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Kino Kritik

Kritik: Attraction2 – Invasion

Nach dem sehr angenehm zu sehenden Attraction kam am 1. Januar diesen Jahres nun der Nachfolger in die Kinos: Attraction 2 – Invasion.

Der Film ist zwei Jahre nach dem Vorgänger angesiedelt, es spielen die gleichen Leute mit. Die Alientechnologie wird untersucht, Julia ebenfalls, mit teilweise fragwürdigen Methoden. Hakon ist doch nicht tot, heißt jetzt Harikon und will mit Julia die Welt verlassen nach einer sehr unnötigen Sexszene. Google spielt auch noch mit, ist aber nur noch Comic-Relief.

Aus irgendeinem Grund (der nicht wirklich verständlich ist), will Ra, das große Alienshiff verhindern, dass Julia die Welt verlässt und will sie dazu töten. Falls das nicht gelingt, will Ra alle Moskauer umbringen, so dass auch Julia stirbt. Durch Wasser, das von unten und oben kommt. Julia kann mittlerweile aber Wasser beherrschen und Happy End.

Dazwischen kämpfen Harikon und Artjom unverständlicherweise um Julia.

Ja, es ist ein wenig komplizierter, aber so grundsätzlich stimmt die Geschichte, an sich ist die Idee gut. Im Gegensatz zum Vorgänger ist die Umsetzung leider misslungen. Die erste halbe Stunde ist interessant, dann überzeugt der Film leider nur noch durch Action und CGI, die wirklich gelungen, aber über zwei Stunden erstaunlich ermüdend sind.

Größtes Manko ist Julia. War sie im ersten Film noch die Protagonistin, ist sie hier den größten Teil des Films eine Stehlampe, um die sich Alphamänner sorgen und um die sie kämpfen können. Das fällt selbst der Rolle im Film auf und als sie dann endlich was tun kann, löst sie das Problem mit Ra. Nach sehr zähen 105 Minuten.

Die Geschichte ist mit dem Erscheinen von Artjom und spätestens Harikon komplett an den Haaren herbeigezogen und nicht im Ansatz nachvollziehbar. Das wird, wie gesagt, durch epische Kämpfe in epischer Breite ausgeglichen, ließ mich aber kalt. Dabei wäre nur ein wenig mehr innere Logik nötig gewesen und eine angemessene Beteiligung Julias am Geschehen.

Schauspielerisch gibt es wenig auszusetzen, außer, dass Artjom einen Schlaganfall hatte und daher mit verzerrtem Gesicht spricht, das ist unnötig und widerlich. Die ganze Rolle hätte der Film nicht gebraucht.

Und, wie gesagt, die CGI sind hervorragend.

Der Film ist nicht schlecht, bleibt aber leider weit hinter den Erwartungen zurück, die der erste Teil geschürt hatte.

Fazit: oker Actionfilm, leider nur noch Standard.

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Kino Kritik

Kritik: Attraction

Attraction (Притяжение) ist ein russischer Science-Fiction-Film aus dem Jahr 2017. Spoiler.

Ein gut designtes Raumschiff kommt in einem Meteoritenschauer zur Erde und wird von einem solchen getroffen. Daraufhin verringert es seine Umlaufbahn, wird von russischen Kampfjägern abgeschossen und crasht in beeindruckender Weise in einem Moskauer Vorort.

Dort tötet es die beste Freundin von Julia, unserer Hauptheldin, die zu diesem Zeitpunkt grad kurz vor Sex mit ihrem Freund Artjom war, aber aus dem Bett geschleudert wurde, leicht verletzt. Sie ist die Tochter des verantwortlichen Militärs, der die Unfallstelle abschirmt, damit die Außerirdischen wieder verschwinden können. Sie schwört Rache und kehrt dafür zur Unfallstelle zurück, einige Verwicklungen später hat sie einen schönen Außerirdischen bei sich zu liegen, den sie mitsamt seinem Artefakt zurück in das Raumschiff schaffen muss.

Derweilen distanziert sie sich von Artjom (der Außerirdische ist schöner und auch deutlich schlauer), der sowieso grad am Durchdrehen war und eine Revolte gegen die Außerirdischen anzettelt, um diese zu erschießen. Einen Großkampf später gibt es sowas wie ein Happy-End und einen Ansatz für eine Fortsetzung.

Am Anfang suhlt sich der Film in Klischees und ich befürchtete, mal wieder das Übliche nur in Russisch zu sehen. Aber schon die Effekte sind sehr gut und der Crash des Raumschiffs ist stark. Da sterben Leute bei und das Raumschiff stürzt „realistisch“ ab, also nicht wirklich in Hochglanz.

Danach ist vieles kaputt, sowohl Häuser als auch Menschen und der Film nimmt eine angenehm melancholische Note auf. Unsere Hauptheldin ist sowieso schon kein Sonnenschein, lässt sich aber von der Situation leiten und kann, was außergewöhnlich genug ist, auch auf eine veränderte Situation reagieren oder ihre Sicht auf die Dinge verändern.

Der Außerirdische ist knuffig und sobald er da ist, nimmt der Film an Fahrt auf und sorgt mit gut eingestreutem Humor für eine angenehme Lockerheit („er ist aus Sankt Petersburg“). Diese wird dann gegen Ende aufgegeben, wenn die hässliche Seite der Menschheit gezeigt wird, die nur auf Rache und Zerstörung des Fremden aus ist, statt auf Verständigung und Versöhnung.

Da könnte man sicher noch viele Parallelen ziehen, z.B. zur Situation von Flüchtlingen allgemein, ich fand die Denkweisen zwar plakativ dargestellt, in ihrer Konsequenz aber nicht aufdringlich.

Ganz allgemein hat der Film eine sehr angenehme Stimmung, mal ernst, mal verspielt, dann lustig, dann wieder ernst und auch brutal. Das ist gut aufeinander abgestimmt, auch unsere Hauptheldin macht es uns nicht immer leicht, sie zu mögen. Alles das hebt den Film wohltuend vom Action-Einerlei mit seinen festgefahrenen Szenen ab.

Gedreht ist der Film ebenfalls gut, Schnitt ist Klasse und insbesondere die Bilder sind hervorragend. Da ist ein verstaubter Bezirk auch verstaubt.

Etwas gut kommen das Militär und die Regierung weg, es ist zwar angenehm zu sehen, dass sie nicht die dümmsten Akteure in einem Film sind, in der gezeigten Situation ist das aber doch eher unrealistisch.

Aber sei es drum, der Film macht einfach Spaß und kann sehr gut unterhalten ohne dabei ausgefahrene Pfade zu betreten und wenn doch, dann auf eine gute Weise.

Fazit: sehr gute Science-Fiction.