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Urheberrecht reformieren

Derzeit läuft eine Diskussion, ob und wie die Piratenpartei endlich das Urheberrecht angehen sollte.

Es wird angeführt, dass die Piratenpartei wegen des Urheberrechts gewählt wurde und deshalb jetzt im Berliner Senat(!) was tun soll. Seltsam durchsichtige Ablenkungsmanöver der Presse, angestoßen von der Süddeutschen, die sich natürlich mehrfach selbst zitierend, daran hochzieht.

Daher sei an dieser Stelle der hervorragende Artikel „Nicht Urheberrecht ist das Kernthema“ von Kristian Köhntopp empfohlen, der das Problem benennt, von Kunst leben zu können und zu dem Schluss kommt, dass für eine bessere Entlohnung/Leben-können-von-der-Kunst nicht das Urheberrecht zum Thema gemacht werden muss. Sehr lesenswert. Dort wird auch der oben erwähnte Artikel zitiert, wer ihn lesen möchte.

Ein kurzer Auszug:

Früher habe ich auch gerne CDs gekauft – im Quartal sind dabei etwa 400-500 Deutschmark Einkommen disponiert worden: Ich habe meine Musik halt gerne unkomprimiert und in physischer Form, damit ich sie neu digitalisieren kann, wenn mir danach ist. Aber ich habe gelernt, daß ich damit nicht Musiker fördere, sondern nur koksende Sony-Spacken, die mir zum Dank für meine Investition wie in Sonys Digitaler Hausfriedensbruch geschildert ein Rootkit auf meine Karre installieren, gleich neben den Staatstrojaner.

Früher habe ich auch gerne Bücher gekauft. Aber dort kommen von den 7.99 EUR eines Bastei-Lübbe oder Heyne-Buches nur Bruchteile dem Autor, den ich gut finde, zugute. Also habe ich bei einem Umzug von den 2500 Büchern Scifi und Fantasy nur ein Billy voll behalten und kaufe nicht mehr beim Schund-Spezialisten aus dem Neuerscheinungsregal einen Arm voll Scifi/Fantasy im Monat. Stattdessen geht das Geld andere Wege – aber es ist nicht weniger, deucht mich: Anonyme Amazoniker zeigt das recht deutlich.

Um das Urheber-Recht würde ich mich dabei an Deiner Stelle wenig Sorgen. Es ist das Kleinste Deiner Probleme, wenn Du mit dem Schreiben Geld verdienen willst.

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