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Kritik: Urban Legend (1998)

In einer Zeit, in der noch niemand so richtig wusste, was eine „Urban Legend“ ist, übernahm es der Film Urban Legend (dt. Düstere Legenden), das Thema spannend und blutig aufzubereiten und der Welt darzubieten.

OK, etwas dramatisiert, aber die Bedeutung, die Urban Legends in den USA haben, hatten (und haben) sie in D. nicht, hier werden evtl. mal gruslige Geschichten am Lagerfeuer erzählt, in den USA ist das eine eigene Kunstform.

Der Film greift mehrere solcher Legenden auf und verbindet diese zu einer durchaus spannenden Geschichte um eine Studentin, in deren Umfeld die Leute wie Fliegen sterben und die herausbekommen muss, worum es geht und wie sie dem entkommt. Die Geschichte selbst ist vernachlässigbar, auch deren Auflösung, sie ist aber auch nicht albern.

Die Kills sind, ich deutete es schon an, durchaus roh und blutig geraten und der Film spielt gerne damit, was ein Prank ist und was Wirklichkeit. Es macht Spaß, da mitzuraten, man fiebert mit Alicia Witt mit und so vergehen die 100 Minuten schnell.

Fazit: guter, blutiger Studi-/Urban-Legend-Horror.

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Kritik: Slender Man

Slender Man ist ein Horrorfilm nach der Slender-Man-Legende, die 2009 im Netz entstand (erfunden von Victor Surge).

Der Slender Man ist ein übernatürliches, todbringendes Wesen, das sich nicht bewegt, aber teleportieren kann. Sieht man den Slender Man, ist es eigentlich zu spät, da er näher und näher kommt, ist er da, stirbt man. Das Ganze hat keinen Anfang, kein Ende, keinen logischen Grund oder ähnliches und ist daher für mich eine der interessantesten Erfindungen im Horrorbereich. Nach dem guten Computerspiel Slender Man – The Eight Pages und mehreren anderen Spielen ist nun also eine Verfilmung an der Reihe.

Vor- und Nachteil für die Filmemacher: die Figur ist neu und noch nicht ausdefiniert. Da hat man viele Freiheiten, kann aber auch nicht auf eine kollektive Erfahrung zurückgreifen, die adaptiert, konterkariert oder bedient werden kann. Ich war gespannt, was draus geworden ist.

Um es vorwegzunehmen: ich war angenehm überrascht. Der Film begleitet vier Mädchen, die nach und nach dem Slender Man zum Opfer fallen, ohne dass sie sich besonders blöd oder naiv verhalten. Im Gegenteil, an sich sind sie recht aufgeschlossen, freundlich, hilfsbereit und rational. Um so trauriger, dass sie wenig gegen die Bedrohung tun können.

Der Film schafft es, dass wir mit den Mädchen lernen, was es mit dem Slender Man auf sich hat, dass wir mitraten, was sie tun könnten und dass wir versuchen, einen Ausweg zu finden. Das ist gut gefilmt und gut erzählt.

Slender Man ist sicher kein Meilenstein der Horrorgeschichte, dafür hat er dann doch etwas zu wenig Gewicht, aber es ist beileibe kein schlechter Film, insbesondere im Horrorgenre, wo Filme sehr schnell sehr schlecht werden.

Fazit: guter Film zum Thema, durchaus sehenswert ohne Langzeitwirkung.

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Kritik: Heilstätten

Heilstätten, ein deutscher Horrorfilm aus dem Genre des Found-Footage-Films, das man beherrschen muss, damit es nicht nur nervig ist – ich war gespannt, was mir Regisseur Michael David Pate anbietet.

Wir lernen zunächst die Protagonisten kennen, zuvörderst die Beelitzer Heilstätten, dann unsere Youtuber, deren Video wir im Endeffekt sehen (abzüglich einiger Twists). Und die Leute sind nervig. Wirklich nervig im Sinn von: nach zwei, drei Einstellungen war ich mit ihrem (unvermeidlichen) Tod einverstanden. Konnte mir nicht schnell genug gehen. Dauerte auch nicht lang.

Eine Challenge führt die Leute in die Heilstätten, wo sie eine Nacht verbringen wollen. Die Vorgeschichte ist, wie erwähnt, schnell erzählt, dann geht es zu den Heilstätten und der Film zieht langsam die Daumenschrauben an.

Dann geht es eine gute Stunde richtig ab. Das ist Horrorkino vom Feinsten, gut gespielt, evtl. etwas überartikuliert aber der Film vermeidet die gröbsten Klischees oder schafft es, sie glaubwürdig unterzubringen (teils). Insbesondere die Begründung, warum immer ein Bild vom Geschehen da ist, überzeugt. Damit schafft es der Film, trotz Found-Footage-Prämisse in sich glaubwürdig zu wirken und einen nicht aus der Stimmung zu reißen.

Leider (für mich) sucht der Film eine Auflösung für sein Geschehen, die ich nicht erwartet hatte und die für mich nicht gut funktioniert. Das soll nicht heißen, dass sie schlecht wäre, war halt nur nicht meins. Zudem war mir das Ende zu Holter-Di-Polter abgedreht, dafür, dass wir uns im Film angenehm Zeit für alles gelassen haben.

Trotzdem war ich äußerst positiv überrascht von der Solidität des Films, die Kritikpunkte sind wirklich nur kleine Abstriche, die auch eher persönlicher Natur sind.

Schauspielerisch gibt es auch nichts zu meckern, das hat alles Hand und Fuß. Die Aussprache fand ich in einigen Szenen zu deutlich, aber das ist Nitpicking vom Feinsten.

Fazit: sehr sehr solider, gelungener Horrorfilm aus Deutschland – Hut ab.

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Kritik: Deliver Us from Evil

Kommen wir zu den beiden härteren Filmen des Wochenendes und beginnen mit Deliver Us from Evil, einem Horrorfilm über die Besessenheit mehrerer Menschen und den notwendigen Exorzismus.

Der Film erzählt die Geschichte aus der Sicht des Polizisten Sarchie (Eric Bana), der den Fall annimmt und mit Hilfe des Geistlichen Mendoza (Edgar Ramirez) löst. Dabei ist Sarchie besonders feinfühlig den Dämonen gegenüber, seiner Familie dafür eher nicht.

Der Film macht sehr viel richtig, der Einstieg ist stimmungsvoll, danach bringt Eric Bana den Polizisten sehr gut rüber und die Geschichte ist sehr bodenständig erzählt. Die gruslige Stimmung kommt nicht nur aus dem übernatürlichen, sondern auch aus der Überzeugung von Sarchie, das Menschen selbst durchaus zu grausamen Dingen fähig sind.

Diese Grundeinstellung in letzten Drittel aufgegeben, durchaus ok im Kontext des Films, und weicht einer kirchlichen Stimmung, die mich auch im Kontext des Films befremdet hat. Hier hätte das Drehbuch etwas ausgeglichener sein können.

Gleiches gilt für den Subplot der Familie des Polizisten, der nur angerissen aber nicht auserzählt wird. Der Film hätte nicht verloren, wenn darauf komplett verzichtet worden wäre. Im Gegenteil. So wirkt die ganze Familiengeschichte angeklebt, Olivia Munn und Lulu Wilson hätten hier besseres verdient gehabt.

Trotzdem ist der Film sehr gut erzählt, sehr gruslig und gerade das Bodenständige an der Besessenheit macht den Film zu etwas Besonderem. Und etwas sehr Dreckigem.

Was nervt ist die Andeutung, dass sich das Ganze genauso zugetragen hat, also auf einer wahren Besessenheit basiert. Das mag ein guter Marketinggag sein, mich nervt das.

Fazit: sehr guter Film mit kleinen Schwächen.