Kritik: Sabaton – The Tour to End all Tours

 22. November 2023 •  Ekkart •  Kritik, Live •  Kritik, Live
 angesehen am 5. Mai 2023

Sabaton – Lieder, die Kriegsheldentaten in aller Ausführlichkeit unkritisch besingen. Haben wir noch nie live gesehen, die Musik ist ok, recht einfacher Powermetal mit interessanter Stimme des Sängers.

Sie kamen in die Mercedes-Benz-Arena und brachten Lordi und Babymetal mit.

Zuerst Lordi, keine unbekannten, die wir etwas aus den Augen verloren hatten. Zwei neue Platten sind seit unserem letzten Konzert erschienen, Ox und Amen gegangen, dafür Hilsi und Kone gekommen. Musikalisch einfacher, klarer Hardrock mit der faszinierenden Stimme von Mr. Lordi.

Wenn man die denn gehört hätte. Unglaublich schlechter Sound, die Instrumente kaum auseinanderzuhalten und der Gesang viel zu leise. Lordi lieferten wie gewohnt eine gute Show ab aber der Ton war wirklich schlecht.

Gespielt wurden ein paar neue Lieder, ein paar Klassiker, insgesamt eine gute Mischung, hier die Playlist.

Leider blieb das mit dem Sound auch bei Babymetal so.

Und hier ist das Problem: Su-Metal hat eine sehr durchdringende Stimme, wenn das nicht gut abgemischt ist, und das war es nicht, geht das tierisch auf die Ohren. Dazu noch die neuen Lieder mit wenig Band, dafür mit der Betonung auf Gesang – es war grauenvoll. Und obendrauf traf Su-Metal die Töne nicht, ob das an der Einspielung auf ihrem Ohr lag oder sie einfach nicht gut drauf war – keine Ahnung.

Insgesamt war das leider eine schwache Vorstellung, von der Schwäche geht der Großteil auf den Ton. Wären wir nicht schon Fans gewesen – wir wären es nicht geworden. Auch den Umstehenden, die Babymetal nicht kannten, taten sie leid, denn gegen die Probleme konnten sie nicht gewinnen. Am Sonntag konnten wir uns auch überzeugen, dass Babymetal noch in allen Bereichen gut sind.

Immerhin das erste Mal, dass wir Momometal sahen, eine sehr gute Ergänzung. Damit war auch der Tanz wieder vollständig – sowieso eine Stärke der Band. Hier die Setlist.

Dann der Hauptact Sabaton und wir haben echt gehofft, dass hier wenigstens der Ton stimmt. Na ja, es wurde besser aber nicht gut. Gitarren übersteuert und nicht unterscheidbar, Gesang musste dagegen ankämpfen und so bekamen wir von der eigentlich faszinierenden Stimme von Joakim Brodén zu wenig mit. Am besten war vom Ton 1916, da dort alles etwas ruhiger war. Für ein Metalkonzert und eine Arena wie die Mercedes-Benz wirklich nicht gut.

Kurz zu den Liedern: Sabaton sind unkritische Glorifizierer von Heldentaten im Krieg. Für mich: je näher das an der Gegenwart ist, desto unangenehmer. “Shiroyama” oder “Sparta” haben nun mal einen anderen Impact als “Stormtroopers” Und ja, beim Konzert wird klar: das sehen Sabaton wirklich so naiv, wie sie sagen, dennoch sollte man sich fragen, ob man dem Sturmbatallion ein Lied widmen muss.

Anderes Beispiel: 1916, ein eher unbekannter Klassiker von Motörhead (übrigens ein herausragender Text von Lemmy). Haben sie in ihrem Stil adaptiert und für ihre Verhältnisse auch recht ruhig gehalten. Trotzdem am Ende (ab 2:30) Pathos reingebracht, der gerade bei diesem Lied nicht angebracht ist. Andererseits aber viele Leute mit dem Original bekanntgemacht.

Zurück zum Konzert: die Bühne war gut, eine umkämpfte Festung. Musikalisch (bis auf den Ton) sehr gut. Viele Lieder mit klagenden Gitarrensoli. Sehr sympatische Zwischenansprachen an das Publikum und eine echte Freude darüber, spielen zu dürfen. Und auch Sabaton kann Deutsch: “Noch ein Bier”.

Es gab ausreichend Lieder, hier die Setlist, kann man nicht meckern. Stimmung gut, Ton mies, Band freundlich, Fans ok. Insgesamt ein ordentliches Konzert.