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Kritik: The Living Daylights

The Living Daylights (dt. James Bond 007 – Der Hauch des Todes) ist der fünfzehnte James-Bond-Film (Metakritik zur Bond-Reihe).

Kurze Abschweifung: heute haben wir beim Spaziergang festgestellt, dass die Bonds mit dem Bösen im Titel deutlich besser zu merken sind als die abstrakten Titel, wie dieser. „Goldfinger“ – sofort klar. „Der Hauch des Todes“ – Puh, welcher könnte das sein?

Es ist der erste mit Timothy Dalton, der schon 18 Jahre vorher im Gespräch war, aber offensichtlich erst mit 40 in der Lage war, jemanden zu spielen, in den sich jede Frau (vor allem die jungen) sofort verliebt.

Wurscht, die Serie sollte einen Neuanfang bekommen, weg von der Albernheit, hin zu mehr Ernsthaftigkeit und nur einem Bond-Girl.

Das hat geklappt. Insgesamt stehe ich Dalton als Bond wohlwollend aus genau diesem Grund gegenüber. Nicht, dass die Albernheit komplett verschwunden wäre, aber sie wurde zurückgefahren (leider nicht komplett eliminiert). Außerdem macht sich Dalton erstaunlich gut in der Rolle, obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits Brosnan meine erste Wahl gewesen wäre.

Wir beginnen auf Gibraltar, wo Bond bei einem Einsatz seinen Kollegen verliert (Smert Spionam!) Nach der Eröffnung soll Bond von Bratislava den russischen General Koskov in den Westen schmuggeln, dabei soll er einen Attentäter erschießen, der sich als tschechische Cellistin entpuppt, die nicht mit Waffen umgehen kann. Da sie außerdem noch keinen Sex mit Bond hatte, wird sie verschont.

Koskov wird per Hubschrauber aus dem Gasometer(!) und Ölpipeline(!) in den Westen geschafft. Mehrere Wirren und wieder eine unsägliche Skiszene später stellt sich heraus, dass die Cellistin Koskovs Freundin ist, die Bond natürlich umdrehen kann (wie wohl), dass Koskov mit KGB-Geld Opium kaufen und ohne Mitwissen der Russen schmuggeln will.

Bond verfolgt ihn, befreit einen Mudschahedin (die damals noch die guten waren, einige Zeit später ist derselbe Schauspieler (Art Malik) in True Lies der Böse, in derselben Rolle), verfolgt Koskov ins Flugzeug mit dem Opium (große Pferde- und Schießszene mit den Russen, komplett verwirrend und doof), im Flugzeug sehr, sehr lange Kämpfe auf der Laderampe, das Opium fliegt runter, Bond und die Cellistin entkommen im Jeep (doof).

Dann noch den Oberbösewicht umbringen und ab zur Cellistin nach der großen Vorstellung.

Ja, viele Szenen sind zu lang, viele Szenen haben wir schon oft gesehen, der alberne Humor ist nicht ganz raus („Laser“ schneidet tschechisches Auto – gruslig). Aber dennoch ist der Film gegenüber den Vorgängern eine Erleichterung. Es ist nicht nur albern und doof, sondern ab und an ok. Es gibt nur ein Bond Girl. Reicht mir schon.

Leider ist das auch der erste Film, der MI-6 als komplett inkompetenten Haufen darstellt, in der Milchmann-Szene beim MI-6. Das ist nicht schön anzusehen und auch unnötig.

Also wieder einmal ein Film mit vielen Schwächen, der dadurch gewinnt, dass man ihn nach den unsäglichen Moore-Bonds sieht.

Das Titellied ist sehr gut.

Fazit: solider Bond.

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