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Kritik: Ip Man: The Final Fight

Ip Man: The Final Fight – trotz des Titels noch nicht der letzte Ip-Man-Film – erzählt von seinem Leben in Hongkong bis zu seinem Tod.

Tja, der Film ist nicht wirklich langweilig aber sehr uninteressant. Zumindestens, wenn man einen Martial-Arts-Film erwartet. Oder einen Film, der die Geschichte von Ip Man halbwegs authentisch erzählt.

So bekommen wir die Geschichte durch seinen Sohn erzählt, den Ip Man in Foshun gelassen hatte, ebenso wie seine Frau. Zugegeben, sie konnte durch die Grenzschließung nicht mehr zu ihm, das schien ihm aber durchaus recht gewesen zu sein, er hatte in Hongkong eine Geliebte (mit der er auch ein Kind hatte, was der Film verschweigt) und wurde opiumabhängig (was der Film verschweigt).

Im Film ist Ip Man einfach ein großer Idiot, der sich für nichts interessiert und an dem alles abprallt. Zur Not gibt er ein paar Glückskeksweisheiten preis, ansonsten lässt er sich den Arsch hinterhertragen und lebt in den Tag hinein.

Parallel dazu werden durchaus interessante Dinge gezeigt, jedoch nicht weiterverfolgt: Streiks, Korruption, Verkauf von Kindern durch Freunde, … Das alles hätte mich tatsächlich mehr interessiert, als dieser lethargische Ip Man.

Und so fließt der Film so dahin, ab und an gibt es eine Schlägerei (ich glaub, drei im ganzen Film), dann sterben alle. Immerhin war er bei der Geliebten beim Tod dabei, im Gegensatz zum Tod seiner Frau.

Tja, das ist nicht Fich und nicht Fleich, wie gesagt, nicht langweilig aber sehr uninspiriert und unser Hauptheld ist ein Arsch.

Im Gegensatz zu den anderen Filmen bisher funktioniert der Film leider auch nicht als Martial-Arts-Film. Schade um die guten Schauspieler:innen, allen voran Anthony Chau-Sang Wong.

Fazit: man hat nichts verpasst, wenn man den Film nicht gesehen hat.

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Kritik: Ip Man Zero

Ip Man Zero (Yip Man chin chyun) ist ein weiterer Film der Ip-Man-Reihe. Wen interessiert nicht nach Ip Man und Ip Man 2, wie es zu „Ip Man“ kam, wie seine Ausbildung und Jugend war?

Mich schon mal nicht, aber wir haben die Gesamtbox gekauft, also müssen wir da durch.

Wir begleiten Ip Man von der Aufnahme in die Wing-Tsun-Schule als Kind über seine Ausbildung, Studium bis er dieses beendet hat und sehen, wie er seine Frau kennengelernt hat, wie die Japaner ihn in Intrigen zu verstricken versuchen und wie er standhaft, ehrlich und mit viel Gewalt da wieder raus kommt.

Wie gesagt, eigentlich interessiert die Geschichte nicht wirklich, ist auch nicht sonderlich originell: Ausbildung, Bruder, zwei Frauen mit unterschiedlichem Verliebtheitsgrad, Verrat, Prügel, Happy End.

Das alles ist nur Bindeglied, um uns von einer Prügelei/Ausbildungsszene zur nächsten zu geleiten, die wirklich hervorragend gedreht sind. Kein Zeitlupenschnickschnack, sondern hochkarätige Kampfszenen von 1-5 Minuten Länge.

Dazwischen leider viel Film von mäßiger Qualität, das Drehbuch hätte noch ein, zwei Schleifen drehen können, manche Szenen sind schon slapstickhaft lächerlich, so die Freundschaft, die dadurch entsteht, dass er einen Engländer den Arm bricht, das ist dann aber sofort auch wieder egal und den Engländer sehen wir nicht wieder.

Oder seine Frau, die offensichtlich vier Jahre kang vor dem Grammophon liegt, anstatt selbst einmal zu Ip Man zu gehen. Aber total verliebt.

Das ist nicht wirklich langweilig oder schlecht aber auch nicht mitreißend (oder interessant). Als Entschädigung gibt es die angesprochenen Kämpfe, daran muss man sich dann festhalten.

Nicht verschwiegen werden soll, dass der Film zwischendrin einen sehr guten, meist schwarzen Humor entwickelt, der blitzt immer mal auf.

Ach ja, und es gibt eine Bloodsport-Gedächtnis-Szene: Mehl in die Augen!

Die Schauspieler sind gut, insbesondere Ip Man wird von Yu-Hang To sehr gut verkörpert. Viele Schauspieler der ersten Teile treten in anderen Rollen wieder auf – macht nix.

Der Film ist damit ein guter Martial-Arts-Film mit einfacher Geschichte, die man oft ertragen muss, was aber nicht so schlimm ist, dass man abschalten würde. Der Anfang war schwer, aber nach 10-15 Minuten groovt sich das ein.

Fazit: guter Martial-Arts-Film.

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Kritik: Ip Man 2

Ip Man 2 – sie haben Rocky 4 neu verfilmt!

Ip Man ist wieder da, wieder mit Donnie Yen und erfreulicherweise auch Sammo Hung. Leider auch mit fast durchgängiger Klischeehandlung.

Der Film setzt nach Teil 1 ein, Ip Man ist nach Hongkong gezogen und versucht dort, eine Wing-Chung-Schule zu eröffnen. Natürlich kommt erst mal keiner und dann ein Großsprecher, der aber ein paar Bekannte mitnimmt. Die können alle nichts bezahlen, kein Problem für Ip Man, der sowieso den ganzen Tag in der Schule sitzt und sich um nichts kümmert.

Das macht seine Frau, die die Rechnungen nicht bezahlen kann aber wieder schwanger ist. Ihr Part ist übrigens im Gegensatz zum ersten Teil noch kleiner geworden, der vorige Satz war die ganze Rolle. Mehr ist nicht. Obwohl, Moment, am Ende darf sie das Kind kriegen und am Radio weinen.

Wie dem auch sei, der Großsprecher wird in eine Schlägerei mit lokalen Schlägern einer anderen Schule verwickelt, Ip Man muss ihn befreien – Großschlägerei.

Daraufhin legt sich Ip Man mit den anderen Meistern an, allen voran Sammo Hung, gewinnt deren Respekt, will sich aber nicht an die Regeln anpassen und verliert seine Schule, macht trotzdem weiter.

Die Engländer als Besatzungsmacht nehmen den Platz der Japaner des ersten Films ein: unsympathische Arschlöcher. Deren Boxer tötet Sammo Hung in einem ersten Boxkampf (Drago und Apollo), also muss Ip Man ihn rächen (Drago und Rocky), tötet ihn aber nicht, sondern hält die gleiche Rede wie Rocky über Verständigung der Völker.

Zwischendurch bekommt sein ehemaliger Geschäftspartner durch den Kampf seinen Verstand wieder, der ihm rausgeschossen wurde. Ebenfalls zwischendurch wird sein neuer Sohn geboren, aber vor dem Kampf und ohne ihn, um ihn nicht beim Training zu stören.

Ja, die Handlung ist einfach und überhaupt nicht originell. Die letzte Dreiviertelstunde ist wirklich Rocky 4 im Schnelldurchlauf. Aber wen interessiert die Handlung: es gibt spektakuläre, gut choreografierte Kämpfe zu sehen. Allererste Qualität, allen voran Donnie Yen und sein Kampf mit Sammo Hung – zum Zungeschnalzen.

Umso trauriger, dass der Endkampf gegen den Boxer einfach schlecht durchdacht und inszeniert ist, Ip Man stürzt sich ohne Strategie in den Kampf, wird mehrfach angezählt, dann benachteiligt und es ist so vorhersehbar und nicht zu Rolle passend. Kämpferisch topgedreht, die Kampfchoreo lausig.

Donnie Yen ist wieder sehr würdevoll, diesmal bis zur Selbstaufgabe, das ist schon fast störend. Insbesondere sein Verhältnis zu seiner Frau ist dadurch äußerst seltsam geworden, deren Rolle, wie oben erwähnt, auch stark gelitten hat.

Fazit: klare Empfehlung für Martial-Arts-Fans, bekommt jedoch für die ausgekaute Geschichte Abzüge in der B-Note.

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Kritik: Ip Man

Ip Man erzählt die Geschichte von Ip Man, einem gutsituierten Wing-Chung-Kämpfer, der weniger kämpfen als sich um seine Familie kümmern soll, laut seiner Frau.

Als vorlaute Kampfkünstler in die Stadt Foshan kommen und einen Kampfkunstmeister nach dem anderen besiegen, ist es an Ip Man, ihnen sehr würdevoll zu zeigen, dass er besser ist.

Harter Schnitt: China wird von Japan besetzt, Ip Man und seine Familie leben in Armut, er muss sogar arbeiten gehen, Kohlen schippen für die Japaner. Diese rekrutieren Chinesen für ihr Kampfsporttraining gegen einen Sack Reis. Mehrere Chinesen werden dabei getötet, Ip Man rächt diese, als er gegen zehn Kämpfer gleichzeitig antritt.

Das weckt das Interesse des japanischen Generals Miura, der gegen Ip Man selbst kämpfen möchte. Ip Man trainiert unterdessen die Arbeiter seiner Baumwollspinnerei gegen chinesische Räuberbanden aus dem Norden, wehrt sich gegen den General und muss untertauchen, wird jedoch vom General gefangen, schafft es aber, diesen zu einem Kampf herauszufordern.

Den Abschlusskampf gewinnt Ip Man, seine Frau sieht ein, dass sie ihm mehr Kampfkunst hätte erlauben müssen, Ip Man wird angeschossen, zieht nach Hong Kong und wird dort glücklich (und bildet später Bruce Lee aus).

Tja, die Geschichte ist gradlinig erzählt und strotzt voller Klischees. Die Chinesen sind gut, außer die aus dem Norden, die Japaner sind grundböse. Die Bösen bekommen Haue, die Guten gewinnen, der abtrünnige Bruder wird bekehrt. Nicht originell.

Aber gut erzählt und gut gefilmt. Der Film steht und fällt mit Donnie Yen als Ip Man, eine geniale Besetzung. Donnie Yen ist sowieso gut und hat was drauf, kampftechnisch und schauspielerisch, aber in diesem Film wird er genial in Szene gesetzt und strahlt in jeder Szene Würde aus (bis auf beim Kampf mit den zehn Japanern, der mit deswegen eher weniger gefallen hat).

Die Kampfszenen sind makellos in Szene gesetzt. Das Tempo des Films stimmt, die Balance zwischen Erzählung und Action ist gewahrt.

Ob der Film die wahren Begebenheiten schildert, weiß ich nicht.

Wenn die Story nicht so klischeebeladene Schwarz-Weiß-Malerei wäre, wäre dieser FIlm in der Liste der besten Filme ever, so gilt:

Fazit: sehr guter Martial-Arts-Film mit Storyschwächen.