M.F.A. – eine Kunststudentin (Francesca Eastwood) wird ein eine leider sehr langen, expliziten Szene von einem Kommilitonen vergewaltigt. Bei den Autoritäten der Uni findet sie wenig Untersützung, sie sind eher am Ruf des Mannes interessiert als an der Aufklärung des Verbrechens. Auch die Polizei ist, wie wir später sehen, uninteressiert. Und so ist Noelle auf sich allein gestellt.

Als sie ihren Vergewaltiger zur Rede stellt, stirbt dieser durch einen Unfall und das bewirkt zweierlei Dinge: Noelle drückt ihren Frust/Ärger durch ihre Kunst aus und wird so in der Klasse anerkannt. Auf der anderen Seite ist die Wut noch in Noelle und so sucht sie weiter nach Rache und findet problemlos genügend Vergewaltigungen, die trotz eindeutiger Beweise immer zur Stigmatisierung der Frau führen und nie zur Strafe für die Täter.

Also nimmt Noelle die Sache in die Hand und bestraft die Täter: konsequent, brutal, unappetitlich. Bis die Eskalation mehr Opfer erfordert, als Noelle lieb ist.

Das klingt jetzt erst mal nach einem typischen Rape-and-Revenge-Thriller, wie es z.B. Revenge einer ist. Aber Natalie Leite legt ihren Film deutlich komplexer und tiefer an. Noelle ist nicht die strahlende Rächerin aber auch nicht die Böse, sie ist verletzt und zu Recht wütend. Es ist eine Freude, Francesca Eastwood bei ihrem Spiel zuzusehen, wie sie eine komplexe Figur erschafft, die mit ihrer Situation zurechtkommen muss, die eindeutig nicht auf ihrer Seite ist.

Dazu die Gesellschaft, die Vergewaltigungen problemlos akzeptiert und die Vergewaltigungsvideos sogar noch feiert und trotz erdrückender Beweise nichts unternimmt, um Frauen zu schützen.

Und wer denkt, das sei ausgedacht, der hat die entsprechenden Fälle bewusst ausgeblendet, die insbesondere an amerikanischen Unis aber auch bei uns und weltweit akzeptiert und gerechtfertigt werden.

Das alles wird sehr gut erzählt und geschildert, Noelle ist unsere Führerin auf der surrealen Reise durch die verquere Denkwelt einer männerdominierten Gesellschaft.

Also, auch wenn die Vergewaltigungen harter Tobak sind, der Rest des Films lohnt sich und spricht ein reales Problem sehr gut an. Auf jeden Fall ein Sehbefehl.

Fazit: sehr guter Film über eine himmelschreiende, gesellschaftliche Ungerechtigkeit.

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