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Kino Kritik

Kritik: El Mariachi (1992)

El Mariachi – der Vorgänger (zumindestens im Repertoir von Regisseur Robert Rodriguez) von Desperado. Dabei ist Desperado eher eine Neuinterpretation von El Mariachi, deutlich verbessert durch den Einfluss von Quentin Tarantino.

Denn El Mariachi ist ungeschliffen, wild, seltsam, mit einem wirklich gewöhnungsbedürftigen Humor und Pacing. Das erinnerte mich stark an chinesische Filme, die auch einen sehr eigenen Humor entwickeln, wenn sie nicht auf den westlichen Markt zielen.

Der titelgebende Mariachi wird im Film mit einem blutrünstigen Verbrecher verwechselt, der von einem anderen Verbrecher gesucht wird. Dabei finden die skurrilsten Verwechslungen statt und die Liebe seines Lebens, die er im Lauf des Films findet, darf auch nicht überleben.

Das alles ist lustig und gleichzeitig traurig erzählt, gerade im Gefängnis oder in der Interaktion mit anderen ist das Wort „skurril“ zu wenig. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich angelegt Humor sein kann. Dabei geht es sehr blutig zur Sache, wenn es die Situation erfordert.

Alles in allem muss man sich dran gewöhnen, dann geht es. Der Film ist, wie schon gesagt, noch sehr ungeschliffen, so dass er als Debütfilm sicher ein Meilenstein ist, als „richtiger“ Film aber noch nicht wirklich taugt. Das ist wirklich eher was für Fans der skurrilen Actionkomödie, kurz vor Trash.

Wer drauf steht, sollte mal einen Blick riskieren, immerhin langweilt man sich nicht. Und der Hauptdarsteller hat in Desperado als Anerkennung eine Nebenrolle bekommen.

Fazit: eigenartiger Film mit eigenem Charme.

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Kritik: Desperado (1995)

Apropos Antonio Banderas – mein erster Film mit ihm war Desperado. Weder kannte ich ihn noch Robert Rodriguez noch den Vorgänger El Mariachi – aber alle drei wurden mir wärmstens empfohlen und Quentin Tarantino (bevor er jeden Film ewig hinauszögerte) war mit an Bord.

Also Desperado angesehen und – wow!

Schon der Anfang, bei dem Steve Buscemi vom größten Mexikaner erzählt, den er je gesehen hat. Immer, wenn seine Augen ins Licht gekommen wären zog sofort ein Schatten davor. Und das Blutbad, das sich anschließt – wie sollte der Film das noch toppen?

Mit Tarantino und seiner Rolle, mit dem Eingang durch das dreckige Klo, mit Danny Trejo, mit den weiteren Blutbädern und natürlich mit Salma Hayek. Banderas und Hayek – was für ein Duo. Dabei ist beider beste Szene gar nicht die viel zitierte Sexszene, sondern die unglaublich gute OP-Szene in der Bücherei. Besser wird es nicht mehr.

Und der Böse ist auch böse. Und gemein.

Dabei sind Banderas und Hayek so unglaublich cool. Und der schwarze Skorpion auf der schwarzen Jacke.

Hach.

Der Film ist einfach ein sehr guter Actionfilm mit Banderas und Hayek so extrem gut und sympathisch besetzt, dass es eine Freude ist. Geschichte, Timing, Musik, Bilder – das alles passt.

Daher: unbedingter Sehbefehl und auf die Liste der besten Actionfilme.

Fazit: unbedingt ansehen, wenn man auf schräge, blutige mexikanische Action steht – und wer tut das nicht?

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Kritik: Alita: Battle Angel

Alita: Battle Angel ist ein Science-Fiction Film nach einem Manga von Yukito Kishiro, das James Cameron verfilmen wollte. Wegen der Avatar-Fortsetzungen gab er die Regie aber an Robert Rodriguez ab, inwieweit das den Film beeinflusst hat – wer weiß.

Ich kenne das Manga nicht, daher kann ich keinen Vergleich dazu ziehen, wie immer hab ich mich von Trailern und Rezensionen ferngehalten, wie immer war das wahrscheinlich eine gute Idee.

In einer sehr fernen Zukunft schwebt eine Stadt über der Unterstadt, Müll fliegt aus der Flugstadt nach unten, es ist ein Cyborgkopf dabei, den Christoph Waltz findet und daraus einen Cyborg baut – unsere Alita. Die herausfinden muss, wer sie ist, warum sie ist und wie ihr Leben so aussehen soll. Schafft sie, das geht nicht ohne Verluste ab, japantypisch sind auch Sympathiefiguren nicht vor plötzlichem Tod gefeit.

Der Film ist stark CGI-lastig, insbesondere unsere Hauptfigur, deren Gesicht und Augen vollanimiert sind (vermute ich). Da aber eine gute Schauspielerin dahintersteht, Rosa Salazar, ist Alita lebendig und ich hab mich schon nach kurzer Zeit dran gewöhnt.

Christoph Waltz ist gewohnt gut, die Guten sind gut, die Bösen böse, die Ambivalenten ambivalent. Die Geschichte ist nicht so wichtig, stört aber auch nicht, ebenso wie die filmtypischen Klischeeszenen, die gut inszeniert sind.

Großes Lob überhaupt an Robert Rodriguez, der einen sehr leichten, flüssigen aber auch kampfbetonten Film abliefert, der eine gute Balance zwischen Geschichte, Tiefe, Albernheit und guter Action hält. Außerdem gibt es auf der BluRay ein zwölfminütiges Special, wie man mit Robert Rodriguez Schokolade herstellt.

Die Action ist sehr gut, viel Rollerball, viele Kämpfe, alles gut und durchaus glaubwürdig im aufgespannten Universum.

Hat mich sehr gut unterhalten, der Film.

Fazit: sehr guter, unterhaltsamer, leichter Actionfilm.