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Computerspiele Kritik

Spielkritik: Tomb Raider: Underworld (2008)

Tomb Raider: Underworld, der neunte Teil der Reihe und der letzte „richtige“, „altmodische“, „originale“ Teil der Serie, wie auch immer man das nennen will.

Kurz erklärt: bis hierher war das Spielprinzip: Lara geht durch eine Welt, die sie erkundet, Fallen ausweicht, Rätsel löst, ab und an jemanden umbringt und insgesamt ein großes Rätsel um ein Artefakt löst und so die Welt rettet.

Dieser Teil ist der letzte, der das in dieser Art tut, das Reboot von 2013 geht da andere Wege, hier kämpfen wir uns mit Lara durch eine Originstory und nur am Rande lösen wir sehr simple Rätsel. Das ist jetzt nicht verbittert gemeint, neun Spiele lang dasselbe Prinzip: wahrscheinlich war es gut, hier mal kräftig aufzuräumen, ob man allerdings den Kern der Spiele so verändern musste – kann man so oder so sehen. Das Reboot gefällt mir, ist halt nur ein anderes Spiel. Wie dem auch sei:

Auf in den letzten Kampf auf der PS 3 mit der neuen Underworld-Engine, die auch heute noch die Spiele nutzen.

Wir spielen die übliche Levelstruktur, zusammengehalten durch eine dünne Geschichte, wir besuchen das Mittelmeer, Thailand, Mexiko, die Arktis und Croft Manor.

An sich ist das Spiel nicht schlecht. Es sieht fantastisch aus, Lara wurde wieder verbessert, die Bewegungen sind klasse, an sich stimmt alles. Bis auf das Leveldesign und den Schwierigkeitsgrad.

Es gibt Gegenden, da schlunzt man durch und es gibt Gegenden, da ist es unglaublich zäh und man muss eine Sequenz auf die Sekunde genau durchführen, um weiterzukommen. Meist trifft das Boni, so dass der Spielfluss bewahrt bleibt, aber es ist nervig, wenn man nach einer Stunde immer noch an einer 10-Sekunden-Sequenz hängt. Das Ganze mit langen Ladezeiten zwischen den Versuchen.

Die Rätsel sind sehr, sehr einfach konzipiert, da ist kein Nachdenken, sondern nur Ausführen nötig. Schade.

Dazu kommt, dass Croft Manor explodiert. WTF? Warum?

Außerdem, und das ist nicht gut, konnte ich das Spiel nicht beenden, weil es eine Sequenz gab, die ich nicht geschafft habe, in einem Turm hochzuspringen auf versenkbaren Plattformen, dabei ein Monster abschießen und auf Flammen achten. Das Ganze vielleicht eine halbe Minute pixelgenau ohne Zwischenspeichern oder Umsehen. Pixelgenau meint pixelgenau. Lange Ladezeiten zwischen den Versuchen.

Ich hab es versucht. Zwei Stunden lang. Dann hab ich aufgegeben und das Spiel nicht mehr angefasst und ich werde es auch nicht mehr anfassen. Immerhin ist der Controller heilgeblieben – die halten halt viel aus.

Bis dahin wurde ich angenehm unterhalten mit eingestreuten Frustmomenten, diese Sequenz hat das zunichte gemacht.

Bis dahin hatte ich nur ein Spiel nicht beenden können: DOOM 2 und das ist für Normalsterbliche auch nicht machbar aber nicht schlimm, weil DOOM.

Hier setzte die Sequenz einfach den Ton: ein ordentliches Spiel durch die Spielmechanik unspielbar gemacht. Sehr, sehr schade.

Dabei hatte insbesondere Uncharted parallel gezeigt, wie ein Tomb-Raider aussehen kann.

Das Spiel kam auch insgesamt nicht so gut an, so dass erst 2013 ein Nachfolger kam, das angesprochene Reboot ohne Altlasten.

Fazit: leider mit dem Arsch die gute Atmosphäre eingerissen.

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Spielkritik: Tomb Raider: Anniversary (2007)

Ich hab den siebenten Teil ausgelassen (Legend), dafür war der sechste doch zu schwach und stieg mit Tomb Raider: Anniversary (2007) auf der PS2 wieder ein. Das schien mir eine sichere Sache zu sein – der Teil ist ein Remake des ersten Teils mit der Legend-Engine von Crystal Dynamics, die schon beim Vorgänger eingesetzt wurde.

Ich wurde nicht enttäuscht, das Spiel ist eine gelungene Neuauflage des ersten Teils, spieltechnisch nicht neu, sah aber sehr schön aus. Ich kannte mich ja auch schon aus und fühlte mich auch gleich wohl. Laras Aussehen wurde wieder verbessert, die Bewegungen modernisiert und die Spielfreude beibehalten. Die Level sind gleich geblieben, hier gibt es keine Veränderungen.

Viel mehr gibt es nicht zu sagen, das ist einfach ein überzeugendes Spiel.

Fazit: sehr gelungene Neuauflage des ersten Spiels.

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Spielkritik: Tomb Raider: The Angel of Darkness (2003)

Tomb Raider: The Angel of Darkness – der sechste Teil der Serie, veränderte Rahmenbedingungen erforderten Veränderungen am Spiel.

Zunächst einmal wurden die Rechner immer besser und auch die Spielekonsolen gingen in die nächste Generation, allen voran die Playstation 2. Das hieß, die Engine musste überarbeitet und wahrscheinlich komplett neu geschrieben werden, insbesondere die Playstation erforderte komplett neue Programmierung, die dazu noch inkompatibel mit dem Rest der Welt war. Also: eigene Engine oder einkaufen, die Entscheidung fiel für eigene Engine.

Dazu kam ein großer Projektdruck, die Cashcow war schon zwei Jahre nicht mehr erschienen, das Publikum lechzte nach mehr und bekam auch abseits von Tomb Raider gutes Material geliefert.

Das führte leider dazu, dass ein unfertiges Spiel auf den Markt geworfen wurde, ob das Schuld der Entwickler, von Core oder Eidos war, kann ich nicht beurteilen, dafür das fertige Produkt.

Ich hab es für den PC gekauft und das Spiel sah wirklich gut aus. Die Bewegungen von Lara wurden ebenfalls angepasst, auch hier deutliche Verbesserungen.

Aber.

Die Steuerung war komplett kaputt. Lara tat nicht, was sie sollte. Im einem Tomb-Raider-Spiel! Präzision war überhaupt nicht vorhanden und das Spiel war so buggy wie ich keins vor- oder nachher in der Hand hatte. Ich konnte bis zu einer Stelle spielen, das war mit der Steuerung schon schwierig genug, dann blieb Lara an einer Stelle stehen und durch einen Bug kam sie da nicht mehr raus. Egal, was man tat. Reproduzierbar.

2003 war das Internet dafür gut, zu sehen, dass es anderen genauso ging, einen schnellen Patch gab es aber nicht.

Also hab ich das Spiel weggelegt und abgeschrieben, ich kann also nicht sagen, ob es noch eine gute, bugfreie Variante mit guter Steuerung gibt.

Für einen so großen Titel war das einfach sehr, sehr schwach und enttäuschend. Das sahen viele so, auch Eidos, die daraufhin Core die Serie abnahmen und an Crystal Dynamics gaben.

Fazit: ganz schlecht, wegen Bugs nicht spielbar.

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Spielkritik: Tomb Raider: Die Chronik (2000)

Tomb Raider: Die Chronik (Tomb Raider V) – Lara ist tot, was liegt näher, als dass sich drei Freunde bei einer Trauerfeier Geschichten über Lara erzählen – jede dieser Geschichten ist ein Level.

Core Design verbessert zum letzten Mal die alte Spieleengine und befreit sich davon, eine zusammenhängende Geschichte erzählen zu müssen. Damit können die Level unterschiedlich ausfalen ohne dass das durch eine Geschichte mühsam zusammengehalten werden muss.

Das gelingt auch sehr gut, wir suchen in Rom den Stein der Weisen, in einem russischen U-Boot den Speer des Schicksals, in Irland als Mädchen Dämonen (wieder als Mädchen – ach nö) und in New York City das Iris-Artefakt. Zu guter Letzt suchen wir noch die sterblichen Überreste Laras in den Ruinen, finden aber nur ihren Rucksack.

Das ist nicht sonderlich innovativ, aber das macht mir ja nichts aus…

Lara kann jetzt aus Nischen springen, auf Seilen balancieren und hat andere coole Moves drauf. Viel mehr Neues ist nicht.

Die Level sind ordentlich, die Story vernachlässigbar, aber insgesamt ist es ein deutlicher Qualitätsabfall gegenüber den Vorgängerspielen. Das Spiel ist immer noch gut aber auch nicht mehr. Es fehlt das gewisse Etwas, an das man sich erinnert: übergroße Pyramiden, schwierige Rätsel, übermächtige Gegner. Man merkte deutlich, dass die Entwickler eine Pause brauchten.

Die ihnen Eidos als Mutterfirma von Core nicht gab. Stattdessen wurde der Druck aufgebaut, ein Spiel nach dem anderen produzieren und nach vier Knallern musste irgendwann auch mal Schluss sein. Das hat Eidos verhindert und deutlich gezeigt, wie Geldgier und Druck nicht zu guten Ergebnissen führen. Das Spiel war auch nicht der Verkaufsschlager, so dass nach diesem Spiel eine Zwangspause eintrat.

Leider wurde diese Pause nicht dafür genutzt, den Entwickler:innen Raum und Zeit für neue Visionen und solide Arbeit zu geben, Eidos erwies sich hier als der Archetyp der nichtkreativen Schinderei, die keine guten Ergebnisse hervorbringt, dennoch niemenden zum Umdenken bringt. Kreativität ist halt nur zu einem gewissen Teil planbar und genau das muss bei Geschäftsplänen auch berücksichtigt werden.

Wird es aber nicht, wie viele Qualitätseinbussen bei längerer Laufzeit zeigen, die Gründe mögen unterschiedlich sein.

Erfreuen wir uns am gelungenen, wenngleich etwas einfallslosen fünten Teil, der sechste (Spoiler) wird richtig mies…

Fazit: ordentliches Spiel ohne Höhepunkte.

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Spielkritik: Tomb Raider IV: The Last Revelation (1999)

Tomb Raider IV: The Last Revelation – wieder Core Design, wieder die gleiche, leicht verbesserte Engine – wieder das gleiche Spiel mit neuen Orten und Figuren.

Wir müssen den Fluch des Amuletts von Horus brechen, der Seth aufgeweckt hat (kurz zusammengefasst).

Wir starten als junge Lara, warum auch immer. Meist ein Zeichen dafür, dass den Geschichtenschreibern nicht mehr viel einfällt und die Herkunft der Heldin ergründet werden muss, zum Glück ist das nur der Einstiegslevel, dann geht es wie gewohnt weiter, diesmal von Kambodscha nach Ägypten, wo mehrere Orte besucht werden: Tal der Könige, Karnak, Alexandria, Kairo, Gizeh.

Die Pistolen sind wieder da.

Es wurden viele Elemente verändert, zum Guten und zum Schlechten. Dem Zeitgeist folgend wurden die Waffen komplizierter, es gab mehr Munition zur Auswahl mit unterschiedlicher Wirkung. Warum auch immer – hätte es nicht gebraucht.

Lara kann jetzt Stangen hochklettern, um die Ecke greifen und Türen eintreten – immerhin.

Leider wurde auch der Todfeind und Kardinalfehler von Computerspielen eingeführt: unsterbliche Gegner. Was das soll – keine Ahnung. Die stören zwar nicht direkt und sind handhabbar, aber es ist keine schöne Sache.

Und ein weiteres Problem von Spielen, ebenfalls damaliger Zeitgeist, der sich hartnäckig hält: verschiedene Arten, einen Level zu spielen, also verschiedene Pfade mit unterschiedlichen Herausforderungen. Wie ich es hasse. Ich will ein Spiel einmal durchspielen und dabei alles gesehen haben. Alles andere ist vom Teufel.

Grafiken und Bewegungen wurden wieder verbessert, der technische Fortschritt halt. Dennoch ist auch dieser Teil eine technisch grundsolide Sache ohne Bugs.

Wenngleich viele Dinge eingebaut wurde, die ich für große Fehler bei Computerspielen halte, ist das Spiel dennoch eins der besten Tomb Raider. Die negativen Aspekte halten sich in Grenzen, die Rätsel wurden erweitert und komplexer gestaltet, die Locations sind überragend und das Spiel ist ein Paradebeispiel für Spielbarkeit.

Hier ist eine Entwicklung zu sehen, die gut ist: neue Dinge werden zwar eingeführt, dominieren jedoch das Spiel nicht, so dass die Grundidee erhalten bleibt und wirklich behutsam ergänzt wird.

Das Spiel endet mit dem Tod von Lara, denn die Entwickler:innen hatten genug von der Figur. Dass das natürlich nicht das Ende der Spiele sein wird, war jedem klar, die Frage war nur: wann kommt ein neues Spiel raus und wie wird es gestaltet?

Fazit: eins der besten Tomb Raider trotz größerer Änderungen.

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Spielkritik: Tomb Raider III (1998)

Wenn etwas funktioniert, gibt es Nachfolger bis zum Abwinken. Jedes Jahr ein neues Tomb Raider, diesmal Tomb Raider III, wieder Core Design, verbesserte Game Engine – es ist also wieder mehr vom Gleichen in Schöner zu erwarten.

Und glücklicherweise wurde ich nicht enttäuscht, graphisch deutlich verbessert, kann Lara jetzt sprinten und an der Decke hangeln, es gibt eine Desert Eagle mit unglaublicher Durchschlagskraft und Rätsel, Rätsel, Rätsel. Wunderschön.

Beim Leveldesign wurde großer Wert auf Abwechslung gelegt, leider mit einem „keine-Waffen-Level“, eine Sache, die ich bei keinem Spiel mag. Sei es drum, der Rest ist gelungen: Indien, Nevada, Area 51, London, Südsee und Antarktis – jedes Level mit eigenen Herausforderungen und schönen Momenten. Erfreulicherweise wurde gegenüber dem Vorgänger der Schießanteil heruntergefahren und der Rätselanteil erhöht.

Was ich gut fand: das gleiche Spiel in neuen Locations spielen zu können. Leider begann das, Kritiker allmählich zu stören, die gerne Innovation haben wollten und nicht wieder das gleiche Spiel mit leichten Verbesserungen.

Wie gesagt, ich bin da anderer Meinung: wer ein anderes Spiel will, soll sich halt ein anderes kaufen, auch damals gab es da genügend Auswahl.

Die mittleren Level konnten in beliebiger Reihenfolge gespielt werden – ein Riesending was mir persönlich egal ist, da ich auch mit festgelegten Reihenfolgen gut leben kann.

Die Automatikpistolen sind weg – WTF?

Es fanden sich genügend Käufer:innen, um aus dem Spiel einen riesigen Erfolg zu machen.

Fazit: wieder ein sehr guter Nachfolger mit deutlichem Gewicht auf Rätseln – genau mein Ding.

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Spielkritik: Tomb Raider II (1997)

Ein Jahr nach dem phänomenalen Tomb Raider jetzt Tomb Raider II von Core Design – würde es die Qualität halten können?

Ja. Und noch besser: es hat wenig geändert und das wenige zum Guten. So kamen ein paar Waffen dazu, man konnte verschiedene Fahrzeuge fahren, Lara bekam ihren Zopf und eine geringere Oberweite (wie in jedem Spiel, bis sie jetzt ganz normal aussieht). Negativ: die Unterwasserpassagen wurden ausgedehnt, das ist nicht so meins.

Die Level blieben exotisch, wurden aber diverser: Große Mauer, Venedig, Bohrinsel, Tibet, England… Diesmal mit angepasster Kleidung.

Beste Neuerung: Lara kann im Sprung eine Rolle machen. Klingt jetzt nach wenig, hat mich aber beeindruckt.

Leveldesign ist wieder auf hohem, guten Niveau, Schwierigkeitsgrad angemessen, auch Tomb Raider II ist eine gutes, gut spielbares Spiel. Der Vorgänger wurde behutsam weiterentwickelt, blieb aber dem ersten Teil treu. Der Trainingslevel war beeindruckend.

Im Unterschied zu heutigen Rezensionen wurde das auch sehr positiv aufgenommen: im Prinzip das gleiche Spiel noch einmal mit anderen Leveln und ohne große Neuerungen – das war was Gutes.

Anders gesagt: wer das erste Tomb Raider mochte, mochte auch das zweite, weil nicht viel verändert wurde. Das ist für mich das Wesen einer Spielereihe, in den letzten zehn Jahren wurde durch sehr satte Redakteure und eine kleine Gruppe von Dauerspielern (absichtlich nicht gegendert) eine andere Linie bevorzugt: Innovation und Verschärfung des Schwierigkeitsgrades in jedem neuen Teil, bis irgendwann mal klar wurde, dass das für professionelle Spieler wichtig sein kann, für den Rest der Welt aber nicht – der Rest bringt aber das Geld. Assassin’s-Creed-Spieler:innen können da leidgeplagt von berichten, wie schade es ist, wenn sich eine Reihe bis zur Unspielbarkeit von ihrem Ursprung entfernt.

Ja, auch Tomb-Raider-Spieler:innen können davon berichten und das Reboot ist weit vom Ursprung entfernt, macht aber auch einiges richtig – Mindestanforderung: es ist spielbar auch für mich.

Fazit: würdige, sehr gute Fortsetzung.

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Computerspiele Kritik

Spielkritik: Tomb Raider (1996)

Tomb Raider – der Beginn einer größeren Spieleserie, die bis heute Ableger produziert – Spiele, Bücher, Filme, wahrscheinlich auch noch viel mehr. Lara wurde erdacht von Toby Gard, Hersteller des Spiels: Core Design, eine englische Firma (damals nicht ungewöhnlich im Spielegenre), Teil von Eidos Interactive.

Doom war schon draußen, es gab also schon 3D-Spiele und mit Doom war der ultimative 3D-Shooter gleich mit dem ersten Spiel schon erledigt.

Tomb Raider erledigte das für 3D-Abenteuerspiele (Abenteuer im Indiana-Jones-Sinn): gleich das erste Spiel definierte das Genre, definierte die Spielmechanik und war so gut, dass nur Details zu verbessern waren, aber das Spielprinzip über lange Zeit bis hin zu z.B. Uncharted gültig blieb.

Wir spielen Lara in der 3rd-Person-Perspektive auf der Suche nach dem Scion, einem alten Artefakt. Dazu reisen wir nach Peru (wo bereits der ikonische Dinosaurier wartet), dann zur Natla-Corporation über St. Francis’ Folly nach Ägypten, wo der große Showdown in der Pyramide wartet.

Es ist heute schwer nachzuvollziehen, wie gewaltig diese Spielewelt war, wie befreiend, sich als Lara bewegen zu können, völlig frei in Interaktion mit der Umwelt! Dabei waren Bewegungen und Kampfsystem äußerst durchdacht, wie schön z.B., dass die Waffen immer automatisch auf einen Feind zielten. Und die Bewegungen waren gut designt, teils roh, teils anmutig, Steine schieben, klettern, hangeln, schwimmen, Kopfsprung – alles drin.

Dazu ein geniales Leveldesign, dass die Level nicht zu schlauchig machte, aber auch nicht so offen, dass man sich verirren konnte. Aufgaben, die klar definiert waren und doch einiges Nachdenken oder Fingerfertigkeit erforderten. Das alles bei einem Schrierigkeitsgrad, der genau richtig war.

Voice-Acting war auch in Ordnung (ich hatte damals für DOOM 2 eine Soundkarte gekauft, die grundsätzlich in Spielen sehr hilfreich sein sollte) und einprägsame Sounds und Erkennungsmelodien.

Es gibt tatsächlich nicht viel am Spiel auszusetzen: Design, Ideen, technische Qualität – hier hat alles gestimmt.

Und, was im Gegensatz zu heutigen Spielen auffällt: es ist ein einfach zu spielendes Spiel bezüglich der Tastenkombinationen und Nicht-Spiel-Elemente, die zu beherrschen sind. Kein kompliziertes Aufleveln, keine unnötiges Nachladen, automatische Gegneranzielung – das alles hilft bei der Konzentration auf das Spiel. (Gilt für die meisten Spiele dieser Zeit, z.B. auch DOOM und Nachfolger.)

Heutzutage erwarten Spieler:innen offensichtlich mehr, da müssen Waffen gelevelt werden, Fähigkeiten freigespielt und das alles außerhalb des Spiels, was ich persönlich nicht gut finde.

Ich bin eine Archölogin, die ein Artefakt aus Atlantis sucht und am Ende gegen eine Dämonin kämpft und da stört Leute ernsthaft, dass ich mit den Pistolen ohne Nachladen unendlich schießen kann?

Sei es drum, heutzutage sollte man das Spiel nur spielen, wenn man von den Klötzchengrafiken abstrahieren und sich auch daran erfreuen kann. Das Spielprinzip und Spieldesign ist gut gealtert, die Grafik, Bewegungen etc. nicht.

Fazit: genredefinierender Meilenstein, der alles richtig macht.

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Kino Kritik

Kritik: Tomb Raider

Tomb Raider – die bisher neueste Verfilmung mit Alicia Vikander setzt auf dem Reboot von 2013 auf.

Lara ist Fahrradkurierin in London (und reiche Konzernerbin), die nach dem Auffinden eines geheimen Zimmers aufbricht, nach ihrem verschollenen Vater zu suchen. Dieser war auf der Suche nach der japanischen Königin Himiko und ihren mystischen Kräften. Genau wie die finstre Trinity-Organisation.

Einen Schiffbruch später ist sie auf der richtigen Insel mit den Bösewichten und muss Söldnern entkommen, fliehen, das Geheimnis aufdecken, ihren Vater treffen etc. pp. Nicht ganz wie im Spiel aber im Geist an das Spiel angelehnt.

Nach dem Happy End wieder in London wird eine größere Verschwörung entdeckt und Lara kauft sich zwei HK-USP Stainless.

Tja: ein guter Film. Nach den enttäuschenden Filmen mit Angeline Jolie (an der es nicht lag) ist Alicia Vikander die moderne Lara – entsprechend dem Reboot: fähig, zäh, realistisch. OK, fast realistisch. Der Film erzählt seine Geschichte ohne Schnörkel, die Action stimmt.

Er ist halt nur kein Tomb Raider im Sinn von Tombs raiden, wenngleich das große Finale im Grab der Kaiserin dahin tendiert. Trotzdem ist es ein sehr guter Film und im Sinne des neuen Tomb Raider ein werkstreuer.

Es bleibt zu hoffen, dass die Fortsetzung nicht an Corona scheitert, das wäre schade um die sehr guten Ansätze.

Fazit: sehr guter Actionfilm und sehr gute neue Lara Croft.

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Computerspiele Kritik

Spielkritik: Tomb Raider (2013)

Wo ich grad dabei bin: Tomb Raider, die Spieleserie, schwächelte nach drei bis vier grandiosen Spielen immer mehr. Mit neuen technischen Möglichkeiten konnten die Spiele nicht so richtig an das Erfolgskonzept anknüpfen, sowohl technisch als auch spielerisch wurden dabei Fehler gemacht, die nach und nach dafür sorgten, dass die Marke immer mehr an Bedeutung verlor. Und so wurde nach Underworld 2008 eine längere Pause eingelegt.

2013 kam dann der Reboot, denn die Marke Tomb Raider zieht halt noch immer viele Erwartungen und Geld mit sich. Die Ankündigung war leicht misslungen, da die Trailer eine Vergewaltigung Laras andeuteten und nicht klar war, was das nun sollte: Auftakt einer gebrochenen Heldin? Grund für ihr Heldentum?

Die ganze Ankündigung war gamestypisch Auftakt für Beleidigungen und frauenfeindlichste Äußerungen von „Fans“ einer Spieleserie, in der eine Frau die Hauptrolle spielt. Es war unschön.

Abgesehen davon war der Trailer aber gelungen, Lara sah normal aus und der Trailer machte Neugier darauf, wie das Spiel werden würde und was die Szene nun genau bedeutet.

Das Spiel machte dann einiges viel richtiger als es der Trailer befürchten ließ. Wir begleiten Lara auf ihrem ersten Einsatz wider Willen, der durch Schiffbruch ausgelöst wird. Sie findet sich auf einer Insel wieder, auf der sie gegen die Natur und eine Vielzahl bewaffneter Gegner bestehen muss.

Genretypisch arbeitet sie sich story- und waffentechnisch nach oben, bis sie am Ende eine erste Version der Lara ist, die wir später kennen.

Zum Positiven: Lara ist normal. Das Spiel ist spannend, die Missionen schaffbar und auch für Gelegenheitsspieler geeignet. Die Vergewaltigung bleibt aus und die Trailerszene hat nicht die befürchtete Bedeutung. Es gibt mehrere beeindruckende Szenen, die das Staunen zurückbringen, insbesondere der Funkturm.

Zum Negativen: es werden keine Tombs geraidet, sondern wir haben eigentlich einen Action-Shooter mit Lara Croft. Daraus folgt: zu viel Schießen, zu viel Gewalt. Es gibt etliche Logiklöcher. Die Welt ist zu klein und nachträgliches Rumlaufen wird erschwert. Das Gameplay ist oft zu schwierig und oft zu einfach, etwas mehr Balance wäre besser.

Tja, wir haben ein Tomb-Raider-Spiel, das eigentlich keins ist, weil nur optionale Tombs ohne schwierige Rätsel. Trotzdem haben wir eine charismatische Lara Croft, die Entwicklungspotential bietet und ein Spiel, das wirklich fesselt. Und wir haben ein modernes Spiel mit aktuellen Auflevel-Möglichkeiten, Dinge, die mich mehr aus einem Spiel reißen als dass ich sie gut finde.

Und wir haben wieder einmal eine Origin-Story zu einer Figur, die keine nötig hat (und in den alten Spielen eine andere hatte).

Das alles hinterlässt dennoch einen überwiegend positiven Eindruck des Spiels, ich hab es gern gespielt, hoffe aber auf Fortsetzungen, die einiges davon verbessern. Ich hab sie noch nicht gespielt, aber apropos Fettnäpfchen: der Nachfolger „Rise of the Tomb Raider“ wurde zunächst exklusiv auf XBox veröffentlicht – WTF? Wie kann man nur… (völlig ironiefrei)

Fazit: gutes Spiel, etwas mehr Tomb Raider bitte.