Kritik: Basilisk

Basilisk ist das Anime zur gleichnamigen Manga-Serie über den Kampf zweier Clans um 1000jährigen Ruhm und, wie ich aus der WIkipedia erfahren habe, um die Nachfolge von Tokugawa Hidetada.

Das Anime konzentriert sich auf den Kampf der Clans, die je zehn KämpferInnen mit besonderen Fähigkeiten aufgeboten haben, um zu gewinnen. Die zukünftigen Anführer der Clans sind aber eigentlich verlobt und wollen nicht kämpfen.

Im Endeffekt geht es in den 24 Folgen hauptsächlich darum, die verschiedenen Fähigkeiten und die daraus resultierenden Kämpfe möglichst effektvoll und brutal in Szene zu setzen. Dabei gerät die Geschichte und deren Hintergründe etwas ins Hintertreffen, dass es um die Shogunnachfolge geht, war mir nicht klar.

Die Serie ist gut gezeichnet und interessant inszeniert, hat jedoch kleine Schwächen, insbesondere was das Frauenbild und die Frauenrollen angeht. Es gibt zwar gute Frauenrollen mit guten Fähigkeiten, diese basieren jedoch alle auf Sex und definieren sich meist über die Beziehung zu einem Mann. Das ist teils interessant, teils aber banal langweilig. Genau wie unsere beiden Turteltäubchen, die die eigentlichen Hauptfiguren sein sollten.

Dazu kommt, dass unsere beiden Hauptfiguren mit ihren überragenden Fähigkeiten diese in gerade einmal drei Folgen überhaupt einsetzen und dann nur kurz. Wer also auf einen tollen Showdown gehofft hat, kriegt einen halben mit dem Oberbösewicht.

Und das große Finale ist äußerst unbefriedigend.

Das soll jetzt nicht zu negativ klingen: die Serie ist überwiegend interessant mit kleinen Schwächen.

Fazit: gutes Anime mit teils brutalen Kämpfen mit kleinen Schwächen in Story und Charakteren.

Kritik: One Piece: Stampede

Kinokarte One Piece: Stampede

One Piece: Stampede – der neue Film im One-Piece-Universum wurde im Rahmen der Anime Nights von KAZÈ gezeigt. Grund für uns, auch mal das neue Kino am Mercedes-Platz auszuprobieren.

Der Einkauf der Karten ist anstrengend, wenn es neben den Karten noch Essen und Trinken an der Kasse gibt. Extrem anstrengend. Dafür haben mir die Sitze und die Beinfreiheit gefallen, ich konnte meine Beine ausstrecken und die sehr bequemen Ledersitze lassen sich elektrisch noch nach hinten fahren und eine Fußlehne nach oben. Für kleinere Leute kann das ein Problem sein – schwer einzuschätzen.

Apropos anstrengend: hinter uns eine Gruppe Jungerwachsener, die sich während der Trailer die gesamte Zeit lautstark unterhielten. Aber zum Thema, sie kannten fast jeden vorgestellten Film bzw. Serie. Beeindruckend, trotzdem laut.

Dann, nach einer langen Weile von Filmtrailern, von denen uns keiner so richtig Lust machte, weil viel zu lang oder zu banal, der Film.

One Piece: Stampede – grandios.

Der Film ist entweder ein Wimmelbild voller Piraten und bekannter Gesichter oder Namedropping aller bisher aufgetretenen Figuren oder Kampfszenen vom Feinsten ohne ein Maß für Proportionen oder ein Ende. Da wird gekloppt, was das Zeug hält und wenn man denkt, jetzt war es das, was Größe der Fäuste, Gegner oder Luffy angeht – weit gefehlt.

Im Endeffekt ist der Film ein großer Fanservice um die Erkenntnis, dass man nicht für sich allein sondern für andere kämpfen sollte.

Apropos Fanservice: unsere Jungerwachsenen kannten jede Figur, teilten beim ersten Auftreten deren Namen mit, gern auch mit Hintergrundgeschichte, waren dabei aber sowas von begeistert für den Film – es war in der Tat eine Freude und ausnahmsweise nicht nervig.

Fazit: ein stabiler Film, ohne Vorkenntnisse von One-Piece nicht halb so lustig.

Kritik: Das Mädchen, das durch die Zeit sprang

Das Mädchen, das durch die Zeit sprang (Toki o kakeru shôjo) ist ein Anime, das wieder im Rahmen der empfehlenswerten Anime-Night von Pro7Maxx lief.

Es geht um Makoto, die rückwärts in der Zeit springen kann und das auch sehr freundlich zu ihrem und anderer Leute Vorteil nutzt. So geht es neben eigenen und fremden Liebesdingen auch um viel-Essen-können oder nicht mehr so oft zu spät zur Schule kommen. Es gibt zwar negative Auswirkungen, aber die sind auch eher freundlich und nur ein wenigen Fällen gravierend.

Dennoch kumulieren sich die Veränderungen, bis es, wie in tragischen Anime üblich, plötzlich doch unüberwindliche Schwierigkeiten gibt, aus denen man nur durch Verzicht (und Taschentücher) herauskommen kann. Aber auch das meistert Makoto.

Das Schöne an dem Film ist die Leichtigkeit, mit der die Geschichte erzählt wird. Wenn Makoto ihre Fähigkeit kennenlernt, probiert sie auch erst einmal unbeschwert rum, albert mit der Geschichte, ändern vieles, was erst einmal unwichtig erscheint. Aber wenn man einen Pudding essen kann, dann kann man das auch mehrmals tun. Die Tragik kommt zwar irgendwann rein, wird aber nicht zu schwer erzählt. Auch wenn viele Tränen fließen.

Gezeichnet ist der Film tadellos, erstaunlich wie gut die Animes seit einigen Jahren sind.

Fazit: sehr guter, leichter Film.

Kritik: Weathering with You

Weathering with You (Tenki no ko) ist ein weiteres Anime von Makoto Shinkai, den wir schon von Your Name. kennen. Ein Grund, viel zu erwarten, dementsprechend gespannt waren wir.

Die Vorführung war im Ladenkino, das wir dadurch entdeckten, ein kleines Kino mit erstaunlich großer Leinwand. Die anwesenden Kinder waren bis auf zweimal erstaunlich ruhig, dafür waren erwachsene Tütenraschler da. Ich musste zweimal streng gucken, damit wenigstens in den emotionalen Szenen Ruhe war. Was ist das mit den Leuten?

Die Geschichte dreht sich um ein Sonnenmädchen, das durch Gebete sonniges Wetter hervorrufen kann, was im dauerverregneten Tokio dringend nötig ist. Die Gabe ist nützlich und wird freundlich eingesetzt, kostet das Mädchen aber viel, was ihr neuer Freund nicht auf sich beruhen lassen will, yada, yada, yada – so eine Art Happy End. Mehr verraten hieße spoilern und auch über das „Happy“ lässt sich streiten.

Fangen wir bei den guten Sachen an: über die Animationen lässt sich nicht streiten, das ist einer der bestanimierten Filme, die ich gesehen habe. Es gibt einfach keinen Kritikpunkt.

Auch die Figuren sind gut, gut erzählt, inhaltlich interessant mit demselben angenehmen Humor, der bereits in Your Name. aufkam, nur ein wenig mehr davon.

Aber die Geschichte. Zum einen fühlt sie sich etwas zäh an, obwohl sie das objektiv nicht ist.

Zweitens wird eine Härte in den Film gebracht, die unangemessen ist, die Subplots um Missbrauch von Mädchen, Waffen und die Polizei fühlen sich aufgesetzt an. Es ist unklar, wozu sie in den Film gekommen sind, der ganze Film würde ohne sie auch funktionieren und wahrscheinlich besser sein. Das ist mir schon bei verschiedenen Jackie-Chan-Filmen (z.B. Mission Adler 2) aufgefallen, die versuchen, in angenehmen Filmen eine Bedrohung zu schaffen, die nicht nötig ist, stört und den Film für z.B. Kinder dann auch zu schwer macht.

Dafür wird drittens das ganze zugrundeliegende Thema Klimawandel nicht sehr tief behandelt. Was dazu gesagt wird ist auch, sagen wir, nicht faktenbasiert. Um darüber zu diskutieren bietet der Film aber zu wenig Inhalt zum Thema. Das ist wirklich schade.

Viertens gibt es auch in der Hauptstory keine Subtilität. Wenn eine emotionale Szene kommt, kündigt sie sich durch laute, emotionale Musik an und verliert dadurch gewaltig. Mich hat es gestört und damit sehr viel vom Filmgenuss weggenommen.

Fazit: guter Film, brillante Animation, leider zu viel und zu wenig gewollt.

Kritik: Your Name.

Your Name. (Kimi no na wa.) ist ein Anime von Makoto Shinkai, über das wir eher zufällig im Rahmen der Anime-Night von Pro7Maxx gestolpert sind. An dieser Stelle ein kurzes Lob für Pro7Maxx, dass sie die Anime Night jetzt schon eine Weile durchhalten, immer freitags abends – eine sehr schöne Sache.

Erzählt wird die Geschichte zweier Menschen, die sich über (ungewollten) Körpertausch kennenlernen, mit ihrer Situation fertig werden müssen, sich ineinander verlieben und dann feststellen, dass alles noch viel komplizierter und schlimmer ist, als sie es erwartet haben.

Ja, das klingt verwirrend und die Inhaltsangabe ist kryptisch, aber das ist Absicht, denn mehr zu verraten würde den Film stark spoilern und das hat er nicht verdient.

Denn der Film ist ein Meisterwerk (ich weiß), er schafft es, seine äußerst komplexe Geschichte ruhig zu beginnen, dann auszuerzählen ohne dabei den Zuschauer zu verlieren. Er bringt uns den Figuren nah und lässt uns mitleiden, denn wie der Film seine Lage lösen will – das ist bis kurz vor Ende unklar. Und selbst dann…

Dabei ist der Film auch in den ruhigen Passagen nie langweilig und bietet genügend Humor ohne ins Anstößige abzugleiten. Im Kern ist der Film eine Liebesgeschichte und ich bin diesen durchaus abgeneigt, also glaubt mir, das ist es wert.

Ach ja: legt Taschentücher zurecht. Ihr werdet sie brauchen. Ja, auch ihr harten Männer.

Fazit: einer der besten Animes und Liebesgeschichten.

Kritik: Gintama – Der Film

Pro 7 Maxx macht sich gerade bei mir beliebt mit der Ausdauer, mit der sie freitags abends Animes bringen. Denn Animes zu kaufen ist ein teurer Spaß und auch dort ist nicht alles Gold, was animiert ist, so dass ein Einblick in einzelne Animes gut tut, ohne große Investitionen getätigt zu haben.

Am Freitag kam Gintama – Der Film, basierend auf einer Animeserie, von der ich noch nie was gehört habe.

Aliens haben Japan erobert, trotzdem gibt es Samurai, es gibt ein fast unbesiegbares Schwert, eine große Samuraiente(?), fliegende Schiffe und eine Menge lustiger Dialoge.

Ich glaube, damit ist der Film schon ziemlich gut zusammengefasst – einfach Klasse. Da wird rumgealbert, rumgeprügelt, geschossen, schwertgekämpft, dass es eine Freude ist. Ich will nicht sagen, dass ich alles verstanden habe, sicherlich ist dafür die Serie nötig aber der Film hat so viel Spaß gemacht, dass ich mir die mal näher ansehen werde.

Mitten im Abspann „diskutieren“ die Figuren der Serie übrigens, wer im nächsten Film die Hauptrolle haben sollte. Bis sich War-San und Nar-San, die Warner Bros. einmischen.

Fazit: richtig guter Film, sehr abgedreht.