Nachdem die Berliner Polizei versucht hat, die Sternfahrt letzten Sonntag über die Autobahn zu verhindern, und damit vor Gericht gescheitert ist, kam eine interessante (durchaus sachliche) Mitteilung. Auszug:

Trotz aller Bemühungen der etwa 750 eingesetzten Beamten der Berliner Polizei, die für die Sicherung der Aufzüge unbedingt erforderlichen Verkehrsmaßnahmen in Zeit und Umfang so gering wie möglich zu halten, werden veranstaltungsbedingte Verkehrsbeeinträchtigungen nicht zu vermeiden sein.

  • Die Polizei rät für Fahrten in die Innenstadt zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, insbesondere von U- und S-Bahn.
  • Autofahrer werden um besondere Vorsicht gegenüber den an der Veranstaltung teilnehmenden Radfahrern gebeten.

Das ist schon tragisch: heroische Bemühungen, Beeinträchtigungen zu vermeiden. Böse Radfahrer.

Dann der ultimative Rat: nehmt öffentliche Verkehrsmittel. Ein anderer Rat gefällig? Fahrrad nehmen? Zu weit hergeholt?

Und dann: Autofahrer werden um besondere Vorsicht gebeten. Wir bitten also? Um „besondere“ Vorsicht? Hallo, Mc Fly? Jemand zu Hause? Es geht um Autofahrer, die immer wieder versuchen, einfach in die Demo reinzufahren. Und die dabei Radfahrer umfahren. War schon immer so, wird immer so bleiben. Weil es Idioten gibt. So einfach ist das manchmal. Man hätte auch formulieren können: Autofahrer werden gebeten, sich an die Verkehrsregeln zu halten. Man hätte ja auch ein „ausnahmsweise“ einfügen können.

Bah, was ist mir schlecht von solchen Duckmäusertum gegenüber Autofahrern.

(Quelle Pressemitteilung vom 5.6.09 der Berliner Polizei)

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2 Comments

  • Anke

    „Die Polizei rät für Fahrten in die Innenstadt zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, insbesondere von U- und S-Bahn.“

    Sogar Einzelfahrscheine galten als Tageskarten, muss schon schlimm sein, so ein paar Stunden ohne ein paar Straßen und einige Stücke Autobahn auszukommen, da sind selbst die in Sachen Preispolitik eher ungnädigen Verkehrsbetriebe auf einen „Notfall“ eingerichtet.

    „Autofahrer werden um besondere Vorsicht gegenüber den an der Veranstaltung teilnehmenden Radfahrern gebeten.“

    ‚…Ab morgen dürfen Sie natürlich wie sonst auch weiterhin ungestraft Ihr übliches Verhalten aus dichtem Überholen, Schneiden, Bedrängen, Vorfahrt nehmen und sonstigen Nötigungen zeigen.‘

    Ich danke der Polizei, den beteiligten Medien und dem ADAC für ihre Teilnahme an diesem PR-Schmierentheater. Bis nächstes Jahr.

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