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Kino Kritik

Kritik: Shazam! (2019)

Shazam – einer der mir unbekannten DC-Superhelden. Eigentlich heißt er Captain Marvel, darf aber aus rechtlichen Gründen nicht mehr so genannt werden.

Zugegeben, erst wollte ich mir den Film nicht ansehen und habe das nur wegen des Regisseurs David F. Sandberg getan, der wunderbare Kurzhorrorfilme dreht (u.a. Lights Out (Vorsicht: sehr, sehr gruslig), dessen Langfilm er auch schon realisieren durfte) und einen genialen Youtube-Channel unterhält. Unbedingt ansehen, wenn man an Filminszenierung interessiert ist.

Zum Film: wir folgen Billy Batson, der seine Mutter sucht, bei einer sehr netten Pflegefamilie unterkommt und von Djimon Hounsou, den ich nicht erkannt habe, in den Superhelden Shazam! verwandelt wird, der sich mit dem Ausruf „Shazam!“ hin- und wieder zurückverwandeln kann.

Das, und seine neuen Fähigkeiten muss Billy aber allein herausfinden bzw. mit seinem neuen Bruder Freddy, einer riesigen Nervensäge. Der Rest der neuen Familie wird nur angedeutet und spielt eine untergeordnete Rolle. Die obligatorischen Bullys an der Schule fehlen auch nicht.

Während Shazam seine Fähigkeiten kennenlernt – das ist wirklich lustig dargestellt – ist Dr. Sivana, sein Gegenspieler, auf der Suche nach ihm, um ihn zu besiegen und seine Macht zu übernehmen.

Übergeordnetes Thema ist Familie und die Suche nach einer solchen, am Ende muss Billy einsehen, dass seine Suche nach seiner Mutter unnötig war und er schon eine Familie hat.

Der Film ist mal gut, mal nicht so gut. Wenn er Fahrt aufnimmt und wir die Fähigkeiten von Billy kennenlernen, wenn er dort sehr trocken kommentiert, was passiert, dann ist der Film wirklich gut. Auch die Liebesbeziehung zu seiner neuen Schwester, die ich auf jeden Fall erwartet hatte, blieb glücklicherweise aus.

Leider hängt der Film zum einen in der Mitte ziemlich durch, da passiert zwar viel auf der Leinwand, aber die Konflikte wirken aufgesetzt, um halt Konflikte zu haben. Das ist dann 08/15-Klischeehandbuch durchgespielt und dementsprechend uninteressant. Und zum Ende hin zieht sich der Endkampf ewig. Da muss alles noch mal rein und nochmal und dann nochmal für alle, die es dreimal erklärt haben müssen.

Außerdem ist mir nicht ganz klar, welche Zielgruppe der Film hat. Für Kinder ist er in vielen Szenen zu hart und zu gruslig, für ältere Leute ist er deutlich zu albern und zu einfach in der Inszenierung der Aussage.

So habe ich mich über große Strecken amüsiert, dann wieder auf die Uhr geguckt, dann ging es wieder und zum Ende hin war es nicht so toll.

Eigentlich schade, denn mit etwas mehr Fokussierung und Schnitten wäre das ein sehr guter Film geworden.

Die Darsteller:innen sind alle gut, eine gute weibliche Rolle fehlt leider.

Fazit: ordentliche Unterhaltung mit Luft nach oben.

Für Leute ab 18 (wirklich, wartet so lang), beim Ansehen Licht aus, Ton laut und Vollbild:

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