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Kino Kritik

Kritik: Parasite (2019)

Parasite – ja, war bei den Oscars, hat tolle Bewertungen bekommen, aber: ein koreanischer Film, bei dem eine Famile langsam in das Haus einer anderen Familie einzieht wie der titelgebende Parasit (auch im Original: Gisaengchung) – das hört sich wie ein Film an, zu dem man in richtiger Stimmung sein muss, eher so eine Art anstrengendes Psychodrama.

Daher haben wir den Film erst jetzt nachgeholt – und er war anders als erwartet. Zum einen erzählt er eine abgefahrene, extrem unglaubwürdige Geschichte (Farce?) mit einer Selbstverständlichkeit, die bewundernswert und sehr interessant ist.

Zum anderen ist die Familie nach einer Dreiviertelstunde im Haus eingezogen – also bleiben noch anderthalb Stunden übrig – was sollte da noch kommen?

So einiges. Bong Joon Ho hat einige unglaublich gute Ideen in petto, die dem Film mehrfach einfach so andere Wendungen geben, das alles ist spannend, gut und, wenn nötig, auch sehr hart erzählt. Oft kann man gar nicht glauben, was man da sieht – beginnt schon beim Zeitlupen-Pinkler-mit-Wasser-überschütten.

Mehr wird von der Geschichte nicht verraten, denn sie ist wirklich gut, überraschend und unratbar. Wann hat man das schon mal.

Im Endeffekt ist die Geschichte, obwohl wie ein Märchen erzählt, sehr hart, manchmal brutal, und immer interessant und spannend.

Fazit: sehr, sehr guter Film, der seinen Hype rechtfertigt.