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Kritik: Once Upon a Time in Mexico (2003)

Der Abschluss der El-Mariachi-Trilogie: Once Upon a Time in Mexico. Ein Film, der mich gar nicht angesprochen hat.

Irgendein wirrer Plot um Rache, CIA, den Mariachi, Johnny Depp macht mit und andere Schwergewichte, aber ich hab den Sinn des Films nicht erkannt: die Geschichte ist wirklich wirr und dazu noch schlecht erzählt.

Evtl. müsste ich den Film noch einmal sehen, vielleicht war er nur damals nichts für mich, aber es gibt so viele andere Filme zu entdecken…

Fazit: hat mich überhaupt nicht angesprochen.

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Kritik: El Mariachi (1992)

El Mariachi – der Vorgänger (zumindestens im Repertoir von Regisseur Robert Rodriguez) von Desperado. Dabei ist Desperado eher eine Neuinterpretation von El Mariachi, deutlich verbessert durch den Einfluss von Quentin Tarantino.

Denn El Mariachi ist ungeschliffen, wild, seltsam, mit einem wirklich gewöhnungsbedürftigen Humor und Pacing. Das erinnerte mich stark an chinesische Filme, die auch einen sehr eigenen Humor entwickeln, wenn sie nicht auf den westlichen Markt zielen.

Der titelgebende Mariachi wird im Film mit einem blutrünstigen Verbrecher verwechselt, der von einem anderen Verbrecher gesucht wird. Dabei finden die skurrilsten Verwechslungen statt und die Liebe seines Lebens, die er im Lauf des Films findet, darf auch nicht überleben.

Das alles ist lustig und gleichzeitig traurig erzählt, gerade im Gefängnis oder in der Interaktion mit anderen ist das Wort „skurril“ zu wenig. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich angelegt Humor sein kann. Dabei geht es sehr blutig zur Sache, wenn es die Situation erfordert.

Alles in allem muss man sich dran gewöhnen, dann geht es. Der Film ist, wie schon gesagt, noch sehr ungeschliffen, so dass er als Debütfilm sicher ein Meilenstein ist, als „richtiger“ Film aber noch nicht wirklich taugt. Das ist wirklich eher was für Fans der skurrilen Actionkomödie, kurz vor Trash.

Wer drauf steht, sollte mal einen Blick riskieren, immerhin langweilt man sich nicht. Und der Hauptdarsteller hat in Desperado als Anerkennung eine Nebenrolle bekommen.

Fazit: eigenartiger Film mit eigenem Charme.

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Kritik: Desperado (1995)

Apropos Antonio Banderas – mein erster Film mit ihm war Desperado. Weder kannte ich ihn noch Robert Rodriguez noch den Vorgänger El Mariachi – aber alle drei wurden mir wärmstens empfohlen und Quentin Tarantino (bevor er jeden Film ewig hinauszögerte) war mit an Bord.

Also Desperado angesehen und – wow!

Schon der Anfang, bei dem Steve Buscemi vom größten Mexikaner erzählt, den er je gesehen hat. Immer, wenn seine Augen ins Licht gekommen wären zog sofort ein Schatten davor. Und das Blutbad, das sich anschließt – wie sollte der Film das noch toppen?

Mit Tarantino und seiner Rolle, mit dem Eingang durch das dreckige Klo, mit Danny Trejo, mit den weiteren Blutbädern und natürlich mit Salma Hayek. Banderas und Hayek – was für ein Duo. Dabei ist beider beste Szene gar nicht die viel zitierte Sexszene, sondern die unglaublich gute OP-Szene in der Bücherei. Besser wird es nicht mehr.

Und der Böse ist auch böse. Und gemein.

Dabei sind Banderas und Hayek so unglaublich cool. Und der schwarze Skorpion auf der schwarzen Jacke.

Hach.

Der Film ist einfach ein sehr guter Actionfilm mit Banderas und Hayek so extrem gut und sympathisch besetzt, dass es eine Freude ist. Geschichte, Timing, Musik, Bilder – das alles passt.

Daher: unbedingter Sehbefehl und auf die Liste der besten Actionfilme.

Fazit: unbedingt ansehen, wenn man auf schräge, blutige mexikanische Action steht – und wer tut das nicht?

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Kritik: The Mask of Zorro (1998)

Die Maske des Zorro, Vorgänger der misslungenen Legende.

Zorro (Anthony Hopkins) braucht einen Nachfolger und findet diesen im Trottel Antonio Banderas, dem er erst einmal Fechten, Kämpfen und Manieren beibringen muss in einer sehr lustigen Sequenz.

Dann hat der neue Zorro seinen Einsatz gegen den bösen Gouverneur (Stuart Wilson), nebenbei muss er noch Elena (Catherine Zeta-Jones) bezirzen (auch lustig).

Das alles ist locker und leicht und mit sehr viel Humor erzählt, Banderas ist halt unglaublich sympathisch, die Action stimmt, die Geschichte stört nicht, der Böse ist Böse – was will man mehr.

Der Film hätte evtl. noch etwas kürzer sein können, so 20-30 Minuten hätten gestrafft werden können, aber das ist Meckern auf hohem Niveau.

Banderas, Zeta-Jones, Wilson und Hopkins stemmen den Film mühelos, alles passt:

Fazit: rundum gelungener Abenteuerfilm mit verwegenem Helden.

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Kritik: The Legend of Zorro (2005)

Die Legende von Zorro – der Nachfolger von der Maske von Zorro, dem durchaus guten (etwas zu langen) Zorro-Film mit Antonio Banderas und Catherine Zeta-Jones in der gleichen Besetzung.

Der erste Film war leicht, locker, fluffig. Der Nachfolger ist überschwer beladen mit Drehbuchideen, die was-auch-immer sein sollen: gut? Tiefsinnig? Toll?

Irgendwas mit einer Verschwörung rund um die Wahlentscheidung, ob Kalifornien den USA beitreten soll oder nicht.

Zorro ist ein Loser, der seiner Frau versprochen hat, aufzuhören, Zorro zu sein (warum?). Er hört nicht auf, also lässt sich seine Frau Elena scheiden. Dann ist sie mit dem Bösewicht zusammen. Zorros Sohn verachtet ihn, weil er nicht weiß, dass er Zorro ist. Elena ist Agentin und hat alles nur gespielt – Happy End.

Ich meine: es ist Zorro. Warum muss Zorro der Loser sein? Warum nicht einfach nur Zorro? So wie Sancho?

Den Autoren fiel leider nur ein, einen traurigen, deprimierten Zorro zu zeigen, wahrscheinlich, weil der erste Teil zu lustig war. Alles ist schwer, behäbig, träge. Dem entgegen stehen durchaus gute Actionszenen, die dann aber auch nicht passen.

Und was ist mit Elena los? Im ersten Film noch eine richtige Rolle, hier nur noch ganz schwach für die Handlung vorhanden.

Der Film passt vorne und hinten nicht und ein leichter, seichter Plot wäre hier die deutlich bessere Wahl gewesen.

Fazit: leider keine gute Fortsetzung.

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Kritik: Natsume’s Book of Friends the Movie: Tied to the Temporal World (2018)

Ja, ich kann auch nichts für den Titel, aber laut IMDB und Wikipedia ist er der deutsche Titel, japanisch heißt der Film Gekijōban Natsume Yūjin-Chō: Utsusemi ni Musubu oder 劇場版 夏目友人帳 ~うつせみに結ぶ~ aber das hilft uns nicht-japanisch-Sprechern ja auch nicht weiter.

Wir haben ein Anime vor uns mit Natsume in der Hauptrolle, der von seiner Großmutter ein Buch mit den Namen von Yokai (Geister, Dämonen, Fabelwesen, so in der Art) geerbt hat, diese sehen kann und diesen nun auf ihr Bitten hin ihre Namen zurückgibt.

Im Film lernt er eine Jugendbekanntschaft seiner Großmutter kennen, bei der ein Yokai wohnt, der die Gestalt ihres verstorbenen Sohnes angenommen hat, um ihr die Trauer zu ersparen. Das Problem: wenn er sich aus ihrem Leben zurückziehen würde, würde sie ihn vergessen und das wäre traurig für alle.

Typische Lose-Lose-Situation eines guten japanischen Anime und wir erleben mit, ob und wie Natsume das Problem lösen kann.

Comic Relief ist seine verfressene Katze (auch ein Yokai) Madara (Nekosei, Nyanko-sensei), die sich durch einen Samen in drei niedliche, verfressene, kleine Katzen verwandelt und wieder zusammengesetzt werden muss.

Der Film ist schon ein sehr guter Film. Eher ruhig erzählt mit Actionspitzen, wenn die Yokai oder Exorzisten kommen (aber nur ganz kurz). Wir lernen eine schöne Welt und ein gut durchdachtes Universum kennen, anfänglich böse Dämonen sind doch nicht so wild und Natsume versucht, eine gute Lösung zu finden.

Man merkt deutlich, dass der Film ein größeres Universum zusammenfassen muss, das durch eine Manga- und Anime-Serie aufgebaut wurde, die wir noch nicht kannten. Trotzdem konnten wir gut folgen, ob der Film für Kenner:innen der Geschichten was ist – kann ich nicht einschätzen.

Fazit: sehr schönes, durchdachtes und nachdenkliches Anime, das trotzdem leicht und fröhlich erzählt wird.

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Kritik: Escape Plan: The Extractors (2019)

Wie viel Leid hätte verhindert werden können, wenn ich schon vor der Bestellung von Escape Plan: The Extractors daran gedacht hätte, mir zu Filmen, die ich sehen will, auch das Produktionsjahr zu notieren. Dann hätte ich Escape Plan (2013) gekauft und der wäre sicher gut gewesen.

So blieb ich beim Nachfolger hängen und jetzt werd ich mir den ersten Teil sicher nicht ansehen.

Der Bösewicht entführt eine chinesische Millionärserbin, um Silvester Stallone zu sich ins böseste Gefängnis der Welt zu locken, und umzubringen. Das geht schief und am Ende ist er selbst tot.

Am Anfang steht eine ordentliche Einführungsklopperei von ca. 1 Minute. Dann 70 Minuten größter, langweiligster Schwachsinn und dann die Ausgangsklopperei von 1 Minute.

Es ist so schlecht. Die Langeweile. Die Ödheit der Geschichte. Die Größe der Logiklöcher. Die Unprofessionalität aller Beteiligten.

Bei diesem Film passt nichts. Wirklich nichts.

Fun Fact aus der IMDB:

The opening production company logos last 90 seconds. The end credits last 8 minutes and 45 seconds. Thus, 11.7% of this film is just production information. If this is not a record, it must be close.

Fazit: großen, großen Bogen drum, ganz, ganz schlechter Film.

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Kritik: Fast & Furious Presents: Hobbs & Shaw (2019)

Man muss den Produzenten ja lassen, wenn sie merken, dass bei der Furious-Reihe was gut läuft, dann merken sie es. Hobbs (Dwayne Johnson) und Shaw (Jason Statham) sind nun mal mit Abstand die besten Figuren und ihre Prügelei in Fast 8 ist eine der besten Actionszenen der Reihe.

Jetzt haben sie also ihr eigenes Spin-Off: Fast & Furious Presents: Hobbs & Shaw. Ganz reihetypisch ist die Handlung egal. Irgendwas um Supermenschen, die erstellt werden können und damit auch Supersoldaten.

Prototyp und bester Kämpfer, Soldat und Cool-Ausseher ist Brixton – Idris Elba. Der zunächst einmal Hattie (Vanessa Kirby), Shaws Schwester, bestiehlt und sie als böse Drahtzieherin hinstellt.

Auftritt Hobbs & Shaw, die erst mal Böse verprügeln, dann sich, dann Hattie, dann wieder sich, bis sie versuchen, Brixton zu entkommen.

Bis hier Action vom Feinsten und mal ehrlich: The Rock, Jason Statham, Idris Elba, Vanessa Kirby – wie soll das noch besser werden? Alle vier in Hochform, auch Statham hat den Durchänger seiner Zwischenfilme überwunden. Sogar die übertriebenen Effekte vor allem um das Motorrad haben mich überzeugt.

Jetzt geht es exotischer weiter, erst Russland, dann Samoa. Hier wird es leider ein wenig schwächer, die Effekte können mit der Größe nicht mehr mithalten und das Familienthema wird mit dem Holzhammer inszeniert.

Das Actionfinale mit Hubschrauber und Autokette muss man gesehen haben, um es zu glauben. Ich fand es eher albern, hat mich aber nicht zu sehr aus dem Film gerissen.

Dazwischen holt der Film gut-alberne Sachen raus, da kann man nur noch mit dem Kopf schütteln ob der Dreistigkeit: die Auftritte von Helen Mirren, Eliana Sua, Kevin Hart und Ryan Reynolds. Das ist das Albernheitsniveau, das dem Film sichtlich guttut.

Insgesamt ist der Film grandios. Ich hab nichts erwartet, vor allem nach den Graupen davor, aber der Film ballert einfach alles weg, was sich ihm in den Weg stellt. Schade, dass in Russland und Samoa so sehr auf Größe der Action statt auf Klasse geachtet wird, aber das steckt der Film weg.

Und ich wiederhole mich gern: The Rock, Jason Statham, Idris Elba, Vanessa Kirby!

In albernen Nebenrollen: Helen Mirren, Eliana Sua, Kevin Hart und Ryan Reynolds!

Gleich auf die Liste der besten Actionfilme trotz leichter Abzüge in der B-Note.

Fazit: so soll Actionunterhaltung sein.

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Kritik: Fast & Furious 6 (2013)

Fast & Furious 6 – der bisher letzte reguläre Teil der Reihe, den ich noch nicht besprochen habe, wen es interessiert, hier meine Meinung zu 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8.

Nach dem ordentlichen Fast Five wird es hier wieder richtig schlecht und das, obwohl The Rock mitspielt. An ihm liegt es weniger als vielmehr an der „Rückbesinnung“ auf Familie, Familie, Familie.

Hobbs soll Shaw festnehmen und sichert sich Doms Hilfe zu, weil er weiß, dass Letty noch lebt. Dann kommt irgendeine unsinnige Geschichte ums goldene Ei, nicht weiter erwähnenswert. Letty hat Amnesie, erinnert sich irgendwann an die Familie. Ganz schwach.

Aber das ist auch egal, wen interessiert die Geschichte: Autorennen, Action.

Hier versagt der Film leider, weil er noch größer, noch spektakulärer werden will und nur noch menschenverachtend und doof ist.

Da ist der Zwischenhöhepunkt: Verfolgungsjagd mit einem Panzer auf einer Autobahn. Abgesehen von wirklich dummem Umgang mit Physik: hier werden einfach mal Menschen im Dutzend übergemangelt, ohne dass das einer Erwähnung wert wäre. Man muss es sehen, um es zu glauben. Da hat mich der Film sowas von verloren.

Und dann der Endkampf in einer startenden Antonow, die wohl ein Rollfeld von 10-20 km hat, solange dauert das alles. Argh, das ist nur doof.

Ich hab mich ab Mitte des Films nur noch geärgert.

Fazit: spannungsarm, übertrieben, nicht mal mit Ironie zu ertragen.

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Kritik: The Fast and the Furious: Tokyo Drift (2006)

The Fast and the Furious: Tokyo Drift – diesmal sind sowohl Vin Diesel als auch Paul Walker nicht dabei und die Reihe wird in Tokio fortgeführt.

Diesmal geht es ums Driften in Tokio und wir begleiten einen jungen Mann mit viel Testosteron dahin, der einfach ein Kleinkrimineller ist, dem man nicht begegnen möchte – kein Charisma, kein Charme, kein Können. Warum ich mit dem mitfiebern soll – keine Ahnung, hab ich auch nicht getan.

Wie dem auch sei, er kommt nach Tokio, dort in die Driftszene (Autos, Frauen, … wie gehabt). Er lernt das Driften, kommt in einen Komplott um seinen Freund, gewinnt das große Endrennen und dann ist der Film Schluss und ich hätte nicht gedacht, dass ein Film noch schlechter als der zweite Teil sein kann.

Problemlos machbar. Uncharismatische Schauspieler, keine Frauenrollen, manche gute Driftszenen aber meist ganz schlechte Driftszenen, kein Gespür für Inszenierung von Action – hier stimmt gar nichts.

Fazit: gar nicht erst erwägen – großer, großer Bogen.