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Kino Kritik

Kritik: Jûsan-nin no shikaku (13 Assassins)

Jûsan-nin no shikaku (dt. 13 Assassins), der nächste Miike nach dem seltsamen Yattâman (die Liste der rezensierten Miike-Filme).

Nehmen wir es vorweg: diesmal gibt es nichts auszusetzen. Was für ein Kracher.

Wir sind in den 1840er Jahren und ein böser, wirklich böser Herrscher tötet, vergewaltigt und unterdrückt die Bevölkerung, weil er der Halbbruder des Shoguns ist, darf er das unbehelligt tun. Also muss sich jemand gegen das göttliche Wort des Shogun auflehnen und ihn töten, bevor er noch mehr Macht bekommt.

Dieses Los des „jemand“ fällt unseren 13 Samurai zu, die einen Überfall während einer Reise planen. Da der Herrscher schwer bewacht ist (mehr als 200 Soldaten) schmieden sie einen Plan, der die Gegner auf ca. 70 reduzieren soll und bauen ein Dorf für den Endkampf auf.

Es kommt anders als geplant und im Endkampf stehen die 13 statt 70 dann doch 200 Gegnern gegenüber. Blutfontänen.

Zunächst bekommen wir die Bosheit des Herrschers extrem eindrucksvoll geschildert und bebildert. Der ist wirklich übel.

Dann lernen wir die Attentäter kennen und begleiten sie bis zur finalen Schlacht. Dabei passiert eigentlich nicht viel, dennoch ist der Film extrem fesselnd inszeniert, Action, Härte (Zack – Kopf ab), Geschichte und Humor halten sich sehr gut die Waage und der Endkampf ist einfach grandios.

Schauspielerisch gibt es wenig auszusetzen, irgendwann liegen auch alle blutverschmiert am Boden. Frauen darf man nur in leidender Rolle erwarten – das ist ein Männerfilm, historisch ist das in dem Fall stimmig.

Auf jedem Fall in der Liste der besten Martial-Arts-Filme.

Fazit: sehr, sehr guter Samuraifilm.

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Kino Kritik

Kritik: Yattâman

Yattâman – man muss wohl dabei gewesen sein.

Auf den ersten Blick versprach der Film gute Unterhaltung: Live-Verfilmung eines Anime durch Takashi Miike.

Beim Ansehen stellt sich Ernüchterung ein: völlig überdrehte Comicverfilmung mit Zotenhumor, richtig schlechtem CGI, schlechter Story, seltsamen Charakteren (Schweinenase, Rattengesicht – nicht metaphorisch) und schlechten Schauspielern.

Dazu noch sehr zäh und inkonsistent erzählt. Ich hab drei Anläufe gebraucht, um durchzukommen.

Ich vermute mal: Fans des Anime können damit was anfangen und schmeißen sich weg vor Lachen, bei mir rangiert der Film eher unter SchleFaz.

Fazit: nicht mein Ding, muss man wahrscheinlich die Vorlage kennen.

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Fantasy Filmfest Kino Kritik

Kritik FFF: Terra Formars

2016-08-22_Terra-FormarsTerra Formars ist die Realverfilmung eines Manga, von dem es auch eine Fernsehserie gibt (alles Informationen, die ich erst nach dem Film gelernt habe). Und es ist ein Takashi-Miike-Film, also ein Muss für den geneigten Kinogourmet, immerhin hatten wir schon Sukiyaki Western Django von ihm gesehen, und der hatte uns ausnehmend gut gefallen.

Terra Formars ist ähnlich abgedreht, es geht um eine Gruppe Outlaws, die auf dem Mars schauen sollen, ob dessen Urbarmachung gelungen ist und die dabei verwendeten Kakerlaken töten sollen, damit Menschen den Mars besiedeln können.

Nur, dass sich die Kakerlaken weiterentwickelt haben, aufrecht gehen und Menschen töten. Die aber nicht richtige Menschen sind, sondern mit Käfer-DNA aufgepeppt wurden und somit Käferfähigkeiten entfalten können: Düsenantrieb, Schilde, Wespenstiche und so. Zwischendurch bekommen wir kurze Einblicke in die Hintergrundgeschichte der Menschen (Menschenkäfer? Käfermenschen?). Alles wird gesteuert von einem völlig überdrehten Wissenschaftler, der seine eigenen Pläne verfolgt.

Das Setting ist trashig bis sehr gut, die Erzählweise schwankt zwischen getragen ruhig, brutal und albern, dass es eine Freude ist. Nicht zu vergessen der Splatteranteil, der sehr hoch ist, wenngleich kein Blut, sondern weißer bis bunter Schleim fließt.

Einzig: der Film ist zu lang. Zwischendurch passiert minutenlang nichts oder die Dialoge ziehen sich wie Kaugummi, dann ist der Film wieder grandios, dann zieht es sich wieder. Ich schätze, eine Straffung um 25-30 Minuten und der Film wäre überrragend. So bleibt:

Fazit: gute Ansätze, leider zu lang.

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Kino Kritik

Kritik: Sukiyaki Western Django

Ich weiß, wer Takashi Miike ist, ich kenne seine Bedeutung, trotzdem habe ich noch keinen Film von ihm gesehen. Diese Lücke konnte ich nun bei den Fantasy-Filmfest-Nights mit Sukiyaki Western Django schließen.

Ein Western, der so albern anfängt, dass wir (I war mit) uns verwundert ansahen. Japanische Schauspieler, die Englisch radebrechen, als gelte es ihr Leben. Alles falsch betont, was geht, falsche Pausen, eigenartig. Daher auch englische Untertitel, damit man verstand, was die Schauspieler gerade auf Englisch sagen. Dazwischen Quentin Tarantino, der mich erstmals seit langer Zeit mal nicht geärgert hat, sondern zwei gute Auftritte hinlegte.

Nach dem Prolog, bei dem die Richtung als albern bis scheißegal vorgegeben wurde, geht die eigentliche Western-Handlung los. Es ist müßig, den Inhalt zu beschreiben. Es passiert alles, was man sich vorstellen kann, in unglaublicher Geschwindigkeit, es wird geschossen, was das Zeug hält, Filme werden zitiert (Herr der Ringe, z.B.), keine Peinlichkeit wird ausgelassen, keine coole Pose verfehlt. Grandios. Wenn man bis dahin nicht gelacht hat, beim Versuch, das Schwert mit klatschenden Händen aufzufangen, rutschte ich tief in den Sessel vor Lachen. Diese Szene war allein den Eintritt wert.

Zwei andere Beispiele: der Showdown funktioniert nur im Schnee? OK, dann schneit es halt in einer Minute einen halben Meter. Who cares?
Der Hauptheld ist verprügelt worden und sieht aus wie ein Steak? Eine Nacht beim Wunderheiler und er sieht aus wie neu. Mit der Dialogzeile „Der Trick des Indianers hat funktioniert“.

Fazit: was für ein Film. Abgedreht, schnell, blutig. Klasse.