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Kino Kritik

Kritik: Metalhead/Málmhaus

Metalhead (orig. Málmhaus) ist ein isländischer Coming-of-Age-Film.

Wir begleiten Hera, eine zwölfjährige Isländerin, die mit ansehen muss, wie ihr Bruder Baldur bei einem Traktorunfall ums Leben kommt.

Im Endeffekt bleibt dadurch für die Familie das Leben stehen, denn mit dem Verlust kommen weder Hera, noch ihre Eltern klar. So schotten sich alle ab, reden selten miteinander.

Baldur war Metaller, also wird Hera auch Metallerin und versucht, sich über die Musik auszudrücken. Laut. Außerdem merkt sie, dass ihr Leben Veränderung braucht, bringt aber die Energie dafür nicht auf. Das frustriert sie noch mehr, ebenso wie die Gleichgültigkeit ihrer Eltern.

Inzwischen ist sie alt genug, auszuziehen oder ein eigenes Leben zu beginnen. Sie bricht ab und an aus, aber chaotisch, ohne zu wissen, was sie eigentlich will oder ohne es zu beachten.

Die Ankunft eines neuen Pfarrers bringt das Leben der Familie wieder in Ordnung, etliche Ausbrüche, falsche Erwartungen und eine brennende Kirche später streben wir erst auf ein geordnetes Familienleben im Rahmen des Dorfes zu und kommen dann endlich auch zu einem richtigen Happy-End mit erster Emanzipation und Verarbeitung des Todes von Baldur.

Was machen wir draus? Ich bin, glaube ich, nicht die Zielgruppe des FIlms. Ich war nie so unzufrieden mit meinem Leben und kann daher das Ganze mehr rational nachvollziehen. Was bei dem Film nicht hilft, denn Hera ist ein Arschloch, die wirklich dumme und kriminelle Dinge tut, der keine Konsequenzen für ihr Handeln aufgezeigt werden und die dadurch immer aggressiver reagiert.

Der Film ist durchweg sehr ruhig gedreht, die Landschaft ist eintönig, man kann sehr gut nachvollziehen, wie deprimierend das wirken muss. Noch dazu in einer so apathischen Familie. Ab und an passiert etwas, aber dann ist es auch wieder gut.

Metal spielt eine Rolle, tritt aber auch in den Hintergrund, denn der Film ist die Geschichte von Hera und ihrem Bruder, nicht der von Hera und Metal, auch wenn das oft Plotdevice ist.

So ist wenig Musik zu hören, wenn, dann will man davon eigentlich mehr. Aber dann wird es wieder eintönig.

Trotzdem ist der Film ok, ich bin mit falschen Erwartungen rangegangen, das Cover ist maximal irreführend, wenn man sich erst mal dran gewöhnt hat, ist der Film in Ordnung. Die Hauptfigur hätte etwas weniger kriminell sein können und das Happy-End nicht so ein Super-Mega-Happy-End. Am Ende hätte ruhig noch etwas mehr gefeilt werden können.

Die Schauspieler sind sehr gut. Die Musik auch, wenn sie denn mal gespielt wird.

Isländisch ist eine interessante Sprache.

Ich bin halt tatsächlich nicht die Zielgruppe, Teenager in der Pubertät oder Leute mit schwieriger Kindheit können sicher mehr damit anfangen.

Fazit: solider Film, ruhiger und schwieriger als erwartet.