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Kino Kritik

Kritik: Killing Gunther

Killing Gunther – ein Film, den ich allein aufgrund des Trailers und der warmen Worte von Arnold Schwarzenegger kaufte – sah nach Spaß mit Arnie aus.

Sagen wir so: sobald Arnold am Film teilnimmt, wird der auch gut. Leider ist das erst am Ende für fünfzehn Minuten. Bis dahin – oh weh.

Der Film ist eine Doku über ein paar Auftragskiller, die den besten der Branche – Gunther – umbringen wollen. Die Situation der Filmcrew ist an Mann beißt Hund angelehnt, sicher eine der Inspirationen für den Film.

Anführer der Killer, Hauptdarsteller, Drehbuchschreiber und Regisseur ist Taran Killam, der sich leider damit übernommen hat. Das größte Problem ist meines Erachtens, dass der Film die falsche Balance zwischen Humor, Härte und Gore findet und fast ausschließlich auf ausgelutschte Klischees setzt.

Humor: Die Gags sind sehr vorhersehbar, die Figuren sehr platt. Die Russen sind Barbaren, die Tochter des Terroristen ist gut, aber ihr Vater eine Witzfigur mit „will jeden Liebhaber töten“-Gags. Unser Hauptheld will sich rächen, weil Gunther mit seiner Ex geschlafen hat – das alles wird so überdeutlich gespielt und gesagt – das versteht jeder und macht den Film zäh. Und der Nerd – das ist einfach nur noch peinlich.

Härte: die Kills sind eigentlich ok, aber durch CGI auch wieder nicht. Hier wäre Mut zu mehr tatsächlich mehr gewesen. Dabei sind die Kills teils unglaublich hart, das wird dann aber albern heruntergespielt, obwohl hier eine Chance gelegen hätte, Motivation herauszuarbeiten oder die Bosheit von Gunther oder irgendeine Emotion. So ist das zu beiläufig.

Gore: wie gesagt, viel CGI, wenig Substanz. Für einen Auftragsmörderfilm viel, viel zu wenig.

Die Schauspieler sind eigentlich ok, dürfen aber selten aus ihren Klischeerollen ausbrechen. Die Inszenierung ist auch in Ordnung, da ist nicht viel auszusetzen. Es gibt sogar einige sehr gute Einfälle, die Szene mit den explodierenden Autos ist z.B. sehr gut gedreht, wenn da nicht die Computertricks wären.

Der Schnitt lässt zu wünschen übrig. Vieles wird im Hintergrund oder zu kurz gezeigt, dafür gibt es ellenlange Jubelszenen, bei denen jedem Zuschauer klar ist, dass Gunther noch nicht tot ist. Wir haben auch alle die Filme gesehen, also versuch nicht, da Spannung reinzubauen.

Wie gesagt, wenn Arnie am Ende auftritt dreht, der Film auf und gibt uns eine Ahnung davon, wie er hätte werden können. Es ist schade drum, die Idee ist gut, die Ausführung nicht.

Dennoch habe ich mich nicht gelangweilt, aber auch nicht gut unterhalten.

Fazit: unterer Durchschnitt mit gutem Ende.

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