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Fernsehen Kritik

TV-Kritik: Castle (2009-2016)

Apropos Nathan Fillion und Serien, die durchaus früher hätten enden sollen: Castle.

Eine sehr gute Cop-Buddy-Serie, bei der die Buddys Richard Castle und Kate Beckett (Stana Katic) sind. Castle ist ein reicher Schriftsteller, der für ein Buch bei der Polizei recherchieren will und über Beziehungen an Beckett kommt, die mit dem Schnösel nichts zu tun haben will.

Beide kabbeln miteinander, Castle ist hilfreich beim Fälle lösen, Verliebtheit – das Übliche.

Die ersten zwei, drei, vier Staffeln ist das sehr gut erzählt, die Balance zwischen Fall der Woche und übergreifender Geschichte ist gewahrt, die Figuren sind sehr gut besetzt und harmonieren sehr gut – allen voran Fillion und Katic. Aber auch Familie Castle (Alexis und Martha) und die Cops Javi und Ryan sind sehr gut besetzt und haben ordentliche Rollen. Die Erzählweise ist locker und leicht, unabhängig von der Schwere des Falls.

Es gibt durchaus Aussetzer, insbesondere zu den Enden jeder Staffel, bei denen mit Gewalt ein Cliffhanger gefunden werden musste, aber das ist die Ausnahme.

Leider gehen der Serie ab der vierten, fünften Staffel langsam die Ideen aus und statt einfach locker weiterzumachen oder eine Hochzeit zu veranstalten und dann zu schauen, wohin das geht, wird der Hai mehrmals übersprungen: die Geschichten werden extrem unglaubwürdig. Die Gags sind nur noch Selbstzweck. Die Figuren werden mit Bedeutung aufgeladen und überfrachtet. Es wird eine übergreifende Geschichte gesucht, die jeweils zum Staffelende und -anfang wichtig ist, extrem brutal ist und dabei noch nicht einmal gut.

Das soll nicht heißen, dass nicht einige Folgen noch gut sind oder die Charaktere nicht mehr sympathisch, aber man wünscht ihnen (und uns) bessere Geschichten, mehr Lockerheit, mehr Castle.

Es ist einfach schade um die gute Serie.

Wir haben die Serie bis zum Ende durchgehalten, aber es war nicht leicht. Leider ein Beispiel dafür, dass man eine Serie entweder früher beenden soll oder nicht vergessen, womit die Serie groß und erfolgreich geworden ist.

Fazit: die ersten Staffeln sind sehr, sehr gut, leider schwächelt die Serie immer mehr.

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Fernsehen Kritik

TV-Kritik: Firefly (2002)

Wie gestern gesagt: Firefly ist die Serie zu Serenity, eine Weltraumserie geschrieben und produziert von Joss Whedon (der Buffy-Whedon).

Eine Serie, die nur eine Staffel hatte, bevor sie wegen zu geringer Quoten abgesetzt wurde. Eine Serie, die eine unglaublich starke Anhängerschaft hatte, die sich redlich um weitere Staffeln bemühten. Eine Serie, die vom produzierenden Sender (Fox) so torpediert wurde (falsche Sendereihenfolge, falsche Sendeplätze, falsche Werbung), dass sie schließlich „floppte“.

Eine Serie, die unglaublich gut ist. Wir sehen einen Western im Weltraum mit Mal (Nathan Fillion) in der Hauptrolle – was für ein sympathischer Mensch – der sich mit der Serenity durchwurschtelt mit Schmuggel, Handel und sonstigem Kleinkriminellenkram. Aber mit Herz. Die Crew – Zoe, Wash, Inara, Jayne und Kaylee – wächst einem sofort ans Herz, die Episoden stellen immer eine andere Figur näher vor aber im Rahmen eines interessanten Plots und nicht nach dem Motto „heute ist Kaylee dran“.

Drama bekommt die Serie durch River und Simon, die auf der Flucht vor der Allianz ist – und wir wissen nicht, warum, was es genau mit ihr auf sich hat, ob sie gefährlich ist oder nicht – das erfahren wir im Lauf der Serie auch leider nicht ganz, das Ende erzählt dann der Film, aber wie gestern schon gesagt: da ist vieles nicht auserzählt, zwei, drei Staffeln mehr wären hier nicht zu viel gewesen.

Die einzelnen Geschichten sind sehr gut erzählt, knackig, unterhaltsam, humorvoll aber auch hart, wo es nötig ist. Die Tricks sind ordentlich.

Leider war nach einer Staffel Schluss und hier wünscht man sich wirklich mehr, selten ist so ein stimmiges Ensemble versammelt worde mit tollen Drehbüchern und guter Regie.

Andererseits: so hatten sie nie die Gelegenheit, zu versanden oder zu schwächeln (um es positiv zu sehen).

Diese Serie ist ein ganz klarer Sehbefehl (und von überschaubarem Ausmaß).

Fazit: eine der besten Science-Fiction– und Westernserien ever.

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Kino Kritik

Kritik: Serenity (2005)

Auf einer Games Convention (2004?) war eine Schlange an einer Vorführung von Serenity, einem Film nach einer Serie von Joss Whedon mit Nathan Fillion, das alles sagte mir gar nix, aber wenn man schon mal auf der Games Convention irgendwo reinkommt, nimmt man das auch mit.

Gezeigt wurde die Kampfszene von River (Summer Glau) in der Bar und die war wirklich gut, klar, dass ich mir den Film dazu ansehen würde.

Gesagt, getan, ohne Vorwissen um Firefly hab ich mir den Film angesehen und: ok, ich konnte der Handlung folgen (so komplex ist die auch nicht), was das aber genau bedeutet, wer die Figuren sind etc., das wurde nur angedeutet und so sah ich einen sehr guten Science-Fiction-Film mit interessanten Charakteren.

Im Endeffekt versucht der Film, das Geheimnis um River aufzuklären, dabei fliegen wir mit der Serenity auf Miranda, wo die Bevölkerung aufgrund einer experimentellen Droge gestorben ist, was vertuscht werden soll. Hin und zurück müssen Reaver bekämpft werden, was nicht alle überleben.

Nathan Fillion ist die ganze Zeit unser charismatischer Buddy.

Wie gesagt, der Film ist gut, die Geschichte ist etwas dünn, aber wohl der einzige Weg für Whedon, seine Geschichte von Firefly abzuschließen, man merkt deutlich, dass da ein riesiges Universum an Ideen in einen Film gepresst wurde.

Wenn man die Serie dazu gesehen hat (bevorzugt vorher) bekommt die Geschichte zusätzliche Tiefe und man hängt deutlich mehr an den Charakteren.

So kann ich den Film als Solofilm empfehlen oder bevorzugt in Kombination mit der Serie.

Fazit: sehr guter Film, leider nicht so brilliant wie die Serie.