das Konzept.

Was mich stört ist, dass man die einzelnen Areale nicht komplett durchspielen kann, bevor ein neues in Angriff genommen wird, da uns dafür bestimmte Fähigkeiten noch fehlen, die wir erst später erspielen (das Messer zum Beispiel). Wir müssen dann später zurückkommen. Auch, dass wir uns bestimmte Fähigkeiten bzw. Gegenstände kaufen müssen (in Spielwährung) ist nicht so meins, das holt mich stark aus dem Spiel heraus. Auch das Aufleveln von Waffen und Fähigkeiten am Camps. Ist ok, halt nicht so meins.

Nach 47 Stunden stehen wir dann dem Endgegner gegenüber und zum einen ähnelt der Kampf sehr stark dem Endkampf des Reboots. Zum anderen: ich levele alle meine Waffen auf, bin top ausgerüstet aber zum Endkampf wird mir das alles weggenommen? Ernsthaft? Außerdem musste ich eine Fähigkeit nutzen, die ich bisher nicht eingesetzt hatte: Bomben basteln und auf Gegner werfen. Krieg ich hin, aber macht nicht wirklich Spaß. Aber das ist nur eine kurze Sequenz und durch sind wir: Welt gerettet, von Vater emanzipiert (hoffentlich), Happy End.

Der Schwierigkeitsgrad des Spiels ist angenehm spielbar (ich spiele auf „normal“), ich bin größtenteils ohne Hilfe durchgekommen. Dreimal musste ich das Netz bemühen, zweimal wegen Nichtigkeiten, einmal, weil ich partout ein Artefakt nicht gefunden habe. Ich hab alle Missionen, Herausforderungen und Tombs gelöst, alle Dokumente und Artefakte gefunden, bis auf ein Dokument, das in der Zusatzmission „Baba Jaga“ an einer Stelle liegt, für die ich eine Sequenz auf die Zehntelsekunde timen muss und für jeden neuen Versuch ca. eine Minute Vorbereitungszeit brauche (oder ich sterbe, dann zwei Minuten). Nach einer Stunde probieren bin ich jetzt soweit, dass ich auf das Dokument verzichte. Vielleicht versuche ich es später noch einmal.

Insgesamt ist das Spiel sehr gut gelungen, viele Kritikpunkte des Reboots wurden angenommen und verbessert, die Spielbarkeit erhöht (Springen ist noch zu ungenau, sonst alles gut) und die Balance zwischen Abenteuer und töten deutlich verbessert. Was nicht heißt, dass Schwarzenegger nicht neidisch wäre, mit welcher Wucht und Gradlinigkeit ich hier Massen von Gegnern töte. Möglichst mit dem Bogen, das ist eleganter. Aber ich kann auch mit Explosionen, Gift oder Feuer arbeiten.

Apropos Waffen: mit dem Bogen kommt man gut durch, bei manchen Massenszenen ist das Maschinengewehr besser geeignet. Erstaunlicherweise habe ich auch virtuell ein Problem damit, Bomben auf Menschen zu werfen oder Sprengfallen aus Menschen zu bauen (ernsthaft, das geht deutlich zu weit), aber ich hab einen Heidenspaß dran, Zusatzpunkte zu bekommen, wenn ich Kopfschüsse am Stück verteile (acht in Folge mein Rekord). Schon seltsam.

Wie schon gesagt, die Welt ist wunderschön, es lohnt sich tatsächlich, sie sich anzusehen. Nicht nur die Berge und Landschaft, auch die Tiere, Häuser etc.

Und es sind schöne Spielideen dabei: Hühnerwerfen zum Beispiel. Das ist angenehm albern, insbesondere im Kontext der Bedrohung.

Und in der Baba-Jaga-Mission schafft es das Spiel, eine richtig gruslige Atmosphäre zu erschaffen – das ist schon was.

Was auch angenehm ist, dass die Hilfe halbwegs vernünftig auf das eigene Spielen eingestellt werden kann. Leider muss man für alle Geheimnisse zu oft „den Blick“ anwenden und hier wird Lara schwatzhaft, was unsere derzeitige Aufgabe angeht. Hier wäre mehr Einstellbarkeit besser.

So viel dazu, das Spiel hat Spaß gemacht, selten gelangweilt und wartet mit schönen Szenen und Herausforderungen auf.

Ein wirklicher Faux-Pas war die exklusive Veröffentlichung auf Xbox 360 und Xbox One zum Start – das war wirklich ein Mittelfinger gegenüber den PS-Spieler:innen, die das Spiel großgemacht haben. Außer Geldgier gibt es da auch keine Entschuldigung.

Fazit: sehr, sehr gutes Spiel mit der neuen Lara Croft.

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Kino Kritik

Kritik: Final Score (2018)

Final Score – ein Fußballstadion wird zur Geisel russischer Terroristen, die einen Teil der Tribünen mit C4 versehen haben.

Wo hab ich den Plot schon mal gehört?

Aber ist ja auch egal, gute Inszenierung schlägt Originalität immer. Und da ist Final Score sehr solide unterwegs.

Der rabiate General Arkady Belav (Ray Stevenson) will seinen Bruder Dimitri (Pierce Brosnan in einer Steh- und Sitzrolle) im erwähnten Stadion finden und daher der Aufwand mit dem C4. Er hat eine Mörderbande mit sich, durchgeknallte Russ:innen und Muskelberg Martyn Ford, bei dessen ersten Auftritt man sich fragt, wie Dave Bautista (Zwerg dagegen) mit ihm fertig werden will (Gewalt).

Zu Beginn sehen wir noch die Bosheit der beteilgiten Personen, die den besten Freund von Bautista umbringen, was aber später keine Rolle mehr spielt, außer, dass er tot ist. Seine Tochter wird von Bautista zum Fußballspiel geführt, die teenagert etwas rum, geht aber so.

Die Mörderbande wird von Bautista dezimiert, der zunächst erfolglos versucht, die Polizei auf einem speziellen Kanal zu alarmieren, sie kümmert sich aber dann drum, als er einen toten Terroristen vom Dach wirft (wie gesagt, Originalität muss nicht sein).

Dazu hat er einen losen Sidekick Faisal (Amit Shah) in einer guten Sidekick-Rolle.

Ach ja: der Film ist gut. Er startet sofort in die Action, stellt uns die Figuren grad lang genug vor, dass sie nicht langweilen oder zu sehr ins Klischee abdriften (obwohl genug Klischee dabei ist). Die Geschichte ist dünn aber dadurch auch nicht überkompliziert.

Die Action stimmt, die Inszenierung auch, die Schauspieler:innen sind ok, nur die Logik muss ganz grundsätzlich leiden. Und die Sprüche sind teilweise sogar gelungen.

Fazit: angenehm gradliniger Actionfilm.