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Kino Kritik

Kritik: Star Wars: Episode IX – The Rise of Skywalker (2019)

The Rise of Skywalker – der Abschluss der dritten Trilogie und erst einmal der Saga um Luke Skywalker und seinen Papa.

Nachdem der achte Teil ein gemischtes Erlebnis war, war ich gespannt, wie Abrams die Reihe abschließt. Nicht vergessen darf man dabei die unterirdische Frauenfeindlichkeit und der überbordende Rassismus, der dem siebten und insbesondere dem achten Teil entgegengeworfen wurde. Das war Social Media vom Schlimmsten, ungebremst durch Youtube, Twitter, Facebook und Co.

Also war die Aufgabe von Abrams nicht nur, den Film zu drehen, sondern auch, die Schauspieler:innen zu schützen und dabei nicht vor der Masse einzuknicken. Dass ein Filmemacher bei einem Unterhaltungsfilm überhaupt an sowas denken muss.

Insofern war es z.B. schwer einzuschätzen, ob z.B. die Rolle von Kelly Marie Tran von vornherein so schwach angelegt war, nach ihrem Auftreten im achten Teil oder ob das ein Zugeständnis an die Idioten war.

Zum Film (Spoiler): der Anfangstext verrät uns, dass in der Zwischenzeit viel passiert ist und dann steigen wir in die Handlung ein: Kylo Ren findet den Imperator, der eine riesige Flotte aufgebaut hat, um die Welt zu vernichten. Rey trainiert fleißig Jedi und bricht ihre Ausbildung früher ab, um die Rebellion zu unterstützen. Sie wird von der dunklen Seite versucht, kann widerstehen, rettet Kylo Ren, der jetzt Ben heißt und dafür stirbt.

Im Endeffekt ist es „Return of the Jedi“ noch einmal mit anderen Figuren.

Aber das ist ok. Der Film bringt alles gut rüber, die Geschichte wird schnörkellos erzählt und endlich hat Daisy Ridley eine halbwegs adäquate Rolle und Zeit, uns diese nahezubringen. Das war im achten Teil ja schlimm.

Es ist auch hier nicht alles Gold, was glänzt, es gibt einige Dinge, die mehr oder weniger stören: die Auftritte von Luke, Leia, Han Solo – das muss alles nicht sein. Immer, wenn man nicht mehr weiß, wie man aus der Geschichte rauskommen soll, kommt ein Jedi ex Machina. Das ist nicht gut, denn innere Logik kann man bei dem Film u.a. dadurch vergessen. Und warum wird Lando Calrissian wiederbelebt? Das soll sicherlich Fanservice sein, raubt dem Film aber so viele Entwicklungsmöglichkeiten.

Dann die Rollen Poe und Finn. Die sind nur dazu da, zu nerven und Rey zu bevormunden. Warum genau musste Finn auch auf den Todesstern surfen? Um im Weg zu stehen? Rey ist im Film die Über-Jedi und wirklich gut, aber allein irgendwohin lassen – da sei sonstwas davor. Ist eine Frau, muss beschützt werden. Unironisch. Und was ist jetzt mit Rey und Finn? Ist deren abruptes „Beziehungsende“ ein Zugeständnis an irgendwelche Rassisten? Oder wussten die Drehbuchschreiber einfach nicht, was sie mit der Rolle anfangen sollten?

Warum muss C3PO dauernd erniedrigt werden? Das ist Lucas-Pippi-Kacka-Humor.

Und noch mal innere Logik: der gesamte Endkampf – da reicht es nicht, das Gehirn auszuschalten, da muss man gezielt nicht nachdenken.

Oder das mit dem Todesstern und dem Dolch.

Dennoch: der Film hat was. Es gibt viele gute Szenen, Poe und Zorii Bliss z.B. In kurzer Zeit erfährt man da so viel. Rey und Kylo Ren. Kylo Ren. Babu Frik.

Insgesamt ist der Film wirklich gut geworden, leider zieht sich durch alle drei Nachfolgefilme die Idee, dauernd die alten Star-Wars-Figuren auftreten zu lassen. Und das geht schief. Für den ersten Teil war das ok, die nachfolgenden Filme hätte einfach die Geschichte für sich selbst stellen sollen und ihre Figuren ausnutzen.

Schade drum, denn gerade über Rey könnten noch mehrere Filme gedreht werden. Wie sie beim Training wütend wird – das war besser und überzeugender als die ganze Theatralik um die Bösewerdung von Darth Vader. Abrams ist halt auch ein guter Regisseur.

Fazit: guter Abschluss, Wehmut darüber, was der Film hätte sein können.

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