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Kino Kritik

Kritik: 68 Kill (2017)

Kurze Unterbrechung der losen Schwarzenegger-Reihe für 68 Kill, eine Empfehlung der Deadline und diesmal eine gute Empfehlung.

Massive Spoiler bis „Spoiler Ende“.

Chip ist mit seiner Traumfrau Lisa zusammen, die als Prostituierte arbeitet. Er leert Abwasserkanäle aus, sie leben in keiner schönen Gegend, sie steht auf SM-Sex in der S-Rolle, er fügt sich in den M-Teil.

Da kommt es gelegen, dass ihr Sugar-Daddy 68.000 Dollar im Safe hat, die die beiden stehlen wollen. Soweit so ok mit abgefahrenen Einlagen.

Dann wird es abstrus, hart und gleichzeitig komisch, man kann es kaum beschreiben. Ich hab mich doch öfter ertappt, Dinge lustig zu finden, die nicht lustig waren, ohne schlechtes Gewissen. Seltsam.

Lisa bringt den Freier und seine Frau um, Chip ist entsetzt, hilft aber dabei, das Mädchen Violet zu entführen, die noch mit im Haus ist. Die 68.000 Dollar sind auch dabei. Sex mit Lisa. Violet soll an Lisas Bruder verkauft werden, der Mädchen ausweidet, wie Chip erfährt. Das ist ihm zu viel und er will Violet (und sich) retten. Er schlägt Lisa nieder und versucht, zu fliehen.

Zwischendurch befreit er Violet, sie fliehen weiter, bis sie tanken müssen und in einem Motel absteigen. Sex mit Violet. Die Tankwärtin bringt Violet um und am nächsten Tag gerät auch Chip (Sex mit der anderen Tankwärtin) in ihre Fänge. Er wird von ihr und ihrer Gang gefoltert (Sex im Hintergrund) und von Lisa und ihrem Bruder befreit. Die dann alle umbringen und ausweiden. Bis auf die Tankwärtin.

Die darf Chip umbringen, genau wie Lisa und ihren Bruder.

Auf seiner weiteren Flucht ist eine gestrandete Frau am Wegesrand, die Chip nicht mitnimmt. Das ist das Happy End.

Spoiler Ende.

Ja, in der Beschreibung klingt das abgedreht und sehr gewalttätig und das ist es auch. Dennoch bleibt der Film auf eigenartige Weise sehr schwarzhumorig, so dass einem die überaus brutalen Szenen nicht so brutal vorkommen. Dennoch verklärt der Film die Gewalt nicht. OK, nicht komplett.

Insgesamt ist der Film sehr unterhaltsam, nimmt sich kaum eine Pause und feuert Unmengen an Bildern auf den Zuschauer. Schauspielerisch gibt es nichts auszusetzen und auch sonst nicht.

Fazit: sehr abgefahrener, sehr gewalttätiger schwarzhumoriger (tiefschwarzer) Film.

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Kino Kritik

Kritik: Conan der Zerstörer (1984)

Nach dem Erfolg des ersten Teils wurde natürlich ein zweiter gedreht, Conan the Destroyer, wieder mit Schwarzenegger, begleitet von Grace Jones, Olivia d’Abo, Wilt Chamberlain und wieder als lustigen Sidekick Mako sowie neu Tracey Walter.

Die Story ist vernachlässigbar, Prinzessin retten, kloppen, Leute umbringen, so im Groben.

Prinzessin ist eine Jungfrau, die das Horn von Dagoth holen soll (hö hö). Zuerst müssen sie einen Edelstein holen und Conan muss ein Monster umbringen. Dann will die Prinzessin Conan verführen, aber Pustekuchen. Die Prinzessin soll dem Horngott geopfert werden, das verhindert Conan und reißt dem Gott das Horn raus, woraufhin der um sich spritzt (ich denke es mir nicht aus, und an die Szene erinnern sich die meisten Leute noch).

Ach ja: ein Kamel wird von Conan ausgeknockt – brilliant.

Conan lehnt die Herrschaft an der Seite der Prinzessin ab und barbart lieber noch ein bisschen.

Nicht ganz so zielsicher wie der erste Teil ist auch dieser Film ein sehr solides Abenteuer mit Conan, Schwarzenegger ist ein Berg von Mensch, daneben Olivia d’Abo, da hofft man um der Prinzessin willen, dass er ablehnt.

Filmisch ist wenig auszusetzen, Tricks und Effekte sind nicht wirklich gut gealtert, der Rest ist in Ordnung, lediglich die Sidekicks und Grace Jones‘ Rolle als Amazone sind fragwürdig. Insgesamt noch ok, aber schon viel Zeitgeist dabei.

Leider auch weniger hart und mehr Humor, das ist schade und gereicht dem Film nicht zum Vorteil.

Fazit: gute Fortsetzung, etwas schlechter gealtert als der erste Film.

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Kino Kritik

Kritik: Conan, der Barbar (2011)

Weil es grad zu den Betrachtungen vorher passt, Conan the Barbarian von 2011. Ähnliche Story, ähnliches Setting, Jason Momoa als Barbar, Marcus Nispel in der Regie.

Kein guter Film.

Um ehrlich zu sein: gesehen und vergessen. Da hat nicht viel gepasst, die Rollen, die Geschichte – alles altbacken und nicht wirklich gut. Das Bemühen war vorhanden, das Können nicht.

Und leider muss ich da viel auf die Regie schieben, denn die Schauspieler:innen sind ok. Jason Momoa noch nicht ganz so präsent wie bei Aquaman aber schon beeindruckend. Alle Rollen sehr gut besetzt, leider mit sehr viel Klischee gedreht. Die Geschichte nicht herausragend aber angemessen.

All das gilt für den alten Conan auch, aber der war halt gut. Und dieser Film nicht.

Da passt nichts so recht zusammen, das Pacing ist daneben, die Action fragwürdig, die Rollen nicht gut, gefilmt ist der Film nur teilweise gut, das ist halt alles für 2011 zu wenig.

Fazit: reicht leider nicht mal für einen Sonntagnachmittag.

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Kino Kritik

Kritik: Conan, der Barbar (1982)

Apropos Schwarzenegger in Killing Gunther, ein Film, in dem er auch schauspielerisch nicht schlechter war als die anderen – da gibt es ja noch andere, lohnenswertere Filme.

Conan the Barbarian zum Beispiel, der erste richtige Film mit Schwarzenegger.

Kurze Abschweifung: Schwarzenegger ist kein guter Schauspieler im schauspielerischen Sinn. Er kann ein paar Sätze sagen und in die Kamera gucken. Das wird zwar besser, aber ist nie „gut“. Dafür hat er eine unglaubliche Präsenz. Er muss nicht schauspielern, um Conan zu verkörpern. Oder den Terminator. Oder Dutch.

Es ist jetzt die Aufgabe von Drehbuch und Regie, genau diese Präsenz in den Vordergrund zu stellen. Ihr habt einen Nichtschauspieler, der groß, muskulös und beeindruckend ist – macht was draus.

Und bei erstaunlich vielen Filmen haben wir Regisseure und Drehbuchschreiber, die das auf den Punkt treffen. Und erstaunlich viele Filme sind in dieser Kombination genredefinierende Klassiker geworden, die einfach extrem gute Filme sind. Bei allen diesen Filmen kommt noch eine außergewöhnlich gute Filmmusik dazu. Und Zitate über Zitate.

Und da kommen wir zu Conan. Betrachtet man die Figur, die Zeichnungen, die Geschichte – Schwarzenegger wurde dafür geboren, Conan zu spielen.

Wir beginnen mit der Ermordung von Conans Eltern durch Thulsa Doom, Conans Gefangenschaft, Muskelaufbau und Einbeziehung Schlachten. Wir lernen seine Philosophie kennen:

What is best in life?

To crush your enemies. See them driven before you. And to hear the lamentations of their women.

Er wird freigelassen, findet sein Schwert und Kumpel und Comic Relief Subotai, barbart sich durch die Gegend und sucht nach Doom, um ihn umzubringen. Er trifft weiterhin auf Valeria (Barbarin) und Yasimina (Prinzessin).

Der erste Rettungsversuch von Yasimina und Tötungsversuch von Doom schlägt fehl, Conan wird durch Dämonen/Geister wiederbelebt und im zweiten Versuch (ich kürze hier stark ab) klappt es dann, er köpft Doom, rettet die Prinzessin und (wichtiger) das Schwert seines Vaters.

Statt die Prinzessin zu heiraten, zieht er weiter und barbart (außerhalb des Films) fröhlich vor sich hin.

Was. Für. Ein. Film.

Wie schon gesagt, Schwarzenegger ist Conan. Er bringt die richtige Brutalität und Exotik in die Rolle. Alle anderen verblassen neben ihm, spielen dennoch gut, am beeindruckendsten noch James Earl Jones als Thulsa Doom.

Die Geschichte ist simpel, nimmt aber doch einige Wendungen, Schnitt und Inszenierung stimmen (ok, optisch ist der Film nur halbgut gealtert), die Musik von Basil Poledouris ist erstklassig und John Milius als Regisseur weiß, was er tut.

Grundlage für viele, sehr viele Barbarenfilme ist dieser Film bereits ein Meilenstein, der kaum verbessert werden kann.

Man muss sich heutzutage erst einmal auf die Optik und Effekte einstellen, aber der Film ist immer noch ein erstklassiges Erlebnis.

Fazit: sehr, sehr guter Barbarenfilm.

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Kino Kritik

Kritik: Killing Gunther

Killing Gunther – ein Film, den ich allein aufgrund des Trailers und der warmen Worte von Arnold Schwarzenegger kaufte – sah nach Spaß mit Arnie aus.

Sagen wir so: sobald Arnold am Film teilnimmt, wird der auch gut. Leider ist das erst am Ende für fünfzehn Minuten. Bis dahin – oh weh.

Der Film ist eine Doku über ein paar Auftragskiller, die den besten der Branche – Gunther – umbringen wollen. Die Situation der Filmcrew ist an Mann beißt Hund angelehnt, sicher eine der Inspirationen für den Film.

Anführer der Killer, Hauptdarsteller, Drehbuchschreiber und Regisseur ist Taran Killam, der sich leider damit übernommen hat. Das größte Problem ist meines Erachtens, dass der Film die falsche Balance zwischen Humor, Härte und Gore findet und fast ausschließlich auf ausgelutschte Klischees setzt.

Humor: Die Gags sind sehr vorhersehbar, die Figuren sehr platt. Die Russen sind Barbaren, die Tochter des Terroristen ist gut, aber ihr Vater eine Witzfigur mit „will jeden Liebhaber töten“-Gags. Unser Hauptheld will sich rächen, weil Gunther mit seiner Ex geschlafen hat – das alles wird so überdeutlich gespielt und gesagt – das versteht jeder und macht den Film zäh. Und der Nerd – das ist einfach nur noch peinlich.

Härte: die Kills sind eigentlich ok, aber durch CGI auch wieder nicht. Hier wäre Mut zu mehr tatsächlich mehr gewesen. Dabei sind die Kills teils unglaublich hart, das wird dann aber albern heruntergespielt, obwohl hier eine Chance gelegen hätte, Motivation herauszuarbeiten oder die Bosheit von Gunther oder irgendeine Emotion. So ist das zu beiläufig.

Gore: wie gesagt, viel CGI, wenig Substanz. Für einen Auftragsmörderfilm viel, viel zu wenig.

Die Schauspieler sind eigentlich ok, dürfen aber selten aus ihren Klischeerollen ausbrechen. Die Inszenierung ist auch in Ordnung, da ist nicht viel auszusetzen. Es gibt sogar einige sehr gute Einfälle, die Szene mit den explodierenden Autos ist z.B. sehr gut gedreht, wenn da nicht die Computertricks wären.

Der Schnitt lässt zu wünschen übrig. Vieles wird im Hintergrund oder zu kurz gezeigt, dafür gibt es ellenlange Jubelszenen, bei denen jedem Zuschauer klar ist, dass Gunther noch nicht tot ist. Wir haben auch alle die Filme gesehen, also versuch nicht, da Spannung reinzubauen.

Wie gesagt, wenn Arnie am Ende auftritt dreht, der Film auf und gibt uns eine Ahnung davon, wie er hätte werden können. Es ist schade drum, die Idee ist gut, die Ausführung nicht.

Dennoch habe ich mich nicht gelangweilt, aber auch nicht gut unterhalten.

Fazit: unterer Durchschnitt mit gutem Ende.

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Computerspiele Kritik

Spielkritik: Tomb Raider: Underworld (2008)

Tomb Raider: Underworld, der neunte Teil der Reihe und der letzte „richtige“, „altmodische“, „originale“ Teil der Serie, wie auch immer man das nennen will.

Kurz erklärt: bis hierher war das Spielprinzip: Lara geht durch eine Welt, die sie erkundet, Fallen ausweicht, Rätsel löst, ab und an jemanden umbringt und insgesamt ein großes Rätsel um ein Artefakt löst und so die Welt rettet.

Dieser Teil ist der letzte, der das in dieser Art tut, das Reboot von 2013 geht da andere Wege, hier kämpfen wir uns mit Lara durch eine Originstory und nur am Rande lösen wir sehr simple Rätsel. Das ist jetzt nicht verbittert gemeint, neun Spiele lang dasselbe Prinzip: wahrscheinlich war es gut, hier mal kräftig aufzuräumen, ob man allerdings den Kern der Spiele so verändern musste – kann man so oder so sehen. Das Reboot gefällt mir, ist halt nur ein anderes Spiel. Wie dem auch sei:

Auf in den letzten Kampf auf der PS 3 mit der neuen Underworld-Engine, die auch heute noch die Spiele nutzen.

Wir spielen die übliche Levelstruktur, zusammengehalten durch eine dünne Geschichte, wir besuchen das Mittelmeer, Thailand, Mexiko, die Arktis und Croft Manor.

An sich ist das Spiel nicht schlecht. Es sieht fantastisch aus, Lara wurde wieder verbessert, die Bewegungen sind klasse, an sich stimmt alles. Bis auf das Leveldesign und den Schwierigkeitsgrad.

Es gibt Gegenden, da schlunzt man durch und es gibt Gegenden, da ist es unglaublich zäh und man muss eine Sequenz auf die Sekunde genau durchführen, um weiterzukommen. Meist trifft das Boni, so dass der Spielfluss bewahrt bleibt, aber es ist nervig, wenn man nach einer Stunde immer noch an einer 10-Sekunden-Sequenz hängt. Das Ganze mit langen Ladezeiten zwischen den Versuchen.

Die Rätsel sind sehr, sehr einfach konzipiert, da ist kein Nachdenken, sondern nur Ausführen nötig. Schade.

Dazu kommt, dass Croft Manor explodiert. WTF? Warum?

Außerdem, und das ist nicht gut, konnte ich das Spiel nicht beenden, weil es eine Sequenz gab, die ich nicht geschafft habe, in einem Turm hochzuspringen auf versenkbaren Plattformen, dabei ein Monster abschießen und auf Flammen achten. Das Ganze vielleicht eine halbe Minute pixelgenau ohne Zwischenspeichern oder Umsehen. Pixelgenau meint pixelgenau. Lange Ladezeiten zwischen den Versuchen.

Ich hab es versucht. Zwei Stunden lang. Dann hab ich aufgegeben und das Spiel nicht mehr angefasst und ich werde es auch nicht mehr anfassen. Immerhin ist der Controller heilgeblieben – die halten halt viel aus.

Bis dahin wurde ich angenehm unterhalten mit eingestreuten Frustmomenten, diese Sequenz hat das zunichte gemacht.

Bis dahin hatte ich nur ein Spiel nicht beenden können: DOOM 2 und das ist für Normalsterbliche auch nicht machbar aber nicht schlimm, weil DOOM.

Hier setzte die Sequenz einfach den Ton: ein ordentliches Spiel durch die Spielmechanik unspielbar gemacht. Sehr, sehr schade.

Dabei hatte insbesondere Uncharted parallel gezeigt, wie ein Tomb-Raider aussehen kann.

Das Spiel kam auch insgesamt nicht so gut an, so dass erst 2013 ein Nachfolger kam, das angesprochene Reboot ohne Altlasten.

Fazit: leider mit dem Arsch die gute Atmosphäre eingerissen.

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Computerspiele Kritik

Spielkritik: Tomb Raider: Anniversary (2007)

Ich hab den siebenten Teil ausgelassen (Legend), dafür war der sechste doch zu schwach und stieg mit Tomb Raider: Anniversary (2007) auf der PS2 wieder ein. Das schien mir eine sichere Sache zu sein – der Teil ist ein Remake des ersten Teils mit der Legend-Engine von Crystal Dynamics, die schon beim Vorgänger eingesetzt wurde.

Ich wurde nicht enttäuscht, das Spiel ist eine gelungene Neuauflage des ersten Teils, spieltechnisch nicht neu, sah aber sehr schön aus. Ich kannte mich ja auch schon aus und fühlte mich auch gleich wohl. Laras Aussehen wurde wieder verbessert, die Bewegungen modernisiert und die Spielfreude beibehalten. Die Level sind gleich geblieben, hier gibt es keine Veränderungen.

Viel mehr gibt es nicht zu sagen, das ist einfach ein überzeugendes Spiel.

Fazit: sehr gelungene Neuauflage des ersten Spiels.

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Computerspiele Kritik

Spielkritik: Tomb Raider: The Angel of Darkness (2003)

Tomb Raider: The Angel of Darkness – der sechste Teil der Serie, veränderte Rahmenbedingungen erforderten Veränderungen am Spiel.

Zunächst einmal wurden die Rechner immer besser und auch die Spielekonsolen gingen in die nächste Generation, allen voran die Playstation 2. Das hieß, die Engine musste überarbeitet und wahrscheinlich komplett neu geschrieben werden, insbesondere die Playstation erforderte komplett neue Programmierung, die dazu noch inkompatibel mit dem Rest der Welt war. Also: eigene Engine oder einkaufen, die Entscheidung fiel für eigene Engine.

Dazu kam ein großer Projektdruck, die Cashcow war schon zwei Jahre nicht mehr erschienen, das Publikum lechzte nach mehr und bekam auch abseits von Tomb Raider gutes Material geliefert.

Das führte leider dazu, dass ein unfertiges Spiel auf den Markt geworfen wurde, ob das Schuld der Entwickler, von Core oder Eidos war, kann ich nicht beurteilen, dafür das fertige Produkt.

Ich hab es für den PC gekauft und das Spiel sah wirklich gut aus. Die Bewegungen von Lara wurden ebenfalls angepasst, auch hier deutliche Verbesserungen.

Aber.

Die Steuerung war komplett kaputt. Lara tat nicht, was sie sollte. Im einem Tomb-Raider-Spiel! Präzision war überhaupt nicht vorhanden und das Spiel war so buggy wie ich keins vor- oder nachher in der Hand hatte. Ich konnte bis zu einer Stelle spielen, das war mit der Steuerung schon schwierig genug, dann blieb Lara an einer Stelle stehen und durch einen Bug kam sie da nicht mehr raus. Egal, was man tat. Reproduzierbar.

2003 war das Internet dafür gut, zu sehen, dass es anderen genauso ging, einen schnellen Patch gab es aber nicht.

Also hab ich das Spiel weggelegt und abgeschrieben, ich kann also nicht sagen, ob es noch eine gute, bugfreie Variante mit guter Steuerung gibt.

Für einen so großen Titel war das einfach sehr, sehr schwach und enttäuschend. Das sahen viele so, auch Eidos, die daraufhin Core die Serie abnahmen und an Crystal Dynamics gaben.

Fazit: ganz schlecht, wegen Bugs nicht spielbar.

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Computerspiele Kritik

Spielkritik: Tomb Raider: Die Chronik (2000)

Tomb Raider: Die Chronik (Tomb Raider V) – Lara ist tot, was liegt näher, als dass sich drei Freunde bei einer Trauerfeier Geschichten über Lara erzählen – jede dieser Geschichten ist ein Level.

Core Design verbessert zum letzten Mal die alte Spieleengine und befreit sich davon, eine zusammenhängende Geschichte erzählen zu müssen. Damit können die Level unterschiedlich ausfalen ohne dass das durch eine Geschichte mühsam zusammengehalten werden muss.

Das gelingt auch sehr gut, wir suchen in Rom den Stein der Weisen, in einem russischen U-Boot den Speer des Schicksals, in Irland als Mädchen Dämonen (wieder als Mädchen – ach nö) und in New York City das Iris-Artefakt. Zu guter Letzt suchen wir noch die sterblichen Überreste Laras in den Ruinen, finden aber nur ihren Rucksack.

Das ist nicht sonderlich innovativ, aber das macht mir ja nichts aus…

Lara kann jetzt aus Nischen springen, auf Seilen balancieren und hat andere coole Moves drauf. Viel mehr Neues ist nicht.

Die Level sind ordentlich, die Story vernachlässigbar, aber insgesamt ist es ein deutlicher Qualitätsabfall gegenüber den Vorgängerspielen. Das Spiel ist immer noch gut aber auch nicht mehr. Es fehlt das gewisse Etwas, an das man sich erinnert: übergroße Pyramiden, schwierige Rätsel, übermächtige Gegner. Man merkte deutlich, dass die Entwickler eine Pause brauchten.

Die ihnen Eidos als Mutterfirma von Core nicht gab. Stattdessen wurde der Druck aufgebaut, ein Spiel nach dem anderen produzieren und nach vier Knallern musste irgendwann auch mal Schluss sein. Das hat Eidos verhindert und deutlich gezeigt, wie Geldgier und Druck nicht zu guten Ergebnissen führen. Das Spiel war auch nicht der Verkaufsschlager, so dass nach diesem Spiel eine Zwangspause eintrat.

Leider wurde diese Pause nicht dafür genutzt, den Entwickler:innen Raum und Zeit für neue Visionen und solide Arbeit zu geben, Eidos erwies sich hier als der Archetyp der nichtkreativen Schinderei, die keine guten Ergebnisse hervorbringt, dennoch niemenden zum Umdenken bringt. Kreativität ist halt nur zu einem gewissen Teil planbar und genau das muss bei Geschäftsplänen auch berücksichtigt werden.

Wird es aber nicht, wie viele Qualitätseinbussen bei längerer Laufzeit zeigen, die Gründe mögen unterschiedlich sein.

Erfreuen wir uns am gelungenen, wenngleich etwas einfallslosen fünten Teil, der sechste (Spoiler) wird richtig mies…

Fazit: ordentliches Spiel ohne Höhepunkte.

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Computerspiele Kritik

Spielkritik: Tomb Raider IV: The Last Revelation (1999)

Tomb Raider IV: The Last Revelation – wieder Core Design, wieder die gleiche, leicht verbesserte Engine – wieder das gleiche Spiel mit neuen Orten und Figuren.

Wir müssen den Fluch des Amuletts von Horus brechen, der Seth aufgeweckt hat (kurz zusammengefasst).

Wir starten als junge Lara, warum auch immer. Meist ein Zeichen dafür, dass den Geschichtenschreibern nicht mehr viel einfällt und die Herkunft der Heldin ergründet werden muss, zum Glück ist das nur der Einstiegslevel, dann geht es wie gewohnt weiter, diesmal von Kambodscha nach Ägypten, wo mehrere Orte besucht werden: Tal der Könige, Karnak, Alexandria, Kairo, Gizeh.

Die Pistolen sind wieder da.

Es wurden viele Elemente verändert, zum Guten und zum Schlechten. Dem Zeitgeist folgend wurden die Waffen komplizierter, es gab mehr Munition zur Auswahl mit unterschiedlicher Wirkung. Warum auch immer – hätte es nicht gebraucht.

Lara kann jetzt Stangen hochklettern, um die Ecke greifen und Türen eintreten – immerhin.

Leider wurde auch der Todfeind und Kardinalfehler von Computerspielen eingeführt: unsterbliche Gegner. Was das soll – keine Ahnung. Die stören zwar nicht direkt und sind handhabbar, aber es ist keine schöne Sache.

Und ein weiteres Problem von Spielen, ebenfalls damaliger Zeitgeist, der sich hartnäckig hält: verschiedene Arten, einen Level zu spielen, also verschiedene Pfade mit unterschiedlichen Herausforderungen. Wie ich es hasse. Ich will ein Spiel einmal durchspielen und dabei alles gesehen haben. Alles andere ist vom Teufel.

Grafiken und Bewegungen wurden wieder verbessert, der technische Fortschritt halt. Dennoch ist auch dieser Teil eine technisch grundsolide Sache ohne Bugs.

Wenngleich viele Dinge eingebaut wurde, die ich für große Fehler bei Computerspielen halte, ist das Spiel dennoch eins der besten Tomb Raider. Die negativen Aspekte halten sich in Grenzen, die Rätsel wurden erweitert und komplexer gestaltet, die Locations sind überragend und das Spiel ist ein Paradebeispiel für Spielbarkeit.

Hier ist eine Entwicklung zu sehen, die gut ist: neue Dinge werden zwar eingeführt, dominieren jedoch das Spiel nicht, so dass die Grundidee erhalten bleibt und wirklich behutsam ergänzt wird.

Das Spiel endet mit dem Tod von Lara, denn die Entwickler:innen hatten genug von der Figur. Dass das natürlich nicht das Ende der Spiele sein wird, war jedem klar, die Frage war nur: wann kommt ein neues Spiel raus und wie wird es gestaltet?

Fazit: eins der besten Tomb Raider trotz größerer Änderungen.