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Kino Kritik

Kritik: Train to Busan

Train to Busan (Busanhaeng) ist ein Hype-Zombiefilm aus Südkorea, von dem ich schon dauern gehört hatte, der mir aber bei Festivals oder im Kino entgangen ist. Also BluRay und gucken, ob der Film was taugt.

Wir werden rabiat in die Handlung geworfen: ein Vater, der sich nicht wirklich um sein Kind kümmert soll dieses bei der Mutter in Busan abgeben, nachdem er „eingesehen“ hat, dass er die Kleine nicht allein mit dem Zug fahren lassen kann.

Eine Zombieseuche bricht aus und die Insassen des Zugs müssen versuchen, Busan zu erreichen und nicht infiziert zu werden. Was sich als erstaunlich schwierig herausstellt.

Der Film konzentriert sich auf die Zugfahrt, Bahnhöfe sind eher Orte des Schreckens aber auch im Zug greiften die Zombies immer weiter um sich. Mittendrin unsere Helden, teilweise Sympathieträger, teilweise sehr in ihrer eigenen Welt gefangen, aus der sie nur schlecht herauskommen, um sich der Realität zu stellen.

Die Geschichte wird gut und knackig erzählt, das Tempo ist hoch, Gefangene werden keine genommen. Es ist bis zum Schluss unklar, wer überlebt und wer nicht, auf Sympathie, Großmütigkeit oder gute bzw. böse Taten in der Vergangenheit wird keine Rücksicht genommen. Die Erzählweise ist dabei eher nüchtern, was die Handlungen der Personen angeht. Nicht dumm, nicht übermenschlich, sondern ziemlich normal.

Schauspielerisch gibt es nichts auszusetzen, das Mädchen ist ok, nur in einer Szene nervig. Da sind die Erwachsenen ganz andere Kaliber, denen man öfter den Tod wünscht, was sehr oft auch in Erfüllung geht.

Apropos Tod: der Film ist hart aber nicht überbrutal splattrig. Kein Familienfilm aber auch nicht zu grafisch in der Inszenierung der Zombies und Tode.

Das Ende ist dann ein großer Tränenzieher, legt Euch die Taschentücher zurecht, der Film trifft jeden, einige früher, andere später. Spätestens im Tunnel. Oh Gott, der Tunnel…

Fazit: sehr, sehr guter Zombiefilm mit einem tränenreichen Ende.