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Kino Kritik

Kritik: Spectre

Spectre (dt. James Bond 007: Spectre) ist der vierundzwanzigste James-Bond-Film (Metakritik zur Bond-Reihe).

In einer sehr gut gedrehten Anfangssequenz (bis zum Hubschrauber) während des Tags der Toten in Mexiko Stadt tötet Bond einen Mann, indem er versucht, ihn zu erschießen, dann stürzt das halbe Haus ein, der Mann flieht in einem Hubschrauber, Bond hängt sich dran und wirft schließlich Mann und Pilot aus dem Hubschrauber, nachdem er dem Mann seinen Oktopusring abgenommen hat. Keine Rücksicht auf Verluste.

Zurück in London stellt sich heraus, dass Bond auf Anweisung der alten M gehandelt hat, die ihm einen Namen mitteilte, den er umbringen und dessen Begräbnis er besuchen soll. Macht Bond natürlich. Der neue M suspendiert ihn (mal wieder), er hat sowieso einen schweren Stand gegen C, der den MI6 vom physischen zum informationellen Geheimdienst umbauen will. An sich ein völlig vernünftiges Ansinnen. Und die Verteidigung, dass die 00-Agenten nicht nur die Lizenz zum Töten, sondern auch zum Nichttöten haben, ist zwar ernst gemeint angesichts der Vorfilme aber eher eine hohle Phrase. Natürlich will man den Umbau nicht, den C anstrebt, das heißt aber nicht, dass nicht auch ein Geheimdienst reformbedürftig ist (wenn man den denn überhaupt braucht, außer, um Filme drüber zu drehen).

Wie dem auch sei, Bond ignoriert das natürlich und geht mit Qs Deckung (nein!) nach Rom zur Beerdigung des getöteten Mannes. Dort verführt er dessen Witwe (Monica Bellucci) in einer sehr sehr unangenehmen, creepigen Szene. Da schaudert es mich jedesmal. Wie er allerdings dazu kommt, mit ihr alleine zu sein, ist elegant gedreht.

Bond infiltriert jetzt Spectre, die Organisation, die unter anderem auch C in seinen Geheimdienstplänen unterstützt. Das Treffen der Organisation ist stark gedreht, hier wird Dave Bautista als Zwischengegner eingeführt, mit dem nicht zu spaßen ist. Oberböser ist Franz Oberhauser (Christoph Waltz), der Bond direkt mal entlarvt, er ist mit Bond zusammen aufgewachsen und doch noch nicht tot, wie Bond glaubte.

Verfolgungsjagd mit Supercars, an sich gut gedreht aber schon sehr Over-the-Top.

Die Spur führt zu Mr. White, der Bond vor laufender Sicherheitskamera den Aufenthaltsort seiner Tochter verrät, die weiterhelfen kann, von der Spectre nichts erfahren darf. Bond gibt Mr. White eine Pistole, der erschießt sich. Warum auch immer.

Dave Bautista kommt auch zu Mr. White und findet die Aufnahmen der Sicherheitskamera, daher weiß nun auch Spectre, wo die Tochter ist. Lazy, very lazy.

Bond kommt als erster bei ihr in der Schweiz an, kann sie noch nicht überzeugen, dafür wird sie von Bautista entführt und Bond versucht, sie zu retten. Q ist auch irgendwie dabei. Sehr, sehr blöde Actionszene mit Flugzeug und Autos – das ist kurz vor Brosnan-Humor. Wer hat sich das ausgedacht? Rettung gelingt.

Q entnimmt dem Ring, dass alle Bond-Bösewichter seit Casino Royal schon Spectre-Mitglieder waren (aha). Die Spur führt weiter in Hotel L’Américain in Marokko. Im Hotelzimmer (kein Sex) finden sie nach einer Nacht den geheimen Raum des Vaters und dort die Koordinaten des Spectre-HQs mitten in der Wüste. Sie fahren im Zug hin und kurz vor Sex kommt Bautista und wird aus dem Zug geworfen. Mittlerweile haben sie auch die Unterstützung von M.

Mitten im Nirgendwo steigen sie aus dem Zug aus und warten und werden tatsächlich abgeholt und ins HQ gebracht. Warum. Auch. Immer. Dafür ist das cool gedreht.

Dort machen sie sich frisch, damit Bond die anschließende Folterung durch Waltz genießen kann. Der bohrt ihm lustig in den Kopf, lässt die beiden aber trotzdem entkommen, sie jagen alles in die Luft. Alles. Alles explodiert in der Wüste. Als ob die Häuser aus Dynamit gebaut worden wären.

Zurück in London soll das Überwachungssystem von C live gehen und muss gestoppt werden. Das können nur M, Q, Moneypenny und Bond machen. Es gibt niemanden sonst mehr. Swann will damit nichts zu tun haben und geht nachts einfach so weg. Waltz schnappt sie sich und versteckt sie im mit Dynamit gespickten, ehemaligen MI6-HQ. Wie auch immer er das in der kurzen Zeit gemacht hat. Bond kriegt die Chance, sie innerhalb von 3 Minuten zu finden, Waltz ist durch die Wüstenexplosion zu Blofeld geworden, Narbe inclusive. M tötet C.

Wer hätte das gedacht: Bond rettet Swann, sie fliehen mit einem Boot aus dem explodierenden Haus. Auf der Themse schießt Bond mit seiner Pistole den Hubschrauber aus einigen hundert Metern Entfernung ab (argh). Er verschmäht es, Blofeld zu töten (denn das war ja das Wichtige, auch mal nicht zu töten, die ganzen Programmierer und Informationsmenschen in der Wüste haben da natürlich nix von, verschont werden nur die Oberbösewichter, damit sie mehrere Filme halten), er lässt Blofeld liegen und zieht mit Swann in ein Sexwochenende.

Wieder Puh. Die Idee des Films ist an sich gar nicht so schlecht, sie ist aber schlecht ausdefiniert und gedreht worden. Wieder einmal ist vieles Zufall aber diesmal stört es. Weil der Film nicht die Qualität des Vorgängers besitzt. Dabei ist die Eröffnungssequenz beeindruckend. Bis der Hubschrauber kommt und alles überdreht wird.

Der MI6 scheint nur noch aus vier Personen zu bestehen, M muss offensichtlich jetzt in jedem Film mitkämpfen, selbst Q wird ins Feld geschickt. Das will ich nicht sehen. Nicht umsonst gibt es unterschiedliche Aufgaben für unterschiedliche Personen. Bond macht die Leute tot, Q unterstützt ihn logistisch, Moneypenny recherchiert und M leitet einen Geheimdienst aus mehreren tausend Mitarbeitern. Lasst Bond sein Ding machen und mischt das nicht dauernd.

Ach ja, und wenn man schon Christoph Waltz hat, dann kann man ihm doch auch eine würdige Rolle geben. Gerd Fröbe z.B. war fast den ganzen Film zu sehen. Waltz hätte das durchaus auch verdient gehabt und Craig wäre ihm schauspielerisch gewachsen gewesen.

Dazu kommen wieder einmal alberne oder unglaubwürdige Actionsszenen, die einfach unangenehm auffallen. Exemplarisch der Anfang: Infiltration des Gebäudes und Einsturz des Gebäudes: gut; Hubschrauberszene: schlecht. Das Wüstenset hätte auch verlustlos aus dem Film gestrichen werden können. Die Verfolgungsjagd mit dem Flugzeug, dessen Flügel auch noch abbrechen – Fremdschämen.

Nein, der Film ist ein deutlicher Rückschritt. Er ist immer noch ein unterhaltsamer Film, immerhin ist Sam Mendes der Regisseur, bleibt aber deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück, sowohl inszenatorisch als auch drehbuchtechnisch (wie auch immer das Fremdwort dafür sein mag).

Das Titellied ist grottenschlecht (hat einen Oscar gewonnen – WTF?).

Fazit: mittelmäßiger Bond.

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Kritik: Skyfall

Skyfall (dt. James Bond 007: Skyfall) ist der dreiundzwanzigste James-Bond-Film (Metakritik zur Bond-Reihe).

Skyfall ist der bisher beste Bond von Craig trotz etlicher Drehbuchschwächen und Logiklöcher.

Wir starten in der Türkei, wo Bond versucht, eine Festplatte mit den Identitäten aller Agenten des MI6 zurückzubekommen. Lange Verfolgungsjagd durch die Stadt mit Auto, Motorrad, Zug. Zu guter Letzt liegt es an Bonds Begleitagentin Eve Moneypenny (Nachname wird erst am Ende des Films enthüllt), den Terroristen Patrice zu erschießen. M gibt den Schuss trotz mangelndem Schussfeld frei, Bond wird getroffen und stürzt von der Brücke. Aus irgendeinem Grund kann der Terrorist nicht weiter verfolgt werden (warum genau, ist unklar) und entkommt mitsamt der Festplatte.

M soll wegen der Festplatte zurücktreten, will sie aber nicht. Das Hauptquartier des MI6 wird zerbombt. Bond kommt aus dem Urlaub zurück, er war gar nicht tot, sondern hatte Sex. Er bricht bei M ein und setzt ihn trotz ungenügender Testergebnisse wieder ein, ein neues, provisorisches Hauptquartier und ein neuer Q werden eingeführt – Computernerd.

Die Spur führt nach Shanghai, wo Bond Patrice ein Attentat ausführen lässt und danach tötet. Dabei sieht eine Frau unbeteiligt zu. Erste Klarnamen von Agenten tauchen auf. Ein Spielchip führt in ein Casino, in dem Bond das Geld für das Attentat einsammelt, die Bediensteten niederschlägt, die Frau von eben wiedersieht, sie überredet und verführt, und so an den Drahtzieher Raoul Silva kommt. Sie treffen ihn auf einer verlassenen Insel, wo die Frau sterben muss, immerhin hatte sie Sex mit Bond. Raoul Silva hat einen denkwürdigen Auftritt, Javier Bardem in einer grandiosen Rolle. Die Kavallerie trifft ein und Raoul wird gefangengenommen und in eine Glaszelle im provisorischen MI6 gesperrt.

Er mag M nicht, weil sie ihn fallen ließ. Daher will er den gesamten MI6 auslöschen, auf jeden Fall aber M.

M muss zu einer Anhörung durch die Innenministerin, die durchaus valide Argumente dafür hat, dass M eher inkompetent ist und dass der Geheimdienst seine Arbeit nicht gut macht. Die pathetische Rede von M wird durch die folgenden Ereignisse konterkariert. Die Innenministerin hat recht, M sollte abdanken und der Geheimdienst umgestaltet werden. Ich glaube, dass wollten die Filmemacher so nicht ausdrücken.

Im Hauptquartier schließt Q, der Nerd und Sicherheitsfanatiker, das Laptop von Raoul an das interne Netz an, das offensichtlich keine DMZs kennt, sondern von einem Punkt aus alles steuern kann, incl. der Zelle von Raoul. Das ist nicht der erste Unfug im Film, aber der größte. Weil der ganze Raoulsche Plan davon abhängt, dass er gefangengenommen wird, in der Glaszelle landet, die nur im provisorischen HQ existiert und davon, dass Q so blöd ist, das Laptop direkt in das gesicherte, interne Netz eines Geheimdienstes zu schließen. Und dass das genau zu der Zeit passiert, in der die Anhörung von M geschieht. Das alles Monate im Voraus geplant.

Raoul flieht durch die U-Bahn, Bond folgt ihm und als er ihn hat, erschießt er ihn nicht, sondern quatscht, bis Raoul eine U-Bahn auf ihn fallen lässt, weil es das genau so geplant hat! Raoul entkommt und stürmt mit seinen überall eingeschleusten Kumpanen die Anhörung und beginnt, alle umzubringen. Ms Geheimdienst hat das nicht nur nicht erkannt, sondern ist komplett unterwandert. Bond rettet M (und erstaunlicherweise den Tag), entführt M mit dem alten Goldfinger-Aston-Martin in sein Elternhaus und lässt durch Q und den neuen M eine Fährte legen, der Raoul folgen soll.

Der brillante Plan: im schottischen Hochland sind keine Verrätern und wenn Raoul mit seiner Highttechtruppe mit Maschinengewehren, Hubschrauber und Granaten kommt, dann ist es das beste, ihn mit Schrotflinten, selbstgebastelten Holzdielen und Messern zu empfangen.

Ehrlich, das ist der Plan. Bond und M sind natürlich nicht allein, sondern werden vom altersschwachen Hausverwalter unterstützt.

Es kommt, wie es kommen muss, die Angreifer schießen alles zu Klump, bombardieren das Haus auf sehr eloquente Art und schaffen es, alle drei nicht zu töten. Immerhin kann ein Treffer an M verzeichnet werden. M flieht mit dem Wildhüter in die Kapelle, Bond muss im gefrorenen See Leute unter dem Eis töten, er kann die Luft im kalten Wasser sehr, sehr lang anhalten, der Hecht.

In der Kapelle kann er M nicht retten aber Raoul töten, der sich eigentlich mit M gemeinsam erschießen will, weil er M zwar hasst aber auch mag.

Zurück in London: Bond erbt die häßliche Bulldogge von M, Moneypenny wird Moneypenny und Ralph Fiennes wird M im neuen Hauptquartier und hat schon einen neuen Auftrag für Bond.

Puh. Ich schreibe es auf und stelle fest: die gesamte Geschichte dieses Films ist hanebüchen. Da stimmt nix, das kann alles nicht klappen, das ist grober Unfug.

Trotzdem ist Skyfall ein grandioser Film. Alle Schauspieler sind in Bestform, Craig und Dench harmonieren ausgezeichnet, ihre Beziehung im Film ist stimmig, Javier Bardem ist zum Zungeschnalzen. Ralph Fiennes ist als Schauspieler über jeden Zweifel erhaben. Die Dialoge stimmen, die Action ist ordentlich. Der gesamte Film dreht sich um Bond und dessen Beziehung zu M. Das ist gut, das ist interessant. In vielen Szenen wird der Film sogar melancholisch, er wäre filmisch auch ein guter Abschluss für Craig als Bond gewesen.

Bond wird nicht gefeuert, er kündigt nicht, er verliebt sich nicht, er hat eine vernünftige, professionelle Beziehung zu seinem Job und seiner Chefin – endlich.

Das Titellied ist grandios, eins der besten. Die Titelsequenz ist dazu passend auch gut.

Fazit: der beste Craig, einer der besten Bonds.

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Kino Kritik

Kritik: Quantum of Solace

Quantum of Solace (dt. James Bond 007: Ein Quantum Trost) ist der zweiundzwanzigste James-Bond-Film (Metakritik zur Bond-Reihe).

Zugegeben, der Film ist seltsam: sehr eigenartige Geschichte, sehr eigenartige Szenen und eine noch eigenartigere „Romanze“. Sicher der Versuch von etwas Neuem, aber wie schon der erste Craig mit erstaunlichen Schwächen (da zähle ich nicht zuletzt die gesamte Hotel-im-Sand-Szene dazu).

Wir beginnen mit Action satt. Autoverfolgung, Mr. White im Kofferraum, an Carrara vorbei nach Siena. Dort sehr kurzes Verhör zusammen mit M(?), bevor der Leibwächter zum Verräter wird: Action durch Siena. Beide Szenen sind äußerst roh und physisch gedreht und geschnitten. Mir hat es gefallen (auch wieder ein wenig zu lang). Warum aber M immer wieder mit ins Feld muss, erschließt sich mir nicht. Dafür gibt es Agenten. Und sicher nicht nur einen. Mr. White entkam, M auch.

Die Spur führt nach Haiti, wo sich ein langer Hotelkampf anbahnt, Bond macht erstaunlicherweise kurzen Prozess. Schwarzer Humor taucht auf – nicht schlecht. Wir lernen mit Bond Camille (Olga Kurylenko) kennen, die der eben getötete umbringen sollte, Bond macht das natürlich nicht, sondern (und hier wird der Film erstmals seltsam) lässt sie laufen verfolgt sie aber zum Hafen, wo sie den Bösen Greene (Mathieu Amalric) trifft, der sie umbringen lassen wollte und jetzt einem General zum Töten übergibt. Das wollte sie. Bond mischt sich ein und wird fast getötet und vereitelt so den lange gereiften Plan von Camille, die darüber nicht froh ist.

Es ist etwas wirr. Es wird wirrer:

Greene wird von der CIA unterstützt, Südamerika auszubeuten, er will dort Land kaufen, wahrscheinlich wegen des Öls. Seine Organisation, Quantum trifft sich bei der Tosca-Aufführung in Bregenz zur Besprechung, die von Bond gestört wird, wodurch Teile der Organisation identifiziert werden können. Ein Leibwächter kommt um, Bond war es nicht, M denkt, dass er es war (Bond schafft es auch nicht, einmal mit M vernünftig zwei Sätze zu wechseln) und sperrt seine Konten etc.

Schon wieder. Warum kann Bond nicht einmal durcharbeiten, wie normale Leute auch, z.B. Connery oder Moore.

Bond kann dem MI6 kurz entkommen, dann wird er vom MI6 in Form von Strawberry Fields(!) (Gemma Arterton) eingeholt, eine Sexnacht später muss er doch nicht wieder zurück.

Jetzt kommt der wirklich wirre Teil: Bond geht mit Arterton auf einen Benefizball von Greene, befreit Camille, Greene will ihn töten, Arterton verhindert das, Bond wird daraufhin von zwei Polizisten angehalten, die seinen Freund, der aus unerfindlichen Gründen im Kofferraum Bonds liegt, erschießen, Bond tötet beide.

Selbst im Rahmen der unglaubwürdigen Tode für Bond ist dieser Plan – Mist.

Bond und Camille fliegen am nächsten Tag zu dem Land, das Greene kaufen will, werden in einer denkwürdig schlechten Actionszene abgeschossen und landen unter der Erde, wo sie entdecken, dass Greene Wasser hortet, nicht Öl.

Zurück im Hotel ist Gemma Arterton tot (in Öl getränkt), M ist persönlich (hat sie nichts besseres zu tun, als dauernd rauszugehen. Einen Geheimdienst zu leiten evtl.) da, um Bond festzunehmen.

Bond kann entkommen und wendet sich an Leiter, der ihm hilft, weil er ein aufrechter Amerikaner ist, der keine Ölgeschäfte mit Bösen machen will. Er verfolgt Grene mit Camille (die übrigens eine bolivianische Agentin ist) in sein Wüstenhotel, wo er ihm den Garaus macht (ausgesetzt in der Wüste mit einer Dose Öl) und Camille den General tötet, der ihre Familie umgebracht hat. Das Hotel explodiert.

Bond entlässt Camille ohne Sex, spürt den Freund seiner Erstfilmliebe auf, tötet diesen aber nicht und wirft die Kette seiner Erstfilmliebe weg, ist also jetzt frei von ihr.

Oh je.

Anfang gut und dann eine Geschichte, die versucht, clever zu sein, aber einfach nur strunzdumm und viel zu kompliziert ist. Die einzelnen Szenen haben Schauwert, aber ab der Hälfte des Films hab ich das Interesse verloren und auf Durchzug geschaltet. Das Hotel in der Wüste ist dann nur noch Klischee.

Schade drum, alle versuchen ihr Bestes, die Figuren von Olga Kurylenko oder Mathieu Amalric sind interessant angelegt, aber das Drehbuch macht aus allem zu wenig und verlässt sich viel zu sehr auf seine Cleverness.

Ms Rolle wird immer unglaubwürdiger. Man kann die Rolle gerne aufwerten, dann doch aber richtig und nicht diese kurzsichtige Art fortführen, die völlig aus der Luft gegriffen ist. Dafür sind die Dialoge zwischen Bond und M richtig gut. Craig und Dench passen zueinander.

Das Product Placement ist hier wie im letzten Bond sehr aufdringlich.

Das Titellied ist richtig schlecht. Aber so richtig.

Dafür ist die Abspannmusik sehr chillig und sehr gut. Hört man wirklich gern an.

Fazit: schwacher Bond mit gutem Anfang.

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Kino Kritik

Kritik: Casino Royale

Casino Royale (dt. James Bond 007: Casino Royale) ist der einundzwanzigste James-Bond-Film (Metakritik zur Bond-Reihe). Aus irgendeinem Grund wird in den deutschen Titeln ab jetzt „James Bond 007“ durch einen Doppelpunkt vom Filmtitel abgetrannt, nicht mehr durch einen Gedankenstrich.

Daniel Craig übernimmt die Bond-Nachfolge von Brosnan, der gegen sehr schlechte Filme spielte.

Er spielt Bond hart, Eleganz oder Charme sind nicht seins. Da die Drehbuchautoren und Regisseure sich dessen bewusst sind, wird das nicht zum Manko. Man kann sich streiten, ob er damit „nur“ ein guter Actionstar ist oder auch ein guter Bond – ich hab mich an ihn gewöhnt.

Außerdem ist Craig ein sehr angenehmer Mensch mit äußerst vernünftigen Ansichten.

Als Bond hat er eine Macke, die mich zunehmend nervt: wenn eine Pistole oder ein Gewehr leer ist, dann wirft er es weg. Denn wir wissen alle: Pistolen sind Einwegprodukte und sollten möglichst überall herumliegen, wo Bond so ist, sei es ein Zug oder eine Einkaufsstraße.

Vorweg sei geschickt: bei diesen Filmen stört mich die Unlogik oder die Länge der Actionszenen weniger als vorher – einfach, weil sie besser gedreht sind. Andererseits werden viele Fehler wiederholt, ohne die ich gut ausgekommen wäre.

In diesem Sinne: Bond verdient sich zu Beginn des Films seine 00, indem er einen Verräter tötet – hat das irgendjemand interessiert?

Wir lernen den Bösen kennen – Le Chiffre, den Banker der Terroristen, der in Uganda durch Vermittlung von Mr. White eine große Summe Geld entgegennimmt, das er gegen den Flugzeughersteller Skyfleet wettet, um mit dessen Verlust große Gewinne zu machen, der Verlust soll durch den Bombenbauer Mollaka herbeigeführt werden.

Wieder zu Bond, der Mollaka endlos lang hinterherparcourt, eine beeindruckende Sequenz, denn wo Mollaka elegant springt, ist Craig eher der Bulldozer. Wird natürlich auch hier übertrieben, immerhin tötet Bond Mollaka in einer Botschaft, M is not amused.

Trotzdem verfolgt Bond die Spur weiter nach den Bahamas, gewinnt den Aston Martin des Zwischenbösen, hat Sex mit seiner Frau, tötet ihn und verhindert das Attentat auf das neue Flugzeug von Skyfleet.

Le Chiffre muss nun Geld beschaffen, über ein Pokerturnier. Bond als gewiefter Pokerer wird geschickt zusammen mit Vesper Lynd vom Schatzamt, seine zukünftige Romanze.

Es folgt ein langes Pokerturnier. Bis zu dessen Mitte ist der Film ausnehmend gut. Dann gibt es einen Bruch und der Film wird schlecht.

An sich ist die Idee gut, Bond zu vergiften und auch seine Maßnahme, dem zu entkommen. Hier kann Craig zeigen, dass er ein Schauspieler ist. Er gewinnt natürlich das Turnier, Le Chiffre is not amused.

Er entführt Vesper, legt sie auf die Straße und beim Bremsen verliert Bond die Kontrolle über den Aston und es gibt einen unsagbar schlecht nach CGI aussehenden Crash, der aber wohl echt ist.

Le Chiffre foltert Bond ein wenig, das ist wieder gut, aber dann – lazy writing – kommt Mr. White und erschießt Le Chiffre, lässt aber Bond und Vesper am Leben. WTF?

Apropos WTF: statt den Film am Strand mit Vesper zu beenden, ist Bond verliebt(!) und kündigt(!) seinen Job. Das ist so doof. Meine Fresse.

Ganz offensichtlich kann das natürlich nicht sein, also muss Vesper Bond hintergehen, sterben und Bond ist gebrochen.

Wenn man „lazy writing“ definieren will, dann mit der zweiten Hälfte dieses Bonds. Statt sich etwas auszudenken, gehen die Autoren auf die einfachste und dümmste, klischeehafteste Handlung zurück, die sie sich ausdenken können. Dabei ist das nicht nötig, hat irgendjemand vermisst, dass sich Bond nie verliebt? Nach dem Lazenby-Debakel sollte sowas doch tabu sein. Und dann seine Liebe fridgen. Ach. Außerdem ist der sehr gute Böse mitten im Film schon tot. Was?

Trotzdem ist es ein guter Film, auch wenn man die zweite Hälfte vergessen will. Der brutale Bond gefällt mir gut, wenngleich er kein „richtiger“ Bond mehr ist, denn zu dem gehört auch eine weltmännische Art, die Craig nicht bietet. Zugegeben, der brutale Bond entspricht mehr Flemings Büchern, aber die sind schlecht.

Das Titellied ist mittelmäßig, die Melodie ist gut, der Gesang eher nicht. Dafür ist im Abspann schön lang die Bond-Melodie zu hören.

Das Product Placement ist sehr aufdringlich.

Fazit: guter Neustart der Reihe mit seltsamen Schwächen im Abgang.

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Kritik: Die Another Day

Die Another Day (dt. James Bond 007 – Stirb an einem anderen Tag) ist der zwanzigste James-Bond-Film (Metakritik zur Bond-Reihe).

Was. Für. Ein. Schlechter. Film. Im Jahr 2002.

Bond surft völlig nach Nordkorea ans Ufer (bzw. ins Studio – schlechte Kameraarbeit). Er soll einen Handel von Waffen gegen Blutdiamanten zwischen Moon (Colonel) und Zao (Terrorist) in Nordkorea verhindern. Er schleust sich ein, fliegt auf, zündet eine Bombe, die Zao mit Diamantsplittern übersät und verfolgt Moon der mit seinem Luftkissenfahrzeug an einem Wasserfall zerschellt. Die Verfolgungsjagd dauert gefühlte zwei Stunden und ist, tut mit leid, dass ich das dauernd wiederhole, strunzdoof und voller Actionklischees. Bond wird festgenommen und in einem Gefängnis gefangengehalten und gefoltert.

Vierzehn Monate später wird er wohlgenährt gegen Zao ausgetauscht, dem noch Diamanten im Gesicht stecken, wer weiß, warum ihm die nicht rausoperiert wurden, Mystery? M wirft Bond vor, dass sie ihn gegen Zao austauschen musste, weil sie vermutet, dass er unter der Folter eingeknickt ist. M wird immer dümmer. 007 wird die Lizenz entzogen (wieder einmal). Im Untersuchungsgefängnis mit Glaswänden kann Bond entkommen (weil der MI6 halt komplett inkompetent geworden ist).

Gute Szene: Bond kommt ins Hotel in Hongkong.

Die Spur führt nach Kuba, wo er Halle Berry kennenlernt, Lichtblick des Films mit einer halbwegs interessant geschriebenen Rolle (bis auf die obligatorischen Spontaninkompetenz-Momente in der Nähe von Bond). Er findet Zao in einer Gen-Klinik mit Diamanten, die ihn zum Lebemann Gustav Graves führen, der in Wahrheit Colonel Moon nach einer Gesichtsoperation ist (wie wir später rausfinden)!

In einem Londonder Fechtklub trifft Bond auf Graves, sie fechten. Lang. Unnötig lang. Nicht sehr gut. Madonna ist eine Fechtlehrerin. Rosamund Pike geht dazwischen, sie ist die Sekratärin von Graves und eine Agentin, die Bond hilft, bis sie ihn dann töten will.

M ist überzeugt von Bond, gibt ihm die Lizenz zurück und lässt ihn nach Island zum Eispalast von Graves, wo er Sex mit Pike hat. Masterplan: Graves braucht die Diamanten für einen Satelliten, mit dem er Sonnenlicht auf die Erde projizieren kann, bei Bedarf so eng, dass er Dinge verbrennen kann. Damit will er die DMZ/das Minenfeld zwischen Nord- und Südkorea verbrennen, so dass Nordkorea in Südkorea einmarschieren kann (ich sags nochmal: 2002 und das ist die Geschichte).

Bond hat einen Wagen, der sich unsichtbar machen kann, der hilft ihm, verschiedene Geheimnisse herauszufinden (blöd). Es gibt eine fliehe-vor-dem-Sonnenlicht-Sequenz mit einem Eisgleiter (sehr blöd), die aufgelöst wird, indem Bond irgendwie mit einem Teil des Eisgleiters surft (unbeschreiblich blöd und richtig mies gerendert). Dann gibt es noch eine unnötige Verfolgungsjagd Aston Martin vs. Jaguar, die halbwegs annehmbar ist, bis sie im schmelzenden Eispalast doch wieder blöd wird. Zao stirbt. Berry muss mehrfach gerettet werden.

In einer Antonow ist dann der Endkampf, bei dem Berry Pike tötet und Bond Graves. Es wird „Spannung“ aufgebaut, ob es Bond gelingt den Plan mit der DMZ zu verhindern. Das klappt in der letzten Sekunde. Wer hätte das gedacht.

Es ist ein Graus. Der Film zeigt in manchen Szenen, war er kann: Halle Berry, Bond im Hotel. Aber die Geschichte ist schlecht, die Actionszenen sind komplett aus der Zeit gefallen, schlecht gedreht und schlecht präsentiert. Sie sind lächerlich! Die Idee mit dem unsichtbaren Auto ist so doof. Ganz schlimme Virtual-Reality-Szene mit Moneypenny.

Ich zitiere Moers: „Alles ist so maßlos kacke, dass ich es kaum noch packe.“

Es ist schade um Halle Berry, deren Rolle so angelegt war, dass die ein amerikanisches Spin-Off hätte werden können. Das wäre eine gute Idee gewesen.

Schade um Brosnan und Judy Dench, deren Rollen immer schlechter werden.

Schade um den vielen Aufwand, der in praktische Actionszenen geflossen ist, die im Film nur noch albern wirken.

Einziger Trost: es war der letzte Brosnan-Bond und danach gab es einen richtigen Neuanfang.

Das Titellied ist schlecht.

Die Titelsequenz zeigt erstmalig keine nackten Frauen, ein erfreulicher Fortschritt der immer peinlicher werdenden Vorspänne.

Fazit: lächerlicher Tiefpunkt.

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Kritik: The World Is Not Enough

The World Is Not Enough (dt. James Bond 007 – Die Welt ist nicht genug) ist der neunzehnte James-Bond-Film (Metakritik zur Bond-Reihe).

Willkommen bei: „jetzt wird es richtig schlecht“, bevor wir morgen zu „wer hätte gedacht, dass es noch mieser geht“ kommen.

Bond holt Geld aus der Schweiz für Sir King. Dort wird der Bankangestellte ermordet, trotzdem liefert Bond das Geld beim MI6 ab, wo es bei der Übergabe an Sir King explodiert (weil niemand den Koffer angesehen hat?), Bond verfolgt die Killerin mit einem Boot über die Themse (das dauert), dann wird in einem Heißluftballon weitergeflohen, bis sich die Killerin umbringt und Bond dabei verletzt.

Das Geld wird zum Terroristen Renard (Robert Carlyle in einer miesen Rolle) zurückverfolgt, der eine Kugel im Kopf hat und deswegen nichts mehr fühlt.

Weil Bond so grandios versagt hat, soll er Kings Tochter Elektra (Sophie Marceaux in einer oken Rolle) beschützen, die schon von Renard entführt worden war. Die traut dem MI6 zwar nicht und weist Bond an ihrer neuen Ölpipeline in Aserbaidschen zurück, wird dort aber von paraglidenden Snowmobilen angegriffen, nur Bond kann sie retten. Lange und ganz schlechte Actionsequenz.

Irgendwie kommt Bond nach Kasachstan, wo er Dr. Christmas Jones (Denise Richards in einer unwürdigen Rolle) kennenlernt und rausfindet, dass Elektra nicht ganz unschuldig ist. Das geschieht in einem Silo mit einer Atombombe und einer denkwürdig schlechten Actionszene.

Unterdessen macht sich M persönlich auf den Weg, um Elektra beizustehen. M. Kommt aus ihrem Büro heraus. Aufgrund einer komplett unglaubwürdigen Story. Diese Inkompetenz!

Bond und Dr. Jones(!) entschärfen irgendwie noch eine Atombombe in einer Pipeline, bei der die Hälfte des Plutoniums fehlt, das Renard und Elektra gestohlen haben. Elektra entführt M und erzählt ihr, dass alles ihr Plan ist, weil sie ihren Vater hasste. Außerdem soll das Plutonium im Bosporus explodieren, damit ihre Ölpipeline als einzige noch gutes Öl liefert. Reichtum.

Bond geht zur Kaviarfabrik seines russischen Freundes im Kaspischen Meer, wo er eine Spur zu Elektra findet und von Sägehubschraubern angegriffen wird. Die ganze Sequenz ist genauso blöd, wie sich der Begriff „Sägehubschrauber“ anhört. Das ist richtig, richtig schlecht. Bond spürt Elektra auf und lässt sich fangen, wird gefoltert. Der russische Freund wird von Elektra erschossen, kann aber noch Bond freischießen, der Elektra tötet und M rettet (ganz schlecht). Dann tötet er Renard auf dem U-Boot mit der Bombe in einem unsinnigen Kampf mit unglaublich schlecht choreographierter Action.

Sex mit Dr. Jones.

I thought Christmas only comes once a year.

Tränen in den Augen, dass so etwas durch die Qualitätskontrolle gekommen ist, dies es bei diesem Film wohl nicht gab. Von solchen Sexwortspielen gibt es noch einige, nicht alle so niveauvoll wie das.

Die Action ist unterirdisch. Alle Actionszenen sind reine Klischees, die alle Punkte unglaubwürdiger Action abhaken. Und natürlich nicht kürzen, was gedreht ist muss auch gezeigt werden. Sägehubschrauber! Paraglidende Snowmobiles! Mal wieder Skiszenen. Humor, den wahrscheinlich nicht mal Moore gebracht hätte (doch, hätte er).

Das Titellied ist gut.

Sophie Marceau ist gut. Brosnan ist gut wird aber merklich älter. Denise Richards ist Denise Richards, wer würde sie in einem seriösen Film casten? Andererseits: die Rolle, die für sie geschrieben wurde, hätte niemand gerettet.

Fazit: noch schlechterer Bond als der vorher.

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Kritik: Tomorrow Never Dies

Tomorrow Never Dies (dt. James Bond 007 – Der Morgen stirbt nie) ist der achtzehnte James-Bond-Film (Metakritik zur Bond-Reihe).

Der deutsche Titel ist nicht falsch, bringt aber auch nicht die Doppeldeutigkeit des englischen Titels rüber: Tomorrow ist auch der Name der Zeitung, um die es geht. Schwierig, da einen guten Titel zu finden.

Bond tritt gegen den Medienmodul Jonathan Pryce an und im Zuge der Annäherung an den Osten, arbeitet er mit der Agentin Michelle Yeoh zusammen, die sogar kompetent sein darf (im Rahmen dessen, dass sie natürlich trotzdem von Bond gerettet werden muss).

An sich ist die Geschichte gar nicht so schlecht: ein Medienmogul will seine Macht ausnutzen, um durch einen Krieg zum mächtigsten Mann der Welt aufzusteigen. Ist ja nicht ganz so weit hergeholt aus heutiger Sicht. Skrupellose Zeitungsmacher haben wir sogar in Deutschland, zum Glück mit weniger Macht, als sie denken.

Wir beginnen an der russischen Grenze, an der Bond einen Waffenbasar infiltrieren soll, die Royal Navy verhält sich Inkompetent und feuert eine Rakete auf den Basar, also muss Bond erst mal alles vorzerstören, bevor er mit einem Flugzeug gerade so entkommen kann, bevor die Rakete alles richtig zerstört. Klischeehaft. Unglaubwürdig. Blöd. (in den 70ern hätte ich mir für so eine Szene die Haare vor Freude rausgerissen, aber in den 90ern…)

Brosnan und Yeoh müssen die Kriegshandlung verschiedener Schiffe aufklären, die Pryce durchgeführt und durch ein gefälschtes GPS-Signal versteckt hat. Sie treffen auf einer Pressekonferenz von Pryce zusammen, die Gelegenheit nutzt Bond, um mit Pryces Frau Teri Hatcher (sie sind echt) Sex zu haben, was für sie tödlich ist. Bond infiltriert eine Papierfabrik, um den GPS-Encoder zu suchen, alle dort sind schwerbewaffnet, können schießen aber mit tausenden Kugeln nicht treffen, Bond entkommt. Auch im Hotel (Hatcher tot auf dem Bett, Bond traurig) entkommt Bond, indem er den Mörder auf unglaubwürdige Weise (Ericsson-Handy mit Stromstoß) ausschaltet.

Unglaubwürdig geht es weiter, wenn Bond mit Hilfe eines ferngesteuerten (Ericsson-Handy) BMW aus dem Parkhaus entkommt und den BMW ins gegenüberliegende Haus springen lässt.

Szenewechsel Südchina und Vietnam: Bond und Yeoh (die bisher ganz gut allein zurecht gekommen ist) werden am Wrack des Schiffes mit der fehlenden Cruise Missile gefangengenommen und müssen den Schergen Pryces entkommen mit einer BMW-Verfolgungsjagd und Helikopter, die mit „unglaubwürdig“ zu leicht bewertet würde. Sie ist einfach blödsinnig.

Beide entdecken Pryces Stealth-Schiff, machen es mit Handgranaten sichtbar und lassen es beschießen. Bond muss erst Pryce mit einem Bohrertorpedo töten und danach Yeoh retten, da sie Spontaninkompetenz entwickelt hat. Abschlusskampf dazu mit Götz Otto, der einen guten Handlanger abgibt.

Abschluss mit Michelle Yeoh.

Ich weiß, von mir klingt das doof, aber: zu viel Action. Unglaubwürdige Action. Blöde Action. Dann lasst es sein und macht was Schöneres: glaubwürdige Geschichte. Interessante Dialoge. Angenehme Szenen zwischen den Hauptdarstellern. Oder so was.

Dazu sind die meisten Szenen komplett unlogisch auch im Rahmen des Films. Was die Bösen an Fehlern machen, es geht auf keine Kuhhaut.

Alle Szenen sind typische Bondszenen mit der Intention, sie noch größer, besser, spektakulärer zu machen. Das ist ein Abhaken von Bond-Momenten ohne Zusammenhalt.

Dazu wieder mal Humor von der schenkelklopfenden Art.

You always were a cunning linguist, James.

Igitt. Aber auch Humor von der guten Art:

With all due respect, M, sometimes I don’t think you have the balls for this job.
M: Perhaps. But the advantage is, I don’t have to think with them all the time.

Leider deutlich mehr von der ersten Sorte.

Die Schauspieler sind gut, da gibt es nichts zu meckern. Götz Otto ist stark.

Michelle Yeoh ist cool und kann was. Leider muss sie Bond girl sein.

Gerard Butler spielt mit (Nebenrolle ohne Text).

Das Titellied ist gut.

Fazit: schwacher Bond, alles so larifari, by the numbers und unglaubwürdig.

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Kino Kritik

Kritik: GoldenEye

GoldenEye (dt. James Bond 007 – Goldeneye) ist der siebzehnte James-Bond-Film (Metakritik zur Bond-Reihe).

Was hab ich mich auf den Film gefreut.

Erstens Pierce Brosnan als Bond, den ich (nach Connery) als Idealbesetzung der Figur betrachte (nächster in der Liste: Idris Elba). Leider etwas spät (mit 42) in die Serie gekommen, vorher gab es Probleme mit Remington Steele. Dennoch halte ich ihn für ausgezeichnet besetzt, gegen Ende allerdings zu alt (wie so viele seiner Vorgänger und leider mittlerweile auch Daniel Craig).

Zweitens Judi Dench als M, sie ist einfach eine sehr, sehr gute Schauspielerin.

Drittens mein erster Bond im Kino.

Viertens lag die goldene Ära der 80er-Action hinter uns und die 90er starteten bereits mit Filmen wie Terminator 2 oder Speed, zeigten also, wohin sich Action bewegen kann.

Fünftens hatten die Macher sechs Jahre Zeit nach dem letzten Bond, sich etwas Besonderes auszudenken.

Und was für eine Graupe wurde da serviert. Selbst ’95, in meiner unreflektierten Alles-im-Kino-ist-toll-Zeit fand ich den Film schon nicht gut. Jetzt finde ich ihn richtig schlecht.

Dabei fängt der Film gut an.

Wir beginnen in einer Chemiefabrik, die 006 und 007 infiltrieren sollen, das geht schief und 006 wird hingerichtet. Bond kann entkommen.

Etliche Jahre später versucht Bond, Xenia Onatopp (Famke Janssen), die einen beeindruckenden Einstieg mit einer interessanten Sexszene hat, daran zu hindern, einen EMP-robusten Tiger-Hubschrauber zu stehlen. Er schafft das nicht, Onatopp und der Böse (Gottfried John) entkommen und stehlen mit Hilfe des Wunderhubschraubers das Bedienelement für das Satelliten-Waffensystem „GoldenEye“, das mit EMP arbeitet, aus dem Forschungszentrum in Sibirien, in dem unser Bondgirl Natalja mit einem so richtig nervigen Computertechniker zusammenarbeitet, dem wir den Tod zu Recht wünschen, leider dauert es bis dahin sehr lang. Die Spuren des Diebstahls werden durch einen EMP getilgt.

Das MI6 sieht bei dem Diebstahl per Satellit zu und sieht, dass die Frau entkommt. Die Russen kriegen das nicht mit. Also muss Bond die Frau finden und für seine und die Zwecke des MI6 nutzen.

Bis hier ok. Aber jetzt.

Bond reist nach St. Petersburg, wo er sich genau mit der maßgebenden Organisation Janus trifft, deren Anführer 006 ist, der sich am Empire rächen will, weil seine Eltern nach dem Zweiten Weltkrieg Stalin übergeben wurden. Natürlich ist auch Natalja genau hier in St. Petersburg gelandet, Bond wird betäubt und mit ihr in den geklauten Hubschrauber gesperrt, um dort zu sterben (direkt umbringen ist zu einfach). Die beiden können entkommen und werden von den Russen verhaftet und vom Verteidigungsminister verhört. Der Böse erschießt den Verteidigungsminister mit Bonds Waffe. Bond flieht ohne Natalja.

Ja, es wird undurchsichtiger und die Action ist schwächer geworden.

Der Böse flieht mit Natalja zu einem Raketentransportzug. Bond verfolgt beide mit einem Panzer quer durch St. Petersburg, wo er auf lustige Art mehrere Häuser abreißt, die Polizei foppt und dann den Raketenzug entgleisen lässt. Das Ganze dauert gefühlt eine halbe Stunde und ist so blöd, dass ich es kaum glauben konnte. Das sind Rückfälle in tiefste Moore-Humorzeiten.

Ab hier war der Film schon beim ersten Sehen für mich durch, ich war einfach so maßlos enttäuscht.

Irgendwie muss Bond im Rest des Films den Bösen töten, Xenia sehr würdelos töten, Kugeln durch Ducken oder Hinter-Metallgeländer-Verstecken ausweichen, eine Satellitenschüssel erklimmen und dort den eigentlichen Bösen, 006 töten. Das alles zieht sich, die Action dauert ewig, ist komplett unlogisch, albern und klischeehaft. Der Showdown in der Satellitenschüssel dauert wieder eine halbe Stunde ohne irgendwie fesselnd zu sein. Am Ende muss noch der Nerd dran glauben.

Der Film ist ein großes Ärgernis. Wir sind in den 90ern. All die Klischees und Action aus den 70ern wurde eigentlich schon abgelegt, hier feiert sie eine Renaissance.

Ist das schlecht. Ich war auch deswegen so enttäuscht, weil ich mir viel erwartet hatte. Alle Schauspieler machen ihre Sache gut, Brosnan ist Bond und alle müssen gegen ein so schlechtes Drehbuch und so eine miserable Inszenierung anspielen.

Wenn ich nur an die Panzerszene denke rege ich mich auf. Sprecht mich mal drauf an.

Leider wurden die Nachfolger nicht besser, im Gegenteil, das war Brosnans bester Bond.

Zum ersten Mal hatte ich den Eindruck, dass das Merchandising nur als Selbstzweck auftrat und nur in den Film integriert wurde, weil es da war. Kann aber auch sein, dass das vorher schon so war und mir hier erstmalig richtig auffiel.

Das Titellied ist sehr gut.

Der Bungeesprung am Staudamm ist beeindruckend.

Fazit: richtig schlechter Bond trotz guten Anfangs.

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Kino Kritik

Kritik: Licence To Kill

Licence To Kill (dt. James Bond 007 – Lizenz zum Töten) ist der sechzehnte James-Bond-Film (Metakritik zur Bond-Reihe).

Wieder Timothy Dalton als Bond, zum zweiten und letzten Mal.

Das ist der Film, bei dem Bond zum ersten und leider nicht zum letzten Mal absolut unprofessionell agiert, seinen Beruf an den Nagel hängt, auf eigene Faust arbeitet und dabei von M bis zur Besinnungslosigkeit gedeckt wird. Es ist wirklich, wirklich schlimm. Leider wird uns das noch ein paar Mal begegnen.

Und der Film arbeitet unverhohlen mit fridging als einziger(!) Motivation für Bonds Handeln. Was für dein Dreck. Bisher hat Bond gearbeitet – und das nicht schlecht. Warum reicht das als Motivation nicht aus? Weil Drehbuchschreiber und Produzenten in der Hinsicht Idioten sind. Wem hat bisher die Motivation Bonds gefehlt, Leute umzubringen?

Argh.

Kurz (wir reden von Stunden mit direkter Fallschirmlandung zur Zeremonie) vor Leiters Hochzeit muss der natürlich mit Bond irgendeinen unwichtigen Drogenbaron festnehmen, kann ja kein anderer. Dann Hochzeit, am nächsten Morgen Leiters Frau vergewaltigt und tot (tot allein reicht ja nicht) und Leiter schwerverletzt (u.a. vom Tigerhai angefressen).

Bond verfolgt die Spur bis zu einem Drogenhändler und aus irgendeinem Grund ist M dagegen, dass Bond weitermacht und entzieht ihm seine 00-Lizenz, nachdem Bond kündigt (das ist so doof, argh. Ruhig. Ruhig.) Trotzdem hilft ihm Q weiter. WTF?

Bond infiltriert weiterhin mit Hilfe einer ehemaligen Army-Pilotin die Drogenorganisation (Sex mit der Freundin des Bösen), erreicht es, dass der Böse seinen Leuten misstraut bis hin zu dem unnötig grausamen Tod durch Zerplatzen in der Unterdruckkammer. Ab zu den Drogenlaboren, die in Form eines Tempels versteckt werden, Tod, Chaos, Zerstörung und unnötig lange Schieß- und Geradeso-Entkomm-Szenen.

Der Böse entkommt mit vier Tankern und diese Verfolgungsjagd changiert zwischen langweilig und so richtig doof. Fast schon guter Trash. Fast.

Während der Truck-Jagd am Ende erzeugt der Klang der am LKW abprallenden Kugeln die Bond-Titelmelodie.

Bond verbrennt den Bösen bei lebendigem Leib. Leiter und seine Frau sind gerächt. Sex mit der Pilotin.

Argh.

Der Film krankt an vielem: brutal, grausam, wirr, Motivation, unglaubwürdige Zufälle, die die Handlung vorantreiben, grottenschlechte, weil unglaubwürdige und viel zu lange Action.

Was gibt es Positives zu sagen: Benicio del Toro spielt mit.

Das Titellied ist gut.

Fazit: grottenschlecht.

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Kino Kritik

Kritik: The Living Daylights

The Living Daylights (dt. James Bond 007 – Der Hauch des Todes) ist der fünfzehnte James-Bond-Film (Metakritik zur Bond-Reihe).

Kurze Abschweifung: heute haben wir beim Spaziergang festgestellt, dass die Bonds mit dem Bösen im Titel deutlich besser zu merken sind als die abstrakten Titel, wie dieser. „Goldfinger“ – sofort klar. „Der Hauch des Todes“ – Puh, welcher könnte das sein?

Es ist der erste mit Timothy Dalton, der schon 18 Jahre vorher im Gespräch war, aber offensichtlich erst mit 40 in der Lage war, jemanden zu spielen, in den sich jede Frau (vor allem die jungen) sofort verliebt.

Wurscht, die Serie sollte einen Neuanfang bekommen, weg von der Albernheit, hin zu mehr Ernsthaftigkeit und nur einem Bond-Girl.

Das hat geklappt. Insgesamt stehe ich Dalton als Bond wohlwollend aus genau diesem Grund gegenüber. Nicht, dass die Albernheit komplett verschwunden wäre, aber sie wurde zurückgefahren (leider nicht komplett eliminiert). Außerdem macht sich Dalton erstaunlich gut in der Rolle, obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits Brosnan meine erste Wahl gewesen wäre.

Wir beginnen auf Gibraltar, wo Bond bei einem Einsatz seinen Kollegen verliert (Smert Spionam!) Nach der Eröffnung soll Bond von Bratislava den russischen General Koskov in den Westen schmuggeln, dabei soll er einen Attentäter erschießen, der sich als tschechische Cellistin entpuppt, die nicht mit Waffen umgehen kann. Da sie außerdem noch keinen Sex mit Bond hatte, wird sie verschont.

Koskov wird per Hubschrauber aus dem Gasometer(!) und Ölpipeline(!) in den Westen geschafft. Mehrere Wirren und wieder eine unsägliche Skiszene später stellt sich heraus, dass die Cellistin Koskovs Freundin ist, die Bond natürlich umdrehen kann (wie wohl), dass Koskov mit KGB-Geld Opium kaufen und ohne Mitwissen der Russen schmuggeln will.

Bond verfolgt ihn, befreit einen Mudschahedin (die damals noch die guten waren, einige Zeit später ist derselbe Schauspieler (Art Malik) in True Lies der Böse, in derselben Rolle), verfolgt Koskov ins Flugzeug mit dem Opium (große Pferde- und Schießszene mit den Russen, komplett verwirrend und doof), im Flugzeug sehr, sehr lange Kämpfe auf der Laderampe, das Opium fliegt runter, Bond und die Cellistin entkommen im Jeep (doof).

Dann noch den Oberbösewicht umbringen und ab zur Cellistin nach der großen Vorstellung.

Ja, viele Szenen sind zu lang, viele Szenen haben wir schon oft gesehen, der alberne Humor ist nicht ganz raus („Laser“ schneidet tschechisches Auto – gruslig). Aber dennoch ist der Film gegenüber den Vorgängern eine Erleichterung. Es ist nicht nur albern und doof, sondern ab und an ok. Es gibt nur ein Bond Girl. Reicht mir schon.

Leider ist das auch der erste Film, der MI-6 als komplett inkompetenten Haufen darstellt, in der Milchmann-Szene beim MI-6. Das ist nicht schön anzusehen und auch unnötig.

Also wieder einmal ein Film mit vielen Schwächen, der dadurch gewinnt, dass man ihn nach den unsäglichen Moore-Bonds sieht.

Das Titellied ist sehr gut.

Fazit: solider Bond.