Kritik: Blade Runner

Blade Runner ist ein etwas älterer Science-Fiction-Film von Ridley Scott mit Harrison Ford in der Titelrolle des Replikantenjägers, der diese „retired“, also umbringt, wenn sie auf der Erde erscheinen. Mehr muss ich auch nicht erzählen, das Ding ist ein Klassiker.

Ein Klassiker, den ich Ende 80 gesehen habe (glaube ich), der mich extrem beeindruckte, so dass ich ihn gestern noch einmal sehen wollte. Inzwischen gibt es sieben(?) Versionen des FIlms, jede subtil anders, ich hatte eine ohne lästiges Voice-Over, das den Film für Dumme erklärt.

Der Film ist immer noch beeindruckend. Die Musik. Die Bilder. Die Inszenierung. Die Schauspielerinnen. Die Schauspieler. Rutger Hauer! Ridley Scott. Ach.

Ernsthaft, das ist von vorne bis hinten feinstes Science-Fiction-Kino, langsam gedreht, trotzdem spannend und beeindruckend. Und die Musik.

Einmal musste ich spulen, es gibt eine Szene, in der Decker (Harrison Ford) die Replikantin Rachael (Sean Young) vergewaltigt, das wird als eine Art „rauhe Liebesbeziehung“ dargestellt, ist es aber nicht. Ist eine Vergewaltigung. Ja, ich verstehe den Hintergrund, wie es gemeint war, damalige Zeit, bla, blubb, schon klar, bin nicht doof. Ich hoffe, heute würde Scott das nicht mehr so drehen.

Fazit: Zu recht ein Klassiker. Ein Meisterwerk.

Kritik: Chernobyl Diaries

Chernobyl Diaries, ein Film, der 2012 an mir vorbeigegangen ist.

Sechs Touristen fahren nach Pripjat, um sich die Ruinen anzusehen. Dort bleiben sie dann auch, im Lauf des Films nach und nach sterbend.

Soweit, so vorhersehbar und konventionell, bei dieser Art von Filmen kommt es auf die Inszenierung an, da die Handlung nun mal nicht überraschend ist. So wie meist auch das Ende.

Was die Handlung betrifft, ist das hier der Fall: von Anfang bis Ende vorhersehbar. Die Inszenierung beginnt freundlich flott, erstaunlicherweise sind die Touris nicht nervig, so dass man ihrem Ausflug nach Tschernobyl positiv gegenübersteht, ihnen aber nicht unbedingt den Tod wünscht.

Das ändert sich, wenn die „Katastrophe“ über sie hereinbricht, von allen Handlungsoptionen wird die unlogischste genommen. Der Typ, der den ganzen Film über Fehlentscheidungen fällt, ist natürlich der, dem gefolgt wird. Licht ist dazu da, angemacht zu werden, egal, wie schlecht man dann selbst sieht oder wie gut man gesehen wird. Hunden kann davongerannt werden. Der Speznaz-Typ ist eher inkompetent. Ach, dann sterbt doch.

Abgesehen davon ist der Film solide inszeniert, Anfang gut, dann etwas langsamer Mittelteil, der aber durchaus gut Stimmung aufbaut, vor allem in Kombination mit der Kamera, die ein Extralob verdient. Der Schluss ist dann in Ordnung, abzüglich der angesprochenen Mankos. Das Ende ist sogar sehr gut.

Fazit: solider Film mit viel Luft nach oben, kein Muss.

Kritik: Ant-Man and the Wasp

Ant-Man and the Wasp ist die Fortsetzung zu Ant Man, der mir schon extrem gut gefallen hatte, wegen der Leichtigkeit der Geschichte und Erzählung.

Offensichtlich hatte Ant-Man (Paul Rudd) in Civil War (den ich noch nicht gesehen habe) an der Seite von Captain America gekämpft, was keine gute Idee war und ihm neben Gefängnis und Entzweiung von Dr. Pym (Michael Douglas) und Hope van Dyne (Evangeline Lilly) auch anschließenden Hausarrest einbrachte, an dessen Ende der Film beginnt.

Der Film geht sofort los, nicht viel Geplänkel oder Rückblick und die Geschichte entfaltet sich, die sich um die Rettung von Hopes Mutter (Michelle Pfeiffer) dreht. Wie schon der erste Teil wird die Geschichte extrem schnell und leicht erzählt. Selbst schwere Szenen werden aufgelockert, sehr oft durch einen erfrischend albernen Humor. Ich sag nur „Truth Serum“.

Was mir ein bisschen fehlt, ist ein guter Bösewicht, der Film hat zwei zu bieten, die aber keine wirkliche Gefahr darstellen bzw. sogar eigentlich gut sind. Das zweite Manko: die Geschichte funktioniert nur, weil die Leute keine zwei Minuten mal miteinander reden. Kann man so machen, ist aber eher meh.

Aber das wird durch die Schauspieler und die lockere Erzählweise mehr als wettgemacht. Und nicht zu vergessen: eine nicht-nervige Kinderrolle. Wer hat das schon?

Das Ende ist stark.

Ach ja: die CGI-Verjüngung von Schauspielern ist auch hier vom Teufel.

Fazit: sehr gute Fortsetzung, sehr guter Film, Ansehen!

Kritik: Heilstätten

Heilstätten, ein deutscher Horrorfilm aus dem Genre des Found-Footage-Films, das man beherrschen muss, damit es nicht nur nervig ist – ich war gespannt, was mir Regisseur Michael David Pate anbietet.

Wir lernen zunächst die Protagonisten kennen, zuvörderst die Beelitzer Heilstätten, dann unsere Youtuber, deren Video wir im Endeffekt sehen (abzüglich einiger Twists). Und die Leute sind nervig. Wirklich nervig im Sinn von: nach zwei, drei Einstellungen war ich mit ihrem (unvermeidlichen) Tod einverstanden. Konnte mir nicht schnell genug gehen. Dauerte auch nicht lang.

Eine Challenge führt die Leute in die Heilstätten, wo sie eine Nacht verbringen wollen. Die Vorgeschichte ist, wie erwähnt, schnell erzählt, dann geht es zu den Heilstätten und der Film zieht langsam die Daumenschrauben an.

Dann geht es eine gute Stunde richtig ab. Das ist Horrorkino vom Feinsten, gut gespielt, evtl. etwas überartikuliert aber der Film vermeidet die gröbsten Klischees oder schafft es, sie glaubwürdig unterzubringen (teils). Insbesondere die Begründung, warum immer ein Bild vom Geschehen da ist, überzeugt. Damit schafft es der Film, trotz Found-Footage-Prämisse in sich glaubwürdig zu wirken und einen nicht aus der Stimmung zu reißen.

Leider (für mich) sucht der Film eine Auflösung für sein Geschehen, die ich nicht erwartet hatte und die für mich nicht gut funktioniert. Das soll nicht heißen, dass sie schlecht wäre, war halt nur nicht meins. Zudem war mir das Ende zu Holter-Di-Polter abgedreht, dafür, dass wir uns im Film angenehm Zeit für alles gelassen haben.

Trotzdem war ich äußerst positiv überrascht von der Solidität des Films, die Kritikpunkte sind wirklich nur kleine Abstriche, die auch eher persönlicher Natur sind.

Schauspielerisch gibt es auch nichts zu meckern, das hat alles Hand und Fuß. Die Aussprache fand ich in einigen Szenen zu deutlich, aber das ist Nitpicking vom Feinsten.

Fazit: sehr sehr solider, gelungener Horrorfilm aus Deutschland – Hut ab.

Kritik: Aquaman

Aquaman ist der bisher gehypteste Film des DC-Comic-Universums (zumindestens mein Gefühl), also ein guter Grund, ihn sich vorurteilsfrei anzusehen. (Ergänzung: Wonder Woman ist auch DC, der war auch gut gehypt aber der bessere Film.)

Auch hier kenne ich das Ursprungscomic nicht, kann also keinen Vergleich zur Vorlage anstellen.

Der Film beginnt atmosphärisch mit dem Kennenlernen der Eltern Aquamans und gibt dabei vor, wie der Film nach mehr als zwei Stunden enden wird. Dann lernen wir Aquaman selbst kennen – nett, ein bisschen dumm, aber das Herz am rechten Fleck. Dann muss er die Welt retten – yada, yada, yada – Mega-Happy-End.

Vorausgeschickt: der Film hat mich gut unterhalten, die Lauflänge war kein Problem, visuell ist er beeindruckend, Schauspieler passen, Overacting passiert, aber Jason Momoa ist so knufflig und Amber Heard gibt eine sehr gute Figur als sein Gegenpart ab, die fast an der Trottligkeit von Aquaman verzweifelt, aber ihn dann doch liebt, dafür aber Asses kicken darf wie nix Gutes. Meistens.

Was gibt es zu kritisieren? Zu viel Getöse um nichts. Die Handlung ist sowas von vorhersehbar, da ist ein Schwarzeneggerfilm komplex dagegen. Spannung kommt überhaupt nicht auf, in keiner der zahlreichen Actionszenen. Dann wird zu viel rumgereist an/zu beeindruckenden Orten.

Außerdem ist unser Hauptheld gleichzeitig, Held, Trottel und lustiger Sidekick. Das ist wirklich lustig, lässt aber doch gewaltige Zweifel auf, ob so jemand tatsächlich ein mächtiger König/Held/Meister aller Welten sein sollte. Lieber nicht.

Und dann hat der Böse Recht. Die Menschen verseuchen die Ozeane und er würde das gerne ändern. Über die Mittel kann man streiten (Krieg hat sich da nicht bewährt), aber in der Sache liegt er schon ganz richtig. Das hätte man durchaus thematisieren können, hat Black Panther ja auch ein wenig hinbekommen. Übrigens sterben doch sehr viele Menschen/Kreaturen etc., aber das ist offensichtlich nicht ganz so wichtig wie eine gute Kusszene vor explodierenden Bomben (sieht wirklich gut aus).

Dass der Film trotzdem funktioniert, liegt an der guten Inszenierung, dem funktionierenden Buddyhumor und den sowas von sympathischen Schauspielerinnen/Schauspielern.

Ach ja: dieses Schauspieler-jünger-computern, können wir das sehr, sehr schnell wieder lassen? Das ist sowas von creepy.

Fazit: unterhaltsamer Film mit etlichen Abzügen in der B-Note.

Kritik: Alita: Battle Angel

Alita: Battle Angel ist ein Science-Fiction Film nach einem Manga von Yukito Kishiro, das James Cameron verfilmen wollte. Wegen der Avatar-Fortsetzungen gab er die Regie aber an Robert Rodriguez ab, inwieweit das den Film beeinflusst hat – wer weiß.

Ich kenne das Manga nicht, daher kann ich keinen Vergleich dazu ziehen, wie immer hab ich mich von Trailern und Rezensionen ferngehalten, wie immer war das wahrscheinlich eine gute Idee.

In einer sehr fernen Zukunft schwebt eine Stadt über der Unterstadt, Müll fliegt aus der Flugstadt nach unten, es ist ein Cyborgkopf dabei, den Christoph Waltz findet und daraus einen Cyborg baut – unsere Alita. Die herausfinden muss, wer sie ist, warum sie ist und wie ihr Leben so aussehen soll. Schafft sie, das geht nicht ohne Verluste ab, japantypisch sind auch Sympathiefiguren nicht vor plötzlichem Tod gefeit.

Der Film ist stark CGI-lastig, insbesondere unsere Hauptfigur, deren Gesicht und Augen vollanimiert sind (vermute ich). Da aber eine gute Schauspielerin dahintersteht, Rosa Salazar, ist Alita lebendig und ich hab mich schon nach kurzer Zeit dran gewöhnt.

Christoph Waltz ist gewohnt gut, die Guten sind gut, die Bösen böse, die Ambivalenten ambivalent. Die Geschichte ist nicht so wichtig, stört aber auch nicht, ebenso wie die filmtypischen Klischeeszenen, die gut inszeniert sind.

Großes Lob überhaupt an Robert Rodriguez, der einen sehr leichten, flüssigen aber auch kampfbetonten Film abliefert, der eine gute Balance zwischen Geschichte, Tiefe, Albernheit und guter Action hält. Außerdem gibt es auf der BluRay ein zwölfminütiges Special, wie man mit Robert Rodriguez Schokolade herstellt.

Die Action ist sehr gut, viel Rollerball, viele Kämpfe, alles gut und durchaus glaubwürdig im aufgespannten Universum.

Hat mich sehr gut unterhalten, der Film.

Fazit: sehr guter, unterhaltsamer, leichter Actionfilm.

Urlaubsstatistik

Strecken
Auto 2.591 km
Fuß 77,42 km
Fahrrad 53,56 km
Kraftstoff
Diesel 129 l
Diesel/100 km 4,98 l
Kosten 162 €
Kosten/100 km ca. 6,2 €
Maut
keine
Medien
Fotos 2.358
Fotos (GByte) 17,6
Videos 300
Videos (GByte) 19,0

Deventer

Deventer liegt an der IJssel (spricht man Eissel) und es stellt sich die Frage, warum sowohl I als auch J groß geschrieben werden. Die Wikipedia weiß es, das „IJ“ ist in Niederländischen eine Ligatur, also ein Buchstabe. Und da der Anfangsbuchstabe großgeschrieben wird…

Ansonsten ist Deventer eine nette Stadt, vor deren Kirche eine Theaterperformance(?) aufgebaut wurde, sah interessant aus und wir durften eine Hörprobe erleben (wir vermuten, Toneinstellung oder so). Vielleicht das Stelzenläufer-Festival (Deventer op Stelten), könnte vom Termin her passen.

Der biologische Bäcker hat echt schlechte Croissants gebacken.

Wildschwein (Sus scrofa)

Die Art wird in der Jägersprache als „Schwarzwild“, „Schwarzkittel“ oder „Sauen“ bezeichnet. Männliche Wildschweine werden „Keiler“ genannt, ein starker, älterer Keiler ab dem fünften oder sechsten Lebensjahr wird als „Basse“ oder „Hauptschwein“ bezeichnet. Das weibliche Tier heißt „Bache“, das Jungtier beiderlei Geschlechtes nennt man von seiner Geburt bis zum zwölften Lebensmonat „Frischling“. Ab dem 13. bis zum 24. Lebensmonat werden junge Wildschweine als „Überläufer“, genauer als „Überläuferbache“ bzw. „Überläuferkeiler“, bezeichnet. Die Eckzähne im „Gebrech“ werden beim Keiler auch als „Gewaff“ bezeichnet. Die Eckzähne im Oberkiefer heißen „Haderer“, die im Unterkiefer nennt man „Gewehre“.

Nicht mit der Jägersprache zu verwechseln ist das mit dem Seemannsgarn vergleichbare Jägerlatein.

Brötchentütennavigation (navigation à la boulangerie) liegt vor, wenn man abends irgendwo übernachtet, um morgens anhand des Aufdrucks auf der Brötchentüte herauszufinden, wo man ist.

Vincent van Gogh ist mit 37 Jahren gestorben, sieht auf seinen Bildern aber mindestens wie 70 aus. Das Kröller-Müller-Museum mit einer bedeutenden Van-Gogh-Sammlung macht überraschenderweise schon 17 Uhr zu. Man kann viele van-Goghs in 10 Minuten anschauen, aber nicht ausführlich.