Kritik: Blade

Damals, als Wesley Snipes noch gut war und Superheldenverfilmungen im Rahmen von Superman stattfanden, kam Blade heraus.

Wir beginnen mit der Geburt Blades und sehen dann in der Bloodbath-Sequenz, was aus ihm geworden ist: der Daywalker, der Vampire gnadenlos und sehr stylisch tötet. Diese Szene allein rechtfertigt schon fast den Film.

Der geht noch weiter: der Vampir Frost will die Vampire wieder groß machen. Dafür geht er problemlos über Leichen. Apropos: im Autopsieraum eines Hospitals erwacht ein von Blade nicht gründlich genug getöteter Vampir und beisst Ärztin Karen, mit der wir Blade und seine Welt sowie ein wenig seiner Hintergrundgeschichte kennenlernen.

Den Rest des Films versucht er, Frost zur Strecke zu bringen, bevor der zum Übervampir wird, mit Hilfe von Blades Blut (ganz, ganz schlimmes CGI). Karen hilft und es gibt ein Happy End.

Der Film hat Wesley Snipes in Hochform (vor allem, wenn er denn mal das Schwert benutzen darf), Kris Kristofferson als maulenden Gehilfe und sehr viel styische Action, die Snipes problemlos rüberbringt. Und Bloodbath.

Auf der Negativseite stehen eine krude Geschichte, Stephen Dorff als Böser und teilweise grottenschlechte Effekte.

Dennoch ist der Film zu empfehlen: die Geschichte wird kurzweilig erzählt, der Showdown zieht sich etwas aber insgesamt ist der Film eine solide Actionpackung und ein sehr gelungener Versuch, frischen Wind ins Superheldengenre zu bringen.

Fazit: sehr solider, sehr stylischer Actionfilm.

@AndreNeumannABG – Ihre Tweets von gestern

Sehr geehrter Herr Neumann,

Sie haben gestern zwei Tweets geschrieben, die ich sehr daneben finde, der erste wirft Schwarzen vor, rassistisch zu sein und sich als bessere Menschen zu fühlen, im zweiten schreiben Sie dann, dass diejenigen, die den ersten Tweet problematisch finden, diesen nur falsch verstanden haben und Sie etwas anderes gemeint haben.

Wir kennen uns nicht persönlich, ich kann mir schon vorstellen, was Sie gemeint haben, immerhin bin ich nur einen Monat älter als Sie und ähnlich sozialisiert; dennoch möchte ich Ihnen gerne mitteilen, warum ich beide Tweets für misslungen halte.

Warum schreibe ich Ihnen? Nun ja, weil ich Sie bisher nicht als „schlechten Menschen“ kennengelernt habe und mir gerne diesen Eindruck erhalten möchte. Manchmal braucht man jemanden, der einem sagt: „Hier hast Du danebengelegen“. Mach ich.

Der Text wird etwas länger, ich hoffe, Sie lesen ihn trotzdem durch, ich veröffentliche ihn auch in meinem Blog, eine etwaige Antwort von Ihnen ebenfalls.

Zum Kontext: am 25. Mai wurde wieder einmal ein Schwarzer – George Floyd – in den USA von der Polizei umgebracht. Er ist nicht der erste unschuldige Tote dort und wird auch nicht der letzte sein. Insbesondere rassistische Taten haben in den USA in letzter Zeit wieder zugenommen, das wissen wir beide.

Die Tat wurde gefilmt, der Mann wurde 9 Minuten lang von einem Polizisten mit dem Knie erwürgt, wie ein Tier. Drei weitere Polizisten standen dabei und ließen die Tat geschehen.

Alle vier Polizisten sind suspendiert worden und erst zwei Tage nach dem auf Kamera festgehaltenen Mord festgenommen worden.

Die ersten Kundgebungen von Schwarzen deswegen waren friedlich. Dennoch wurden sie von der Polizei mit Tränengas und Gummigeschossen unterbunden und auseinandergetrieben. Zwei Tage lang. Danach begannen Unruhen und gewaltsame Proteste u.a. mit Plünderungen und Brandstiftungen.

Derzeit scheint es so, als seien die ersten Plünderungen von Weißen begangen worden, unter ihnen ein Polizist, aber das muss noch belegt werden. Klar ist, dass ca. 80 % der Plünderer von außerhalb eingereist sind und dass überwiegend die schwarzen und armen Communities betroffen sind.

Die „Aufstände“ (wie ich sie mangels eines besseren Worts nennen würde) greifen jetzt um sich in mehreren Städten der USA.

Auf Twitter werfen jetzt Schwarze Weißen vor, dass sie Schwarze nicht achten würden. Sie fordern sie dazu auf, auch für Schwarze einzustehen und nennen das #BlackLivesMatter

Wie kommen diese Leute darauf? Vielleicht, weil in letzter Zeit erstaunlich viele Schwarze einfach so von Weißen umgebracht wurden? Weil überproportional viele Schwarze in Gefängnissen sitzen? Weil Polizei und Justiz gegenüber Schwarzen viel härter durchgreifen als gegenüber Weißen? Weil erst vor kurzem eine schwarze Frau in ihrer Wohnung von einer Polizistin erschossen wurde – einfach so.

Das ist jetzt nicht ausgedacht, das sind die belegten Fälle, nicht die Dunkelziffer.

Wir wissen beide, wenn der Mord von George Floyd nicht gefilmt worden wäre, wäre gar nichts passiert. Überhaupt nichts. Dunkelziffer eben, wieder ein Schwarzer, der wird schon was gemacht haben.

Dazu kommt die permanente Ungleichbehandlung, hier Tränengas und friedlichen Protest, dort der Protest der bewaffneten Weißen letzten Monat, die wegen Maskentragens und leichter Ausgangssperre mit halbautomatischen Kriegswaffen ein Parlament besetzten, die Gouverneurin bedrohten und daraufhin von der Polizei äußerst höflich gebeten wurden, mal wieder zu gehen. Der Präsident twitterte von „good people“.

Zu den Kundgebungen wegen George Floyd twitterte er übrigens „When the looting starts, the shooting starts.“ Er zitiert einen Rassisten, dessen Äußerungen zu Rassenunruhen in Miami geführt haben, damals, als Schwarze offiziell noch keine richtigen Menschen waren in den USA.

Ach ja, Anfang der Woche trendete eine weiße Frau, die die Polizei rief, weil ein Schwarzer sich erdreistet hatte, sie zu fragen, ob sie ihren Hund im Park anleinen könnte, wie es vorgeschrieben ist. Sie rief die Polizei! Wären das die Cops vom 25.5. gewesen, wäre der Mann jetzt tot. Davor wurde die Polizei gerufen, weil ein Schwarzer im McDonalds saß. Der dann mit Handschellen abgeführt wurde. Davor …

Schwarzen wird gesagt, dass gewaltsamer Protest falsch ist, sie sollen friedlich protestieren. Außer, dass auch friedlicher Protest sanktioniert wird, siehe Colin Kaepernick oder das Tränengas am 25. und 26.5. Schwarzen wird gesagt, dass sie gleich seien, trotzdem werden sie systematisch an der Beteiligung bei Wahlen gehindert.

In dieser Lage kommen Schwarze nun auf die Idee, dass sie in den USA weniger wert sind als Weiße, auch so eine wissenschaftlich belegte Tatsache. Übrigens: auch in Deutschland sind wir da nicht so weit, wie Sie und ich das gerne hätten, aber sparen wir das mal für später auf.

Auf Twitter fordern nun Schwarze Weiße auf, sie zu unterstützen und was zu tun. Manche beschimpfen auch Weiße, weil sie nicht wie ein Tier umgebracht werden wollen. Die meisten Weißen stimmen zu, aber es gibt genügend, die das anders sehen oder darauf hinweisen wollen, dass sie ja auch Menschen sind.

Und es gibt genügend, die darauf hinweisen, dass sie anders sind und sich die Schwarzen überhaupt mal nicht so aufregen sollen und wenn, dann bitte friedlich. Und dass, wenn sie von Schwarzen beschimpft werden, das Rassismus ist. Die Schwarzen sind die wahren Rassisten.

Wenn Ihr Kind mit dem Auto angefahren wird und sie sagen „Autofahrer, passt auf Kinder auf“, dann würden Sie ungern als Antwort erhalten „nicht alle Autofahrer fahren Kinder um und wenn Sie das so sagen, reden wir gar nicht mehr. Und außerdem, wer sagt, dass die Autofahrer aufpassen müssten, der verkennt ja, dass Kinder dauernd über die Straße rennen ohne zu gucken und die Kinder sind die wahre Gefahr und selbst schuld“ (der Vergleich hinkt, aber nur ein bisschen).

Zusammenfassend: George Floyd, ein Schwarzer, wird würdelos auf der Straße erwürgt, weil er ein Schwarzer ist, nicht weil er irgendwas getan hätte. Nach Jahren solcher Dinge erlauben sich die Schwarzen jetzt, zu sagen: kann ja nicht sein. Die Polizei greift mit Tränengas und Gummigeschossen ein. Auf Twitter wird den Schwarzen vorgeworfen, selbst schuld zu sein oder sich mal nicht so zu haben, Weiße sind auch ok. Außerdem sind Schwarze sowieso gefährlich, da holt man lieber einmal mehr die Polizei.

Daraufhin greifen Schwarze auf Twitter zu schroffer Sprache.

Jetzt kommt Ihr Tweet.

Sie haben geschrieben:

Die letzten Tage auf Twitter kann man sehr gut beobachten, wie Schwarze den Rassismus von Weißen gegenüber Schwarzen nutzen, um gegen Weiße rassistisch zu sein. Eine unnötige moralische Überhöhung. Schwarze sind keine besseren Menschen als Weiße. Wir sind alle gleich!

Sie sagen, ich hab den falsch verstanden.

Was genau wollten Sie denn ausdrücken?

Sie schreiben, dass Schwarze auf Twitter gegen Weiße rassistisch sind und dafür nur auf eine Gelegenheit gewartet haben und jetzt gefunden haben: den Rassismus der Weißen in Form des Mords an George Floyd.

Sie bringen dafür keine Belege, so dass man nicht nachvollziehen kann, welche Tweets Sie da meinen.

Rassismus ist eine Ideologie, die Menschen aufgrund ihres Äußeren, ihres Namens, ihrer (vermeintlichen) Kultur, Herkunft oder Religion abwertet. […] Rassismus ist dabei kein „einfaches“ Mobbing, denn Rassismus beruht auf einem realen Machtunterschied in unserer Gesellschaft.

Amadeu-Antonio-Stiftung

Was Sie beschreiben ist „einfaches“ Mobbing, Beschimpfungen, Drohungen, etc. pp. Und in den meisten Fällen kann ich das sehr nachvollziehen. Da ich nicht weiß, auf welche Tweets Sie sich beziehen, kann ich da nur raten.

Was aber auf jeden Fall fehlt, ist der reale Machtunterschied in der Gesellschaft. Schwarze haben weder auf Twitter noch in den USA mehr Macht als Weiße. Sie können ihre Drohungen nicht gesellschaftlich verwirklichen.

Diese falsche Analogie wurde von den neuen Rechten aufgebaut, die ihre Handlungen natürlich rechtfertigen müssen und auf den Trick mit dem „Rassismus gegen Weiße“ gekommen sind, gegen den sie sich natürlich wehren müssen. Durch Rassismus.

Das ist wie mit den Antifaschisten, die die eigentlichen Faschisten sind, weil sie ja die Faschisten bekämpfen.

Beides ist hanebüchener Unsinn.

Dann schreiben Sie noch von einer „unnötige moralische Überhöhung. Schwarze sind keine besseren Menschen als Weiße.“

Jetzt muss ich einmal deutlich werden: WTF?

Wo haben Schwarze behauptet, sie seien bessere Menschen als Weiße? Alles was ich mitbekommen habe ist, dass sie auch als Menschen wahrgenommen werden wollen, nicht als Tiere. Vielleicht sehen sie da andere Tweets als ich.

Aber unabhängig davon, vielleicht hat jemand geschrieben „ich bin besser als Du, wenn Du zusiehst, wie mein Bruder ermordet wird“, keine Ahnung. Selbst wenn – das ist ihr Problem in dieser Situation?

Schwarze leiden unter Rassismus, werden in den USA massiv benachteiligt, regelmäßig schikaniert und genauso regelmäßig ermordet, auch von der Polizei – und Sie beschweren sich über den Ton auf Twitter?

Wenn das tatsächlich Ihr größtes Problem in dieser Gesamtsituation ist – und so scheint es, denn Sie haben ja dazu getwittert – dann sind Sie leider Teil des Problems.

Sie haben genügend Antworten auf den Tweet bekommen, einige auch hart im Ton, einige unfair. Aber stellen Sie sich bitte einmal vor, sie sind Schwarzer in Deutschland. Ein Land, in dem in Dessau Oury Jalloh in der Polizeizelle verbrannte. Wo es Jagd auf „Ausländer“ gibt. Wo es Benachteiligung in der Schule, Arbeit, Wohnungssuche durch ihre Hautfarbe und ihren Namen gibt. Wo ein Muslim ihrer Schwesterpartei kein Bürgermeister sein darf, weil er Muslim ist. Wo es racial profiling durch die Polizei gibt. Und vieles mehr.

Und dann lesen Sie einen Tweet, in dem geschrieben wird, dass Sie nur auf die Gelegenheit gewartet haben, sich moralisch über Weiße zu erheben. Und dass ihnen deshalb der Mord an George Floyd gelegen kommt. Dass Sie derjenige sind, der dessen Tod ausnutzt.

Wenn Sie halbwegs so denken wie ich, wären Ihnen deutlichere Worte von der Hand gegangen als Sie überwiegend bekommen haben.

Als erste Antwort bieten Sie übrigens ein „das habt Ihr falsch verstanden, ich bin unschuldig“ an. Das ist eine schwache Ausrede. Wenn Sie etwas anderes gemeint haben, hätten Sie etwas anderes schreiben sollen.

Ich bin ein großer Freund von „ich habe Mist gebaut, das sehe ich ein, hier ist mein Plan, wie ich damit umgehen werde“. Ich bin kein großer Freund von „Ihr seid schuld, wenn Ihr meine Worte so auslegt, wie sie da stehen und nicht, wie ich sie gemeint habe.“

Sie fragten auf Twitter noch: „Bin ich Rassist?“

Wir kennen uns nicht. Wenn ich nur nach diesem einen Tweet gehe, müsste ich sagen: „ja“. Denn Sie haben etwas Rassistisches geschrieben.

Da ich noch mehr Tweets von Ihnen gelesen habe würde ich sagen: nein, aber Sie haben da etwas Rassistisches geschrieben. Denken Sie in Ruhe drüber nach, und schauen Sie, dass Sie offen damit umgehen, falsch gelegen zu haben. Das lag nicht an den anderen, sondern an Ihnen.

Dafür ist immer Zeit. Bitte verrennen Sie sich nicht in eine Opferrolle, sondern stehen Sie zu ihrem Text, der war falsch, kann passieren. Wie Sie jetzt damit umgehen, das wird meine Antwort auf die Frage „Bin ich Rassist?“ stark beeinflussen.

Mit freundlichen Grüßen,

Ekkart Kleinod.

PS: es gibt noch viel mehr zu diesem Thema zu sagen, was auf Twitter und in Blogs auch gesagt wird, es lohnt sich, dort reinzulesen. Das hier ist wirklich nur die Kurzfassung gewesen 🙂

Kritik: Hellboy

Ich kann auch nichts dafür, die Neuverfilmung heißt ebenfalls Hellboy.

Ich hatte nicht viel davon mitbekommen, dass Hellboy neu verfilmt wird, ohne Perlman und ohne del Toro, dafür mit David Harbour und Neil Marshall. Was kann da noch schiefgehen?

Im Vorfeld und während des Drehs offensichtlich eine Menge, der dritte Teil mit del Toro kam nicht zustande, er hat sich darüber wohl auch heftig mit Mignola zerstritten, während des Drehs waren die Produzenten wohl Arschlöcher (wenn man das schon durch den Anwalt bestreiten lässt…) und die Fans der ersten Teile waren halt wie die Fans in letzter Zeit sind: fanatisch. Alles, was nicht Perlman und del Toro ist kann nur schlecht sein. Beste Kritik: der Film ist zu comichaft. WTF?

Keine guten Voraussetzungen, der Film spielte seine Produktionskosten nicht ein und wurde in der Luft zerrissen.

Das alles hab ich nach dem Film gelesen (ist eine gute Angewohnheit, erspart einem viel Voreingenommenheit), deshalb kann ich guten Gewissens sagen:

Was für eine geile Scheiße!

So soll Hellboy sein. Harbour macht seine Sache außerordentlich gut, auch wenn Perlman immer noch Hellboy ist, kann Harbour überzeugen. Vor allem das Mienenspiel durch die Maske zu bringen und der trockene Humor – sehr gut. Humor zieht sich durch den ganzen Film, schon in der Anfangssequenz ist sich der Film dessen bewusst, was für Klischees er aufbringt und geht offensiv damit um.

Erzählt wird wieder die Originstory und der Kampf Hellboys mit der Welt und der Weltherrschaft, umhüllt von einer dünnen Klammergeschichte um die böseste Oberhexe der Welt: Milla Jovovich, die am Anfang von König Artus (ja, der Artus) gefünfteilt und in Kisten über England verstreut wird. Sie wird wieder zusammengesetzt und versucht, Hellboy auf ihre Seite zu ziehen und damit das Ende der Welt herbeizuführen, zumindestens für die Menschen.

Ja, die Geschichte ist nicht originell und sehr vorhersehbar, aber sie ist gut erzählt. Und sehr, sehr, sehr blutig. Hellboy kann hier richtig die Sau rauslassen, das schwankt von richtig guter Action bis zu nicht so guten CGI-Kämpfen, zum Glück mehr von Ersterem.

Dafür wird man auf der anderen Seite mit richtig guten Bildern verwöhnt, wann hab ich schon mal ein verfilmtes Hieronymus-Bosch-Gemälde gesehen. Interessante Sequenz. Hatte ich schon „blutig“ erwähnt?

Wir beschränken uns auf vier Figuren und zwei Böse, der Rest sind Nebenfiguren, wenngleich z.B. Baba Jaga schon sehr gruslig rüberkommt. Leider hat Jovovich zu wenig Zeit, ihre Rolle ist deutlich zu klein geraten. Dafür den Kampf mit den Riesen wegnehmen.

Die Musik ist ok, manchmal fragwürdig („Rock you like a Hurricane“ auf Spanisch?), die Geschichte gradlinig, nur die inneren Zweifel sind nicht so meins, die wirken aufgesetzt und müssen nicht sein.

Ich kann die Kritik am Film teilweise nachvollziehen, habe mich aber auf einen schnellen Fun-Hellboy-Slasher gefreut und wurde da nicht enttäuscht.

Fazit: überaus kurzweiliger Hellboy, nur selten trashig, dann aber in gut.

Kritik: Hellboy II: The Golden Army

Hellboy II: The Golden Army, der Nachfolger von Hellboy. Wieder ist die alte Crew am Weg: del Toro und Perlman, die Geschichte von Hellboy selbst ist auserzählt (selbst schuld), also muss eine andere Geschichte herhalten – davon gibt es im Hellboy-Universum ja reichlich.

Aber.

Die Geschichte muss leider wieder einmal den ganz großen Kampf beschreiben: Entscheidung zwischen Menschen- und Feenwelt, Hellboy muss in eine existenzielle Krise gestürzt werden, Liz Sherman wird zur schwangeren Stehlampe (wenn einem gar nichts mehr einfällt) und am Ende hört Hellboy bei der BPRD auf?

Was zum Geier?

Gebt mir eine schöne Geschichte mit Dämonen oder was auch immer, die bekämpft werden müssen oder macht den großen Endkampf wenigstens interessant.

Aber hier dominiert del Toros Fantasy-Ader, der Film hat wieder wunderschöne Ideen, eine sehr schöne Parallelwelt, fantasievolle Figuren aber das spricht mich alles nicht an. Das ist, wie soll ich sagen, Kopffantasy, das mögen viele Leute – ich nicht.

Und damit zog sich der Film für mich ewig hin. Dazu wieder Unmengen neuer Figuren eingeführt, alle mit eigener Geschichte und dabei verzettelt.

Die Bilder des Films sind mir in Erinnerung geblieben, der Film selbst nicht.

Fazit: nicht meine Art von Fantasy, schwache Fortsetzung des ersten Teils.

Kritik: Hellboy

Hellboy, der erste Film mit Ron Perlman.

Ron Perlman ist Hellboy. So viel steht schon mal fest, er ist quasi für die Rolle geboren. Und Guillermo del Toro ist nicht nur ein sympathischer, sondern auch ein sehr guter Regisseur, auch wenn mir nicht alle seine Filme gefallen.

Hellboy kam 2004 in einer Zeit heraus, in der Comicverfilmungen mit Superhelden noch die Ausnahme und fast durchweg schlecht waren. Daher ist es del Toro um so höher anzurechnen, dass er sich ernsthaft mit dem Stoff beschäftigt und einen sehr guten Film daraus gemacht hat.

Im Film wird sowohl die Originstory erzählt als auch die alltägliche Arbeit bis hin zum Showdown, bei dem sich Hellboy entscheiden muss: Weltherrschaft oder nicht. Hellboy tritt auf, Professor Bruttenholm, Liz Sherman, Abe Sapien.

Kurz zur Kritik:

Das sind sehr viele Charaktere und sehr viel Geschichte. Für den ersten Film hätte da problemlos gekürzt werden können. Außerdem ist das Timing des Films nicht durchgehend gut, es gibt sehr viele lange Szenen, sei es, um die Figuren einzuführen bzw. zu charakterisieren, sei es, um den Hintergrund der Geschichte zu beleuchten.

Und zu guter Letzt sind die Spezialeffekte von sehr unterschiedlicher Qualität. Das reisst einen leider öfter aus dem Film heraus, als nötig.

Dennoch. Ron Perlman. Sehr guter (allerdings grobschlächtiger) Humor, wenn er dann mal eingesetzt wird. Und eine sehr liebevolle Inszenierung mit vielen sehr schönen Ideen. Außerdem ein fantasievoller Fantasyfilm, der nicht del-Toro-typisch mit Parallel- und Traumwelten spielt, was nicht mein Ding ist.

Richtig gut: Hellboy unterhält sich mit einem kleinen Jungen auf dem Dach über Liz.

Kid on Rooftop: Just go down there and tell her how you feel.
[Hellboy is silent]
Kid on Rooftop: My mom always says…
Hellboy: It’s not… it’s not that easy. Plus, you’re nine. You’re not old enough to be giving me advice.

Man muss halt dabeigewesen sein…

Gesehen hab ich den Film beim Fantasy-Filmfest in Anwesenheit von Guillermo del Toro, Ron Perlman und Selma Blair, in Erinnerung ist mir da, wie lustig und sympathisch del Toro war, wie groß Perlman und wie klein Blair.

Fazit: sehr gute Verfilmung mit vernachlässigbaren Schwächen.

Kritik: Attraction2 – Invasion

Nach dem sehr angenehm zu sehenden Attraction kam am 1. Januar diesen Jahres nun der Nachfolger in die Kinos: Attraction 2 – Invasion.

Der Film ist zwei Jahre nach dem Vorgänger angesiedelt, es spielen die gleichen Leute mit. Die Alientechnologie wird untersucht, Julia ebenfalls, mit teilweise fragwürdigen Methoden. Hakon ist doch nicht tot, heißt jetzt Harikon und will mit Julia die Welt verlassen nach einer sehr unnötigen Sexszene. Google spielt auch noch mit, ist aber nur noch Comic-Relief.

Aus irgendeinem Grund (der nicht wirklich verständlich ist), will Ra, das große Alienshiff verhindern, dass Julia die Welt verlässt und will sie dazu töten. Falls das nicht gelingt, will Ra alle Moskauer umbringen, so dass auch Julia stirbt. Durch Wasser, das von unten und oben kommt. Julia kann mittlerweile aber Wasser beherrschen und Happy End.

Dazwischen kämpfen Harikon und Artjom unverständlicherweise um Julia.

Ja, es ist ein wenig komplizierter, aber so grundsätzlich stimmt die Geschichte, an sich ist die Idee gut. Im Gegensatz zum Vorgänger ist die Umsetzung leider misslungen. Die erste halbe Stunde ist interessant, dann überzeugt der Film leider nur noch durch Action und CGI, die wirklich gelungen, aber über zwei Stunden erstaunlich ermüdend sind.

Größtes Manko ist Julia. War sie im ersten Film noch die Protagonistin, ist sie hier den größten Teil des Films eine Stehlampe, um die sich Alphamänner sorgen und um die sie kämpfen können. Das fällt selbst der Rolle im Film auf und als sie dann endlich was tun kann, löst sie das Problem mit Ra. Nach sehr zähen 105 Minuten.

Die Geschichte ist mit dem Erscheinen von Artjom und spätestens Harikon komplett an den Haaren herbeigezogen und nicht im Ansatz nachvollziehbar. Das wird, wie gesagt, durch epische Kämpfe in epischer Breite ausgeglichen, ließ mich aber kalt. Dabei wäre nur ein wenig mehr innere Logik nötig gewesen und eine angemessene Beteiligung Julias am Geschehen.

Schauspielerisch gibt es wenig auszusetzen, außer, dass Artjom einen Schlaganfall hatte und daher mit verzerrtem Gesicht spricht, das ist unnötig und widerlich. Die ganze Rolle hätte der Film nicht gebraucht.

Und, wie gesagt, die CGI sind hervorragend.

Der Film ist nicht schlecht, bleibt aber leider weit hinter den Erwartungen zurück, die der erste Teil geschürt hatte.

Fazit: oker Actionfilm, leider nur noch Standard.

Kritik: The Scorpion King

Die „originale“ Mumie hat nicht nur Schlechtes hervorgebracht, aus dem mäßigen zweiten Teil entsprang The Scorpion King mit The Rock.

Der war ja nur als tragischer Endgegner im zweiten Teil aufgetaucht und bekommt hier seine Origin-Story. Und obwohl ich sowas nicht mag – die hier ist gelungen.

Man nehme lauter Antischauspieler: The Rock, Michael Clarke Duncan, Steven Brand, Kelly Hu, Ralf Möller, … und stecke sie in eine sympathische Sandalen-Helden-Geschichte. The Rock kann zwar nicht schauspielern aber einen sympathischen Helden sehr gut verkörpern (und hat seine Augenbraue). Dazu Grant Heslov als Comic-Relief.

Der Film erzählt eine simple Rachegeschichte, bei der sich The Rock an Memnon rächen muss, dabei dessen Thron übernimmt und bis zu seinem bitteren Ende ein gerechter König mit Kelly Hu an seiner Seite sein wird.

Simpel ist dabei gut – es kann nicht viel falsch erzählt werden – die Action stimmt, die Chemie zwischen den Darstellern auch. Und die Muskeln der hauptsächlich Beteiligten.

Um es klar zu sagen: der Film spielt in einer anderen Liga als die erste Mumie, eher bei den Conanfilmen, Red Sonja etc. Aber er macht seine Sache gut und unterhält auch an einem sonnigen Sonntagnachmittag.

Es scheint eine Menge Fortsetzungen zu geben (ohne The Rock), habe ich alle nicht gesehen.

Fazit: überzeugender Abenteuerfilm mit viiiiel Muskeln.

Kritik: The Mummy

Es geht weiter mit dem Thema „Mumie“ mit The Mummy, ich kann ja auch nix für, dass die bei der Namenswahl der Filme so uninspiriert waren.

Dieser Film ist mit Tom Cruise, Russell Crowe, Annabelle Wallis und Sofia Boutella gut besetzt und trotzdem eine Gurke.

Die Geschichte ist einfach viel zu wirr: eine Mumie wird erweckt (Sofia Boutella) und ein Flugzeug stürzt ab, Cruise kann Wallis retten, sie sollen das Abenteurerpaar werden, aber Cruise kann nun mal nicht schauspielern.

Irgendwie schaltet sich noch Crowe als Jekyll/Hyde ein und verkompliziert die Situation und da hab ich den Überblick verloren und nur noch die Action verfolgt und auf die Geschichte gepfiffen. Es gab ein Happy-End.

Die Action ist mäßig und verlässt sich viel zu sehr auf CGI. Tom Cruise hat keinen Regisseur, der ihn im Zaum hält, der ganze Plot mit Jekyll/Hyde hätte weggekonnt, dafür deutlich mehr Mumie, denn Boutella macht ihre Sache gut für die paar Sekunden, die sie auf dem Bildschirm sein darf. Gebt mir im Mumienfilm Mumie!

So angelt sich der Film von blöder Spannungssequenz zu unnötiger Action und zurück ohne dass Spannung oder Spaß aufkommen würde.

Für einen verregneten, sinnfreien Sonntagnachmittagsfilm ist das ok, mehr nicht.

Fazit: mäßiger Mumienfilm.

Kritik: The Mummy Returns

The Mummy Returns (Die Mumie kehrt zurück) ist der Nachfolger der Mumie und führt Rachel Weisz, Brendan Fraser, alle überlebenden Gestalten des ersten Teils und einen neu hinzugekommenen Sohn wieder mit Imhotep zusammen.

Fragt mich nicht nach der Geschichte, etwas Überkompliziertes mit dem Scorpion-King (The Rock in seiner ersten Filmrolle mit einem bösen CGI-Ende), der über den Sohn wiederbelebt wird, Imhotep erwacht ebenfalls wieder, alle müssen zu einer Pyramide reisen und dort findet der Endkampf statt.

Der Film ist nicht gut. Man merkt, wie sich alle bemüht haben, den Charme des ersten Teils zurückzuholen und noch eins draufzusetzen, aber das ist zu bemüht, zu viel, wieder einmal soll alles größer, schneller, bombastischer werden und wird doch nur schlechter. Jegliche Leichtigkeit weicht einer gezwungenen Fröhlichkeit.

Die Geschichte ist viel zu kompliziert, sehr zäh und äußerst unlogisch (auch im selbst gewählten Universum) und das fällt halt auf, weil der Film nicht gut ist. Und Teil 3 ist auch nicht viel besser.

Es ist schade, weil sich alle Beteiligten große Mühe gegeben habe, das merkt man dem Film an.

Fazit: leider eine mäßige Fortsetzung eines sehr guten Films.

Kritik: The Mummy

The Mummy (Die Mumie), der erste Film der Reihe mit Rachel Weisz und Brendan Fraser ist ein sehr gelungener, lustiger Abenteuerfilm.

Er kam zu einer Zeit heraus, als die „großen“ Abenteuerfilme gerade Pause hatten und belebte das Genre auf eine sehr angenehme Art.

Ach, ich hab gar keine Lust, die Geschichte zu erzählen, ganz knapp: Mumie wird befreit und bringt alle um, bis sie von unserem Paar erledigt wird.

Interessant ist die Erzählart, die Leichtigkeit, mit der das Thema angegangen wird und die ganz leichte Tragik, die der Mumie und ihrer Liebe innewohnt. Die Spielfreude, mit der Weisz und Fraser überzeugen können, ihre Chemie stimmt, ihre Dialoge sind wunderbar und beide haben ihre Schwächen, was dem Film zugute kommt.

Dazu kommen sehr gut geratene Spezialeffekte, die damals State-Of-The Art waren und gut gealtert sind. Böse Amis, gute Briten, selbst die Wüstenbewohner werden halbwegs mit Würde dargestellt (na ja, einer von ihnen).

Ja, der Film ist immer noch gut und kann uneingeschränkt empfohlen werden. Ein deutlich besserer Indiana-Jones-Nachfolger als dessen 4. Teil (ok, fast jeder Film ist besser als dieser Mist).

Imhotep…

Übrigens scheint die deutsche Synchro sehr schlecht zu sein. Just saying.

Fazit: sehr charmanter, kurzweiliger Abenteuerfilm.

„Look, I… I may not be an explorer, or an adventurer, or a treasure-seeker, or a gunfighter, Mr. O’Connell, but I am proud of what I am.“
„And what is that?“
„I… am a librarian.“