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Kino Kritik

Kritik: Hellboy

Ich kann auch nichts dafür, die Neuverfilmung heißt ebenfalls Hellboy.

Ich hatte nicht viel davon mitbekommen, dass Hellboy neu verfilmt wird, ohne Perlman und ohne del Toro, dafür mit David Harbour und Neil Marshall. Was kann da noch schiefgehen?

Im Vorfeld und während des Drehs offensichtlich eine Menge, der dritte Teil mit del Toro kam nicht zustande, er hat sich darüber wohl auch heftig mit Mignola zerstritten, während des Drehs waren die Produzenten wohl Arschlöcher (wenn man das schon durch den Anwalt bestreiten lässt…) und die Fans der ersten Teile waren halt wie die Fans in letzter Zeit sind: fanatisch. Alles, was nicht Perlman und del Toro ist kann nur schlecht sein. Beste Kritik: der Film ist zu comichaft. WTF?

Keine guten Voraussetzungen, der Film spielte seine Produktionskosten nicht ein und wurde in der Luft zerrissen.

Das alles hab ich nach dem Film gelesen (ist eine gute Angewohnheit, erspart einem viel Voreingenommenheit), deshalb kann ich guten Gewissens sagen:

Was für eine geile Scheiße!

So soll Hellboy sein. Harbour macht seine Sache außerordentlich gut, auch wenn Perlman immer noch Hellboy ist, kann Harbour überzeugen. Vor allem das Mienenspiel durch die Maske zu bringen und der trockene Humor – sehr gut. Humor zieht sich durch den ganzen Film, schon in der Anfangssequenz ist sich der Film dessen bewusst, was für Klischees er aufbringt und geht offensiv damit um.

Erzählt wird wieder die Originstory und der Kampf Hellboys mit der Welt und der Weltherrschaft, umhüllt von einer dünnen Klammergeschichte um die böseste Oberhexe der Welt: Milla Jovovich, die am Anfang von König Artus (ja, der Artus) gefünfteilt und in Kisten über England verstreut wird. Sie wird wieder zusammengesetzt und versucht, Hellboy auf ihre Seite zu ziehen und damit das Ende der Welt herbeizuführen, zumindestens für die Menschen.

Ja, die Geschichte ist nicht originell und sehr vorhersehbar, aber sie ist gut erzählt. Und sehr, sehr, sehr blutig. Hellboy kann hier richtig die Sau rauslassen, das schwankt von richtig guter Action bis zu nicht so guten CGI-Kämpfen, zum Glück mehr von Ersterem.

Dafür wird man auf der anderen Seite mit richtig guten Bildern verwöhnt, wann hab ich schon mal ein verfilmtes Hieronymus-Bosch-Gemälde gesehen. Interessante Sequenz. Hatte ich schon „blutig“ erwähnt?

Wir beschränken uns auf vier Figuren und zwei Böse, der Rest sind Nebenfiguren, wenngleich z.B. Baba Jaga schon sehr gruslig rüberkommt. Leider hat Jovovich zu wenig Zeit, ihre Rolle ist deutlich zu klein geraten. Dafür den Kampf mit den Riesen wegnehmen.

Die Musik ist ok, manchmal fragwürdig („Rock you like a Hurricane“ auf Spanisch?), die Geschichte gradlinig, nur die inneren Zweifel sind nicht so meins, die wirken aufgesetzt und müssen nicht sein.

Ich kann die Kritik am Film teilweise nachvollziehen, habe mich aber auf einen schnellen Fun-Hellboy-Slasher gefreut und wurde da nicht enttäuscht.

Fazit: überaus kurzweiliger Hellboy, nur selten trashig, dann aber in gut.

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Kino Kritik

Kritik: Hellboy II: The Golden Army

Hellboy II: The Golden Army, der Nachfolger von Hellboy. Wieder ist die alte Crew am Weg: del Toro und Perlman, die Geschichte von Hellboy selbst ist auserzählt (selbst schuld), also muss eine andere Geschichte herhalten – davon gibt es im Hellboy-Universum ja reichlich.

Aber.

Die Geschichte muss leider wieder einmal den ganz großen Kampf beschreiben: Entscheidung zwischen Menschen- und Feenwelt, Hellboy muss in eine existenzielle Krise gestürzt werden, Liz Sherman wird zur schwangeren Stehlampe (wenn einem gar nichts mehr einfällt) und am Ende hört Hellboy bei der BPRD auf?

Was zum Geier?

Gebt mir eine schöne Geschichte mit Dämonen oder was auch immer, die bekämpft werden müssen oder macht den großen Endkampf wenigstens interessant.

Aber hier dominiert del Toros Fantasy-Ader, der Film hat wieder wunderschöne Ideen, eine sehr schöne Parallelwelt, fantasievolle Figuren aber das spricht mich alles nicht an. Das ist, wie soll ich sagen, Kopffantasy, das mögen viele Leute – ich nicht.

Und damit zog sich der Film für mich ewig hin. Dazu wieder Unmengen neuer Figuren eingeführt, alle mit eigener Geschichte und dabei verzettelt.

Die Bilder des Films sind mir in Erinnerung geblieben, der Film selbst nicht.

Fazit: nicht meine Art von Fantasy, schwache Fortsetzung des ersten Teils.

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Fantasy Filmfest Kino Kritik

Kritik: Hellboy

Hellboy, der erste Film mit Ron Perlman.

Ron Perlman ist Hellboy. So viel steht schon mal fest, er ist quasi für die Rolle geboren. Und Guillermo del Toro ist nicht nur ein sympathischer, sondern auch ein sehr guter Regisseur, auch wenn mir nicht alle seine Filme gefallen.

Hellboy kam 2004 in einer Zeit heraus, in der Comicverfilmungen mit Superhelden noch die Ausnahme und fast durchweg schlecht waren. Daher ist es del Toro um so höher anzurechnen, dass er sich ernsthaft mit dem Stoff beschäftigt und einen sehr guten Film daraus gemacht hat.

Im Film wird sowohl die Originstory erzählt als auch die alltägliche Arbeit bis hin zum Showdown, bei dem sich Hellboy entscheiden muss: Weltherrschaft oder nicht. Hellboy tritt auf, Professor Bruttenholm, Liz Sherman, Abe Sapien.

Kurz zur Kritik:

Das sind sehr viele Charaktere und sehr viel Geschichte. Für den ersten Film hätte da problemlos gekürzt werden können. Außerdem ist das Timing des Films nicht durchgehend gut, es gibt sehr viele lange Szenen, sei es, um die Figuren einzuführen bzw. zu charakterisieren, sei es, um den Hintergrund der Geschichte zu beleuchten.

Und zu guter Letzt sind die Spezialeffekte von sehr unterschiedlicher Qualität. Das reisst einen leider öfter aus dem Film heraus, als nötig.

Dennoch. Ron Perlman. Sehr guter (allerdings grobschlächtiger) Humor, wenn er dann mal eingesetzt wird. Und eine sehr liebevolle Inszenierung mit vielen sehr schönen Ideen. Außerdem ein fantasievoller Fantasyfilm, der nicht del-Toro-typisch mit Parallel- und Traumwelten spielt, was nicht mein Ding ist.

Richtig gut: Hellboy unterhält sich mit einem kleinen Jungen auf dem Dach über Liz.

Kid on Rooftop: Just go down there and tell her how you feel.
[Hellboy is silent]
Kid on Rooftop: My mom always says…
Hellboy: It’s not… it’s not that easy. Plus, you’re nine. You’re not old enough to be giving me advice.

Man muss halt dabeigewesen sein…

Gesehen hab ich den Film beim Fantasy-Filmfest in Anwesenheit von Guillermo del Toro, Ron Perlman und Selma Blair, in Erinnerung ist mir da, wie lustig und sympathisch del Toro war, wie groß Perlman und wie klein Blair.

Fazit: sehr gute Verfilmung mit vernachlässigbaren Schwächen.