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Computerspiele Kritik

Spielkritik: Tomb Raider: Die Chronik (2000)

Tomb Raider: Die Chronik (Tomb Raider V) – Lara ist tot, was liegt näher, als dass sich drei Freunde bei einer Trauerfeier Geschichten über Lara erzählen – jede dieser Geschichten ist ein Level.

Core Design verbessert zum letzten Mal die alte Spieleengine und befreit sich davon, eine zusammenhängende Geschichte erzählen zu müssen. Damit können die Level unterschiedlich ausfalen ohne dass das durch eine Geschichte mühsam zusammengehalten werden muss.

Das gelingt auch sehr gut, wir suchen in Rom den Stein der Weisen, in einem russischen U-Boot den Speer des Schicksals, in Irland als Mädchen Dämonen (wieder als Mädchen – ach nö) und in New York City das Iris-Artefakt. Zu guter Letzt suchen wir noch die sterblichen Überreste Laras in den Ruinen, finden aber nur ihren Rucksack.

Das ist nicht sonderlich innovativ, aber das macht mir ja nichts aus…

Lara kann jetzt aus Nischen springen, auf Seilen balancieren und hat andere coole Moves drauf. Viel mehr Neues ist nicht.

Die Level sind ordentlich, die Story vernachlässigbar, aber insgesamt ist es ein deutlicher Qualitätsabfall gegenüber den Vorgängerspielen. Das Spiel ist immer noch gut aber auch nicht mehr. Es fehlt das gewisse Etwas, an das man sich erinnert: übergroße Pyramiden, schwierige Rätsel, übermächtige Gegner. Man merkte deutlich, dass die Entwickler eine Pause brauchten.

Die ihnen Eidos als Mutterfirma von Core nicht gab. Stattdessen wurde der Druck aufgebaut, ein Spiel nach dem anderen produzieren und nach vier Knallern musste irgendwann auch mal Schluss sein. Das hat Eidos verhindert und deutlich gezeigt, wie Geldgier und Druck nicht zu guten Ergebnissen führen. Das Spiel war auch nicht der Verkaufsschlager, so dass nach diesem Spiel eine Zwangspause eintrat.

Leider wurde diese Pause nicht dafür genutzt, den Entwickler:innen Raum und Zeit für neue Visionen und solide Arbeit zu geben, Eidos erwies sich hier als der Archetyp der nichtkreativen Schinderei, die keine guten Ergebnisse hervorbringt, dennoch niemenden zum Umdenken bringt. Kreativität ist halt nur zu einem gewissen Teil planbar und genau das muss bei Geschäftsplänen auch berücksichtigt werden.

Wird es aber nicht, wie viele Qualitätseinbussen bei längerer Laufzeit zeigen, die Gründe mögen unterschiedlich sein.

Erfreuen wir uns am gelungenen, wenngleich etwas einfallslosen fünten Teil, der sechste (Spoiler) wird richtig mies…

Fazit: ordentliches Spiel ohne Höhepunkte.

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Spielkritik: Tomb Raider IV: The Last Revelation (1999)

Tomb Raider IV: The Last Revelation – wieder Core Design, wieder die gleiche, leicht verbesserte Engine – wieder das gleiche Spiel mit neuen Orten und Figuren.

Wir müssen den Fluch des Amuletts von Horus brechen, der Seth aufgeweckt hat (kurz zusammengefasst).

Wir starten als junge Lara, warum auch immer. Meist ein Zeichen dafür, dass den Geschichtenschreibern nicht mehr viel einfällt und die Herkunft der Heldin ergründet werden muss, zum Glück ist das nur der Einstiegslevel, dann geht es wie gewohnt weiter, diesmal von Kambodscha nach Ägypten, wo mehrere Orte besucht werden: Tal der Könige, Karnak, Alexandria, Kairo, Gizeh.

Die Pistolen sind wieder da.

Es wurden viele Elemente verändert, zum Guten und zum Schlechten. Dem Zeitgeist folgend wurden die Waffen komplizierter, es gab mehr Munition zur Auswahl mit unterschiedlicher Wirkung. Warum auch immer – hätte es nicht gebraucht.

Lara kann jetzt Stangen hochklettern, um die Ecke greifen und Türen eintreten – immerhin.

Leider wurde auch der Todfeind und Kardinalfehler von Computerspielen eingeführt: unsterbliche Gegner. Was das soll – keine Ahnung. Die stören zwar nicht direkt und sind handhabbar, aber es ist keine schöne Sache.

Und ein weiteres Problem von Spielen, ebenfalls damaliger Zeitgeist, der sich hartnäckig hält: verschiedene Arten, einen Level zu spielen, also verschiedene Pfade mit unterschiedlichen Herausforderungen. Wie ich es hasse. Ich will ein Spiel einmal durchspielen und dabei alles gesehen haben. Alles andere ist vom Teufel.

Grafiken und Bewegungen wurden wieder verbessert, der technische Fortschritt halt. Dennoch ist auch dieser Teil eine technisch grundsolide Sache ohne Bugs.

Wenngleich viele Dinge eingebaut wurde, die ich für große Fehler bei Computerspielen halte, ist das Spiel dennoch eins der besten Tomb Raider. Die negativen Aspekte halten sich in Grenzen, die Rätsel wurden erweitert und komplexer gestaltet, die Locations sind überragend und das Spiel ist ein Paradebeispiel für Spielbarkeit.

Hier ist eine Entwicklung zu sehen, die gut ist: neue Dinge werden zwar eingeführt, dominieren jedoch das Spiel nicht, so dass die Grundidee erhalten bleibt und wirklich behutsam ergänzt wird.

Das Spiel endet mit dem Tod von Lara, denn die Entwickler:innen hatten genug von der Figur. Dass das natürlich nicht das Ende der Spiele sein wird, war jedem klar, die Frage war nur: wann kommt ein neues Spiel raus und wie wird es gestaltet?

Fazit: eins der besten Tomb Raider trotz größerer Änderungen.

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Spielkritik: Tomb Raider III (1998)

Wenn etwas funktioniert, gibt es Nachfolger bis zum Abwinken. Jedes Jahr ein neues Tomb Raider, diesmal Tomb Raider III, wieder Core Design, verbesserte Game Engine – es ist also wieder mehr vom Gleichen in Schöner zu erwarten.

Und glücklicherweise wurde ich nicht enttäuscht, graphisch deutlich verbessert, kann Lara jetzt sprinten und an der Decke hangeln, es gibt eine Desert Eagle mit unglaublicher Durchschlagskraft und Rätsel, Rätsel, Rätsel. Wunderschön.

Beim Leveldesign wurde großer Wert auf Abwechslung gelegt, leider mit einem „keine-Waffen-Level“, eine Sache, die ich bei keinem Spiel mag. Sei es drum, der Rest ist gelungen: Indien, Nevada, Area 51, London, Südsee und Antarktis – jedes Level mit eigenen Herausforderungen und schönen Momenten. Erfreulicherweise wurde gegenüber dem Vorgänger der Schießanteil heruntergefahren und der Rätselanteil erhöht.

Was ich gut fand: das gleiche Spiel in neuen Locations spielen zu können. Leider begann das, Kritiker allmählich zu stören, die gerne Innovation haben wollten und nicht wieder das gleiche Spiel mit leichten Verbesserungen.

Wie gesagt, ich bin da anderer Meinung: wer ein anderes Spiel will, soll sich halt ein anderes kaufen, auch damals gab es da genügend Auswahl.

Die mittleren Level konnten in beliebiger Reihenfolge gespielt werden – ein Riesending was mir persönlich egal ist, da ich auch mit festgelegten Reihenfolgen gut leben kann.

Die Automatikpistolen sind weg – WTF?

Es fanden sich genügend Käufer:innen, um aus dem Spiel einen riesigen Erfolg zu machen.

Fazit: wieder ein sehr guter Nachfolger mit deutlichem Gewicht auf Rätseln – genau mein Ding.

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Computerspiele Kritik

Spielkritik: Tomb Raider II (1997)

Ein Jahr nach dem phänomenalen Tomb Raider jetzt Tomb Raider II von Core Design – würde es die Qualität halten können?

Ja. Und noch besser: es hat wenig geändert und das wenige zum Guten. So kamen ein paar Waffen dazu, man konnte verschiedene Fahrzeuge fahren, Lara bekam ihren Zopf und eine geringere Oberweite (wie in jedem Spiel, bis sie jetzt ganz normal aussieht). Negativ: die Unterwasserpassagen wurden ausgedehnt, das ist nicht so meins.

Die Level blieben exotisch, wurden aber diverser: Große Mauer, Venedig, Bohrinsel, Tibet, England… Diesmal mit angepasster Kleidung.

Beste Neuerung: Lara kann im Sprung eine Rolle machen. Klingt jetzt nach wenig, hat mich aber beeindruckt.

Leveldesign ist wieder auf hohem, guten Niveau, Schwierigkeitsgrad angemessen, auch Tomb Raider II ist eine gutes, gut spielbares Spiel. Der Vorgänger wurde behutsam weiterentwickelt, blieb aber dem ersten Teil treu. Der Trainingslevel war beeindruckend.

Im Unterschied zu heutigen Rezensionen wurde das auch sehr positiv aufgenommen: im Prinzip das gleiche Spiel noch einmal mit anderen Leveln und ohne große Neuerungen – das war was Gutes.

Anders gesagt: wer das erste Tomb Raider mochte, mochte auch das zweite, weil nicht viel verändert wurde. Das ist für mich das Wesen einer Spielereihe, in den letzten zehn Jahren wurde durch sehr satte Redakteure und eine kleine Gruppe von Dauerspielern (absichtlich nicht gegendert) eine andere Linie bevorzugt: Innovation und Verschärfung des Schwierigkeitsgrades in jedem neuen Teil, bis irgendwann mal klar wurde, dass das für professionelle Spieler wichtig sein kann, für den Rest der Welt aber nicht – der Rest bringt aber das Geld. Assassin’s-Creed-Spieler:innen können da leidgeplagt von berichten, wie schade es ist, wenn sich eine Reihe bis zur Unspielbarkeit von ihrem Ursprung entfernt.

Ja, auch Tomb-Raider-Spieler:innen können davon berichten und das Reboot ist weit vom Ursprung entfernt, macht aber auch einiges richtig – Mindestanforderung: es ist spielbar auch für mich.

Fazit: würdige, sehr gute Fortsetzung.

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Computerspiele Kritik

Spielkritik: Tomb Raider (1996)

Tomb Raider – der Beginn einer größeren Spieleserie, die bis heute Ableger produziert – Spiele, Bücher, Filme, wahrscheinlich auch noch viel mehr. Lara wurde erdacht von Toby Gard, Hersteller des Spiels: Core Design, eine englische Firma (damals nicht ungewöhnlich im Spielegenre), Teil von Eidos Interactive.

Doom war schon draußen, es gab also schon 3D-Spiele und mit Doom war der ultimative 3D-Shooter gleich mit dem ersten Spiel schon erledigt.

Tomb Raider erledigte das für 3D-Abenteuerspiele (Abenteuer im Indiana-Jones-Sinn): gleich das erste Spiel definierte das Genre, definierte die Spielmechanik und war so gut, dass nur Details zu verbessern waren, aber das Spielprinzip über lange Zeit bis hin zu z.B. Uncharted gültig blieb.

Wir spielen Lara in der 3rd-Person-Perspektive auf der Suche nach dem Scion, einem alten Artefakt. Dazu reisen wir nach Peru (wo bereits der ikonische Dinosaurier wartet), dann zur Natla-Corporation über St. Francis’ Folly nach Ägypten, wo der große Showdown in der Pyramide wartet.

Es ist heute schwer nachzuvollziehen, wie gewaltig diese Spielewelt war, wie befreiend, sich als Lara bewegen zu können, völlig frei in Interaktion mit der Umwelt! Dabei waren Bewegungen und Kampfsystem äußerst durchdacht, wie schön z.B., dass die Waffen immer automatisch auf einen Feind zielten. Und die Bewegungen waren gut designt, teils roh, teils anmutig, Steine schieben, klettern, hangeln, schwimmen, Kopfsprung – alles drin.

Dazu ein geniales Leveldesign, dass die Level nicht zu schlauchig machte, aber auch nicht so offen, dass man sich verirren konnte. Aufgaben, die klar definiert waren und doch einiges Nachdenken oder Fingerfertigkeit erforderten. Das alles bei einem Schrierigkeitsgrad, der genau richtig war.

Voice-Acting war auch in Ordnung (ich hatte damals für DOOM 2 eine Soundkarte gekauft, die grundsätzlich in Spielen sehr hilfreich sein sollte) und einprägsame Sounds und Erkennungsmelodien.

Es gibt tatsächlich nicht viel am Spiel auszusetzen: Design, Ideen, technische Qualität – hier hat alles gestimmt.

Und, was im Gegensatz zu heutigen Spielen auffällt: es ist ein einfach zu spielendes Spiel bezüglich der Tastenkombinationen und Nicht-Spiel-Elemente, die zu beherrschen sind. Kein kompliziertes Aufleveln, keine unnötiges Nachladen, automatische Gegneranzielung – das alles hilft bei der Konzentration auf das Spiel. (Gilt für die meisten Spiele dieser Zeit, z.B. auch DOOM und Nachfolger.)

Heutzutage erwarten Spieler:innen offensichtlich mehr, da müssen Waffen gelevelt werden, Fähigkeiten freigespielt und das alles außerhalb des Spiels, was ich persönlich nicht gut finde.

Ich bin eine Archölogin, die ein Artefakt aus Atlantis sucht und am Ende gegen eine Dämonin kämpft und da stört Leute ernsthaft, dass ich mit den Pistolen ohne Nachladen unendlich schießen kann?

Sei es drum, heutzutage sollte man das Spiel nur spielen, wenn man von den Klötzchengrafiken abstrahieren und sich auch daran erfreuen kann. Das Spielprinzip und Spieldesign ist gut gealtert, die Grafik, Bewegungen etc. nicht.

Fazit: genredefinierender Meilenstein, der alles richtig macht.

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Kino Kritik

Kritik: Der Schuh des Manitu

Der Schuh des Manitu – nach Erkan & Stefan (nicht gesehen) der zweite Film von Bully, als Fans der Bullyparade Ehrensache, den Film anzusehen.

Die Story ist zweitranging, es geht darum, alte Karl-May-Filme zu parodieren, Gaggrundlage sind die Abahachi-und-Ranger-Sketche der Bullyparade.

First things first: ein sehr guter Film. Insbesondere die Regie von Bully und die daraus resultierenden Bilder – erste Sahne. Der erste Auftritt von Sky du Mont ist sowas von cool…

Die Gags variieren, die Gürtellinie wird meist nicht überschritten, Fanservice für Bullyparadengucker aber auch nicht so schlimm, dass man sich angewidert abwendet.

Manches ist sogar äußerst gelungen:

Schau schau, Schoschonen.

Ich bin einfach mit der Gesamtsituation unzufrieden!

So, jetzt geht nochmal jeder aufs Klo und dann reiten wir los!

Oder Sky du Mont, der ein Eis isst oder die Frau mit Rollator vorbeilässt oder das Lied von der Superperforator-Werbung singt und tanzt.

Manches ist auch richtig schlecht, das lassen wir hier mal aus.

Und im Nachhinein ist die Darstellung von Schwulen doch sehr klischeehaft und, wenngleich freundlich gemeint, nicht wirklich gut. Das ist mir erst vor drei/vier Jahren bewusst geworden, besser als das Schwulenbashing von Stefan Raab, aber gut gemeint ist halt nicht gut gemacht.

Über allem thront dennoch die Inszenierung von Bully, die wie schon erwähnt, einfach gnadenlos gut ist, die guten Gags sind punktgenau inszeniert und teilweise sogar überraschend. Aussehen, Kostäme, Kamera, Musik, Darsteller:innen – passt alles.

Apropos überraschend: dass Bully für den Film von Pierre Brice für 9/11 verantwortlich gemacht wurde ist immer noch ein Tiefpunkt deutscher Fernsehgeschichte und hat mir Pierre Brice stark verleidet. Was für ein Idiot.

Apropos Tiefpunkt: es wurde eigens ein eigener Punkt beim deutschen Filmpreis geschaffen, da so ein Film – Komödie, erfolgreich – ja nun wirklich keinen richtigen Preis bekommen darf. Dann doch lieber ganz lassen als so ein würmelndes Rumeiern.

Wir sahen den Film in Anwesenheit der Hauptdarsteller – auch ein sehr nettes Erlebnis.

Fazit: sehr guter Film mit kleinen Mängeln, Gesamtpaket aber beeindruckend.

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Kino Kritik

Kritik: Ip Man: The Final Fight

Ip Man: The Final Fight – trotz des Titels noch nicht der letzte Ip-Man-Film – erzählt von seinem Leben in Hongkong bis zu seinem Tod.

Tja, der Film ist nicht wirklich langweilig aber sehr uninteressant. Zumindestens, wenn man einen Martial-Arts-Film erwartet. Oder einen Film, der die Geschichte von Ip Man halbwegs authentisch erzählt.

So bekommen wir die Geschichte durch seinen Sohn erzählt, den Ip Man in Foshun gelassen hatte, ebenso wie seine Frau. Zugegeben, sie konnte durch die Grenzschließung nicht mehr zu ihm, das schien ihm aber durchaus recht gewesen zu sein, er hatte in Hongkong eine Geliebte (mit der er auch ein Kind hatte, was der Film verschweigt) und wurde opiumabhängig (was der Film verschweigt).

Im Film ist Ip Man einfach ein großer Idiot, der sich für nichts interessiert und an dem alles abprallt. Zur Not gibt er ein paar Glückskeksweisheiten preis, ansonsten lässt er sich den Arsch hinterhertragen und lebt in den Tag hinein.

Parallel dazu werden durchaus interessante Dinge gezeigt, jedoch nicht weiterverfolgt: Streiks, Korruption, Verkauf von Kindern durch Freunde, … Das alles hätte mich tatsächlich mehr interessiert, als dieser lethargische Ip Man.

Und so fließt der Film so dahin, ab und an gibt es eine Schlägerei (ich glaub, drei im ganzen Film), dann sterben alle. Immerhin war er bei der Geliebten beim Tod dabei, im Gegensatz zum Tod seiner Frau.

Tja, das ist nicht Fich und nicht Fleich, wie gesagt, nicht langweilig aber sehr uninspiriert und unser Hauptheld ist ein Arsch.

Im Gegensatz zu den anderen Filmen bisher funktioniert der Film leider auch nicht als Martial-Arts-Film. Schade um die guten Schauspieler:innen, allen voran Anthony Chau-Sang Wong.

Fazit: man hat nichts verpasst, wenn man den Film nicht gesehen hat.

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Kino Kritik

Kritik: Ip Man Zero

Ip Man Zero (Yip Man chin chyun) ist ein weiterer Film der Ip-Man-Reihe. Wen interessiert nicht nach Ip Man und Ip Man 2, wie es zu „Ip Man“ kam, wie seine Ausbildung und Jugend war?

Mich schon mal nicht, aber wir haben die Gesamtbox gekauft, also müssen wir da durch.

Wir begleiten Ip Man von der Aufnahme in die Wing-Tsun-Schule als Kind über seine Ausbildung, Studium bis er dieses beendet hat und sehen, wie er seine Frau kennengelernt hat, wie die Japaner ihn in Intrigen zu verstricken versuchen und wie er standhaft, ehrlich und mit viel Gewalt da wieder raus kommt.

Wie gesagt, eigentlich interessiert die Geschichte nicht wirklich, ist auch nicht sonderlich originell: Ausbildung, Bruder, zwei Frauen mit unterschiedlichem Verliebtheitsgrad, Verrat, Prügel, Happy End.

Das alles ist nur Bindeglied, um uns von einer Prügelei/Ausbildungsszene zur nächsten zu geleiten, die wirklich hervorragend gedreht sind. Kein Zeitlupenschnickschnack, sondern hochkarätige Kampfszenen von 1-5 Minuten Länge.

Dazwischen leider viel Film von mäßiger Qualität, das Drehbuch hätte noch ein, zwei Schleifen drehen können, manche Szenen sind schon slapstickhaft lächerlich, so die Freundschaft, die dadurch entsteht, dass er einen Engländer den Arm bricht, das ist dann aber sofort auch wieder egal und den Engländer sehen wir nicht wieder.

Oder seine Frau, die offensichtlich vier Jahre kang vor dem Grammophon liegt, anstatt selbst einmal zu Ip Man zu gehen. Aber total verliebt.

Das ist nicht wirklich langweilig oder schlecht aber auch nicht mitreißend (oder interessant). Als Entschädigung gibt es die angesprochenen Kämpfe, daran muss man sich dann festhalten.

Nicht verschwiegen werden soll, dass der Film zwischendrin einen sehr guten, meist schwarzen Humor entwickelt, der blitzt immer mal auf.

Ach ja, und es gibt eine Bloodsport-Gedächtnis-Szene: Mehl in die Augen!

Die Schauspieler sind gut, insbesondere Ip Man wird von Yu-Hang To sehr gut verkörpert. Viele Schauspieler der ersten Teile treten in anderen Rollen wieder auf – macht nix.

Der Film ist damit ein guter Martial-Arts-Film mit einfacher Geschichte, die man oft ertragen muss, was aber nicht so schlimm ist, dass man abschalten würde. Der Anfang war schwer, aber nach 10-15 Minuten groovt sich das ein.

Fazit: guter Martial-Arts-Film.

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Kino Kritik

Kritik: Puss in Boots

Puss in Boots (Der gestiefelte Kater) ist ein Spin-Off der Shrek-Reihe, zuerst im zweiten Teil aufgetreten hatte er einen solchen Eindruck hinterlassen, dass ein eigener Film konzipiert wurde. Das lag sicher nicht zuletzt an Antonio Banderas, der den Kater wunderbar verkörpert.

Wir begleiten den Kater, wie er mit Humpty-Dumpty und Kitty die Gans stiehlt, die goldene Eier legt, um seiner Stadt zu helfen (fragt nicht, vor allem nicht, wer Humpty-Dumpty ist). Es gibt Verwicklungen und bösen Verrat, dann Hilfe von Kitty und letztendlich ein Happy-End. (Kurzfassung)

Leider ist der Film nicht so gut geworden, wie er sein könnte. Banderas und Salma Hayek sind punktgenau für Puss und Kitty besetzt, ihre Auftritte im Film sind richtig gut und darauf hätte sich der Film konzentrieren sollen.

Aus Gründen der Unerfindlichkeit haben sich die Macher jedoch dafür entschieden, eine überkomplizierte Geschichte mit sehr unsympathischen Bösewichtern und viel Verrat zu erzählen, die dem Film den Drive nimmt und eine unnötig negative Emotionalisierung erzeugt. Das zieht mich einfach runter und nimmt mir zu einem beträchtlichen Teil den Spaß am Film. Außerdem wurde wieder versucht, 3D „auszunutzen“, ohne dass das den Film unterstützt.

Dennoch: die Szenen mit den Katzen sind toll, die Animation ist hervorragend, 3D hätte nicht sein sollen. Licht und Schatten in einem sehr unregelmäßig gelungenen Film.

Fazit: leider nur Durchschnitt, vielleicht, wenn es einen „nur-Katzen-Cut“ gäbe…

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Kino Kritik

Kritik: Shrek Forever After

Shrek Forever After – der Abschluss der ingesamt ordentlichen Shrek-Reihe – ein sehr, sehr schwacher Abschluss.

So schwach, dass wir uns gemeinsam kaum noch dran erinnern können, irgendwas mit Rumpelstilzchen, einer Zeitreise und der Erkenntnis, dass Familie was Gutes ist. Statt die Geschichte der Figuren fortzuführen, wird über die abgeschmackte Zeitgeschichte wieder alles auf null gesetzt und wieder von vorne begonnen, schade.

Also wieder eine 08/15-Geschichte, diesmal aber leider nicht gut erzählt, sondern behäbig und ohne gute Gags. Und dann noch in 3D – einer der überflüssigsten Erfindungen nach Geruchkino.

Machen wir nicht viel Worte: einfach noch mal den ersten oder zweiten Teil ansehen und dran erfreuen.

Fazit: leider kein gelungener Abschluss.