Kritik: Aliens

Ripley ist wieder da!

Aliens, der Nachfolger zu Alien. Übernommen von Ridley Scott durch James Cameron. Damit war klar: mehr Action und mal gucken, was vom Horror übrigbleibt.

Raus kam: mehr Action und genügend Horror, aber hauptsächlich mehr Action.

Wir steigen einige Zeit nach Alien ein und begleiten Ripley zurück auf den Planeten, um die Aliens ein für allemal auszurotten.

Es folgen wieder ikonische Szenen der Filmgeschichte und einer der bösesten Bösewichte derselben. Wer nicht mit einem Hass auf Burke aus dem Film kommt, dem ist nicht zu helfen.

Wie steht es in der IMDB so schön: „At the film’s premiere, Paul Reiser’s sister physically struck him because his character, Burke, was so contemptible.“ und „Even Paul Reiser’s own mother said „Good“ when his character met his demise in the film.“

Der Film schafft es zudem, mehrere Charaktere einzuführen, diese recht schnell zu dezimieren und trotzdem einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Spunkmeyer. Wierzbowski.

Dazu Schauspieler, deren Auftreten ein für allemal mit dem Film verbunden sein wird, egal wie viele und wie gute Filme sie sonst gemacht haben. Michael Biehn war vorher in zwar Terminator aber ist Corporal Hicks. Lance Henriksen als Bishop, Bill Paxton als Hudson, Jenette Goldstein als Vasquez! Drake, Apone, Gorman. Carrie Henn in ihrer einzigen Rolle als Newt – ein nicht-nerviges Kind.

Die angesprochenen ikonische Szenen en masse mit teils guter deutscher Synchro: Die Messerszene. Die automatischen Kanonen. Alle Szenen mit Vasquez. „Ich bin zwar synthetisch, aber ich bin nicht blöde…“ „Meistens kommen sie nachts… meistens nachts…“ „Für einen Menschen – nicht übel!“ „Irgendjemand muß Hicks wecken!“ „We’re on an express elevator to hell, going down!“

„Es war Pech, Ripley. Es war einfach Pech.“

Und natürlich: Ripley hat Newt auf dem Arm und dreht sich zur Königin um.

Und: Die Ladetür öffnet sich, RIpley kommt mit dem Lader raus: „Get away from her, you bitch.“

Hach.

Es gibt die Kinofassung des Films und den Director’s Cut, beide haben ihre Berechtigung, ich bevorzuge die Kinofassung. Zunächst ist sie deutlich kürzer und das tut dem Film gut, er ist sowieso sehr lang. Zum anderen fehlen die herausgenommenen Szenen nicht wirklich, sie bieten zwar Hintergrundinformation, ohne geht es aber auch. Die Zusatzszene auf LV 426, in der gezeigt wird, dass die Bewohner die Aliens treffen, stört mich sogar.

Lediglich eine Szene würde ich in den Film übernehmen: die Automatikkanonen.

Ist der Film gut gealtert? Ich denke, schon, aber ein wenig schlechter als der Vorgänger, da die Tricks heutzutage deutlich besser sind und hier stark als solche zu erkennen. Mich störts nicht.

Wenige Filme haben die Kultur so geprägt wie Alien und Aliens. Die Idee des Chestbursters, die Frauenrolle Ripley, die Marines, die Queen, die Inszenierung – alles stimmt. Um so trauriger, dass alle bisherigen Nachfolger so abgekackt sind.

Unfunny fact: die britische Crew waren wohl ziemliche Arschlöcher beim Dreh, es ist schon traurig, wenn so ein guter Film so schlechte Arbeitsbedingungen hatte.

Fazit: einer der besten Weltraumactionfilme ever, muss man gesehen haben.

Kritik: Alien

Ja, der Alien, der uralte Film. Ich hab ihn noch nicht ausführlich gelobt hier.

Ripley. LV 426.

Einer der besten Filme aller Zeiten, ewiger Ruhm für Ridley Scott, Sigourney Weaver und H.R. Giger und Messlatte für Jahrzehnte, was Horror und Weltraumhorror angeht.

Ein Film, bei dem der Horror erst nach einer Dreiviertelstunde losgeht und der doch vorher ungemein fesselnd und beklemmend ist. Ein Monster, das Angst macht und in Handeln und Wirkung fremd und außerirdisch ist. Schauspielerleistungen, die man nicht so schnell vergisst, allen voran natürlich Sigourney Weaver aber auch John Hurt, Yaphet Kotto, Veronica Cartwright (deren Todesszene!) oder Ian Holm (Oh. Mein. Gott.)

Ein Film, dessen Szenen so ikonisch sind, dass sie unendlich oft zitiert, parodiert oder nachgemacht wurden. Vorspann. Chestburster. Maul-im-Maul. Pfeifen, um die Angst zu übertönen. Motiontracker. Das Raumschiff. Die Eier. Ihr wisst es selbst…

Auch der Ton: zurückhaltend aber voll den Film unterstützend.

Das Design von H.R. Giger: eklig, sexuell aufgeladen, fremdartig – toll.

Bleibt die Frage, ob ein Film von 1979 heute noch hält. Müssen natürlich die Zuschauer von heute entscheiden, meiner Meinung nach aber ein klares: ja. Auf jeden Fall. Gut gealtert.

Fazit: der beste Weltraumhorrorfilm schlechthin. Must-see.

Kritik: 28 Days Later…

28 Days Later… ist ein Zombiefilm von Danny Boyle. Ja, dem Danny Boyle.

Eine Gruppe Aktivisten befreit Tiere aus einem Versuchslabor, nicht wissend (oder ignorierend), dass diese ein Virus tragen, dass Menschen zombifiziert und hochansteckend ist.

28 Tage später erwacht unser Hauptheld aus dem Koma (nichts mit dem Virus zu tun), lernt mit uns die Situation kennen und muss sich durch die Zombieseuche schlagen. Dabei trifft er eine Frau, zwei Männer und ein Mädchen, fortan sind die zu dritt, zu viert, dann wieder zu dritt, während sie versuchen, einen rettenden Armeestützpunkt zu erreichen.

Bei den Soldaten angekommen, geht der Horror auf andere Art weiter – es wird einfach nicht besser, sondern eigentlich schlimmer, auch wenn oder gerade weil die Soldaten nicht infiziert sind.

Einige Bluttaten später haben wir eine Art Happy End. Immerhin erwischt es alle Bösen auf angemessene Art. Sehr gut.

Danny Boyle hat einen erstklassigen Zombiefilm erschaffen, der menschlich bleibt und auch thematisiert, dass infizierte Menschen nicht das Schlimmste auf der Welt sein müssen, solange es lüsterne Männer gibt. Und er inszeniert das meisterhaft. Der Film nimmt einen in seinen Bann, lässt nicht los und wird immer schlimmer.

Ich schaue ihn auch äußerst ungern, da mich die zweite Hälfte mit den Soldaten wirklich mitnimmt und abstößt. Christopher Eccleston kann ein sehr, sehr böser Mensch sein, der sein Handeln aber absolut rational begründen kann.

Schauspielerisch gibt es auch an den anderen Rollen nichts auszusetzen, Cillian Murphy, Naomie Harris, Brendan Gleeson, …

Einziger Kritikpunkt: alle Figuren hätten etwas mehr Hintergrund vertragen können. Aber nicht müssen. Und wirklich nur „etwas“.

Fazit: sehr, sehr guter Zombiefilm mit etwas kritischem Hintergrund.

Kritik: Detektiv Conan – Der purpurrote Liebesbrief

Detektiv Conan – Der purpurrote Liebesbrief (Meitantei Conan: Karakurenai no raburetâ) ist der 21. Kinofilm um Detektiv Conan, 2017 mit großem Tamtam und riesigem Erfolg gestartet, jetzt auch in der Anime-Night gelandet.

Es geht um einen Fall im Karuta-Umfeld, eines uns bisher unbekannten Kartenspiels, das in Japan gespielt wird, wie populär es ist – keine Ahnung. Er geht darum, anhand der Worte eines Vorlesers eine Karte zu identifizieren und deren Partnerkarte dann aufzunehmen oder, wie im Film, zur Seite zu schleudern. Fragt nicht, ist auch nicht so wichtig.

Es ist ein Conan-Film: ein recht harter, gewalttätiger Fall wird von Conan und Freunden zuverlässig gelöst, der dank seines 17jährigen Superhirns natürlich langfristig den Fall vor allen anderen durchschaut. Etliche Verwicklungen im Fall halten die Spannung hoch.

Umrahmt wird der FIlm von zwei Actionsequenzen, die obligatorische Verwechslungs-Liebesgeschichte konzentriert sich ausnahmsweise mal nicht auf Ran und Conan, sondern auf Kazuha und Heiji. Auch die anderen Nebenfiguren sind diesmal wirklich Nebenfiguren, Kommisar Megure taucht gar nicht auf. Das nimmt dem Film etwas von seinem albernen Charme, kommt dem Fall und der Stringenz des Films aber zugute.

Wie immer kommt man als Zuschauer nicht auf die Lösung, macht aber nichts. Die Animation ist solide, die Geschichte gut, man wird ein wenig in die Kultur des Karutaspiels eingeführt und im Abspann wird wieder gezeigt, dass der Film nicht nur klischeehafte Bilder zeigt, sondern dass diese in der Realität fußen.

Fazit: ein ordentlicher Conan, mehr Nebenfiguren wären schöner gewesen.

Kritik: The Maze Runner

The Maze Runner, der erste Teil der Verfilmung einer Jugendbuchreihe, die ich nicht gelesen habe (das zieht sich in letzter Zeit durch, als Thema), das gibt mir die Freiheit, den Film für sich betrachten zu können.

Es geht dunkel los, nur laute Geräusche, bevor die ersten Bilder kommen und wir mit unserem Haupthelden in die Geschichte geworfen werden und mit ihm herausfinden müssen, was das alles soll und was zu tun ist. Es geht um eine Gruppe Jungen, die seit drei Jahren in einem Labyrinth eingeschlossen sind und nicht wissen, wer sie sind, warum sie dort sind und was sie tun sollen. Also überleben sie nach eigenen Regeln. Der Neue, unser Hauptheld, wird die Dynamik ändern und einen Ausweg finden. Am Ende gibt es eine wirre Erklärung, was das alles sollte, ich vermute mal, das wird in den Fortsetzungen klarer, die ich mir noch besorgen muss.

Der Sound ist überragend. Schon der beschriebene Anfang ist beeindruckend, das bleibt im Rest des Films auch so. Da wird eine Dynamik und Bedrohung vermittelt, wie es über den Ton sonst selten passiert. Der Ton allein ist den Film fast wert.

Auch das Labyrinth und die Monster fand ich gelungen, für einen „Jugendfilm“ an der Grenze zu „eigentlich zu gruslig“. Mir hats gefallen, bin ja nicht mehr jung.

Die Gruppe wird nur kurz vorgestellt, wir haben die „übliche“ Dynamik unseres Störenfrieds, der Bedächtigen und des Bewahrers, der neben dem Labyrinth den Bösewicht geben muss. Das hat für mich nicht so gepasst, es hätte dieses inneren Gruppenkonflikts nicht bedurft, um den Film interessant zu machen, so steht da ein ziemlich unmotivierter Bully im Raum.

Wenn sich der Film aber auf das Labyrinth konzentriert, ist er sehr gut und da er das den überwiegenden Teil macht – kein Problem. Ich hatte auch kein Problem mit den offensichtlichen Plotlöchern, der eigenartig friedlichen Gruppendynamik, die nicht einmal durch die letzte Ankömmlingin gestört wurde oder den anderen Unzulänglichkeiten des Films.

Weil mich der Film gut unterhalten hat.

Schauspieler:innen sind auch gut, Lauflänge überzeugt, Plot am Ende etwas wirr – insgesamt ok.

Fazit: sehr gute Unterhaltung mit einigen Härtespitzen und wenigen Unzulänglichkeiten.

Kritik: Ong-Bak 3

Ong-Bak 3, der Nachfolger von Ong-Bak und Ong-Bak 2. Die Frage ist berechtigt, warum ich den Film nach dem zweiten Teil angesehen habe. Weil es eine 3er-Box war.

Der Film nimmt nahtlos das Ende des zweiten Teils auf, der mit einer Art Cliffhanger endete (ohne Spannung). Unser Held geht jetzt ins Kloster, lernt Beherrschung und den Rest hab ich vergessen.

Laaaaaaaaangweilig.

Meine Fresse, das ist doch nicht so schwer.

Martial-Arts-Film = Film mit Martial Arts.

Tony Jaa = schlechter Schauspieler (so richtig schlecht)

Ergo: nicht schauspielern lassen, sondern kloppen.

Ich hab drei Anläufe zu je 30 Minuten gebraucht, um den Film anzusehen und nebenbei was anderes gemacht, sonst hätte ich es nicht durchgehalten. Der ist wirklich schlecht. Großer Bogen.

Fazit: schlecht.

Kritik: Ong-Bak 2

Ong-Bak 2, der Nachfolger von Ong-Bak. Die Erwartungen ruhen auf einer Wiederholung der guten Action, evtl. mit etwas weniger Story und einhergehender Schauspielerei.

Tja.

Die Geschichte wird ins 15. Jh. verlegt, wo Tony Jaa Martial-Arts lernt und wir ihm dabei zusehen können – er stammt aus reicher Familie, wächst aber unter Banditen auf – fragt einfach nicht. Durch den Erfolg des ersten Teils zum Star geworden, dem evtl. auch gesagt wurde, dass er ein Schauspieler wäre, übernimmt sich der Film in allen Belangen.

Die Geschichte ist wirr, der Film ist langsam, die Action ist nur manchmal gut und zudem rar und schauspielerisch bleibt der Film auf dem Niveau des ersten Teils. Insgesamt ist das ärgerlich, unnötig, langweilig und dumm.

Fazit: das ist nix.

Kritik: Ong-Bak

Ong-Bak ist ein thailändischer Martial-Arts-Film und der Durchbruch von Hauptdarsteller Tony Jaa.

Einem Dorf wird eine heilige Statue gestohlen, Tony Jaa muss sie aus der Stadt zurückholen und dabei alle Gegner mit Muay Thai besiegen.

Der Schwerpunkt des Films liegt auf den Kämpfen und der durchaus kinotauglichen Kampfsportart, die Tony Jaa beherrscht und gut in Szene setzen kann. Die Geschichte wird (zum Glück) nur kurz behandelt, die Kämpfe stehen im Vordergrund und sind spektakulär.

Die Schauspieler sind durch die Bank schlecht, die Kämpfe gut. Tony Jaa hat leider nicht den Charme z.B. eines JCVD, um über seine ähnliche gelagerten schauspielerischen Fähigkeiten hinwegzuspielen, daher Abzüge in der B-Note.

Fazit: guter bis besserer Martial-Arts-Film, krankt etwas an Geschichte und Schauspielern.

Kritik: The Raid 2

The Raid 2 (Serbuan Maut 2: Berandal) ist die Fortsetzung zum grandiosen The Raid.

Große Erwartungen – noch größere Enttäuschung.

Der Film ist lang. Viel zu lang. Extrem lang. 2 Stunden 30, die sich anfühlen wie 4-6 Stunden. Laaaaaang.

Irgendein Plot um einen Gangster, der zur Strecke gebracht werden soll, wozu unser Held Undercover geht. Ab und an etwas Action, die gut ist, aber nicht so reinhaut wie beim Vorgänger. Dazwischen gähnende Langeweile, in der die Geschichte erzählt wird, die so uninteressant ist, dass man sich die Haare raufen möchte. Wie kann man denken, dass die Actionhelden Schauspieler wären, denen man beim schauspielern zusehen möchte?

Aaargh.

Dieser Film war so langweilig, dass ich fast sagen möchte, Hateful Eight war schnell inszeniert.

Ernsthaft: eine Stunde schauspielern raus, dann hat man einen passablen, nicht ganz so guten Nachfolger, aber so ist der Film ungenießbar. Da hat jemand versucht, John Woo zu sein, ohne dessen inszenatorische Fähigkeiten zu haben.

Fazit: großen Bogen um den Film machen – Langeweile mit Ansage.

Kritik: The Raid

The Raid (Serbuan Maut), in der IMDB seltsamerweise als „The Raid: Redemption“ ausgewiesen, ist ein indonesischer Kampfsportactionfilm eines walisischen Regisseurs (Gareth Evans).

Es geht um ein SWAT-Team, das ein mehrstöckiges Apartmenthaus stürmen soll, um den Bösewicht gefangenzunehmen, der das gesamte Gebäude unter seiner Kontrolle hat. Ein Teammitglied ist ein Verräter, jada jada jada, alle tot.

Der Film konzentriert sich auf das „jada jada jada“ und setzt Maßstäbe, was Kämpfe in einem Haus, in Wohnungen, über mehrere Etagen oder mit allerlei Hilfsmitteln bis hin zur Leuchtstoffröhre angeht.

Wenn wir erst einmal im Haus sind, was nicht sehr lang dauert, gibt es Action vom Feinsten, satt und sehr brutal. Wer das mag ist hier bestens aufgehoben und wird ähnliches suchen aber sehr, sehr selten finden.

’nuff said.

Fazit: einer der besten Martial-Arts-Actionfilme ever.