Bridear – japanischer Frauenmetal aus Fukuoka am 30. September 2021 im SO 36. Ursprünglich für den Nuke-Club geplant, der leider schließen musste – Immobilienhaie am Werk.

Also das SO 36, zu unserer Schande müssen wir gestehen: einen der bekanntesten Clubs Berlins hatten wir noch nie gesehen. Außerdem war Corona-Pause seit anderthalb Jahren – mal sehen, wie ein Live-Konzert so ist.

Zunächst einmal: das SO 36 ist ein richtig guter Ort. Coronakontrollen gründlich, äußerst nettes Personal, genügend Luft für alle und vor allem: absolutes Rauchverbot, an das sich alle gehalten haben. Es ist so angenehm.

Bestuhltes Metalkonzert – gewöhnungsbedürftig, wir waren ca. 100 Leute (ich kann schlecht schätzen), eher mittelaltes Publikum, in der ersten Reihe ein Babymetal-Rucksack, wir waren gespannt.

Pünktlich zwanzig Uhr kam die Band auf die Bühne: Kimi, Ayumi, Misaki, Haru und Natsumi. Äußerst schüchterne Frauen, die sich erst mal ums Schlagzeug sammelten und etwas vor sich hin flüsterten. Damit hatten sie das Publikum schon auf ihrer Seite.

Und dann fingen sie an, richtig guten, harten Metal zu spielen, am Stück. Drei Werbepausen, sonst einfach durchgeballert. Angenehmerweise die Balladen weggelassen oder einfach in hart und schnell gespielt.

Gehen wir kurz die Instrumente durch: Kimi, die Sängerin ist hervorragend und hat schafft tatsächlich alle Höhen der Lieder auch Live zu singen. Beeindruckend. Die Werbepausen und Vorstellung der Band hat sie übernommen, interessanterweise kannten alle schon den privaten Youtubekanal und auch das Merchandising ist uns nicht entgangen.

Ayumi und Misaki an den Gitarren – hervorragend. Unglaublich schnell, extrem präzise, wenig unnötige Schnörkel. Klasse.

Haru am Bass ist noch einmal eine Klasse für sich. Einerseits extrem gut am Bass, andererseits stellt sie sich einfach so ans Mikro und growlt los, dass man denkt, sich verhört zu haben. Extreme Bild-Ton-Schere.

Nicht zu vergessen Natsumi an den Trommeln, die problemlos ein Konzert präzise und schnell durchtrommelt ohne irgendwie angestrengt zu wirken.

Sowieso – die hatten alle einen Heidenspaß an der Musik und angestrengt sah dort gar nix aus. Sondern fröhlich und gleichzeitig extrem hart. Deutlich härter als die CDs.

Und wirklich bemerkenswert für Arena-geschundene Ohren: der Ton im SO 36 war exzellent.

Der einzige Wermutstropfen: Konzert mit Maske macht nicht wirklich Freude. Aber was muss…

Fazit: ein wirklich schöner, harter Abend. Kann nur weiterempfohlen werden.

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