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Buchkritik: Der Schrecksenmeister (2007)

Der Schrecksenmeister – nach der Stadt der Träumenden Bücher geschrieben, diesmal eine eher lokale Geschichte aus Zamonien, dennoch sehr gut und wieder einmal sehr einfallsreich.

Echo, das Krätzchen, lässt sich vom Schrecksenmeister durchfüttern, um nicht zu Verhungern. Dafür darf ihn der Schrecksenmeister beim nächsten Vollmond schlachten, um sein Kratzenfett auszukochen.

Wer denkt sich denn sowas aus? Und machte eine spannende, interessante Geschichte draus? Echo lernt das Haus kennen, den Ort und sinnt natürlich drauf, dem Tod zu entkommen. Der Schrecksenmeister ist zuvorkommend, kocht unglaublich gut und verwöhnt Echo, es ist jedoch klar, dass er ihn töten wird.

Man fiebert tatsächlich mit, denn es ist Moers: da kann man sich nicht sicher sein, ob es ein Happy End für Echo oder den Schrecksenmeister geben wird.

Hier ist Moers mal wieder in Höchstform: er erzählt bildlich, mitreissend, mit viel Wärme und viel Humor.

Fazit: Leseempfehlung, denn das ist ein richtig gutes Buch.

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Buchkritik: Rumo & Die Wunder im Dunkeln (2003)

Rumo & Die Wunder im Dunkeln – Moers macht sich in Zamonien breit und erweitert seine Welt.

Rumo, der kleine Wolpertinger wird erst von Teufelszyklopen entführt, lernt sprechen, lesen und kämpfen, reist dann in die Stadt der Wolpertinger, wo er am Ende des silbernen Bandes Rala trifft, seine große Liebe. Diese muss noch aus der Unterwelt befreit werden vor dem großen Happy End. (stark verkürzte Darstellung)

„Rumo“ ist ein schönes Buch. Moers erzählt die Geschichte einer großen Liebe, schafft es, Drama einfließen zu lassen und die Welt Zamonien wieder zu erweitern, ohne dass es aufgesetzt oder bemüht wirkt.

Dabei hilft Rumo gewaltig, denn er ist ein sehr sympathischer Wolpertinger und mit ihm entdecken wir seine Fähigkeiten und die Möglichkeit, diese einzusetzen.

Moers greift sehr klassische Themen auf: Unterwelt, Zyklopen, die große Liebe die erst nach Gefahren eingestanden werden kann.

Fazit: Rumo kann ich nur empfehlen, eine sehr schöne, wieder einmal fantasievolle Geschichte.

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Buchkritik: Ensel und Krete (2000)

Ensel und Krete – Moers legt ein Jahr später seine nächste Zamoniengeschichte vor und erfindet Hildegunst von Mythenmetz.

Was für ein Geniestreich.

Die Geschichte selbst ist eigentlich „nur“ ordentlich gelungen, eine Hänsel- und Gretel-Adaption mit einem grusligen Wald, dem Laubwolf, Sternenstauner und dem richtig gut gelungenen Stollentroll (der ist wirklich gut) – an der Fantasie Moers‘ gibt es nichts auszusetzen.

Im Gegensatz zu den 13½ Leben fällt sie halt ein wenig ab, weil sie „nur“ gut ist.

Aber Mythenmetz. Was für eine geniale Figur, hier fühlte ich mich an die alten Moers-Comics erinnert, in denen er sich selbst darstellt in seiner Manie, den Schreibpausen, dem zynischen Humor – das ist einfach große Kunst. Einfach mal die Mythenmetzsche Abschweifung erfinden und zur Autorenschelte nutzen.

Ich wiederhole mich: genial.

Fazit: Gute Geschichte, Mythenmetz als unübertroffenes Highlight.

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Buchkritik: Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär (1999)

Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär – was soll man sagen…

Der Lügenbär ist eine der besten Figuren von Walter Moers (und ich kenne Herrn Breske), 1988 erfunden und nachhaltig zu Recht zu Weltruhm gelangt (in Deutschland). 1999 dann Film und Buch und beides hätte gut in die Hose gehen können, bei so einer ausdefinierten und langlebigen Figur.

Aber nicht mit Walter Moers in Hochform.

Wer hätte gedacht, dass noch so viel aus dem Leben des Bären rauszuholen ist. Und dann Moers, der so nebenbei mal mit Zamonien eine Welt erschafft, die fantasievoll, grenzenlos und sehr gut erzählt ist.

Was der Bär so auf seinen Reisen erlebt: Zwergpiraten, Klabautergeister, Stollentrolle, Berghutze, Professor Nachtigaller (Wissen ist Nacht) und so weiter und so endlos fort, Moers‘ Fantasie ist auf Hochtouren.

Das alles ist extrem gut erzählt, leicht und locker und mit dem typischen Blaubärhumor gewürzt.

Wenn man den besten Einstieg in Zamonien haben will (und das will man), dann nichts wie die 13½ Leben lesen. Es lohnt sich.

Fazit: sehr gutes Buch, große Leseempfehlung.

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Buchkritik: Die Stadt der Träumenden Bücher (2011)

Die Stadt der Träumenden Büchergestern hatten wir die Graphic Novel, heute geht es um das Buch selbst.

Wenn Walter Moers sich „mal“ dahinterklemmt und Mühe gibt beim Schreiben, dann gibt es ein sehr, sehr gutes, fantasievolles Buch, das einen in eine Welt entführt, die sich real und frisch anfühlt und doch völlig neu ist.

Das ist der Fall bei der Stadt der Träumenden Bücher, bei der wir die Stadt mit Hildegunst von Mythenmetz entdecken, die Katakomben, das Labyrinth, Schatten, Buchlinge, Bücherjäger.

Das ist so unglaublich gut ausgedacht und erzählt – das ist Walter Moers, wie ich ihn gerne immer hätte.

Das Buch ist uneingeschränkt zu empfehlen, es liest sich gut, es macht Lust auf mehr, es eröffnet eine „Bücherwelt“: eine Welt, in der sich alles um Bücher dreht, um Dichtung, Romane, Schaffenskraft und -krisen, lebendige und gefährliche Bücher und natürlich das Orm.

Fazit: auf jeden Fall lesen, ein wirklich beeindruckendes Buch.

PS

Und gleich den Nachfolger hier noch, damit ich nicht einen eigenen Beitrag für Moers-Dissen erstellen muss: Das Labyrinth der Träumenden Bücher ist Moers, wie ich ihn nicht mag: nachlässig geschrieben, keine neuen Ideen, zähe Erzählung, ein Roman, der sich anfühlt, als wenn ein Vertrag zu erfüllen gewesen ist. Schade.

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Buchkritik: Die Stadt der Träumenden Bücher (Graphic Novel)

Die Stadt der Träumenden Bücher – Walter Moers‘ Originstory von Hildegunst von Mythenmetz, dem Erfinder des Mythenmetzschen Abschweifung.

Das Buch ist schon herausragend gut (jedenfalls der erste Teil), jetzt also die Umsetzung als Graphic Novel. Dabei hat Moers den Inhalt des Buchs komprimiert, die wichtigsten Erzählstränge beibehalten und zu jedem Bild des Buchs eine Skizze gefertigt. Dann übernahm Florian Biege und schuf die detailreichen, farbigen Gemälde, die den Inhalt des Buchs auszeichnen. Dazu handgeletterter Text und fertig ist das Buch.

Es ist beeindruckend. Es ist grandios. Wenn man will, kann man sich in jedem Bild verlieren, so detailreich und gut sind diese gezeichnet. Dazu die sehr gute Geschichte der träumenden Bücher, die wirklich genial umgesetzt wird.

Ich kann mich nur wiederholen: es ist beeindruckend.

Es ist auch anders als andere Graphic Novels oder Comics: hier steht viel Text, die Handlung liegt im Text, die Bilder sind Gemälde und tatsächlich die Bebilderung der Inhalte. An manchen Stellen gibt es üblichere Panels mit Handlung, aber insgesamt bleibt das Buch eine wunderschöne, durchgehend bebilderte Erzählung.

Fazit: wirklich gelungen, da verzeiht man dem Meister viele andere Verzögerungen und Ankündigungen.