Radfahren bei dem Wetter ist extrem gefährlich.

Zumindestens wenn man den Nachrichten oder dem Bekanntenkreis glaubt. Das ist die gefühlte Unsicherheit, denn es ist glatt draußen und Radfahren ist sowieso gefährlich. Bei dieser Betrachtung stören Fakten nur.

Zum Beispiel ist die Fahrbahn hier in Berlin schnee- und eisfrei. Die Radwege sind vereist, damit braucht man sie nicht benutzen. Das entschärft deren latente Gefährlichkeit. Außerdem wird man nicht mehr permanent angehupt und geschnitten (ok, ich nicht, bei I ist das derzeit besonders schlimm), wenn man auf der Fahrbahn fährt. Mach‘ das mal im Sommer.

Erstaunlicherweise ist auch die Unfallstatistik auf Seiten der Radfahrer. Dauern geschehen hier Unfälle mit Autos, die allerdings, so der Sprachgebrauch „witterungsbedingt“ sind. Das heißt, nicht die Autofahrer haben nicht aufgepasst oder sind zu schnell unterwegs, gerade bei Glätte oder Neuschnee, nein, die Witterung zwingt sie zu Unfällen. Damit ist der motorisierte Verkehr nicht gefährlich, sondern die Witterung. So sind Autofahrer von der Gefährlichkeitsunkerei befreit.

Auch Fußgänger müssen sich ins Unvermeidliche stürzen, ich kenne persönlich schon eine schwere Verletzung durch Warten an der glatten Straßenbahnhaltestelle, gestern war im Polizeiticker ein Mann, der beim Autofreifegen gestürzt ist und an den Folgen gestorben. Dauernd fallen Fußgänger hin. Ist das ein Grund, sie auf die Gefährlichkeit ihres Tuns anzusprechen?

Zusammenfassend habe ich zwei wirklich wegen Glätte gefährliche Strecken am Tag zu überwinden: mit dem Rad an der Hand aus der Haustür zur Fahrbahn und der Gang zum Mittagessen. Weil ich da auf dem Fußweg unterwegs sein muss.

Ansonsten gilt natürlich immer: gefährlich wird der Verkehr durch die anderen. Insbesondere Autos, weil sie einfach schwer und hart sind.

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