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Buchkritik: Ensel und Krete (2000)

Ensel und Krete – Moers legt ein Jahr später seine nächste Zamoniengeschichte vor und erfindet Hildegunst von Mythenmetz.

Was für ein Geniestreich.

Die Geschichte selbst ist eigentlich „nur“ ordentlich gelungen, eine Hänsel- und Gretel-Adaption mit einem grusligen Wald, dem Laubwolf, Sternenstauner und dem richtig gut gelungenen Stollentroll (der ist wirklich gut) – an der Fantasie Moers‘ gibt es nichts auszusetzen.

Im Gegensatz zu den 13½ Leben fällt sie halt ein wenig ab, weil sie „nur“ gut ist.

Aber Mythenmetz. Was für eine geniale Figur, hier fühlte ich mich an die alten Moers-Comics erinnert, in denen er sich selbst darstellt in seiner Manie, den Schreibpausen, dem zynischen Humor – das ist einfach große Kunst. Einfach mal die Mythenmetzsche Abschweifung erfinden und zur Autorenschelte nutzen.

Ich wiederhole mich: genial.

Fazit: Gute Geschichte, Mythenmetz als unübertroffenes Highlight.

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Buchkritik: Die Stadt der Träumenden Bücher (2011)

Die Stadt der Träumenden Büchergestern hatten wir die Graphic Novel, heute geht es um das Buch selbst.

Wenn Walter Moers sich „mal“ dahinterklemmt und Mühe gibt beim Schreiben, dann gibt es ein sehr, sehr gutes, fantasievolles Buch, das einen in eine Welt entführt, die sich real und frisch anfühlt und doch völlig neu ist.

Das ist der Fall bei der Stadt der Träumenden Bücher, bei der wir die Stadt mit Hildegunst von Mythenmetz entdecken, die Katakomben, das Labyrinth, Schatten, Buchlinge, Bücherjäger.

Das ist so unglaublich gut ausgedacht und erzählt – das ist Walter Moers, wie ich ihn gerne immer hätte.

Das Buch ist uneingeschränkt zu empfehlen, es liest sich gut, es macht Lust auf mehr, es eröffnet eine „Bücherwelt“: eine Welt, in der sich alles um Bücher dreht, um Dichtung, Romane, Schaffenskraft und -krisen, lebendige und gefährliche Bücher und natürlich das Orm.

Fazit: auf jeden Fall lesen, ein wirklich beeindruckendes Buch.

PS

Und gleich den Nachfolger hier noch, damit ich nicht einen eigenen Beitrag für Moers-Dissen erstellen muss: Das Labyrinth der Träumenden Bücher ist Moers, wie ich ihn nicht mag: nachlässig geschrieben, keine neuen Ideen, zähe Erzählung, ein Roman, der sich anfühlt, als wenn ein Vertrag zu erfüllen gewesen ist. Schade.

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Buchkritik: Die Stadt der Träumenden Bücher (Graphic Novel)

Die Stadt der Träumenden Bücher – Walter Moers‘ Originstory von Hildegunst von Mythenmetz, dem Erfinder des Mythenmetzschen Abschweifung.

Das Buch ist schon herausragend gut (jedenfalls der erste Teil), jetzt also die Umsetzung als Graphic Novel. Dabei hat Moers den Inhalt des Buchs komprimiert, die wichtigsten Erzählstränge beibehalten und zu jedem Bild des Buchs eine Skizze gefertigt. Dann übernahm Florian Biege und schuf die detailreichen, farbigen Gemälde, die den Inhalt des Buchs auszeichnen. Dazu handgeletterter Text und fertig ist das Buch.

Es ist beeindruckend. Es ist grandios. Wenn man will, kann man sich in jedem Bild verlieren, so detailreich und gut sind diese gezeichnet. Dazu die sehr gute Geschichte der träumenden Bücher, die wirklich genial umgesetzt wird.

Ich kann mich nur wiederholen: es ist beeindruckend.

Es ist auch anders als andere Graphic Novels oder Comics: hier steht viel Text, die Handlung liegt im Text, die Bilder sind Gemälde und tatsächlich die Bebilderung der Inhalte. An manchen Stellen gibt es üblichere Panels mit Handlung, aber insgesamt bleibt das Buch eine wunderschöne, durchgehend bebilderte Erzählung.

Fazit: wirklich gelungen, da verzeiht man dem Meister viele andere Verzögerungen und Ankündigungen.