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Kritik: John Wick: Chapter 2

John Wick: Chapter 2 ist die Fortsetzung von John Wick, einem sehr sehr guten Actionfilm.

Der Film setzt am Ende des ersten Films ein, wir sehen, wie John sein Auto zurückhaben will. Dann bricht er seinen Ehrenkodex und wird von allen gejagt, bekommt einige Hilfe und am Ende sieht es nicht gut aus. Im Zuge des Films bringt er viele, viele Leute um.

Soweit, so gut, das hat uns im Endeffekt der erste Film auch gezeigt, die Frage war: wird der Nachfolger genauso gut?

Leider nicht.

Es ist halt nicht nur Leute umbringen, für einen kaltblütigen Killer braucht ein Zuschauer auch eine Motivation, warum er ein „Guter“ ist. Das hat Teil eins perfekt gemacht, Teil zwei versagt dabei. Damit bleibt zunächst nur ein Mann übrig, der Leute umbringt. Und dass er sich noch nicht einmal an die eigenen Regeln hält, die im ersten Teil als essentiell definiert wurden – das bringt mich dazu, seinen Gegnern recht zu geben.

In einem Geschäft, das darauf baut, dass Regeln penibel eingehalten werden sträubt sich John Wick, dann hält er sich wieder dran, dann verstößt er so krass dagegen, dass das im ersten Teil den sofortigen Tod erfordert hätte. Warum nicht bei John Wick? Keine Ahnung.

Damit ist die Motivation über die Geschichte schon mal weg, bleibt die Erzählung und die Action. Die Action ist solide, da gibt es nichts zu meckern. Aber gefesselt hat mich der Film nicht, dafür war alles zu sprunghaft, evtl. wegen des mir unverständlichen Verhaltens von John Wick. Außerdem wurden Geschichten erzählt, die in der Erzählung interessant sind, um einen Mythos aufzubauen, die aber nicht gezeigt werden dürfen.

Um ein Beispiel zu geben: die Story mit dem Bleistift des ersten Teils war richtig, richtig gut. Das jetzt zu zeigen, war richtig, richtig falsch.

Es ist schade, dass die Essenz des ersten Films nicht mehr eingefangen werden konnte, sondern sehr platt und einfallslos nach Schema F gearbeitet wurde. So bleibt leider nur ein durchschnittlicher Film mit sehr guter Action, der halbgar serviert wird.

Fazit: nein, lieber den ersten Teil noch einmal sehen.

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Kritik: Iron Sky

Iron Sky habe ich zuerst auf der Berlinale gesehen, letztens noch einmal in Vorbereitung auf den zweiten Teil.

Es geht um die Nazis auf dem Mond, die zurückkehren, um entweder die Erde zu erobern oder der Erde den Frieden zu geben, je nach Figur. Dabei hält sich Regisseur Vuorensola wunderschön an den Mythos der Mondnazis, zieht alles ins Lächerliche (teils etwas flach), verliert dabei aber nicht den Blick für einen guten Film.

Dabei sollte man für das komplette Filmvergnügen die Geschichte um die Mondnazis schon kennen und auch mit den Zeitreferenzen etwas anfangen können – Sarah Palin erscheint dann im Nachhinein als die bessere Alternative zum jetzigen Präsidenten.

Die Schauspieler sind gut bis sehr gut, insbesondere Julia Dietze, Udo Kier, Götz Otto und Peta Sergeant sind hervorzuheben (also eigentlich alle Hauptdarsteller:innen). Auch die Spezialeffekte sind toll, sie bestehen auch heute noch den Gucktest der verwöhnten CGI-Augen. Die Inszenierung der Technik im Steampunkstil hilft dabei, das sieht einfach gut aus.

Fazit: guter Film.

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Kritik: RocknRolla

RocknRolla, der Film, mit dem Guy Ritchie endlich wieder zu alter Form zurückgefunden hat – laut Kritik.

Hätten wir es doch nicht geglaubt, uns wäre ein anstrengender, extrem langweiliger Film erspart geblieben.

Schauspieler – gut, Kamera – gut, Rest – schlecht.

Mehr ist da wirklich nicht zu sagen.

Fazit: richtig, richtig schlecht.

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Ein Film am Tach

Morgen beginnt die Aktion „Ein Film am Tach“

Mal sehen, wie lange ich durchhalte.

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Kritik: Blade Runner

Blade Runner ist ein etwas älterer Science-Fiction-Film von Ridley Scott mit Harrison Ford in der Titelrolle des Replikantenjägers, der diese „retired“, also umbringt, wenn sie auf der Erde erscheinen. Mehr muss ich auch nicht erzählen, das Ding ist ein Klassiker.

Ein Klassiker, den ich Ende 80 gesehen habe (glaube ich), der mich extrem beeindruckte, so dass ich ihn gestern noch einmal sehen wollte. Inzwischen gibt es sieben(?) Versionen des FIlms, jede subtil anders, ich hatte eine ohne lästiges Voice-Over, das den Film für Dumme erklärt.

Der Film ist immer noch beeindruckend. Die Musik. Die Bilder. Die Inszenierung. Die Schauspielerinnen. Die Schauspieler. Rutger Hauer! Ridley Scott. Ach.

Ernsthaft, das ist von vorne bis hinten feinstes Science-Fiction-Kino, langsam gedreht, trotzdem spannend und beeindruckend. Und die Musik.

Einmal musste ich spulen, es gibt eine Szene, in der Decker (Harrison Ford) die Replikantin Rachael (Sean Young) vergewaltigt, das wird als eine Art „rauhe Liebesbeziehung“ dargestellt, ist es aber nicht. Ist eine Vergewaltigung. Ja, ich verstehe den Hintergrund, wie es gemeint war, damalige Zeit, bla, blubb, schon klar, bin nicht doof. Ich hoffe, heute würde Scott das nicht mehr so drehen.

Fazit: Zu recht ein Klassiker. Ein Meisterwerk.

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Kritik: Chernobyl Diaries

Chernobyl Diaries, ein Film, der 2012 an mir vorbeigegangen ist.

Sechs Touristen fahren nach Pripjat, um sich die Ruinen anzusehen. Dort bleiben sie dann auch, im Lauf des Films nach und nach sterbend.

Soweit, so vorhersehbar und konventionell, bei dieser Art von Filmen kommt es auf die Inszenierung an, da die Handlung nun mal nicht überraschend ist. So wie meist auch das Ende.

Was die Handlung betrifft, ist das hier der Fall: von Anfang bis Ende vorhersehbar. Die Inszenierung beginnt freundlich flott, erstaunlicherweise sind die Touris nicht nervig, so dass man ihrem Ausflug nach Tschernobyl positiv gegenübersteht, ihnen aber nicht unbedingt den Tod wünscht.

Das ändert sich, wenn die „Katastrophe“ über sie hereinbricht, von allen Handlungsoptionen wird die unlogischste genommen. Der Typ, der den ganzen Film über Fehlentscheidungen fällt, ist natürlich der, dem gefolgt wird. Licht ist dazu da, angemacht zu werden, egal, wie schlecht man dann selbst sieht oder wie gut man gesehen wird. Hunden kann davongerannt werden. Der Speznaz-Typ ist eher inkompetent. Ach, dann sterbt doch.

Abgesehen davon ist der Film solide inszeniert, Anfang gut, dann etwas langsamer Mittelteil, der aber durchaus gut Stimmung aufbaut, vor allem in Kombination mit der Kamera, die ein Extralob verdient. Der Schluss ist dann in Ordnung, abzüglich der angesprochenen Mankos. Das Ende ist sogar sehr gut.

Fazit: solider Film mit viel Luft nach oben, kein Muss.

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Kritik: It Follows

It Follows – ein Film von 2014, liegt auch schon eine Weile rum, die Prämisse hört sich erst einmal interessant und gleichzeitig auch ausgelutscht an: ein „Ding“ folgt einer Person und wenn es sie kriegt, bringt es sie um.

Könnte, wie gesagt, der 08/15-Horrorfilm werden, aber auch etwas Besonderes, je nachdem, wie man den Film anlegt und was man draus macht.

Regisseur David Robert Mitchell macht was Besonderes draus, was einerseits an den DarstellerInnen liegt, allen voran Maika Monroe in der Hauptrolle, und andererseits an der Tonuntermalung des Films, weniger Musik, vielmehr eine eigene Klangwelt, die den entrückten Charakter des Films betont.

Kurz gespoilert: das Ding läuft langsam aber unaufhaltsam auf seine Opfer zu und kann dabei unterschiedliche Menschen nachahmen. Man kann das Ziel des Dings verändern, indem man Sex mit einer anderen Person hat, diese ist dann das neue Ziel. Stirbt sie, geht das Ziel wieder zurück an die Ursprungsperson.

Das klingt abgeschmackt und, wie gesagt, in unfähigeren Händen würde das zu einer Sexklamotte mit Horrorelementen verkommen. Aber der Film schafft es, die Figuren realistisch wirken zu lassen mit verschiedenen Ansätzen und Versuchen, dem Grauen zu entkommen. Dabei wird wenig erklärt, viel auf Stimmung gesetzt und Klischees vermieden. Genau richtig. (Hoffentlich kommt kein „It Follows again“ mit Originstory.)

Interessant ist, wie man beim Schauen immer wieder guckt, ob das Ding schon da ist. Es kommt unsubtil aber spannend des Wegs. Und wie man überlegt, was eine Lösung wäre und hofft, dass die im Film ausprobierten  auch klappen. Trotz der Ausgangslage gibt es kaum Tote und trotzdem viel Horror, Kopfkino halt.

Das Ende ist offen aber traurig und damit sehr angemessen.

Fazit: sehr guter Horrofilm, ruhig, melancholisch, trotzdem packend.

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Kritik: Der Nachtmahr

Der Nachtmahr erzählt die Geschichte von Tina, einer Teenagerin, die nach einer Fete von einem Nachtmahr „heimgesucht“ wird und ihren Umgang damit.

Nach Schneeflöckchen der zweite deutsche Genrefilm in kurzer Zeit für mich, man muss ja auch mal den heimischen Filmmarkt im Auge behalten. Und der gibt offensichtlich einiges her.

„Der Nachtmahr“ ist ein sehr eigener, aber sehr interessanter Film. Wir folgen Tina zu einer Party (das werden wir im Lauf des Films noch öfter tun), sie ist einerseits selbstbewusst, andererseits aber auch sehr unsicher und resultierend daraus verletzend, vor allem im Umgang mit ihrem Freund und einer Mitschülerin, die sie nicht mag. Zu Hause warten Eltern auf sie, die bemüht sind, sie ernstzunehmen, das aber nicht wirklich schaffen, und das liegt nicht nur an den Eltern. Die Elternszenen symbolisieren für mich den Umgang mit Pubertierenden, ob das aber stimmt, keine Ahnung.

Auf der Anfangsfeier sieht sie den Nachtmahr zum ersten Mal und es bleibt bis zum Ende des Films unklar, was er eigentlich ist. Symbolisiert er die Ängste von Tina, ihre Sehnsüchte, ihre dunkle Seite? Bildet sie ihn sich ein, ist er real und wie passen der Anfang und das Ende des Films zusammen? Sie stellt sich der Kreatur im Lauf des Films und die Fragen werden dadurch tiefer, Antworten gibt es nicht.

Es gibt bestimmt eine Menge zu analysieren, ich ließ mich eher vom Film einfangen, von der sehr interessanten, eigenartigen Stimmung. Tina ist einerseits verletzlich, andererseits verletzt sie. Sie schafft es, dass man mit ihr leidet, sie aber auch nicht mag. Dazu kommen die sehr unterschiedlichen Szenen: sehr ruhig einerseits, sehr laut andererseits. Viele Drogen, viele Parties, dagegen ruhige Interaktion mit einem Albtraum.

Es ist ein interessanter Film, in dem man viel entdecken kann, den man aber auch nur wirken lassen kann. Regisseur Akiz hat sich auch sicher viel dabei gedacht, von dem nur ein Bruchteil bei mir angekommen ist.

Aber empfehlen kann ich den Film. Im Gegensatz zu Schneeflöckchen ist er auch nicht offensichtlich gewalttätig oder übermäßig gruselig/grausam. Zumindestens nicht an der Oberfläche.

Fazit: Interessanter Film über eine Teenagerin mit sich manifestierenden Problemen und einem Ende, das ich nicht deuten kann.

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Kritik: Schneeflöckchen

Schneeflöckchen – ein Tip der Deadline – deutscher Genrefilm.

Was für ein Film.

Eine düstere Zukunftsvision in Berlin, die Gesellschaft ist halb zusammengebrochen und wir folgen unseren Protagonisten Tan und Javid, dem Drehbuchschreiber des Films Arend, Eliana, Carson, Bolek und natürlich Schneeflöckchen, die einen beeindruckenden Auftritt hat, auf ihrer Reise zu- und umeinander. Dabei ist viel Gewalt im Spiel, berührende Momente, ekliger Body-Horror und dann alles auf einmal.

Es ist schwer zu beschreiben, aber der Film ist sehr, sehr gut. Eine Endzeitvision, hart erzählt, leichte schauspielerische Mängel, die aber nicht ins Gewicht fallen.

Die Beschreibung muss so vage bleiben, es gäbe so viel zu erzählen, aber dann müsste ich seitenweise schreiben und der Film wäre durchgespoilert.

Fazit: Unbedingt ansehen, ein richtig guter Film, wenn harte, blutige Action kein Problem ist.

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Kritik: Fast & Furious 8

Der achte Teil in einer Reihe, in der alle Filme so meh sind und teilweise auch schlechter. Fast & Furious 8 (im Original The Fate of the Furious) ist der erste Teil ohne Paul Walker, dafür wieder mit Jason Statham, The Rock und neu Charlize Theron – was kann da schon schiefgehen?

Alles.

Die Geschichte ist mies, die Effekte sind grottenschlecht, die Dialoge sind unterste Schublade, die Ideen sind schwach, alles ist nicht gut. Die „Originalschauspieler“ werden immer schlechter, geht das überhaupt?

OK, es gibt eine gute Szene: der Gefängnisausbruch von The Rock und Statham.

Fazit: richtig schlecht.