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Kino Kritik

Kritik: Army of Darkness (1992)

Army of Darkness ist der dritte Teil der Evil-Dead-Trilogie (und der erste der Trilogie, den ich gesehen hatte).

Ash ist in der Vergangenheit bei Rittern gelandet und im Gegensatz zum Ende des zweiten Teils wird ihm nicht zugejubelt, er wird gefangengenommen. Und einer Hexe zum Fraß vorgeworfen, die er durch die ihm von Sheila zugeworfene Kettensäge, die er in der Luft an seinen Armstumpf kettet, in der Mitte zerteilt.

Yo, damit ist der Film an sich gut beschrieben. Grusel ist hier zweitrangig, es geht um Slapstick im Evil-Dead-Universum mit genügend Dämonen, die aber eher trottlig als böse sind.

Das macht der Film aber wirklich gut. Wer auf extrem albernen Humor mit teilweise nicht gut gealterten Tricks steht, die jedoch eine unglaubliche Nostalgie versprühen, ist mit diesem Film gut aufgehoben.

Ash muss die titelgebende Armee der Finsternis besiegen, die er selbst erst durch das Necronomicon erweckt hat (Klaatu Barada Nikto), obwohl er nur in seine Zeit zurückwollte. Er besiegt sie dann auch widerwillig und reist zurück, leider in eine unwirtliche Zukunft.

Die Geschichte ist ok, es kommt wieder einmal nicht drauf an, sondern die vielen Szenen, die miteinander verbunden werden müssen.

Ash als überheblicher Kerl, der Frauen mit Pillow Talk rumkriegt, Beschwörungsformeln vergisst, wieder einmal gegen sich kämpft und trotz seiner Trotteligkeit den Tag rettet. Und wir erfahren, dass er eigentlich im S-Mart arbeitet.

Shop smart. Shop S-Mart.

Das Ganze ist wunderschön gedreht, die meisten Effekte sind praktisch, alles andere sieht mittlerweile antiquiert aus. Die drei Stooges werden wieder für mehrere Szenen als Vorbilder herangezogen. Und der Film liefert genügend Zitate, um eine vernünftige Unterhaltung zu führen, die meisten der Zitate kommen in Duke Nukem 3D vor.

Hail to the king, baby.

Good. Bad. I’m the guy with the gun.

Groovy.

Well hello Mister Fancypants.

Who wants some?

Come get some.

Der Film macht einfach Spaß, er will auch nicht mehr. Damit ist er zwar der lustigste und eingängigste Film der Reihe, hat sich aber von den harten Wurzeln weit, weit entfernt.

Fazit: alberner Fun-Horror im Mittelalter.

This… is my BOOMSTICK!

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Kino Kritik

Kritik: Evil Dead II (1987)

Zeitlich nicht direkt auf den ersten Teil folgend hat Sam Raimi einfach noch einmal den ersten Teil gedreht, deutlich den Humoranteil angehoben und das Ganze Evil Dead II genannt.

Zwar wird der erste Teil am Anfang nur zusammengefasst und dann fortgeführt. Im Endeffekt kommen aber nur neue Leute zur Hütte, die mit dem Bösen und dem teilbesessenen Ash kämpfen müssen. Ash überlebt und wird in die Vergangenheit versetzt. Storytechnisch bis auf das Ende jetzt der kleine Wurf.

Bruce Campbell als Ash ist die Konstante des Films, der Film ist immer noch gruslig, tendiert aber zu wohlwollendem Grusel mit sehr humorigem Einschlag. Das geht deutlich in Richtung Slapstick und ist teils gut, teils zu viel.

Bruce Campbell darf Overacten was das Zeug hält und sein Kampf mit sich und seiner Hand sowie Selbstgespräche mit seinem bösen Spiegelbild sind zwei der vielen Höhepunkte des Films.

Und natürlich die Kettensäge am Armstumpf sowie das doppelläufige Gewehr. Hach.

Insgesamt ist der Film deutlich besser gedreht als der erste Teil, etwas weniger hart und wie gesagt deutlich humoriger. Das muss man mögen, denn der Humor ist oft einfach nur albern. Mir gefällt es.

Fazit: Evil Dead II ist zu Recht ein Kultfilm, alle Liebhaber:innen des quatschigen Horrors können getrost einen Blick riskieren.

Groovy

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Kino Kritik

Kritik: The Evil Dead (1981)

Warum nicht mal ein Klassiker des Horrorfilms: The Evil Dead (Tanz der Teufel)?

An sich ist damit schon alles gesagt. Es ist „Tanz der Teufel“. Der Film. Der Film, der in D bis August 2016 beschlagnahmt war und bis Oktober 2016(!) auf dem Index stand und jetzt FSK 16 ist, was die Arbeit der BPjS (jetzt BPjM), nicht der FSK, recht gut zusammenfasst. Man muss sich den ganzen Unfug mal in der Wikipedia durchlesen („Im europäischen Ausland existieren verschiedene Freigaben für die ungeschnittene Fassung: Zum Beispiel in Frankreich ab 12 Jahren.“)

Zwei junge Pärchen verbringen die Nacht in einer Hütte, in der sich das Necronomicon befindet, das Buch, das das Böse beschwört. Natürlich nur, wenn man es liest. Was unsere Leute tun.

Ab jetzt terrorisiert das Böse unsere Helden, die sich dagegen wehren müssen und nach und nach besessen werden. Bis auf Ash (Bruce Campbell) sterben alle. Mehr oder weniger. Und Ash entkommt auch nur mehr oder weniger.

Einmal sei es gesagt: der Film ist richtig, richtig gruslig. Wer nur den zweiten oder dritten Teil kennt, die Horrorkomödien sind: hier ist zwar auch ab und an etwas rabenschwarzer Humor dabei, aber Sam Raimi meint es ernst in diesem Film.

Selten wurde das Böse so gruslig dargestellt wie in der Bodenkamera, der Vergewaltigungsszene durch besessene Bäume (nicht lustig), der verzerrten Kamera oder den besessenen Menschen. Dazu ist der Film hart, denn Gliedmaßen zählen hier nicht viel.

Das Blut trieft von der Leinwand.

Nicht umsonst hat der Film das Horrorgenre geprägt, es gibt unzählige Nachahmer, zwei Fortsetzungen und ein Remake sowie eine Fernsehserie. Sam Raimi und Bruce Campbell sind unter den Horrorfans zu Weltruhm gekommen.

Und das Ganze, obwohl der Film unter widrigsten Bedingungen gedreht wurde.

Es ist schwer für mich einzuschätzen, ob der Film heute noch überzeugt. Ich denke: ja, denn die Effekte sind handgemacht und nicht albern. Dennoch merkt man dem Film von Drehart, Filmmaterial, Sachen etc. das Entstehungsjahr 1981 natürlich an.

Allerdings: jede:r Freund:in des harten Horrors sollte diesen Film gesehen haben, denn er ist ein Meilenstein des Horrorfilms (und einer Art Zombiefilms) und m.E. auch gut gealtert.

Fazit: unbedingt sehenswerter Horror.