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Kino Kritik

Kritik: Tomb Raider

Tomb Raider – die bisher neueste Verfilmung mit Alicia Vikander setzt auf dem Reboot von 2013 auf.

Lara ist Fahrradkurierin in London (und reiche Konzernerbin), die nach dem Auffinden eines geheimen Zimmers aufbricht, nach ihrem verschollenen Vater zu suchen. Dieser war auf der Suche nach der japanischen Königin Himiko und ihren mystischen Kräften. Genau wie die finstre Trinity-Organisation.

Einen Schiffbruch später ist sie auf der richtigen Insel mit den Bösewichten und muss Söldnern entkommen, fliehen, das Geheimnis aufdecken, ihren Vater treffen etc. pp. Nicht ganz wie im Spiel aber im Geist an das Spiel angelehnt.

Nach dem Happy End wieder in London wird eine größere Verschwörung entdeckt und Lara kauft sich zwei HK-USP Stainless.

Tja: ein guter Film. Nach den enttäuschenden Filmen mit Angeline Jolie (an der es nicht lag) ist Alicia Vikander die moderne Lara – entsprechend dem Reboot: fähig, zäh, realistisch. OK, fast realistisch. Der Film erzählt seine Geschichte ohne Schnörkel, die Action stimmt.

Er ist halt nur kein Tomb Raider im Sinn von Tombs raiden, wenngleich das große Finale im Grab der Kaiserin dahin tendiert. Trotzdem ist es ein sehr guter Film und im Sinne des neuen Tomb Raider ein werkstreuer.

Es bleibt zu hoffen, dass die Fortsetzung nicht an Corona scheitert, das wäre schade um die sehr guten Ansätze.

Fazit: sehr guter Actionfilm und sehr gute neue Lara Croft.

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Computerspiele Kritik

Spielkritik: Tomb Raider (2013)

Wo ich grad dabei bin: Tomb Raider, die Spieleserie, schwächelte nach drei bis vier grandiosen Spielen immer mehr. Mit neuen technischen Möglichkeiten konnten die Spiele nicht so richtig an das Erfolgskonzept anknüpfen, sowohl technisch als auch spielerisch wurden dabei Fehler gemacht, die nach und nach dafür sorgten, dass die Marke immer mehr an Bedeutung verlor. Und so wurde nach Underworld 2008 eine längere Pause eingelegt.

2013 kam dann der Reboot, denn die Marke Tomb Raider zieht halt noch immer viele Erwartungen und Geld mit sich. Die Ankündigung war leicht misslungen, da die Trailer eine Vergewaltigung Laras andeuteten und nicht klar war, was das nun sollte: Auftakt einer gebrochenen Heldin? Grund für ihr Heldentum?

Die ganze Ankündigung war gamestypisch Auftakt für Beleidigungen und frauenfeindlichste Äußerungen von „Fans“ einer Spieleserie, in der eine Frau die Hauptrolle spielt. Es war unschön.

Abgesehen davon war der Trailer aber gelungen, Lara sah normal aus und der Trailer machte Neugier darauf, wie das Spiel werden würde und was die Szene nun genau bedeutet.

Das Spiel machte dann einiges viel richtiger als es der Trailer befürchten ließ. Wir begleiten Lara auf ihrem ersten Einsatz wider Willen, der durch Schiffbruch ausgelöst wird. Sie findet sich auf einer Insel wieder, auf der sie gegen die Natur und eine Vielzahl bewaffneter Gegner bestehen muss.

Genretypisch arbeitet sie sich story- und waffentechnisch nach oben, bis sie am Ende eine erste Version der Lara ist, die wir später kennen.

Zum Positiven: Lara ist normal. Das Spiel ist spannend, die Missionen schaffbar und auch für Gelegenheitsspieler geeignet. Die Vergewaltigung bleibt aus und die Trailerszene hat nicht die befürchtete Bedeutung. Es gibt mehrere beeindruckende Szenen, die das Staunen zurückbringen, insbesondere der Funkturm.

Zum Negativen: es werden keine Tombs geraidet, sondern wir haben eigentlich einen Action-Shooter mit Lara Croft. Daraus folgt: zu viel Schießen, zu viel Gewalt. Es gibt etliche Logiklöcher. Die Welt ist zu klein und nachträgliches Rumlaufen wird erschwert. Das Gameplay ist oft zu schwierig und oft zu einfach, etwas mehr Balance wäre besser.

Tja, wir haben ein Tomb-Raider-Spiel, das eigentlich keins ist, weil nur optionale Tombs ohne schwierige Rätsel. Trotzdem haben wir eine charismatische Lara Croft, die Entwicklungspotential bietet und ein Spiel, das wirklich fesselt. Und wir haben ein modernes Spiel mit aktuellen Auflevel-Möglichkeiten, Dinge, die mich mehr aus einem Spiel reißen als dass ich sie gut finde.

Und wir haben wieder einmal eine Origin-Story zu einer Figur, die keine nötig hat (und in den alten Spielen eine andere hatte).

Das alles hinterlässt dennoch einen überwiegend positiven Eindruck des Spiels, ich hab es gern gespielt, hoffe aber auf Fortsetzungen, die einiges davon verbessern. Ich hab sie noch nicht gespielt, aber apropos Fettnäpfchen: der Nachfolger „Rise of the Tomb Raider“ wurde zunächst exklusiv auf XBox veröffentlicht – WTF? Wie kann man nur… (völlig ironiefrei)

Fazit: gutes Spiel, etwas mehr Tomb Raider bitte.

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Kino Kritik

Kritik: Lara Croft Tomb Raider: The Cradle of Life

Lara Croft Tomb Raider: The Cradle of Life der Nachfolger zu Tomb Raider, wieder mit Angelina Jolie als Lara Croft.

Diesmal geht die Reise von Griechenland über China, Kasachstan, Hongkong nach Kenia, wo die Wiege des Lebens = die Büchse der Pandora warten. Ihr Gegner Ciarán Hinds will die Büchse für sich haben und versucht, sie auf dem gesamten Weg zu überholen, ein Handlanger ist Til Schweiger in einer guten Rolle. Romantischer Sidekick mit tragischem Ende ist diesmal Gerard Butler.

Der Film versucht, einiges richtiger zu machen, so sind die Brüste kleiner geworden(!) und Lara darf kompetent sein. Leider wird zu viel Wert auf Action gelegt. Entdecken findet gar nicht statt und Rätsellösen wird durch Laras Bedienstete erledigt. Dafür ist die Action ordentlich und durchaus gut inszeniert mit interessanten Ideen, z.B. die Abwehr von Angriffen mit Hilfe des Queen-Anne-Saluts. Das hat die Verschrobenheit, die ein Spielerätsel hätte.

Der Cast ist auch wieder sehr ordentlich ohne Ausfälle. Leider bekommen die Nebenfiguren zu viel Raum oder zu slapstickartige Einsätze, das passt nicht wirklich gut.

Insgesamt ist der Film eine Verbesserung, wenngleich er sich wie ein Bond mit Lara Croft anfühlt, nicht wie ein Tomb Raider. Auch wieder was für den verregneten Sonntag.

Fazit: ordentlicher Film, leider auch kein richtiger Tomb Raider.

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Kino Kritik

Kritik: Lara Croft: Tomb Raider

Lara Croft: Tomb Raider, die Verfilmung von 2001 mit Angelina Jolie.

Da muss ich etwas weiter ausholen:

Die Tomb-Raider-Spiele waren damals[tm] eine Offenbarung für mich. Das war grafischer Zucker verbunden mit einer coolen Hauptheldin. Das waren Welten, wie sie vorher noch nie zuvor im Computer erschaffen wurden: riesig, detailreich, logisch aufgebaut und mit Übung spielbar. Dabei eine Heldin, die sowohl rennen, springen, klettern, ins Wasser springen oder mit Waffen umgehen konnte. Wobei die Waffen eher selten gebracuht wurde, denn es ging darum Tombs zu raiden, also Gräber zu erforschen und auszunehmen, Geheimnisse zu erraten und Rätsel zu lösen. Und eine Heldin, deren Namen ich kannte: Lara Croft. Badass. Asskickerin vom Feinsten.

Was ist außerhalb meines Spielerlebnisses offensichtlich davon hängen geblieben?

Titten und Knarren.

Dinge, die ich trotz meines pubertären Spielalters und meiner männlichen Sichtweise nie interessant im Spiel fand.

Aber die standen plötzlich im Vordergrund sowohl bei den Spielen als auch, und hier schlagen wir den Bogen zurück, bei der ersten Verfilmung mit Angelina Jolie.

Hier ist meiner Meinung nach sehr gut zu sehen, wie eine falsche Prämisse trotz tollen Casts und einer ordentlichen Geschichte zu einem schlechten Film führt.

Die Eröffnungssequenz ist noch gelungen, Angelina Jolie kann Badass sehr gut spielen, hier fallen jedoch schon die ausgestopften Brüste negativ auf. Eine Duschsequenz später ist klar: Tombs werden wir wohl eher spärlich raiden.

Wir bekommen eine Geschichte um eine seltene Planetenkonstellation erzählt (durch einen Traum vom Vater – warum?), bei der Uhren eine Rolle spielen, deren Bestandteile in einem großen Mechanismus zusammengesetzt werden müssen, damit die Illuminaten was machen können. Auf der Suche nach den Teilen für den Mechanismus bereisen wir verschiedene Gegenden, einen Tempel in Kambodscha und für die Endsequenz Sibirien.

Der Mechanismus ist eine Zeitmaschine. Wir retten unser Love-Interest Daniel Craig, treffen den Vater wieder und Happy-End.

Die Geschichte ist wirr aber ok, aber die Umsetzung…

Jedes Tomb-Raider-Feeling wird weggenommen, weil die Inszenierung die falschen Dinge betont. Die Brüste sind offensichtlich sehr wichtig. Einen Tempel auszurauben eher nicht, obwohl der Film hier am nächsten an die Spiele kommt. Alles ist fahrig inszeniert, die Action ist ok, aber wen interessiert eine Hundeschlittenwettfahrt?

Warum müssen wir uns mit dem emotionalen Ballast um den Vater rumschlagen? Können wir nicht einfach Lara Croft erleben? Warum muss sie so unsicher sein in Bezug auf ihre Welt, wenn sie es doch nicht ist? Wen interessiert es, ob und mit wem sie Sex hat und ob die Hosen oder Kleider anzieht. Es ist egal! Das ist Lara Fucking Croft!

Und so litt ich durch den Film und hoffte, dass er Tomb Raider wird, hab auch artig die DVD zu Hause, aber der Film ist leider nur Durchschnitt. Einzelne Szenen sind gut, aber der Gesamtfilm enttäuscht (mich). Für einen Sonntag nachmittag ok, viel verschenktes Potential.

Es ist so, als ob sich jemand die Spiele angesehen hat, ein Best-Of für sich zusammengestellt hat und das verfilmt, wobei die Prioritäten nach Aussehen und Wirkung nach außen, nicht bezogen auf das Spiel genommen wurden. Es ist schwer zu erklären, das ist ähnlich wie bei Silent Hill, dessen erste Verfilmung sehr gelungen war und dessen zweiter Teil dann plötzlich Pyramid-Head in den Vordergrund stellte: optisch einleuchtend aber dem Spiel überhaupt nicht angemessen.

Immerhin erhalten wir eine Tomb-Raider- und Computerspiele-Verfilmung, die nicht grottenschlecht ist wie z.B. die Filme von Uwe Boll.

Fazit: der Film ist ok, leider nicht wirklich gut und leider nicht Tomb Raider.